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8.1 Speicher, Mounts und Dateisysteme

Linux verwaltet Datenträger, Partitionen, Dateisysteme und eingebundene Speicherbereiche anders als Windows.

Es gibt keine Laufwerksbuchstaben wie C: oder D:. Stattdessen werden Dateisysteme in den gemeinsamen Verzeichnisbaum eingehängt.

Dieses Einhängen nennt man:

Mounten

Für Fachinformatiker Systemintegration ist dieses Thema wichtig, weil Server, NAS-Systeme, Backups, Container, Logdateien, Datenbanken und Freigaben sehr häufig von korrektem Speicherplatz, Mountpoints und Dateisystemen abhängen.

Merksatz:

Linux hängt Speicher in den Verzeichnisbaum ein.

Lernziele

Nach dieser Seite solltest du erklären können:

- was ein Datenträger ist
- was eine Partition ist
- was ein Dateisystem ist
- was ein Mountpoint ist
- wie man Speicherplatz prüft
- wie man Datenträger und Partitionen anzeigt
- was /etc/fstab macht
- was df,
  du,
  lsblk,
  mount
  und umount machen
- warum volle Dateisysteme Dienste stören können
- welche typischen Speicherfehler unter Linux auftreten

Grundidee

Ein Linux-System kann verschiedene Speicherbereiche nutzen:

- interne SSDs
- interne HDDs
- externe USB-Datenträger
- Netzlaufwerke
- NAS-Freigaben
- virtuelle Datenträger
- Container-Volumes
- RAM-Dateisysteme
- Backup-Speicher

Damit Daten dort gespeichert werden können, braucht man meistens:

1. Datenträger

2. Partition oder Volume

3. Dateisystem

4. Mountpoint

5. Einbindung ins System

Merksatz:

Datenträger allein reicht nicht.
Er muss passend partitioniert,
formatiert
und eingebunden sein.

Datenträger

Ein Datenträger ist das physische oder virtuelle Speichermedium.

Beispiele:

- SSD
- HDD
- USB-Stick
- SD-Karte
- virtuelles Laufwerk einer VM
- iSCSI-LUN
- Cloud-Block-Storage

Unter Linux erscheinen Datenträger häufig unter:

/dev

Beispiele:

/dev/sda

/dev/sdb

/dev/nvme0n1

Merksatz:

Datenträger erscheinen unter Linux oft als Gerätedateien unter /dev.

Partition

Eine Partition ist ein Bereich auf einem Datenträger.

Beispiel:

/dev/sda

ist der Datenträger.

/dev/sda1

ist die erste Partition auf diesem Datenträger.

Bei NVMe-Datenträgern sieht es oft so aus:

/dev/nvme0n1

Datenträger

/dev/nvme0n1p1

erste Partition

/dev/nvme0n1p2

zweite Partition

Merksatz:

Datenträger ist das Gerät.
Partition ist ein Bereich darauf.

Dateisystem

Ein Dateisystem legt fest, wie Dateien und Verzeichnisse auf einem Speicher organisiert werden.

Beispiele für Dateisysteme:

Dateisystem Typischer Einsatz
ext4 sehr verbreitet unter Linux
XFS häufig auf Servern
Btrfs Snapshots, moderne Funktionen
ZFS Integrität, Snapshots, Storage-Systeme
FAT32 einfache Wechselmedien
exFAT größere Wechselmedien
NTFS Windows-Dateisystem
tmpfs Dateisystem im RAM

Merksatz:

Dateisystem = Organisationsform für Dateien auf Speicher.

Formatieren

Beim Formatieren wird auf einer Partition oder einem Volume ein Dateisystem erstellt.

Beispiel:

ext4-Dateisystem auf einer Partition erstellen

Wichtig:

Formatieren löscht normalerweise vorhandene Daten
oder macht sie nicht mehr direkt nutzbar.

Merksatz:

Formatieren ist gefährlich,
wenn Daten erhalten bleiben sollen.

Mountpoint

Ein Mountpoint ist ein Verzeichnis, an dem ein Dateisystem eingebunden wird.

