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13.5 Cluster und Hochverfügbarkeit

Einordnung

Diese Seite gehört zum Kapitel:

Server, Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Auf den vorherigen Seiten ging es um Server-Grundlagen, Virtualisierung, Hypervisor-Verwaltung, Storage, Snapshots und Backups.

Jetzt geht es um:

Cluster und Hochverfügbarkeit

Diese Themen sind wichtig, weil Dienste möglichst zuverlässig erreichbar bleiben sollen, auch wenn einzelne Systeme oder Komponenten ausfallen.


Grundidee

Ein einzelner Server kann ausfallen.

Mögliche Ursachen:

Ursache Beispiel
Hardwaredefekt Netzteil, Mainboard, RAM oder Festplatte defekt
Softwarefehler Betriebssystem oder Dienst stürzt ab
Wartung Updates oder Hardwaretausch
Netzwerkproblem Switch, Kabel oder Netzwerkkarte defekt
Stromausfall Server verliert Strom
Storageproblem Datenspeicher nicht erreichbar

Wenn ein wichtiger Dienst nur auf einem einzelnen Server läuft, ist dieser Server ein Risiko.

Ein Cluster soll dieses Risiko verringern.


Was ist ein Cluster?

Ein Cluster ist ein Zusammenschluss mehrerer Server, die gemeinsam arbeiten.

Die einzelnen Server im Cluster nennt man Nodes oder Knoten.

Beispiel:

Cluster Nodes
Virtualisierungscluster HV01, HV02, HV03
Datenbankcluster DB01, DB02
Webserver-Cluster WEB01, WEB02, WEB03

Ziel ist meist:

Ziel Bedeutung
Hochverfügbarkeit Dienste sollen bei Ausfall weiterlaufen oder schnell wieder starten
Lastverteilung Arbeit wird auf mehrere Systeme verteilt
Skalierbarkeit Weitere Systeme können ergänzt werden
Wartbarkeit Einzelne Systeme können gewartet werden

Merksatz

Ein Cluster ist ein Verbund mehrerer Server, die gemeinsam Dienste bereitstellen oder absichern.


Was bedeutet Hochverfügbarkeit?

Hochverfügbarkeit bedeutet, dass ein Dienst möglichst dauerhaft erreichbar bleibt.

Ein System ist hochverfügbar, wenn Ausfälle einzelner Komponenten nicht sofort zum Ausfall des gesamten Dienstes führen.

Beispiel:

Ein Unternehmen betreibt wichtige virtuelle Maschinen auf drei Hypervisor-Hosts.

Wenn ein Host ausfällt, können die VMs auf einem anderen Host neu gestartet werden.


Hochverfügbarkeit bedeutet nicht immer unterbrechungsfrei

Wichtig:

Hochverfügbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass es gar keine Unterbrechung gibt.

Oft gibt es eine kurze Unterbrechung.

Beispiel:

Situation Ergebnis
Host fällt aus VM wird auf anderem Host neu gestartet
Dienst startet neu Benutzer merken kurze Unterbrechung
Cluster erkennt Fehler Automatisches Failover erfolgt

Merksatz:

Hochverfügbarkeit reduziert Ausfallzeiten, verhindert sie aber nicht immer vollständig.


Verfügbarkeit

Verfügbarkeit beschreibt, wie zuverlässig ein Dienst erreichbar ist.

Beispiel:

Verfügbarkeit Bedeutung
99 % Dienst darf ca. 3,65 Tage pro Jahr ausfallen
99,9 % Dienst darf ca. 8,76 Stunden pro Jahr ausfallen
99,99 % Dienst darf ca. 52,6 Minuten pro Jahr ausfallen
99,999 % Dienst darf ca. 5,26 Minuten pro Jahr ausfallen

Je höher die gewünschte Verfügbarkeit, desto aufwendiger und teurer wird die technische Umsetzung.


Warum Hochverfügbarkeit wichtig ist

Viele IT-Dienste sind für Unternehmen kritisch.

Beispiele:

Dienst Auswirkung bei Ausfall
Domain Controller Anmeldung kann gestört sein
DNS Systeme können Namen nicht auflösen
DHCP Neue Clients bekommen keine IP-Konfiguration
Fileserver Benutzer kommen nicht an Dateien
Datenbankserver Anwendungen funktionieren nicht
Webserver Webseite oder Portal nicht erreichbar
Mailserver E-Mail-Kommunikation gestört
ERP-System Geschäftsprozesse betroffen

Single Point of Failure

Ein Single Point of Failure ist eine einzelne Komponente, deren Ausfall einen Dienst oder ein ganzes System lahmlegen kann.

Beispiele:

Single Point of Failure Risiko
Einziger Server Dienst fällt komplett aus
Einziger Switch Netzwerk nicht erreichbar
Einziges Netzteil Server geht aus
Einziger Storage VM-Daten nicht erreichbar
Einzige Internetleitung Externer Zugriff fällt aus
Einziger Domain Controller Anmeldung und DNS gefährdet

Cluster und Redundanz sollen Single Points of Failure reduzieren.


Redundanz

Redundanz bedeutet, dass wichtige Komponenten mehrfach vorhanden sind.

Beispiele:

Komponente Redundanz
Server Mehrere Cluster-Nodes
Netzteil Zwei Netzteile
Netzwerk Mehrere Netzwerkkarten
Switch Zwei Switches
Storage RAID, Replikation oder verteiltes Storage
Internet Zweite Leitung
Dienste Mehrere Server mit gleicher Rolle

Merksatz:

Redundanz bedeutet, dass eine kritische Komponente nicht nur einmal vorhanden ist.


