10.5 E-Mail-Protokolle: SMTP, POP3 und IMAP
E-Mail-Kommunikation gehört zur OSI-Schicht 7.
Dabei arbeiten mehrere Protokolle zusammen.
Die wichtigsten E-Mail-Protokolle sind:
- SMTP
- POP3
- IMAP
Sie haben unterschiedliche Aufgaben.
SMTP wird verwendet für:
E-Mails senden und transportieren.
POP3 und IMAP werden verwendet für:
E-Mails abrufen.
Merksatz:
SMTP sendet.
POP3 und IMAP empfangen.
Grundidee von E-Mail-Kommunikation
E-Mail ist kein einzelner einfacher Vorgang.
Beim Senden und Empfangen arbeiten mehrere Bestandteile zusammen:
- E-Mail-Client
- Mailserver
- DNS
- SMTP
- POP3 oder IMAP
- Authentifizierung
- TLS
- Spam- und Sicherheitsprüfungen
Beispiel:
Benutzer schreibt E-Mail im Mailprogramm.
Mailprogramm sendet E-Mail an Mailserver.
Mailserver transportiert E-Mail weiter.
Empfänger ruft E-Mail vom eigenen Mailserver ab.
Merksatz:
E-Mail nutzt mehrere Protokolle und Dienste zusammen.
E-Mail im OSI-Modell
E-Mail-Protokolle gehören zur Anwendungsschicht.
| Thema | Schicht |
|---|---|
| SMTP | 7 |
| POP3 | 7 |
| IMAP | 7 |
| DNS MX-Record | 7 |
| TLS | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| TCP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
Wichtig:
Die Protokolle SMTP, POP3 und IMAP gehören zu Schicht 7.
Die zugehörigen Ports gehören zu Schicht 4.
Merksatz:
Mailprotokoll = Schicht 7.
Mailport = Schicht 4.
SMTP
SMTP steht für:
Simple Mail Transfer Protocol
SMTP wird verwendet für:
- E-Mails senden
- E-Mails zwischen Mailservern transportieren
- E-Mails an den nächsten Mailserver weitergeben
Typischer Port:
TCP 25
Weitere häufige Ports:
TCP 587
TCP 465
Merksatz:
SMTP = E-Mail senden und weiterleiten.
SMTP zwischen Mailservern
Wenn ein Mailserver eine E-Mail an eine andere Domain zustellen möchte, nutzt er SMTP.
Beispiel:
[email protected]
sendet an
[email protected]
Der Mailserver von firma-a.de fragt per DNS, welcher Mailserver für firma-b.de zuständig ist.
Danach wird die E-Mail per SMTP an diesen Mailserver übertragen.
Merksatz:
Mailserver transportieren E-Mails untereinander mit SMTP.
SMTP Submission
SMTP Submission bedeutet:
Ein Mailclient übergibt eine ausgehende E-Mail an den eigenen Mailserver.
Typischer Port:
TCP 587
Dabei wird normalerweise Authentifizierung verwendet.
Beispiel:
Mailprogramm meldet sich am Mailserver an
und sendet die E-Mail über Port 587.
Merksatz:
Port 587 ist typisch für authentifiziertes Senden durch Clients.
SMTPS
SMTPS bezeichnet SMTP mit direkter TLS-Verschlüsselung.
Typischer Port:
TCP 465
Wichtig:
TCP 465 startet normalerweise direkt mit TLS.
Bei STARTTLS dagegen beginnt die Verbindung zunächst unverschlüsselt und wird dann auf TLS umgestellt.
Merksatz:
SMTPS = SMTP direkt über TLS.
SMTP-Port 25, 587 und 465 unterscheiden
| Port | Zweck | Kurz erklärt |
|---|---|---|
| 25 | SMTP | Mailserver zu Mailserver |
| 587 | Submission | Client sendet authentifiziert an Mailserver |
| 465 | SMTPS | SMTP direkt über TLS |
Prüfungsfalle:
Port 25 ist nicht der typische Port,
über den moderne Mailclients ihre E-Mails authentifiziert einreichen.