Beispiele:

/mnt/backup

/media/usb

/srv/data

/var/lib/docker

Wenn ein Dateisystem dort gemountet ist, erscheinen seine Inhalte an dieser Stelle im Verzeichnisbaum.

Merksatz:

Mountpoint = Einhängepunkt im Verzeichnisbaum.

mount

Mit mount kann man anzeigen, welche Dateisysteme aktuell eingebunden sind.

Befehl:

mount

Gefiltert anzeigen:

mount | grep /mnt

Ein Dateisystem manuell einhängen:

mount /dev/sdb1 /mnt/backup

Wichtig:

Der Mountpoint muss existieren.

Beispiel:

mkdir -p /mnt/backup

mount /dev/sdb1 /mnt/backup

Merksatz:

mount hängt Dateisysteme ein oder zeigt Mounts an.

umount

Mit umount wird ein Dateisystem ausgehängt.

Beispiel:

umount /mnt/backup

oder:

umount /dev/sdb1

Wichtig:

Der Befehl heißt umount,
nicht unmount.

Wenn ein Dateisystem noch benutzt wird, kann umount fehlschlagen.

Mögliche Ursache:

Datei ist noch offen

Prozess nutzt das Verzeichnis

Shell befindet sich im Mountpoint

Merksatz:

umount hängt ein Dateisystem aus.

Warum umount fehlschlagen kann

Fehlerbild:

target is busy

Bedeutung:

Das Dateisystem wird noch verwendet.

Mögliche Ursachen:

Terminal befindet sich im Verzeichnis

Prozess liest oder schreibt Dateien

Dienst nutzt den Mount

Datei ist geöffnet

Prüfen kann man je nach System mit Werkzeugen wie:

lsof

fuser

Merksatz:

Ein benutzter Mount kann nicht sauber ausgehängt werden.

lsblk

lsblk zeigt Blockgeräte übersichtlich an.

Befehl:

lsblk

Mit Dateisysteminformationen:

lsblk -f

Typische Ausgabe enthält:

Name

Größe

Typ

Mountpoint

Dateisystem

UUID

Beispiel:

sda
├─sda1  ext4  /
└─sda2  swap

Merksatz:

lsblk zeigt Datenträger,
Partitionen
und Mountpoints.

df

df zeigt belegten und freien Speicherplatz von eingehängten Dateisystemen.

Häufiger Befehl:

df -h

Bedeutung:

Spalte Bedeutung
Filesystem Dateisystem oder Gerät
Size Gesamtgröße
Used belegt
Avail frei
Use% prozentuale Nutzung
Mounted on Mountpoint

Merksatz:

df zeigt,
wie voll Dateisysteme sind.

df -h

Die Option -h bedeutet:

human-readable

Also:

menschenlesbar

Beispiel:

df -h

zeigt Größen in:

K

M

G

T

statt nur in Blöcken oder Bytes.

Merksatz:

df -h ist Standard zur Speicherplatzprüfung.

du

du zeigt, wie viel Speicher Dateien oder Verzeichnisse belegen.

Beispiele:

du -sh /var/log

du -sh /home/felix

du -h /var/log

Bedeutung:

Befehl Bedeutung
du -sh ordner Gesamtgröße eines Ordners
du -h ordner Größen rekursiv anzeigen
du -sh * Größen im aktuellen Verzeichnis zusammenfassen

Merksatz:

df zeigt Dateisysteme.
du zeigt Verzeichnisgrößen.

df und du unterscheiden

Befehl Zeigt
df freien und belegten Platz von Dateisystemen
du Speicherverbrauch von Dateien und Ordnern

Beispiel:

df -h

zeigt, ob /var voll ist.

du -sh /var/log

zeigt, wie groß der Logordner ist.

Merksatz:

df für Dateisystem.
du für Ordner.

Speicherplatz voll

Wenn ein Dateisystem voll ist, können viele Probleme entstehen.

Mögliche Folgen:

Dienste starten nicht

Logs können nicht geschrieben werden

Datenbanken stoppen oder beschädigen Transaktionen

Updates schlagen fehl

Benutzer können keine Dateien speichern

Backups schlagen fehl

temporäre Dateien können nicht erstellt werden

System wird instabil

Merksatz:

Volle Dateisysteme verursachen viele scheinbar unterschiedliche Fehler.