Cluster-Node

Ein Cluster-Node ist ein einzelner Server innerhalb eines Clusters.

Beispiel:

Node Aufgabe
HV01 Virtualisierungshost 1
HV02 Virtualisierungshost 2
HV03 Virtualisierungshost 3

Alle Nodes zusammen bilden den Cluster.


Cluster-Ressource

Eine Cluster-Ressource ist ein Dienst, eine VM, eine IP-Adresse oder ein Speicherbereich, der vom Cluster verwaltet wird.

Beispiele:

Cluster-Ressource Erklärung
Virtuelle Maschine Kann auf verschiedenen Hosts laufen
IP-Adresse Wird einem aktiven Dienst zugeordnet
Dateifreigabe Wird vom aktiven Node bereitgestellt
Datenbankdienst Kann auf anderem Node starten
Storage Gemeinsamer Speicherbereich
Anwendung Wird vom Cluster überwacht

Failover

Failover bedeutet, dass ein Dienst bei Ausfall eines Systems auf ein anderes System wechselt.

Beispiel:

Schritt Ereignis
1 VM läuft auf HV01
2 HV01 fällt aus
3 Cluster erkennt den Ausfall
4 VM wird auf HV02 neu gestartet
5 Dienst ist wieder erreichbar

Merksatz:

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall.


Failback

Failback bedeutet, dass ein Dienst nach der Reparatur wieder auf das ursprüngliche System zurückverschoben wird.

Beispiel:

Schritt Ereignis
1 VM läuft ursprünglich auf HV01
2 HV01 fällt aus
3 VM wird auf HV02 gestartet
4 HV01 wird repariert
5 VM wird zurück auf HV01 verschoben

Failback kann automatisch oder manuell erfolgen.


Automatisches Failover

Beim automatischen Failover erkennt der Cluster einen Fehler selbst und startet die betroffene Ressource auf einem anderen Node.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Schnelle Reaktion Kein manuelles Eingreifen nötig
Weniger Ausfallzeit Dienst schneller wieder verfügbar
Bessere Verfügbarkeit Besonders bei kritischen Diensten

Nachteil:

Automatisches Failover muss gut geplant werden, damit es nicht durch Fehlalarme oder Netzwerkprobleme zu unerwünschten Umschaltungen kommt.


Manuelles Failover

Beim manuellen Failover stößt ein Administrator die Umschaltung bewusst an.

Typische Gründe:

Grund Beispiel
Wartung Node soll aktualisiert werden
Test Failover-Funktion prüfen
Lastverteilung Ressource auf anderen Node verschieben
Fehleranalyse Dienst bewusst verlagern

Manuelles Failover ist kontrollierter, aber nicht so schnell wie automatisches Failover.


Heartbeat

Heartbeat ist ein regelmäßiges Signal zwischen Cluster-Nodes.

Damit prüfen die Nodes gegenseitig, ob sie noch erreichbar sind.

Beispiel:

Node Signal
HV01 sendet Heartbeat
HV02 sendet Heartbeat
HV03 sendet Heartbeat

Wenn ein Node keine Heartbeat-Signale mehr sendet, kann der Cluster einen Ausfall vermuten.


Heartbeat ist nicht gleich echter Serverausfall

Ein fehlender Heartbeat kann verschiedene Ursachen haben.

Ursache Bedeutung
Server ist wirklich ausgefallen Node ist nicht mehr aktiv
Netzwerkproblem Node lebt, ist aber nicht erreichbar
Switchproblem Verbindung zwischen Nodes gestört
Firewallproblem Heartbeat wird blockiert
Überlastung Node reagiert zu langsam

Deshalb braucht ein Cluster zusätzliche Entscheidungsmechanismen wie Quorum.


Quorum

Quorum ist ein Entscheidungsmechanismus in einem Cluster.

Es legt fest, welcher Teil eines Clusters weiterarbeiten darf.

Ziel:

Der Cluster soll auch bei Kommunikationsproblemen eine eindeutige Entscheidung treffen können.

Merksatz:

Quorum verhindert, dass mehrere Cluster-Teile gleichzeitig unabhängig voneinander aktiv werden.


Warum Quorum wichtig ist

Beispiel:

Ein Cluster besteht aus zwei Nodes.

Die Netzwerkverbindung zwischen beiden Nodes bricht ab.

Problem:

Beide Nodes könnten denken:

Der andere Node ist ausgefallen, also übernehme ich.

Wenn beide gleichzeitig aktiv werden und auf dieselben Daten schreiben, kann es zu Datenkorruption kommen.

Quorum soll genau das verhindern.


Split-Brain

Split-Brain ist ein gefährlicher Zustand in einem Cluster.

Dabei verlieren Cluster-Teile die Verbindung zueinander und arbeiten gleichzeitig weiter, obwohl sie nicht mehr sauber koordiniert sind.

Problem:

Beide Seiten können glauben, sie seien der aktive Cluster.

Mögliche Folgen:

Folge Erklärung
Datenkorruption Mehrere Systeme schreiben auf dieselben Daten
Inkonsistente Dienste Unterschiedliche Zustände
Datenverlust Änderungen können verloren gehen
Komplexe Wiederherstellung Manuelle Reparatur nötig

Merksatz:

Split-Brain ist ein gefährlicher Cluster-Zustand, bei dem getrennte Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden.