Merksatz:
25 Servertransport,
587 Client-Abgabe,
465 SMTP über TLS.
POP3
POP3 steht für:
Post Office Protocol Version 3
POP3 wird verwendet zum:
Abrufen von E-Mails vom Mailserver.
Typischer Port:
TCP 110
Verschlüsselte Variante:
POP3S:
TCP 995
POP3 lädt E-Mails häufig vom Server herunter.
Je nach Einstellung können sie danach vom Server gelöscht werden.
Merksatz:
POP3 = E-Mails einfach abrufen.
POP3-Grundidee
POP3 ist eher einfach aufgebaut.
Typischer Ablauf:
Client verbindet sich mit Mailserver.
Client meldet sich an.
Client ruft E-Mails ab.
E-Mails werden lokal gespeichert.
E-Mails können vom Server gelöscht werden.
POP3 eignet sich weniger gut, wenn mehrere Geräte dieselbe Mailbox synchron nutzen sollen.
Merksatz:
POP3 ist einfach,
aber weniger gut für moderne Mehrgeräte-Synchronisation.
IMAP
IMAP steht für:
Internet Message Access Protocol
IMAP wird verwendet zum:
Abrufen und Verwalten von E-Mails auf dem Server.
Typischer Port:
TCP 143
Verschlüsselte Variante:
IMAPS:
TCP 993
IMAP lässt E-Mails normalerweise auf dem Server und synchronisiert den Zustand zwischen mehreren Geräten.
Merksatz:
IMAP = E-Mails auf dem Server verwalten und synchronisieren.
IMAP-Grundidee
Bei IMAP bleiben E-Mails meist auf dem Mailserver.
Der Client synchronisiert:
- Posteingang
- Ordner
- gelesen / ungelesen
- gelöscht
- verschoben
- gesendet
- Markierungen
Das ist praktisch bei mehreren Geräten.
Beispiel:
E-Mail auf dem Smartphone gelesen.
Am Notebook ist sie ebenfalls als gelesen markiert.
Merksatz:
IMAP eignet sich gut für mehrere Geräte.
POP3 und IMAP vergleichen
| Merkmal | POP3 | IMAP |
|---|---|---|
| Hauptzweck | E-Mails abrufen | E-Mails abrufen und verwalten |
| Speicherort | oft lokal beim Client | meist auf dem Server |
| Synchronisation | eingeschränkt | gut |
| mehrere Geräte | weniger geeignet | gut geeignet |
| Ordnerverwaltung | begrenzt | umfangreicher |
| typischer Port | TCP 110 | TCP 143 |
| verschlüsselt | TCP 995 | TCP 993 |
Merksatz:
POP3 lädt eher herunter.
IMAP synchronisiert mit dem Server.
SMTP, POP3 und IMAP direkt vergleichen
| Protokoll | Aufgabe | typischer Port |
|---|---|---|
| SMTP | E-Mail senden / transportieren | TCP 25 |
| Submission | E-Mail vom Client einreichen | TCP 587 |
| SMTPS | SMTP direkt über TLS | TCP 465 |
| POP3 | E-Mail abrufen | TCP 110 |
| POP3S | POP3 über TLS | TCP 995 |
| IMAP | E-Mail abrufen und verwalten | TCP 143 |
| IMAPS | IMAP über TLS | TCP 993 |
Merksatz:
SMTP raus.
POP3/IMAP rein.
E-Mail-Client
Ein E-Mail-Client ist ein Programm oder eine App, mit der Benutzer E-Mails senden und empfangen.
Beispiele:
- Outlook
- Thunderbird
- Apple Mail
- Smartphone-Mail-App
- Webmail im Browser
Der Client nutzt je nach Einrichtung:
SMTP zum Senden
IMAP oder POP3 zum Empfangen
Merksatz:
Mailclient nutzt SMTP zum Senden und IMAP/POP3 zum Empfangen.