Typische volle Verzeichnisse

Häufige Ursachen für vollen Speicher:

Verzeichnis Möglicher Grund
/var/log zu viele oder zu große Logs
/var/lib Datenbanken, Docker, Anwendungen
/tmp temporäre Dateien
/home Benutzerdateien
/var/cache Paketcache oder Anwendungscache
/var/spool Warteschlangen, Mail, Druck
/backup alte Sicherungen

Merksatz:

Bei vollem Speicher zuerst /var,
Logs,
Cache
und Anwendungsdaten prüfen.

Inodes

Neben Speicherplatz gibt es Inodes.

Ein Inode ist eine Verwaltungsstruktur für Dateien.

Ein Dateisystem kann voll sein, auch wenn noch Speicherplatz frei ist, wenn alle Inodes verbraucht sind.

Prüfen:

df -i

Typische Ursache:

sehr viele kleine Dateien

Beispiele:

Cache-Dateien

Session-Dateien

Mailspool

temporäre Dateien

Merksatz:

Speicher kann auch durch zu viele Dateien knapp werden.

df -i

df -i zeigt Inode-Nutzung.

Beispiel:

df -i

Wichtige Spalten:

Inodes

IUsed

IFree

IUse%

Wenn IUse% bei 100 Prozent liegt, können keine neuen Dateien mehr angelegt werden, auch wenn noch Speicherplatz frei ist.

Merksatz:

df -i prüft,
ob zu viele Dateien existieren.

/etc/fstab

Die Datei:

/etc/fstab

legt fest, welche Dateisysteme beim Systemstart automatisch eingebunden werden.

fstab steht für:

file system table

Typische Inhalte:

Gerät oder UUID

Mountpoint

Dateisystemtyp

Mountoptionen

Dump

fsck-Reihenfolge

Beispielzeile:

UUID=abcd-1234 /mnt/backup ext4 defaults 0 2

Merksatz:

/etc/fstab regelt automatische Mounts beim Start.

Warum UUIDs in fstab sinnvoll sind

Gerätenamen wie /dev/sdb1 können sich ändern, zum Beispiel wenn Datenträger in anderer Reihenfolge erkannt werden.

UUIDs sind eindeutige Kennungen von Dateisystemen.

Anzeigen:

lsblk -f

oder:

blkid

Vorteil:

Mounts bleiben stabiler,
auch wenn sich Gerätenamen ändern.

Merksatz:

UUID ist zuverlässiger als /dev/sdX für dauerhafte Mounts.

fstab-Fehler

Fehler in /etc/fstab können dazu führen, dass das System beim Start Probleme bekommt oder ein Dateisystem nicht eingehängt wird.

Typische Fehler:

falsche UUID

falscher Mountpoint

Mountpoint existiert nicht

falscher Dateisystemtyp

falsche Optionen

Netzwerkfreigabe beim Boot nicht erreichbar

Sicher prüfen:

mount -a

Bedeutung:

mount -a versucht,
alle fstab-Einträge einzuhängen.

Merksatz:

fstab-Änderungen immer testen,
bevor man neu startet.

mount -a

Der Befehl:

mount -a

liest /etc/fstab und versucht, alle noch nicht gemounteten Einträge einzuhängen.

Nutzen:

fstab testen

Fehler vor Neustart erkennen

Wichtig:

Bei Fehlern Ausgabe genau lesen.

Merksatz:

mount -a prüft fstab praktisch.

Mountoptionen

Mountoptionen steuern, wie ein Dateisystem eingebunden wird.

Beispiele:

Option Bedeutung
defaults Standardoptionen
ro read-only, nur lesbar
rw read-write, lesbar und beschreibbar
noexec keine Programme ausführen
nosuid SetUID ignorieren
nodev Gerätedateien ignorieren
noatime Zugriffszeit nicht ständig aktualisieren
user Benutzer dürfen mounten

Merksatz:

Mountoptionen beeinflussen Sicherheit und Verhalten.

read-only Mount

Ein Dateisystem kann nur lesbar eingebunden sein.

