Kompakte Wiederholung und Prüfungsfragen zu Kapitel 2
Hinweis
Diese Seite ist kein eigener Fragenkomplex im IHK-Prüfungskatalog.
Sie dient nur zum Wiederholen, Üben und Festigen der Inhalte aus Kapitel 2.
Kapitel 2 behandelt den Bereich:
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
Kompakte Wiederholung
1. Der Betrieb
Ein Betrieb ist eine organisatorische Einheit, in der Güter hergestellt oder Dienstleistungen erbracht werden.
Ein Unternehmen kann aus einem oder mehreren Betrieben bestehen.
Wichtig:
- Unternehmen = rechtliche und wirtschaftliche Einheit
- Betrieb = Ort oder Organisationseinheit, an dem gearbeitet wird
Wirtschaftssektoren
| Sektor | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Primärer Sektor | Rohstoffgewinnung | Landwirtschaft, Fischerei, Bergbau |
| Sekundärer Sektor | Verarbeitung und Produktion | Industrie, Handwerk, Bau |
| Tertiärer Sektor | Dienstleistungen | IT-Service, Handel, Banken, Verwaltung |
Merksatz
IT-Dienstleister gehören meistens zum tertiären Sektor, weil sie Dienstleistungen anbieten.
2. Rechtsformen
Die Rechtsform legt fest, wie ein Unternehmen rechtlich organisiert ist.
Sie beeinflusst zum Beispiel:
- Haftung
- Geschäftsführung
- Kapitalbedarf
- Gewinnverteilung
- Gründung
- rechtliche Stellung
Wichtige Rechtsformen
| Rechtsform | Art | Wichtiger Prüfungspunkt |
|---|---|---|
| Einzelunternehmen | Einzelbetrieb | Inhaber haftet persönlich |
| GbR | Personengesellschaft | mindestens zwei Personen, gemeinsamer Zweck |
| OHG | Personengesellschaft | Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt |
| KG | Personengesellschaft | Komplementär haftet voll, Kommanditist beschränkt |
| GmbH & Co. KG | Mischform | KG mit GmbH als haftendem Komplementär |
| GmbH | Kapitalgesellschaft | Haftung grundsätzlich mit Gesellschaftsvermögen |
| AG | Kapitalgesellschaft | Kapital in Aktien zerlegt |
| gemeinnützige Organisation | nicht primär gewinnorientiert | gemeinnütziger Zweck |
Merksatz
Personengesellschaften sind stärker mit den Personen verbunden.
Kapitalgesellschaften haften grundsätzlich mit dem Gesellschaftsvermögen.
3. Unternehmensstruktur und Organisationsformen
Die Unternehmensstruktur beschreibt, wie Aufgaben, Abteilungen, Zuständigkeiten und Weisungswege aufgebaut sind.
Aufbauorganisation und Ablauforganisation
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Aufbauorganisation | Wer ist wofür zuständig? |
| Ablauforganisation | In welcher Reihenfolge laufen Aufgaben ab? |
Organisationsformen
| Organisationsform | Kerngedanke |
|---|---|
| Einliniensystem | jeder Mitarbeiter hat einen direkten Vorgesetzten |
| Mehrliniensystem | Mitarbeiter können mehrere Vorgesetzte haben |
| Stabliniensystem | Linie plus beratende Expertenstellen |
| Spartenorganisation | Gliederung nach Produkten, Kunden oder Regionen |
| Matrixorganisation | Kombination aus Fachabteilung und Projektstruktur |
Merksatz
Einliniensystem = klare Linie.
Mehrliniensystem = mehrere Vorgesetzte.
Stabliniensystem = Linie plus Beratung.
Matrixorganisation = Fachabteilung plus Projekt.
4. Wirtschaftliche Verflechtungen
Wirtschaftliche Verflechtungen entstehen, wenn Unternehmen miteinander verbunden sind, zusammenarbeiten oder sich zusammenschließen.
Wichtige Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Konzern | mehrere rechtlich selbstständige Unternehmen unter gemeinsamer Leitung |
| Fusion | Unternehmen schließen sich zusammen |
| Kartell | Unternehmen treffen Wettbewerbsabsprachen |
Merksatz
Konzern = gemeinsame Leitung.
Fusion = Zusammenschluss.
Kartell = Wettbewerbsabsprache.
5. Ziele von Betrieben und Unternehmen
Unternehmen verfolgen verschiedene Ziele.
Zielarten
| Zielart | Beispiel |
|---|---|
| ökonomische Ziele | Gewinn erhöhen, Kosten senken |
| ökologische Ziele | Energie sparen, Ressourcen schonen |
| soziale Ziele | gute Arbeitsbedingungen, Ausbildung fördern |
Wichtige Kennzahlen
| Begriff | Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Produktivität | Ausbringungsmenge / Einsatzmenge | Mengenverhältnis |
| Wirtschaftlichkeit | Ertrag / Aufwand | finanzielles Verhältnis |
| Rentabilität | Gewinn / eingesetztes Kapital × 100 | Kapitalverzinsung in Prozent |
Zielkonflikt
Ein Zielkonflikt entsteht, wenn die Erreichung eines Ziels die Erreichung eines anderen Ziels erschwert.