Mailserver
Ein Mailserver nimmt E-Mails an, speichert sie und leitet sie weiter.
Typische Aufgaben:
- E-Mails von Clients annehmen
- E-Mails von anderen Mailservern empfangen
- E-Mails an andere Mailserver weiterleiten
- Postfächer bereitstellen
- Spamprüfung durchführen
- Virenprüfung durchführen
- TLS und Authentifizierung nutzen
Merksatz:
Mailserver transportiert und verwaltet E-Mails.
Webmail
Webmail bedeutet:
E-Mails werden über eine Webseite genutzt.
Beispiel:
Benutzer öffnet Mailbox im Browser.
Dabei nutzt der Browser:
HTTP oder HTTPS
Der Webmail-Server selbst kann intern trotzdem mit Maildiensten, Datenbanken oder IMAP arbeiten.
Merksatz:
Webmail nutzt im Browser HTTP/HTTPS,
Mailserver dahinter nutzen Mailprotokolle.
DNS und E-Mail
DNS ist für E-Mail sehr wichtig.
Wichtige DNS-Records:
| Record | Zweck |
|---|---|
| MX | zuständiger Mailserver einer Domain |
| A / AAAA | IP-Adresse des Mailservers |
| PTR | Reverse-DNS |
| TXT | SPF, DKIM, DMARC |
Ohne korrekte DNS-Einträge kann E-Mail-Zustellung scheitern.
Merksatz:
E-Mail-Zustellung hängt stark von DNS ab.
MX-Record
MX steht für:
Mail Exchanger
Ein MX-Record sagt, welcher Mailserver für eine Domain zuständig ist.
Beispiel:
firma.de
MX 10 mail.firma.de
Die Zahl ist die Priorität.
Kleinere Zahl bedeutet:
höhere Priorität
Merksatz:
MX zeigt auf zuständigen Mailserver.
Mailzustellung mit MX vereinfacht
Ablauf:
1. Absender-Mailserver erhält E-Mail an [email protected].
2. Er fragt DNS nach MX-Record für firma.de.
3. DNS liefert zuständigen Mailserver.
4. Absender-Mailserver verbindet sich per SMTP.
5. Empfänger-Mailserver nimmt E-Mail an.
6. Empfänger ruft E-Mail per IMAP, POP3 oder Webmail ab.
Merksatz:
MX sagt,
wohin E-Mail für eine Domain geliefert werden soll.
PTR und Reverse DNS bei E-Mail
PTR-Records sind bei Mailservern wichtig.
Ein PTR-Record ordnet eine IP-Adresse einem Namen zu.
Viele empfangende Mailserver prüfen, ob der sendende Mailserver einen sinnvollen Reverse-DNS-Eintrag hat.
Fehlender oder falscher PTR kann die Zustellbarkeit verschlechtern.
Merksatz:
Reverse DNS ist bei Mailservern wichtig für Vertrauenswürdigkeit.
SPF
SPF steht für:
Sender Policy Framework
SPF wird als TXT-Record im DNS veröffentlicht.
SPF legt fest, welche Server für eine Domain E-Mails senden dürfen.
Beispiel sinngemäß:
Nur diese Mailserver dürfen E-Mails für firma.de senden.
Merksatz:
SPF sagt,
welche Server für eine Domain senden dürfen.
DKIM
DKIM steht für:
DomainKeys Identified Mail
DKIM signiert E-Mails kryptografisch.
Der öffentliche Schlüssel wird im DNS als TXT-Record veröffentlicht.
Empfangende Mailserver können prüfen:
Wurde die E-Mail wirklich passend signiert?
Wurde sie unterwegs verändert?
Merksatz:
DKIM signiert E-Mails und hilft bei Integritätsprüfung.
DMARC
DMARC steht für:
Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance
DMARC baut auf SPF und DKIM auf.
DMARC legt fest, wie Empfänger mit E-Mails umgehen sollen, wenn SPF oder DKIM nicht passen.