Witness

Ein Witness ist eine zusätzliche Entscheidungsinstanz für das Quorum.

Er hilft dem Cluster, eine Mehrheit zu bilden.

Beispiele:

Witness-Art Erklärung
File Share Witness Netzwerkfreigabe als Zeuge
Disk Witness Gemeinsamer Datenträger als Zeuge
Cloud Witness Cloud-Dienst als Zeuge

Besonders bei Clustern mit gerader Node-Anzahl ist ein Witness wichtig.


Beispiel mit zwei Nodes und Witness

Komponente Stimme
Node 1 1 Stimme
Node 2 1 Stimme
Witness 1 Stimme

Wenn Node 1 die Verbindung zu Node 2 verliert, entscheidet die Mehrheit.

Der Teil, der noch die Mehrheit besitzt, darf weiterarbeiten.


Aktiv/Passiv-Cluster

Bei einem Aktiv/Passiv-Cluster ist ein Node aktiv und ein anderer Node wartet als Reserve.

Beispiel:

Node Zustand
Node 1 Aktiv
Node 2 Passiv / Standby

Wenn Node 1 ausfällt, übernimmt Node 2.

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Einfaches Konzept Leicht verständlich
Klare Zuständigkeit Ein aktives System
Gute Absicherung Reserve steht bereit

Nachteile:

Nachteil Erklärung
Ressourcen ungenutzt Passiver Node macht im Normalbetrieb wenig
Teurer Hardware wird als Reserve vorgehalten

Aktiv/Aktiv-Cluster

Bei einem Aktiv/Aktiv-Cluster arbeiten mehrere Nodes gleichzeitig.

Beispiel:

Node Zustand
Node 1 Aktiv
Node 2 Aktiv
Node 3 Aktiv

Vorteile:

Vorteil Erklärung
Bessere Ressourcennutzung Alle Nodes arbeiten
Skalierbarkeit Last kann verteilt werden
Flexibilität Dienste können verteilt laufen

Nachteile:

Nachteil Erklärung
Komplexer Planung und Konfiguration aufwendiger
Abhängigkeiten Anwendungen müssen dafür geeignet sein
Failover-Reserve nötig Trotz Aktiv/Aktiv muss Kapazität für Ausfälle bleiben

Aktiv/Passiv vs. Aktiv/Aktiv

Merkmal Aktiv/Passiv Aktiv/Aktiv
Normalbetrieb Ein Node aktiv, einer wartet Mehrere Nodes aktiv
Ressourcennutzung Weniger effizient Effizienter
Komplexität Einfacher Komplexer
Beispiel Datenbankdienst mit Standby Mehrere Webserver
Failover Passiver Node übernimmt Andere aktive Nodes übernehmen zusätzlich

High Availability

High Availability bedeutet Hochverfügbarkeit.

Ziel:

Ein Dienst soll möglichst wenig ausfallen.

Typische Maßnahmen:

Maßnahme Wirkung
Mehrere Server Ausfall eines Servers abfangen
Redundantes Netzwerk Netzwerkfehler reduzieren
Redundanter Storage Speicherverfügbarkeit erhöhen
Monitoring Fehler erkennen
Failover Dienst auf anderem System starten
Backups Wiederherstellung ermöglichen
USV Stromausfälle abfangen

Fault Tolerance

Fault Tolerance bedeutet Fehlertoleranz.

Dabei soll ein Dienst möglichst ohne Unterbrechung weiterlaufen, auch wenn eine Komponente ausfällt.

Unterschied:

Begriff Bedeutung
High Availability Dienst wird nach Ausfall schnell wiederhergestellt
Fault Tolerance Dienst läuft möglichst ohne merkbare Unterbrechung weiter

Fault Tolerance ist technisch aufwendiger als normale Hochverfügbarkeit.


Hochverfügbarkeit vs. Backup

Hochverfügbarkeit und Backup sind nicht dasselbe.

Hochverfügbarkeit Backup
Soll Ausfallzeit reduzieren Soll Daten wiederherstellen
Hilft bei Hardware- oder Dienstausfall Hilft bei Datenverlust
Arbeitet oft automatisch Restore muss geplant werden
Schützt nicht vor falschen Daten Kann ältere Zustände wiederherstellen
Kein Ersatz für Backup Kein Ersatz für HA

Beispiel:

Wenn eine Datei gelöscht wird, repliziert oder übernimmt ein HA-System diesen Zustand eventuell ebenfalls.

Ein Backup kann eine ältere Version wiederherstellen.


Cluster vs. Backup

Ein Cluster schützt nicht automatisch vor Datenverlust.

Beispiel:

Ereignis Hilft Cluster? Hilft Backup?
Host fällt aus Ja Nicht primär
Dienst stürzt ab Teilweise Nicht primär
Datei gelöscht Nein Ja
Ransomware verschlüsselt Daten Nein Ja, wenn Backup geschützt ist
Storage komplett defekt Nur bei redundantem Storage Ja, wenn Backup getrennt liegt
Fehlkonfiguration Teilweise nein Ja, wenn alter Stand vorhanden

Merksatz:

Ein Cluster erhöht Verfügbarkeit, ein Backup schützt vor Datenverlust. Beides wird benötigt.


Virtualisierungscluster

Ein Virtualisierungscluster besteht aus mehreren Hypervisor-Hosts.