Anzeige möglich über:

mount

oder:

findmnt

Typische Ursache:

bewusst so konfiguriert

Dateisystemfehler

Schutzmodus

Rettungsmodus

Folge:

Schreiben ist nicht möglich.

Merksatz:

ro bedeutet read-only.
rw bedeutet read-write.

findmnt

findmnt zeigt Mounts übersichtlich an.

Befehl:

findmnt

Bestimmten Mountpoint prüfen:

findmnt /mnt/backup

Merksatz:

findmnt zeigt eingebundene Dateisysteme strukturiert.

blkid

blkid zeigt Informationen zu Blockgeräten.

Befehl:

blkid

Typische Informationen:

UUID

Dateisystemtyp

Label

Merksatz:

blkid hilft,
UUIDs und Dateisysteme zu erkennen.

Dateisystemprüfung

Dateisysteme können geprüft und repariert werden.

Typisches Werkzeug:

fsck

Wichtig:

Dateisysteme sollten in der Regel nicht im eingehängten,
aktiv genutzten Zustand repariert werden.

Risiko:

Datenverlust

weitere Beschädigung

inkonsistenter Zustand

Merksatz:

fsck vorsichtig verwenden,
besonders auf produktiven Systemen.

Swap

Swap ist Auslagerungsspeicher.

Wenn RAM knapp wird, kann Linux Speicherbereiche auf Datenträger auslagern.

Swap kann sein:

Swap-Partition

Swap-Datei

Prüfen:

swapon --show

free -h

Wichtig:

Swap ersetzt keinen ausreichenden RAM.
Sehr starke Swap-Nutzung kann das System langsam machen.

Merksatz:

Swap hilft bei Speicherdruck,
ist aber langsamer als RAM.

free -h

free zeigt Arbeitsspeicher und Swap.

Befehl:

free -h

Typische Werte:

total

used

free

available

swap

Merksatz:

free -h zeigt RAM und Swap.

Speicher und Container

Container nutzen häufig:

Images

Container-Dateisysteme

Volumes

Bind Mounts

Logs

Caches

Typische Speicherorte je nach System:

/var/lib/docker

/var/lib/containerd

Wichtig:

Container-Logs,
Images
und Volumes können viel Speicher belegen.

Merksatz:

Container können Speicher durch Images,
Volumes
und Logs verbrauchen.

Volumes und Bind Mounts

Container können Daten außerhalb des Containers speichern.

Volume:

vom Container-System verwalteter Speicher

Bind Mount:

bestimmter Host-Ordner wird in Container eingebunden

Beispielhafte Idee:

Host-Ordner:
/srv/appdata

im Container:
/data

Vorteil:

Daten bleiben erhalten,
auch wenn der Container neu erstellt wird.

Merksatz:

Containerdaten sollten nicht nur im Container-Dateisystem liegen.

Netzwerkspeicher

Linux kann Netzwerkspeicher einbinden.

Beispiele:

NFS

SMB/CIFS

SSHFS

Typische Nutzung:

Backups

gemeinsame Daten

NAS-Freigaben

zentrale Projektordner

Wichtig:

Netzwerk-Mounts hängen von Netzwerk,
DNS,
Berechtigungen
und Serververfügbarkeit ab.

Merksatz:

Netzwerkspeicher braucht Netzwerk und Rechte.

NFS

NFS steht für:

Network File System

Typischer Einsatz:

Linux/Unix-Netzwerkfreigaben

Vorteile:

gut in Linux-Umgebungen integriert

geeignet für Server-zu-Server-Freigaben

Wichtig:

Rechte,
UID/GID
und Export-Regeln müssen passen.

Merksatz:

NFS ist typisch für Linux/Unix-Freigaben.

SMB/CIFS

SMB wird häufig für Windows-Freigaben genutzt, kann aber auch unter Linux eingebunden werden.

Typische Nutzung:

Windows-Freigaben

NAS-Freigaben

gemischte Umgebungen

Wichtig:

Benutzer,
Passwort,
Domain,
Rechte
und Mountoptionen müssen passen.