Mögliche Richtlinien:
- nur berichten
- Quarantäne
- ablehnen
Merksatz:
DMARC steuert den Umgang mit SPF-/DKIM-Fehlern.
SPF, DKIM und DMARC unterscheiden
| Verfahren | Hauptaufgabe |
|---|---|
| SPF | erlaubt sendende Server |
| DKIM | signiert E-Mails |
| DMARC | legt Umgang mit Prüfungsfehlern fest |
Merksatz:
SPF erlaubt.
DKIM signiert.
DMARC entscheidet.
STARTTLS bei E-Mail
STARTTLS bedeutet:
Eine Verbindung beginnt zunächst unverschlüsselt
und wird dann auf TLS umgestellt.
STARTTLS wird häufig bei Mailprotokollen verwendet.
Beispiele:
- SMTP
- IMAP
- POP3
Wichtig:
STARTTLS ist nicht dasselbe wie ein von Anfang an verschlüsselter eigener TLS-Port.
Merksatz:
STARTTLS startet unverschlüsselt und schaltet dann auf TLS um.
E-Mail und TLS
TLS schützt E-Mail-Verbindungen beim Transport.
Beispiele:
- SMTP mit STARTTLS
- SMTPS
- IMAPS
- POP3S
Wichtig:
TLS schützt die Verbindung zwischen zwei Kommunikationspunkten.
Das ist nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des E-Mail-Inhalts.
Merksatz:
TLS schützt die Mailverbindung,
aber nicht automatisch den Inhalt bis zum endgültigen Empfänger.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei E-Mail
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeutet:
Der Inhalt bleibt vom Absender bis zum Empfänger geschützt.
Beispiele:
- S/MIME
- OpenPGP
Dabei können Zwischenserver die Inhalte nicht einfach lesen.
Unterschied zu TLS:
TLS schützt die Verbindung.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt den Inhalt selbst.
Merksatz:
TLS ist Transportverschlüsselung.
S/MIME oder OpenPGP schützen den Mailinhalt Ende-zu-Ende.
E-Mail-Adresse
Eine E-Mail-Adresse besteht aus:
lokaler Teil
@
Domain
Beispiel:
[email protected]
Dabei ist:
felix = lokaler Teil
firma.de = Domain
Für die Domain wird per DNS der zuständige Mailserver gesucht.
Merksatz:
Rechts vom @ steht die Maildomain.
Postfach und Alias
Ein Postfach ist ein echter Speicherbereich für E-Mails.
Ein Alias ist eine zusätzliche Adresse, die auf ein Postfach oder eine Gruppe zeigen kann.
Beispiel:
Postfach:
[email protected]
Alias:
[email protected]
E-Mails an [email protected] landen im Postfach oder bei einer Gruppe.
Merksatz:
Postfach speichert.
Alias leitet zu.
Verteilergruppe
Eine Verteilergruppe sendet eine E-Mail an mehrere Empfänger weiter.
Beispiel:
[email protected]
geht an:
[email protected]
[email protected]
[email protected]
Merksatz:
Verteilergruppe verteilt an mehrere Empfänger.
Beispiel:
[email protected]
Mehrere Benutzer können Zugriff haben.
Typische Nutzung:
- Support
- Info-Adresse
- Team-Postfach
- Bewerbungen
- Rechnungen
Merksatz:
Shared Mailbox = gemeinsames Postfach für mehrere Benutzer.
Postfachgröße
Ein Postfach kann eine Größenbegrenzung haben.
Wenn das Postfach voll ist, können Probleme auftreten.
Mögliche Folgen:
- neue E-Mails werden abgewiesen
- Benutzer kann nicht senden
- Synchronisation schlägt fehl
- Warnungen im Mailclient
Merksatz:
Volles Postfach kann Mailprobleme verursachen.
Spamfilter
Spamfilter prüfen eingehende E-Mails auf unerwünschte oder gefährliche Inhalte.