Darauf laufen virtuelle Maschinen.

Beispiel:

Node Aufgabe
HV01 Host für VMs
HV02 Host für VMs
HV03 Host für VMs

Wenn ein Host ausfällt, können VMs auf einem anderen Host neu gestartet werden.


Beispiel Virtualisierungscluster

VM Läuft aktuell auf
DC01 HV01
FILE01 HV01
WEB01 HV02
DB01 HV03
MON01 HV02

Wenn HV01 ausfällt:

VM Neuer Host
DC01 HV02
FILE01 HV03

Voraussetzung:

Die anderen Hosts müssen genug freie Ressourcen haben.


Ressourcenreserve im Cluster

Ein Cluster braucht Reserven.

Wenn ein Node ausfällt, müssen die verbleibenden Nodes dessen VMs übernehmen können.

Beispiel:

Cluster Problem
3 Hosts, alle zu 100 % ausgelastet Kein Host-Ausfall abfangbar
3 Hosts mit Reserve Ausfall eines Hosts kann abgefangen werden

Merksatz:

Ein Cluster ohne freie Ressourcen kann kein sinnvolles Failover leisten.


N+1-Prinzip

N+1 bedeutet:

Es gibt eine zusätzliche Reservekomponente.

Beispiel:

Für die normale Last werden zwei Hosts benötigt.

Ein dritter Host ist als Reserve vorhanden.

Benötigt Vorhanden
2 Hosts 3 Hosts

Wenn ein Host ausfällt, können die verbleibenden Hosts die Last übernehmen.


N+2-Prinzip

N+2 bedeutet:

Es gibt zwei zusätzliche Reservekomponenten.

Beispiel:

Für die normale Last werden drei Hosts benötigt.

Es sind fünf Hosts vorhanden.

Benötigt Vorhanden
3 Hosts 5 Hosts

Dadurch kann der Cluster den Ausfall von zwei Hosts besser verkraften.


Shared Storage im Cluster

Shared Storage ist gemeinsamer Speicher, auf den mehrere Cluster-Nodes zugreifen können.

Beispiel:

Host Zugriff auf Storage
HV01 Ja
HV02 Ja
HV03 Ja

Vorteil:

Wenn eine VM auf einem anderen Host gestartet werden soll, kann dieser Host direkt auf die VM-Daten zugreifen.


Beispiele für Shared Storage

Storage-Art Erklärung
SAN Storage Area Network
NAS Network Attached Storage
iSCSI Blockspeicher über IP
Fibre Channel Dediziertes Storage-Netz
NFS Netzwerkdateisystem
SMB 3.0 Dateifreigabe für bestimmte Hyper-V-Szenarien

Risiko bei Shared Storage

Shared Storage kann selbst ein Single Point of Failure sein.

Beispiel:

Wenn alle Hosts auf denselben Storage zugreifen und dieser Storage ausfällt, sind alle VMs betroffen.

Deshalb muss auch der Storage redundant geplant werden.

Maßnahmen:

Maßnahme Wirkung
RAID Schutz vor Festplattenausfall
Redundante Controller Schutz vor Controllerdefekt
Mehrere Netzwege Schutz vor Netzwerkfehler
Zwei Switches Schutz vor Switchausfall
Replikation Kopie auf anderem Storage
Backup Wiederherstellung bei Datenverlust

Shared-Nothing-Cluster

Bei einem Shared-Nothing-Cluster hat jeder Node eigenen lokalen Speicher.

Die Daten werden zwischen den Nodes repliziert oder verteilt.

Beispiele:

Technologie Prinzip
Ceph Verteilter Storage
VMware vSAN Verteilter Speicher über Hosts
Storage Spaces Direct Microsoft verteilter Storage
GlusterFS Verteiltes Dateisystem

Vorteil:

Kein einzelner zentraler Storage muss zwingend vorhanden sein.

Nachteil:

Die Einrichtung ist komplexer und benötigt ein gutes Netzwerk.


Cluster-Netzwerke

Ein Cluster verwendet oft mehrere getrennte Netzwerke.

Beispiele:

Netzwerk Aufgabe
Management-Netz Verwaltung der Hosts
VM-Netz Netzwerkverkehr der virtuellen Maschinen
Storage-Netz Zugriff auf SAN, NAS, iSCSI oder NFS
Migration-Netz Live Migration von VMs
Cluster-Heartbeat Überwachung der Nodes
Backup-Netz Datenverkehr für Sicherungen

Diese Trennung kann physisch oder über VLANs erfolgen.


Warum Netztrennung wichtig ist

Grund Erklärung
Sicherheit Management und Storage nicht im normalen Clientnetz
Performance Storage- und Backupverkehr stören nicht den Benutzerverkehr
Übersicht Klare Trennung der Aufgaben
Fehlerbegrenzung Probleme in einem Netz betreffen nicht alles
Hochverfügbarkeit Redundante Wege möglich

Live Migration im Cluster

Live Migration bedeutet, dass eine laufende VM von einem Host auf einen anderen Host verschoben wird.

Beispiel:

Vorher Nachher
VM läuft auf HV01 VM läuft auf HV02

Die VM soll dabei weiterlaufen.