Merksatz:

SMB/CIFS ist typisch für Windows-
und NAS-Freigaben.

Backup-Speicher

Backup-Speicher sollte besonders geschützt werden.

Wichtig:

getrennte Rechte

keine normalen Benutzer mit Löschrechten

Monitoring

genügend Speicherplatz

Retention

Restore-Test

Schutz vor Ransomware

Merksatz:

Backup-Speicher ist sicherheitskritisch.

Typische Speicherbefehle

Befehl Zweck
lsblk Datenträger und Partitionen anzeigen
lsblk -f Dateisysteme und UUIDs anzeigen
blkid UUIDs und Dateisystemtypen anzeigen
df -h Speicherplatz von Dateisystemen anzeigen
df -i Inode-Nutzung anzeigen
du -sh ordner Größe eines Ordners anzeigen
mount Mounts anzeigen oder einhängen
umount Dateisystem aushängen
findmnt Mounts strukturiert anzeigen
free -h RAM und Swap anzeigen
swapon --show Swap anzeigen

Typische Fehlerbilder

Fehlerbild Wahrscheinliche Ursache
No space left on device Speicherplatz oder Inodes voll
Read-only file system Dateisystem nur lesbar eingebunden oder Fehler
target is busy Mount wird noch verwendet
mount: wrong fs type falscher Dateisystemtyp oder fehlender Treiber
Mount nach Neustart fehlt fstab fehlt oder fehlerhaft
System startet mit Mountfehler fstab-Fehler
Dienst kann nicht schreiben Rechte, voller Speicher oder read-only
Backup schlägt fehl Ziel voll, nicht gemountet oder Rechteproblem
Daten scheinbar verschwunden Mount nicht aktiv oder anderer Mount überlagert Verzeichnis
Container belegt viel Speicher Images, Volumes oder Logs

No space left on device

Diese Meldung bedeutet:

Auf dem Ziel-Dateisystem kann nicht geschrieben werden.

Mögliche Ursachen:

Speicherplatz voll

Inodes voll

Quota erreicht

Prüfen:

df -h

df -i

du -sh pfad

Merksatz:

Bei No space left on device Speicherplatz und Inodes prüfen.

Read-only file system

Diese Meldung bedeutet:

Das Dateisystem ist nur lesbar eingebunden.

Mögliche Ursachen:

bewusst read-only gemountet

Dateisystemfehler

Schutzmodus nach Fehler

Rettungssystem

Prüfen:

mount

findmnt

Logs

Merksatz:

read-only verhindert Schreibzugriffe.

Mount überlagert vorhandene Daten

Wenn ein Dateisystem auf ein Verzeichnis gemountet wird, verdeckt es die bisherigen Inhalte dieses Verzeichnisses.

Beispiel:

In /mnt/data liegen Dateien.

Dann wird ein anderes Dateisystem auf /mnt/data gemountet.

Nun sieht man die Inhalte des gemounteten Dateisystems.

Die ursprünglichen Dateien sind nicht weg, aber durch den Mount verdeckt.

Merksatz:

Mounts können vorhandene Verzeichnisinhalte verdecken.

Sicheres Vorgehen bei fstab-Änderungen

Vor Änderung:

aktuelle fstab sichern

cp /etc/fstab /etc/fstab.bak

Änderung durchführen:

nano /etc/fstab

Testen:

mount -a

Prüfen:

findmnt

df -h

Wichtig:

Erst testen,
dann neu starten.

Merksatz:

fstab nie ungetestet ändern.

Sichere Arbeitsweise bei Speicherproblemen

Bei Speicherproblemen:

1. Fehler genau lesen

2. df -h prüfen

3. df -i prüfen

4. du -sh für große Ordner nutzen

5. Logs prüfen

6. Mountstatus prüfen

7. Rechte prüfen

8. Dienste erst danach neu starten

Nicht sofort:

wahllos Dateien löschen

Logs blind entfernen

Datenbanken im laufenden Betrieb löschen

Backup-Verzeichnisse ohne Prüfung leeren

Merksatz:

Speicherprobleme erst messen,
dann gezielt bereinigen.