Kriterien können sein:
- Absenderreputation
- Inhalt
- Links
- Anhänge
- SPF
- DKIM
- DMARC
- bekannte Schadsoftware
- ungewöhnliches Verhalten
Merksatz:
Spamfilter entscheiden,
ob E-Mails zugestellt, markiert oder blockiert werden.
Quarantäne
Quarantäne bedeutet:
Eine E-Mail wird nicht direkt zugestellt,
sondern zurückgehalten.
Gründe:
- Spamverdacht
- Malwareverdacht
- gefährlicher Anhang
- Phishingverdacht
- Richtlinienverstoß
Administrator oder Benutzer können je nach System prüfen, ob die Mail freigegeben werden soll.
Merksatz:
Quarantäne hält verdächtige Mails zurück.
Phishing
Phishing ist der Versuch, Benutzer zur Preisgabe sensibler Informationen zu bringen.
Beispiele:
- gefälschte Login-Seite
- angebliche Paketbenachrichtigung
- falsche Rechnung
- gefälschte Bank-Mail
- angeblicher IT-Support
Ziel:
Zugangsdaten,
Zahlungsdaten
oder Zugriff auf Systeme
Merksatz:
Phishing täuscht Benutzer,
um Daten oder Zugriff zu erhalten.
Anhänge und Sicherheit
E-Mail-Anhänge können gefährlich sein.
Risiken:
- Schadsoftware
- Makros
- manipulierte Dokumente
- Archive mit Malware
- ausführbare Dateien
- Phishing-Dokumente
Schutzmaßnahmen:
- Anhänge prüfen
- Makros einschränken
- Antivirus
- Sandboxing
- Schulung der Benutzer
- Dateitypen filtern
Merksatz:
E-Mail-Anhänge sind ein häufiger Angriffsweg.
E-Mail-Header
E-Mail-Header enthalten technische Informationen.
Beispiele:
- Absender
- Empfänger
- Betreff
- Versandzeit
- Mailserver-Wege
- Message-ID
- SPF/DKIM/DMARC-Ergebnisse
- Received-Zeilen
Header helfen bei der Fehlersuche und Sicherheitsanalyse.
Merksatz:
Mail-Header zeigen technische Zustellinformationen.
Received-Header
Received-Header zeigen, über welche Mailserver eine E-Mail gelaufen ist.
Jeder Mailserver fügt typischerweise eine Received-Zeile hinzu.
Damit kann man den Weg einer E-Mail nachvollziehen.
Merksatz:
Received-Header zeigen den Mailtransportweg.
Bounce-Mail
Eine Bounce-Mail ist eine automatische Fehlermeldung, wenn eine E-Mail nicht zugestellt werden konnte.
Mögliche Gründe:
- Empfänger existiert nicht
- Postfach voll
- Domain existiert nicht
- Mailserver nicht erreichbar
- Nachricht wurde abgelehnt
- Spamprüfung fehlgeschlagen
Merksatz:
Bounce-Mail informiert über Zustellfehler.
NDR
NDR steht für:
Non-Delivery Report
Das ist eine Nichtzustellbarkeitsmeldung.
Sie enthält häufig:
- Fehlercode
- Grund der Ablehnung
- Zieladresse
- Zeit
- beteiligter Mailserver
Merksatz:
NDR = Meldung über nicht zugestellte E-Mail.
Typische SMTP-Fehlercodes
SMTP nutzt Antwortcodes.
Grobe Einordnung:
| Bereich | Bedeutung |
|---|---|
| 2xx | Erfolg |
| 4xx | temporärer Fehler |
| 5xx | dauerhafter Fehler |
Beispiele:
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| 250 | OK |
| 421 | Dienst nicht verfügbar |
| 450 | Mailbox vorübergehend nicht verfügbar |
| 550 | Mailbox nicht gefunden oder abgelehnt |
| 554 | Nachricht abgelehnt |
Merksatz:
4xx kann später erneut versucht werden.
5xx ist meist dauerhaft.
E-Mail-Fehlersuche: Senden
Wenn E-Mail-Senden nicht funktioniert, prüft man:
- SMTP-Server korrekt?