Nutzen:

Situation Vorteil
Wartung Host kann aktualisiert werden
Lastverteilung VMs können besser verteilt werden
Hardwaretausch VM vorher verschieben
Clusterbetrieb Flexible Verwaltung

Failover vs. Live Migration

Begriff Situation Unterbrechung
Failover Fehler oder Ausfall Häufig kurze Unterbrechung
Live Migration Geplante Verschiebung Möglichst keine Unterbrechung

Beispiel:

Situation Richtiger Begriff
Host fällt plötzlich aus Failover
Admin verschiebt VM vor Wartung Live Migration

Wartungsmodus

Ein Cluster-Node kann in den Wartungsmodus versetzt werden.

Typischer Ablauf:

Schritt Erklärung
Wartungsmodus aktivieren Host soll keine produktiven VMs mehr betreiben
VMs migrieren VMs auf andere Hosts verschieben
Updates installieren Host aktualisieren
Neustart durchführen Falls nötig
Funktion prüfen Host kontrollieren
Wartungsmodus beenden Host wieder nutzen

Wartungsmodus hilft, geplante Arbeiten ohne unnötige Ausfälle durchzuführen.


Cluster-Monitoring

Ein Cluster muss überwacht werden.

Wichtige Werte:

Bereich Messwert
Nodes Online, offline, Fehler
VMs Läuft, gestoppt, migriert
Ressourcen CPU, RAM, Storage
Netzwerk Heartbeat, Paketverlust, Latenz
Storage Freier Speicher, IOPS, Latenz
Failover-Ereignisse Wann wurde umgeschaltet?
Quorum Ist Quorum vorhanden?
Backups Erfolgreich oder fehlgeschlagen?

Cluster-Logs

Cluster-Logs helfen bei Fehlersuche.

Typische Fragen:

Frage Warum wichtig?
Warum wurde ein Failover ausgelöst? Ursache finden
Welcher Node war betroffen? Fehler eingrenzen
Gab es Heartbeat-Probleme? Netzwerk prüfen
War Storage erreichbar? Storagefehler erkennen
Gab es Ressourcenmangel? Kapazität prüfen
Wurde Quorum verloren? Split-Brain-Risiko prüfen

Cluster und Updates

Updates in einem Cluster müssen geplant werden.

Typischer Ablauf:

Schritt Erklärung
Backup prüfen Sicherung vorhanden?
Clusterzustand prüfen Alle Nodes gesund?
Node in Wartungsmodus setzen Keine produktiven VMs dort
VMs verschieben Live Migration nutzen
Updates installieren Host aktualisieren
Neustart durchführen Falls erforderlich
Funktion prüfen Node wieder gesund?
Nächsten Node aktualisieren Schrittweise vorgehen

Merksatz:

Cluster-Updates sollten nacheinander und kontrolliert erfolgen, nicht auf allen Nodes gleichzeitig.


Cluster und Backup

Auch in einem Cluster braucht man Backups.

Warum?

Risiko Cluster reicht nicht
Datei wird gelöscht Löschung bleibt im Cluster gültig
Datenbank wird beschädigt Beschädigung kann repliziert werden
Ransomware Daten können überall verschlüsselt werden
Fehlkonfiguration Falscher Zustand bleibt aktiv
Storagefehler Cluster hilft nur bei passender Storage-Redundanz

Deshalb:

Cluster und Backup gehören zusammen.


Clusterfähige Anwendungen

Nicht jede Anwendung ist automatisch clusterfähig.

Eine Anwendung ist clusterfähig, wenn sie in einer Umgebung mit mehreren Systemen zuverlässig betrieben werden kann.

Beispiele:

Anwendung / Dienst Clusterfähigkeit
Webserver Meist gut skalierbar
Datenbank Benötigt spezielle Cluster- oder Replikationsfunktion
Dateiserver Benötigt gemeinsamen oder replizierten Speicher
Alte Einzelplatzsoftware Oft nicht geeignet
Domain Controller Mehrere DCs möglich, aber kein klassischer Failover-Cluster

Stateful und Stateless

Für Cluster ist wichtig, ob eine Anwendung zustandsbehaftet oder zustandslos arbeitet.

Begriff Bedeutung
Stateless Server speichert keinen wichtigen Sitzungszustand lokal
Stateful Server speichert Sitzungszustand oder lokale Daten

Stateless-Anwendungen sind einfacher zu skalieren.

Stateful-Anwendungen brauchen besondere Konzepte wie gemeinsamen Speicher, Replikation oder Session-Persistenz.


Beispiel Stateless

Ein Webserver liefert statische Webseiten aus.

Mehrere Webserver können dieselben Dateien bereitstellen.

Ein Load Balancer verteilt Anfragen.

Wenn ein Webserver ausfällt, übernimmt ein anderer.

Das ist vergleichsweise einfach.


Beispiel Stateful

Eine Datenbank speichert laufend Transaktionen.

Mehrere Datenbankserver müssen genau wissen, welche Daten aktuell gültig sind.

Das ist deutlich komplexer.

Hier braucht man Replikation, Failover-Konzepte oder spezielle Datenbankcluster.


Clusterarten

Es gibt verschiedene Arten von Clustern.

Clusterart Ziel
Failover-Cluster Dienst bei Ausfall auf anderem Node starten
Load-Balancing-Cluster Anfragen auf mehrere Systeme verteilen
Storage-Cluster Speicher verteilt oder hochverfügbar bereitstellen
Datenbank-Cluster Datenbank hochverfügbar oder skalierbar betreiben
Virtualisierungscluster VMs auf mehreren Hosts betreiben
Container-Cluster Container auf mehreren Nodes betreiben

Failover-Cluster

Ein Failover-Cluster ist darauf ausgelegt, Dienste bei Ausfall auf einem anderen Node weiterzuführen oder neu zu starten.

