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3.2 Erste, zweite und dritte Normalform

Definition

Normalformen beschreiben Regeln zur Strukturierung von Tabellen in relationalen Datenbanken.

Ziel ist es, Redundanzen und Anomalien zu vermeiden.


1. Normalform

Eine Tabelle befindet sich in der 1. Normalform, wenn alle Werte atomar sind.

Das bedeutet:

  • jedes Feld enthält nur einen Wert
  • keine Aufzählungen in einem Feld
  • keine mehrfachen Werte in einer Zelle

Beispiel falsch

Kundennr Name Telefonnummern
1 Müller 030123, 0176123

Beispiel richtig

Kundennr Name Telefonnummer
1 Müller 030123
1 Müller 0176123

2. Normalform

Eine Tabelle befindet sich in der 2. Normalform, wenn sie in der 1. Normalform ist und jedes Nicht-Schlüsselattribut vom gesamten Primärschlüssel abhängig ist.

Wichtig bei:

  • zusammengesetzten Primärschlüsseln
  • Zwischentabellen
  • N:M-Beziehungen

3. Normalform

Eine Tabelle befindet sich in der 3. Normalform, wenn sie in der 2. Normalform ist und keine Nicht-Schlüsselattribute voneinander abhängig sind.

Das bedeutet:

  • Attribute dürfen nur vom Schlüssel abhängen
  • nicht von anderen Nicht-Schlüsselattributen

Übersicht

Normalform Kerngedanke
1. Normalform atomare Werte
2. Normalform abhängig vom gesamten Primärschlüssel
3. Normalform keine Abhängigkeit von Nicht-Schlüsselattributen

Merksatz

1NF = atomar
2NF = vom ganzen Schlüssel abhängig
3NF = nur vom Schlüssel abhängig


Prüfungshinweis

In IHK-Aufgaben werden meist die 1. bis 3. Normalform abgefragt.

Typische Fehler:

  • mehrere Werte in einem Feld zulassen
  • zusammengesetzte Schlüssel nicht beachten
  • Attribute in der falschen Tabelle lassen
  • transitive Abhängigkeiten nicht erkennen

Hinweis

In der Datenbanktheorie gibt es weitere Normalformen, z. B. die 4. Normalform und 5. Normalform.
Für IHK-Aufgaben sind jedoch meistens die 1. bis 3. Normalform entscheidend.


Quellen

  • IT-Handbuch für Fachinformatiker