- richtiger Port?
- Authentifizierung korrekt?
- TLS erforderlich?
- Benutzer darf senden?
- Absenderadresse erlaubt?
- DNS korrekt?
- Firewall blockiert?
- Mailserver-Logs?
- Fehlermeldung oder NDR?
Merksatz:
Beim Senden SMTP, Authentifizierung, TLS und DNS prüfen.
E-Mail-Fehlersuche: Empfangen
Wenn E-Mail-Empfang nicht funktioniert, prüft man:
- MX-Record korrekt?
- Mailserver erreichbar?
- Postfach vorhanden?
- Postfach voll?
- Spamfilter oder Quarantäne?
- POP3/IMAP erreichbar?
- Client korrekt konfiguriert?
- TLS und Anmeldung korrekt?
- Mailserver-Logs?
Merksatz:
Beim Empfangen MX, Postfach, Spamfilter und Abrufprotokoll prüfen.
Fehlerbild: Mail kommt nicht an
Mögliche Ursachen:
- falsche Empfängeradresse
- MX-Record falsch
- Mailserver nicht erreichbar
- Spamfilter blockiert
- Quarantäne
- Postfach voll
- SPF/DKIM/DMARC-Fehler
- Absender blockiert
- Domain falsch
- NDR beachten
Merksatz:
Nicht zugestellte Mail immer mit NDR und Logs prüfen.
Fehlerbild: Mail landet im Spam
Mögliche Ursachen:
- schlechter Absender-Ruf
- SPF fehlt oder falsch
- DKIM fehlt oder falsch
- DMARC fehlt oder streng
- Inhalt wirkt verdächtig
- Links sind auffällig
- Anhänge sind verdächtig
- fehlender PTR-Record
- neue oder schlecht bewertete Domain
Merksatz:
Spamprobleme oft mit DNS-Authentifizierung und Inhalt prüfen.
Fehlerbild: Mailclient kann nicht senden
Mögliche Ursachen:
- falscher SMTP-Server
- falscher Port
- Authentifizierung falsch
- TLS-Einstellung falsch
- Passwort falsch
- Benutzer darf nicht senden
- Firewall blockiert
- Provider blockiert Port 25
- Konto gesperrt
Merksatz:
Sendeprobleme am Client betreffen oft SMTP, Port, TLS und Login.
Fehlerbild: Mailclient kann nicht empfangen
Mögliche Ursachen:
- falscher IMAP- oder POP3-Server
- falscher Port
- falsches Passwort
- TLS-Einstellung falsch
- Postfach voll
- Konto gesperrt
- Firewall blockiert
- Serverdienst gestört
- Zertifikatsfehler
Merksatz:
Empfangsprobleme am Client betreffen IMAP/POP3, Port, TLS und Login.
Fehlerbild: Zertifikatswarnung im Mailclient
Mögliche Ursachen:
- Zertifikat abgelaufen
- Name passt nicht zum Zertifikat
- falscher Mailserver eingetragen
- interne CA nicht vertraut
- Zwischenzertifikat fehlt
- falsche Systemzeit
- Proxy oder Sicherheitssoftware greift ein
Merksatz:
Mail-Zertifikatsfehler wie HTTPS-Zertifikatsfehler prüfen.
Fehlerbild: E-Mail verzögert
Mögliche Ursachen:
- Greylisting
- temporärer SMTP-Fehler
- überlasteter Mailserver
- DNS-Probleme
- Spamprüfung dauert
- Zielserver nicht erreichbar
- Warteschlange auf Mailserver
- Rate Limits
Merksatz:
Verzögerte Mail kann durch temporäre Fehler oder Warteschlangen entstehen.
Greylisting
Greylisting ist eine Anti-Spam-Technik.
Dabei lehnt der empfangende Server eine Mail zunächst temporär ab.
Ein seriöser Mailserver versucht später erneut zuzustellen.
Viele Spam-Systeme versuchen das nicht.