Typische Beispiele:

Einsatz Beispiel
Virtualisierung VM startet auf anderem Host
Dateiserver Dateidienst wechselt auf anderen Node
Datenbank Datenbankinstanz übernimmt auf anderem Node
Anwendung Dienst startet auf Ersatzsystem

Load-Balancing-Cluster

Ein Load-Balancing-Cluster verteilt Anfragen auf mehrere aktive Systeme.

Beispiel:

System Aufgabe
Load Balancer Verteilt Anfragen
WEB01 Webserver
WEB02 Webserver
WEB03 Webserver

Ziel:

Ziel Erklärung
Mehr Leistung Mehrere Server teilen sich Arbeit
Bessere Verfügbarkeit Ausfall eines Servers kann abgefangen werden
Skalierbarkeit Weitere Server können ergänzt werden

Load Balancing wird auf einer eigenen Seite genauer behandelt.


Failover-Cluster vs. Load Balancing

Merkmal Failover-Cluster Load Balancing
Hauptziel Ausfallsicherheit Lastverteilung
Normalbetrieb Oft eine aktive Ressource Mehrere Systeme aktiv
Ausfall Ressource wechselt oder startet neu Anfragen gehen an andere Server
Beispiel VM startet auf anderem Host Webanfragen auf WEB01/WEB02
Typische Dienste VMs, Datenbanken, Dateiserver Webserver, APIs, Anwendungen

Cluster in Windows-Umgebungen

In Windows-Umgebungen gibt es den Failover Cluster.

Typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
Failover Cluster Microsoft-Clusterfunktion
Cluster Node Server im Cluster
Cluster Resource Verwaltete Ressource
CSV Cluster Shared Volume
Quorum Entscheidungsmechanismus
Witness Zusätzlicher Zeuge
Live Migration VM wird laufend verschoben

Cluster in VMware-Umgebungen

In VMware-Umgebungen sind typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
ESXi Hypervisor
vCenter Zentrale Verwaltung
vMotion Live Migration
HA Hochverfügbarkeit
DRS Automatische Lastverteilung
Datastore Speicherbereich
Cluster Gruppe von ESXi-Hosts

Cluster in Proxmox-Umgebungen

In Proxmox-Umgebungen gibt es ebenfalls Clusterfunktionen.

Typische Begriffe:

Begriff Bedeutung
Node Einzelner Proxmox-Host
Cluster Zusammenschluss mehrerer Nodes
HA Manager Verwaltung hochverfügbarer Ressourcen
Ceph Verteilter Storage
Quorum Mehrheitsentscheidung
Migration VM oder Container verschieben
VMID Eindeutige ID einer VM oder eines Containers

Cluster in Container-Umgebungen

Container können ebenfalls in Clustern betrieben werden.

Beispiele:

Plattform Bedeutung
Kubernetes Container-Orchestrierung
Docker Swarm Einfacherer Container-Cluster
Nomad Workload-Orchestrierung

Typische Funktionen:

Funktion Erklärung
Scheduling Container auf Nodes verteilen
Self-Healing Fehlerhafte Container neu starten
Scaling Mehr Instanzen starten
Service Discovery Dienste auffindbar machen
Rolling Updates Schrittweise Updates durchführen

Kapazitätsplanung im Cluster

Ein Cluster muss so geplant werden, dass ein Ausfall abgefangen werden kann.

Wichtige Fragen:

Frage Bedeutung
Wie viele Nodes gibt es? Grundstruktur
Wie viele Nodes dürfen ausfallen? Verfügbarkeitsziel
Reicht CPU nach Ausfall? VMs müssen weiterlaufen
Reicht RAM nach Ausfall? RAM ist oft kritisch
Reicht Storage? VM-Daten und Snapshots
Reicht Netzwerkbandbreite? Migration, Storage, Backup
Gibt es Quorum? Cluster muss entscheiden können

Beispiel Kapazitätsplanung

Ein Cluster hat drei Hosts.

Jeder Host hat:

Ressource Wert
CPU 32 Kerne
RAM 256 GB
Storagezugriff Shared Storage

Wenn ein Host ausfällt, müssen zwei Hosts die Last von drei Hosts tragen können.

Deshalb sollte der Cluster nicht dauerhaft zu stark ausgelastet sein.


Typische Fehler bei Clustern

Fehler Auswirkung
Kein Quorum-Konzept Split-Brain-Gefahr
Kein Witness bei zwei Nodes Unsichere Mehrheitsentscheidung
Cluster voll ausgelastet Failover nicht möglich
Shared Storage nicht redundant Storage bleibt Single Point of Failure
Keine Netzwerkredundanz Heartbeat oder Storage fällt aus
Kein Backup Cluster schützt nicht vor Datenverlust
Keine Dokumentation Fehlersuche wird schwierig
Keine Failover-Tests Funktion im Ernstfall unsicher
Updates auf allen Nodes gleichzeitig Gesamtausfall möglich
Monitoring fehlt Probleme werden zu spät erkannt

Gute Praxis bei Clustern

Empfehlung Grund
Quorum sauber planen Split-Brain verhindern
Witness verwenden Besonders bei gerader Node-Anzahl
Ressourcenreserve einplanen Failover ermöglichen
Storage redundant auslegen Storage-Ausfall vermeiden
Netzwerk redundant auslegen Heartbeat, Storage und Migration absichern
Cluster regelmäßig testen Failover-Funktion prüfen
Backups unabhängig halten Schutz vor Datenverlust
Dokumentation pflegen Betrieb nachvollziehbar machen
Monitoring einrichten Fehler früh erkennen
Updates schrittweise durchführen Ausfallrisiko senken

Prüfungsnahes Beispiel 1

Aufgabe:

Ein Unternehmen betreibt eine wichtige VM auf einem einzelnen Hypervisor-Host. Wenn dieser Host ausfällt, ist die VM nicht verfügbar.

