Kompakte Wiederholung und Prüfungsfragen zu Kapitel 3
Hinweis
Diese Seite ist kein eigener Fragenkomplex im IHK-Prüfungskatalog.
Sie dient nur zum Wiederholen, Üben und Festigen der Inhalte aus Kapitel 3.
Kapitel 3 behandelt den Bereich:
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
Kompakte Wiederholung
1. Gesundheits- und Arbeitsschutzvorschriften
Arbeitsschutzvorschriften sollen verhindern, dass Beschäftigte durch ihre Arbeit verletzt werden, krank werden oder langfristige gesundheitliche Schäden bekommen.
Wichtige Vorschriften und Begriffe
| Vorschrift / Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Arbeitsschutzgesetz | zentrale Grundlage für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit |
| Arbeitssicherheitsgesetz | regelt Unterstützung durch Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt |
| Arbeitszeitgesetz | regelt Arbeitszeiten, Pausen und Ruhezeiten |
| Betriebssicherheitsverordnung | sichere Verwendung von Arbeitsmitteln |
| Arbeitsstättenverordnung | sichere Gestaltung von Arbeitsstätten |
| Unfallverhütungsvorschriften | Regeln zur Vermeidung von Arbeitsunfällen |
| Jugendarbeitsschutzgesetz | besonderer Schutz für Jugendliche |
| Gefährdungsbeurteilung | Gefahren erkennen, bewerten und Schutzmaßnahmen festlegen |
Merksatz
Arbeitsschutz bedeutet: Gefahren erkennen, Schutzmaßnahmen festlegen und Beschäftigte schützen.
2. Gefährdungen und Beanspruchungen
Eine Gefährdung ist eine mögliche Quelle für einen Schaden.
Wichtige Gefährdungsarten
| Gefährdung | Beispiel im IT-Bereich |
|---|---|
| mechanisch | Stolpern über Kabel, Quetschung beim Servereinbau |
| elektrisch | defektes Netzteil, beschädigtes Stromkabel |
| thermisch | überhitzter Server, heißes Netzteil |
| chemisch | Tonerstaub, Reinigungsmittel, ausgelaufener Akku |
| ergonomisch | falsche Monitorhöhe, schlechter Bürostuhl |
| akustisch | Lärm im Serverraum |
| psychisch | Zeitdruck, Rufbereitschaft, ständige Unterbrechungen |
Belastung und Beanspruchung
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Belastung | äußere Einwirkung auf den Menschen |
| Beanspruchung | individuelle Wirkung dieser Belastung auf den Menschen |
Merksatz
Belastung kommt von außen.
Beanspruchung ist die Wirkung auf den Menschen.
3. Fürsorgepflicht, Ergonomie und Vorsorge
Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht.
Das bedeutet:
Der Arbeitgeber muss auf Leben, Gesundheit und berechtigte Interessen der Beschäftigten Rücksicht nehmen.
Dazu gehören zum Beispiel:
- sichere Arbeitsmittel
- Gefährdungsbeurteilung
- Unterweisungen
- ergonomische Arbeitsplätze
- Schutz vor Überlastung
- Erste-Hilfe-Organisation
- Vorsorgeuntersuchungen
- psychische Gefährdungsbeurteilung
Ergonomischer Bildschirmarbeitsplatz
Wichtig sind:
- richtiger Monitorabstand
- Monitoroberkante etwa auf Augenhöhe oder leicht darunter
- ergonomischer Stuhl
- passende Tischhöhe
- gute Beleuchtung
- Tastatur und Maus gut erreichbar
- regelmäßige Pausen oder Tätigkeitswechsel
Merksatz
Ergonomie bedeutet: Der Arbeitsplatz wird an den Menschen angepasst.
4. Vorschriften im Arbeitsablauf
Betriebliche Vorschriften schützen Menschen, Betriebsmittel, Daten und Arbeitsprozesse.
Wichtige Regeln
- Sicherheitszeichen beachten
- Fluchtwege freihalten
- Notausgänge nicht blockieren
- Mängel melden
- defekte Geräte nicht verwenden
- Arbeitsmittel sachgerecht benutzen
- Unterweisungen beachten
- Brandschutztüren nicht offen verkeilen
- Kabel sicher verlegen
- Gefahrenpotenziale melden
Fluchtwege und Notausgänge
Fluchtwege und Notausgänge müssen:
- frei zugänglich sein
- gekennzeichnet sein
- jederzeit nutzbar sein
- nicht als Lagerfläche genutzt werden
- im Notfall schnell ins Freie oder in sichere Bereiche führen
Merksatz
Fluchtwege und Notausgänge dürfen niemals blockiert werden.