Typische Prüfungsfragen

Frage Kurzantwort
Was ist ein Datenträger? physisches oder virtuelles Speichermedium
Was ist eine Partition? Bereich auf einem Datenträger
Was ist ein Dateisystem? Organisationsform für Dateien
Was ist ein Mountpoint? Einhängepunkt im Verzeichnisbaum
Was macht mount? Dateisystem einhängen oder Mounts anzeigen
Was macht umount? Dateisystem aushängen
Was zeigt lsblk? Datenträger und Partitionen
Was zeigt df -h? freien und belegten Speicherplatz
Was zeigt du -sh? Größe eines Ordners
Was zeigt df -i? Inode-Nutzung
Was macht /etc/fstab? automatische Mounts beim Systemstart
Warum UUID statt /dev/sdb1? stabiler bei wechselnder Geräteerkennung
Was ist Swap? Auslagerungsspeicher
Was bedeutet read-only? nur lesbar eingebunden

Typische Prüfungsfallen

Falle Richtig denken
Linux mit C: und D: erklären Linux nutzt Mountpoints
df und du verwechseln df Dateisystem, du Ordner
Speicher frei, aber keine Datei möglich Inodes prüfen
fstab ungetestet ändern immer mount -a testen
/dev/sdb1 fest erwarten Gerätenamen können sich ändern
UUID ignorieren für dauerhafte Mounts besser
umount falsch als unmount schreiben Befehl heißt umount
Mountpoint nicht vorhanden Verzeichnis vorher erstellen
Mount verdeckt vorhandene Daten Daten sind überlagert
Swap mit RAM gleichsetzen Swap ist langsamer Auslagerungsspeicher
Containerdaten im Container lassen Volumes oder Bind Mounts nutzen
Backup-Speicher normal freigeben Sicherheitsrisiko

IHK-sichere Kurzformulierung

Linux verwendet keine Laufwerksbuchstaben, sondern bindet Dateisysteme über Mountpoints in den gemeinsamen Verzeichnisbaum ein. Ein Datenträger kann in Partitionen aufgeteilt werden, auf denen Dateisysteme wie ext4, XFS oder Btrfs erstellt werden. Mit lsblk werden Datenträger und Partitionen angezeigt, df -h zeigt belegten und freien Speicherplatz von Dateisystemen und du -sh zeigt die Größe einzelner Verzeichnisse. Die Datei /etc/fstab legt fest, welche Dateisysteme beim Systemstart automatisch eingebunden werden. Für dauerhafte Mounts sind UUIDs oft zuverlässiger als Gerätenamen wie /dev/sdb1, weil sich Gerätenamen ändern können. Bei Speicherproblemen sollten Speicherplatz, Inodes, Mountstatus, Rechte und Logs geprüft werden.


Merksätze

Linux nutzt Mountpoints statt Laufwerksbuchstaben.

Datenträger erscheinen oft unter /dev.

Partition = Bereich auf einem Datenträger.

Dateisystem = Organisationsform für Dateien.

Mountpoint = Einhängepunkt.

mount hängt ein.

umount hängt aus.

Der Befehl heißt umount,
nicht unmount.

lsblk zeigt Datenträger und Partitionen.

lsblk -f zeigt Dateisysteme und UUIDs.

df -h zeigt Speicherplatz von Dateisystemen.

du -sh zeigt Größe eines Ordners.

df -i zeigt Inode-Nutzung.

No space left on device:
Speicherplatz oder Inodes prüfen.

/etc/fstab regelt automatische Mounts.

fstab-Änderungen mit mount -a testen.

UUIDs sind stabiler als /dev/sdX.

ro bedeutet read-only.

rw bedeutet read-write.

findmnt zeigt Mounts übersichtlich.

Swap ist Auslagerungsspeicher.

Swap ist langsamer als RAM.

Netzwerk-Mounts brauchen Netzwerk,
DNS
und Rechte.

Containerdaten brauchen Volumes oder Bind Mounts.

Backup-Speicher besonders schützen.

Mounts können vorhandene Verzeichnisinhalte verdecken.

Erst messen,
dann löschen.