Frage:

Welche Lösung verbessert die Verfügbarkeit?

Mögliche Antwort:

Eine Lösung wäre ein Virtualisierungscluster aus mehreren Hosts. Die VM kann dann bei Ausfall eines Hosts auf einem anderen Host neu gestartet werden. Zusätzlich werden gemeinsamer oder replizierter Storage, Netzwerkredundanz, Monitoring und Backups benötigt.


Prüfungsnahes Beispiel 2

Aufgabe:

Ein Cluster mit zwei Nodes verliert die Netzwerkverbindung zwischen den Nodes. Beide Nodes greifen auf denselben Speicher zu.

Frage:

Welches Risiko entsteht?

Mögliche Antwort:

Es besteht die Gefahr eines Split-Brain-Zustands. Beide Nodes könnten glauben, dass der jeweils andere ausgefallen ist und gleichzeitig aktiv werden. Wenn beide auf dieselben Daten schreiben, kann es zu Datenkorruption kommen. Ein korrektes Quorum mit Witness soll das verhindern.


Prüfungsnahes Beispiel 3

Aufgabe:

Ein Unternehmen hat einen Drei-Node-Cluster. Alle Hosts sind dauerhaft zu 95 Prozent ausgelastet.

Frage:

Warum ist das problematisch?

Mögliche Antwort:

Bei Ausfall eines Nodes müssten die verbleibenden Hosts dessen Last übernehmen. Wenn sie bereits fast vollständig ausgelastet sind, reicht die Kapazität dafür nicht aus. Ein Cluster benötigt Ressourcenreserven, zum Beispiel nach dem N+1-Prinzip.


Prüfungsnahes Beispiel 4

Aufgabe:

Ein Administrator meint: „Wir brauchen keine Backups, weil unsere Server im Cluster laufen.“

Frage:

Warum ist diese Aussage falsch?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster erhöht die Verfügbarkeit, schützt aber nicht zuverlässig vor Datenverlust. Versehentlich gelöschte Dateien, Ransomware, Datenkorruption oder Fehlkonfigurationen können im Cluster ebenfalls wirksam werden. Backups sind weiterhin notwendig.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Cluster?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster ist ein Zusammenschluss mehrerer Server, die gemeinsam Dienste bereitstellen oder absichern. Ziel ist meistens Hochverfügbarkeit, Lastverteilung, Skalierbarkeit oder bessere Wartbarkeit.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Cluster-Node?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster-Node ist ein einzelner Server innerhalb eines Clusters. Mehrere Nodes bilden zusammen den Cluster.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Failover?

Mögliche Antwort:

Failover bedeutet, dass ein Dienst oder eine Ressource bei Ausfall eines Systems auf ein anderes System wechselt oder dort neu gestartet wird. Dadurch wird die Ausfallzeit reduziert.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Failback?

Mögliche Antwort:

Failback bedeutet, dass ein Dienst nach der Reparatur oder Wiederverfügbarkeit des ursprünglichen Systems wieder dorthin zurückverschoben wird.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Quorum?

Mögliche Antwort:

Quorum ist ein Entscheidungsmechanismus in einem Cluster. Es legt fest, welcher Teil des Clusters weiterarbeiten darf. Dadurch wird verhindert, dass mehrere Cluster-Teile gleichzeitig aktiv werden und Daten beschädigen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist Split-Brain?

Mögliche Antwort:

Split-Brain ist ein gefährlicher Zustand, bei dem getrennte Cluster-Teile gleichzeitig glauben, aktiv sein zu dürfen. Wenn beide Seiten auf dieselben Daten schreiben, kann es zu Datenkorruption kommen. Quorum und Witness helfen, Split-Brain zu verhindern.


Typische Prüfungsfrage: Was ist ein Witness?

Mögliche Antwort:

Ein Witness ist eine zusätzliche Entscheidungsinstanz in einem Cluster. Er hilft beim Quorum, eine Mehrheit zu bilden. Beispiele sind File Share Witness, Disk Witness oder Cloud Witness.


Typische Prüfungsfrage: Unterschied Aktiv/Passiv und Aktiv/Aktiv

Aktiv/Passiv Aktiv/Aktiv
Ein Node ist aktiv, ein anderer wartet Mehrere Nodes arbeiten gleichzeitig
Einfacher Aufbau Bessere Ressourcennutzung
Passiver Node als Reserve Alle Nodes können produktiv genutzt werden
Beispiel: Dienst mit Standby-Node Beispiel: mehrere Webserver

Typische Prüfungsfrage: Unterschied Hochverfügbarkeit und Fehlertoleranz

Hochverfügbarkeit Fehlertoleranz
Dienst wird nach Ausfall schnell wiederhergestellt Dienst läuft möglichst ohne Unterbrechung weiter
Kurze Unterbrechung möglich Möglichst keine merkbare Unterbrechung
Häufiger in normalen IT-Umgebungen Technisch aufwendiger

Typische Prüfungsfrage: Warum braucht ein Cluster trotzdem Backups?