Beispiel:
Ein Unternehmen möchte Kosten senken und gleichzeitig die Servicequalität erhöhen.
Das kann ein Zielkonflikt sein, weil bessere Qualität oft mehr Zeit, Personal oder Technik benötigt.
Merksatz
Produktivität = Menge.
Wirtschaftlichkeit = Ertrag zu Aufwand.
Rentabilität = Gewinn zu Kapital.
6. Betriebliche und gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung
Arbeitsteilung bedeutet, dass eine Gesamtaufgabe in Teilaufgaben zerlegt wird.
Arten der Arbeitsteilung
| Art | Bedeutung |
|---|---|
| betriebliche Arbeitsteilung | Aufgaben werden innerhalb eines Betriebs verteilt |
| gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung | Aufgaben werden zwischen Unternehmen, Branchen oder Ländern verteilt |
| internationale Arbeitsteilung | Länder übernehmen unterschiedliche wirtschaftliche Aufgaben |
Vorteile der Arbeitsteilung
- Spezialisierung
- höhere Produktivität
- bessere Qualität
- schnellere Abläufe
- geringere Kosten
Nachteile der Arbeitsteilung
- Abhängigkeit von anderen
- Schnittstellenprobleme
- Kommunikationsprobleme
- monotone Arbeit
- weniger Überblick über den Gesamtprozess
Globalisierung
Globalisierung bedeutet, dass Märkte, Unternehmen, Lieferketten, Kommunikation und Arbeitsprozesse weltweit miteinander verbunden sind.
Soziale Marktwirtschaft
Die Soziale Marktwirtschaft verbindet freien Wettbewerb mit sozialem Ausgleich und staatlichen Regeln.
Merksatz
Arbeitsteilung teilt Aufgaben.
Globalisierung verbindet Märkte weltweit.
Soziale Marktwirtschaft verbindet Wettbewerb mit sozialer Absicherung.
7. Arbeitgeberverbände, Arbeitnehmerverbände und Wirtschaftsorganisationen
Verbände und Organisationen vertreten Interessen.
| Organisation | Vertritt hauptsächlich | Typische Aufgabe |
|---|---|---|
| Arbeitgeberverband | Arbeitgeber | Tarifverhandlungen, Beratung von Unternehmen |
| Gewerkschaft | Arbeitnehmer | Tarifverhandlungen, Arbeitsbedingungen verbessern |
| IHK | Wirtschaft / Ausbildungssystem | Prüfungen organisieren, Ausbildungsverträge eintragen |
| Berufsverband | Berufsgruppe | Interessenvertretung und Fortbildung |
| Prüfungsausschuss | Prüfungssystem | Prüfungsleistungen bewerten |
Merksatz
Arbeitgeberverbände vertreten Arbeitgeber.
Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer.
Die IHK ist wichtig für Ausbildung und Prüfung.
8. Behörden und Verwaltungen
Behörden sind staatliche Stellen, die öffentliche Aufgaben erfüllen.
Verwaltung beschreibt die Tätigkeit zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben.
Wichtige Stellen
| Stelle | Aufgabe |
|---|---|
| Finanzamt | Steuern |
| Agentur für Arbeit | Arbeitsvermittlung, Arbeitslosengeld, Berufsberatung |
| Berufsgenossenschaft | gesetzliche Unfallversicherung |
| Arbeitsschutzbehörde / Gewerbeaufsicht | Arbeitsschutz überwachen |
| Krankenkasse | Kranken- und Pflegeversicherung |
| Rentenversicherung | Rentenansprüche und Rehabilitation |
| Datenschutzaufsichtsbehörde | Datenschutz überwachen |
| IHK | Ausbildung und Prüfung |
| Gewerbeamt | Gewerbeanmeldung |
Merksatz
Behörde = staatliche Stelle.
Verwaltung = öffentliche Aufgaben erledigen.
9. Betriebsrat, JAV, Personalvertretung und Betriebsvereinbarungen
Betriebsrat
Der Betriebsrat ist die Interessenvertretung der Arbeitnehmer in privaten Betrieben.
JAV
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung vertritt Jugendliche und Auszubildende.
Personalrat
Der Personalrat ist die Interessenvertretung im öffentlichen Dienst.
Betriebsvereinbarung
Eine Betriebsvereinbarung ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.
Beteiligungsrechte
| Recht | Bedeutung |
|---|---|
| Informationsrecht | Betriebsrat muss informiert werden |
| Beratungsrecht | Betriebsrat muss einbezogen und angehört werden |
| Mitbestimmungsrecht | Betriebsrat entscheidet mit |
Merksatz
Betriebsrat = Arbeitnehmervertretung im privaten Betrieb.
JAV = Interessenvertretung der Jugendlichen und Auszubildenden.
Personalrat = Interessenvertretung im öffentlichen Dienst.
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