5. Schutzarten, Schutzklassen und Arbeitsschutzzeichen
Schutzart
Die Schutzart beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper, Berührung und Wasser.
Beispiel:
IP44, IP54, IP65
IP-Code
| Stelle | Bedeutung |
|---|---|
| erste Ziffer | Schutz gegen Fremdkörper und Berührung |
| zweite Ziffer | Schutz gegen Wasser |
Schutzklasse
Die Schutzklasse beschreibt den Schutz gegen elektrischen Schlag.
| Schutzklasse | Bedeutung |
|---|---|
| Schutzklasse I | Schutzleiter vorhanden |
| Schutzklasse II | doppelte oder verstärkte Isolierung |
| Schutzklasse III | Schutz durch Schutzkleinspannung |
Sicherheitszeichen
| Zeichenart | Farbe | Bedeutung |
|---|---|---|
| Verbotszeichen | rot | etwas ist verboten |
| Gebotszeichen | blau | etwas ist vorgeschrieben |
| Warnzeichen | gelb | Warnung vor Gefahr |
| Rettungszeichen | grün | Fluchtweg, Notausgang, Erste Hilfe |
| Brandschutzzeichen | rot | Feuerlöscher, Brandmelder, Löschmittel |
CE-Zeichen
Das CE-Zeichen bedeutet, dass der Hersteller erklärt, dass das Produkt grundlegende EU-Anforderungen erfüllt.
Es ist keine unabhängige Qualitätsauszeichnung.
Merksatz
Schutzart = Staub/Wasser.
Schutzklasse = elektrischer Schlag.
Farben: Rot, Blau, Gelb, Grün merken.
6. Verhalten bei Unfällen
Bei Unfällen gilt zuerst:
Eigenschutz beachten.
Richtige Reihenfolge
Eigenschutz beachten → Unfallstelle sichern → verletzte Person ansprechen → Hilfe holen → Erste Hilfe leisten → Notruf absetzen, falls nötig → zuständige Stellen informieren → Unfall dokumentieren
Notrufnummern
| Nummer | Bedeutung |
|---|---|
| 112 | Feuerwehr und Rettungsdienst |
| 110 | Polizei |
5 W-Fragen beim Notruf
| Frage | Bedeutung |
|---|---|
| Wo ist es passiert? | genauer Ort |
| Was ist passiert? | Unfall, Brand, Verletzung |
| Wie viele Verletzte? | Anzahl |
| Welche Verletzungen? | Art und Schwere |
| Warten auf Rückfragen | nicht selbst auflegen |
Meldekette
Eine Meldekette legt fest, wer bei einem Unfall in welcher Reihenfolge informiert wird.
Sammelplatz
Der Sammelplatz ist ein festgelegter sicherer Ort außerhalb des Gefahrenbereichs.
Merksatz
Eigenschutz geht vor Fremdhilfe.
112 ist Feuerwehr und Rettungsdienst.
Unfälle müssen dokumentiert werden.
7. Verhalten im Brandfall und vorbeugender Brandschutz
Ein Brand braucht normalerweise:
brennbarer Stoff + Sauerstoff + Zündquelle / Wärme = Brand
Vorbeugender Brandschutz
Vorbeugender Brandschutz bedeutet, Brände möglichst zu verhindern oder ihre Ausbreitung zu begrenzen.
Beispiele:
- defekte Kabel austauschen
- Steckdosen nicht überlasten
- brennbare Stoffe sicher lagern
- Fluchtwege freihalten
- Brandschutztüren nicht blockieren
- Serverräume nicht als Lager nutzen
- Feuerlöscher zugänglich halten
- Brandschutzordnung beachten
- Mitarbeiter unterweisen
Verhalten im Brandfall
Ruhe bewahren → Brand melden → gefährdete Personen warnen → Menschenrettung vor Sachrettung → wenn gefahrlos möglich: Entstehungsbrand löschen → Türen und Fenster schließen → Gebäude über Fluchtwege verlassen → keinen Aufzug benutzen → Sammelplatz aufsuchen → Anweisungen beachten
Brandklassen
| Brandklasse | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| A | feste Stoffe | Holz, Papier, Karton |
| B | flüssige oder flüssig werdende Stoffe | Benzin, Öl, Lacke |
| C | Gase | Propan, Butan, Erdgas |
| D | Metalle | Magnesium, Aluminiumstaub, Natrium |
Merksatz
Menschenrettung geht vor Sachrettung.
Im Brandfall keinen Aufzug benutzen.
Brandschutzzeichen sind rot, Rettungszeichen grün.
No Comments