Mögliche Antwort:

Ein Cluster schützt vor Ausfällen einzelner Systeme, aber nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware, Datenkorruption oder Fehlkonfiguration. Backups werden benötigt, um ältere oder saubere Datenstände wiederherzustellen.


Typische Prüfungsfrage: Was ist der Unterschied zwischen Failover und Live Migration?

Failover Live Migration
Reaktion auf Fehler oder Ausfall Geplante Verschiebung
Häufig kurze Unterbrechung Möglichst ohne Unterbrechung
Beispiel: Host fällt aus Beispiel: Wartung eines Hosts

Typische Prüfungsfrage: Warum braucht ein Cluster Ressourcenreserven?

Mögliche Antwort:

Wenn ein Node ausfällt, müssen die verbleibenden Nodes dessen Dienste oder VMs übernehmen können. Sind alle Nodes bereits voll ausgelastet, ist kein zuverlässiges Failover möglich. Deshalb braucht ein Cluster freie CPU-, RAM-, Storage- und Netzwerkressourcen.


Wichtige Begriffe

Begriff Kurz erklärt
Cluster Verbund mehrerer Server
Node Einzelner Server im Cluster
Cluster-Ressource Vom Cluster verwalteter Dienst oder Objekt
Hochverfügbarkeit Dienst soll möglichst wenig ausfallen
Failover Übernahme bei Ausfall
Failback Rückkehr auf ursprüngliches System
Heartbeat Regelmäßiges Signal zwischen Nodes
Quorum Entscheidungsmechanismus im Cluster
Witness Zusätzlicher Zeuge für Quorum
Split-Brain Getrennte Cluster-Teile werden gleichzeitig aktiv
Aktiv/Passiv Ein aktiver Node, ein Standby-Node
Aktiv/Aktiv Mehrere Nodes arbeiten gleichzeitig
High Availability Hochverfügbarkeit
Fault Tolerance Fehlertoleranz
Shared Storage Gemeinsamer Speicher
Shared-Nothing Kein zentral gemeinsamer Speicher
N+1 Eine Reservekomponente
N+2 Zwei Reservekomponenten
Wartungsmodus Node für Wartung vorbereiten
Live Migration Laufende VM verschieben
Single Point of Failure Einzelne kritische Ausfallstelle
Redundanz Kritische Komponenten mehrfach vorhanden

Wichtige Merksätze

Ein Cluster ist ein Verbund mehrerer Server, die gemeinsam Dienste bereitstellen oder absichern.

Hochverfügbarkeit reduziert Ausfallzeiten, verhindert aber nicht automatisch jede Unterbrechung.

Failover bedeutet Übernahme bei Ausfall.

Failback bedeutet Rückkehr auf das ursprüngliche System.

Heartbeat dient zur Überwachung der Cluster-Nodes.

Quorum verhindert gefährliche Split-Brain-Situationen.

Ein Witness hilft dem Cluster bei der Mehrheitsentscheidung.

Ein Cluster braucht Ressourcenreserven, sonst kann er keinen Ausfall abfangen.

Shared Storage muss ebenfalls redundant geplant werden.

Ein Cluster ersetzt kein Backup.

Snapshots ersetzen kein Backup.

RAID ersetzt kein Backup.

Live Migration ist für geplante Verschiebungen, Failover für Fehlerfälle.


Kurzzusammenfassung

Cluster und Hochverfügbarkeit dienen dazu, wichtige IT-Dienste zuverlässiger bereitzustellen.

Ein Cluster besteht aus mehreren Nodes.
Diese Nodes können Dienste, virtuelle Maschinen oder andere Ressourcen gemeinsam verwalten.

Wichtige Ziele sind:

Ziel Bedeutung
Hochverfügbarkeit Weniger Ausfallzeit
Failover Übernahme bei Ausfall
Wartbarkeit Systeme können nacheinander gewartet werden
Skalierbarkeit Weitere Nodes können ergänzt werden
Redundanz Einzelne Ausfälle besser abfangen

Besonders wichtig sind:

Thema Kerngedanke
Quorum Eindeutige Entscheidung im Cluster
Witness Hilft bei Mehrheitsentscheidung
Split-Brain Gefährlicher Zustand bei Kommunikationsverlust
Ressourcenreserve Notwendig für echtes Failover
Shared Storage Praktisch, aber selbst kritisch
Backup Weiterhin zwingend notwendig
Monitoring Fehler früh erkennen
Dokumentation Betrieb nachvollziehbar machen

Für die IHK ist besonders wichtig:

Prüfungsrelevanter Punkt Bedeutung
Cluster erklären können Mehrere Server arbeiten zusammen
Failover erklären können Dienst übernimmt auf anderem System
Quorum verstehen Verhindert falsche Mehrfachaktivität
Split-Brain kennen Gefahr für Datenkonsistenz
Aktiv/Aktiv und Aktiv/Passiv unterscheiden Unterschiedliche Clusterkonzepte
Cluster vs. Backup unterscheiden Verfügbarkeit ist nicht Datensicherung
Ressourcenreserven beachten Cluster muss Ausfall abfangen können

Der nächste logische Schritt ist:

Failover, Quorum und Split-Brain