Merksatz:
Greylisting verzögert E-Mails absichtlich zur Spamabwehr.
Was E-Mail-Protokolle nicht machen
E-Mail-Protokolle machen nicht automatisch:
- DNS korrekt konfigurieren
- Benutzer sicher schulen
- Phishing vollständig verhindern
- Anhänge automatisch ungefährlich machen
- Postfachgrößen unbegrenzt machen
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erzwingen
- SPF/DKIM/DMARC automatisch korrekt setzen
Merksatz:
E-Mail braucht Protokolle,
DNS,
Sicherheit
und Administration zusammen.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| SMTP | 7 |
| POP3 | 7 |
| IMAP | 7 |
| DNS MX | 7 |
| SPF/DKIM/DMARC | 7 mit Sicherheitsbezug |
| TLS bei Mail | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| TCP-Port 25/587/465/110/143/993/995 | 4 |
| IP-Adresse des Mailservers | 3 |
| MAC-Adresse | 2 |
Merksatz:
Mailprotokolle gehören zu Schicht 7,
ihre Ports zu Schicht 4.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Welche Protokolle werden für E-Mail verwendet?
- Wofür wird SMTP genutzt?
- Wofür wird POP3 genutzt?
- Wofür wird IMAP genutzt?
- Was ist der Unterschied zwischen POP3 und IMAP?
- Welche Ports nutzen SMTP, POP3 und IMAP?
- Was ist SMTP Submission?
- Was ist STARTTLS?
- Was ist ein MX-Record?
- Warum ist DNS für E-Mail wichtig?
- Was machen SPF, DKIM und DMARC?
- Was ist ein NDR?
- Warum landet eine Mail im Spam?
- Warum ist TLS bei Mail nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?
Typische Prüfungsfallen
SMTP sendet E-Mails.
POP3 ruft E-Mails ab.
IMAP ruft E-Mails ab und verwaltet sie auf dem Server.
SMTP zwischen Mailservern nutzt häufig TCP 25.
SMTP Submission nutzt häufig TCP 587.
SMTPS nutzt häufig TCP 465.
POP3 nutzt TCP 110.
POP3S nutzt TCP 995.
IMAP nutzt TCP 143.
IMAPS nutzt TCP 993.
SMTP ist nicht zum Abrufen von E-Mails gedacht.
POP3 ist weniger gut für mehrere Geräte.
IMAP ist besser für Synchronisation.
MX-Record zeigt zuständigen Mailserver.
SPF erlaubt sendende Server.
DKIM signiert E-Mails.
DMARC legt Umgang mit Fehlern fest.
TLS schützt Verbindung,
aber nicht automatisch Ende-zu-Ende den Inhalt.
Mailprobleme können DNS-, TLS-, Spamfilter- oder Postfachprobleme sein.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| SMTP | Protokoll zum Senden und Weiterleiten von E-Mails |
| POP3 | Protokoll zum einfachen Abrufen von E-Mails |
| IMAP | Protokoll zum Abrufen und Verwalten von E-Mails |
| Submission | authentifiziertes Einreichen von E-Mails |
| SMTPS | SMTP direkt über TLS |
| POP3S | POP3 über TLS |
| IMAPS | IMAP über TLS |
| MX | DNS-Eintrag für zuständigen Mailserver |
| PTR | Reverse-DNS-Eintrag |
| SPF | legt erlaubte sendende Server fest |
| DKIM | kryptografische Signatur für E-Mails |
| DMARC | Richtlinie für SPF-/DKIM-Auswertung |
| STARTTLS | Umschalten auf TLS innerhalb einer Verbindung |
| S/MIME | Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Signatur für E-Mail |
| OpenPGP | Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für E-Mail |
| Postfach | Speicherbereich für E-Mails |
| Alias | zusätzliche Adresse für ein Postfach |
| Shared Mailbox | gemeinsames Postfach |
| Spamfilter | Filter gegen unerwünschte E-Mails |
| Quarantäne | zurückgehaltene verdächtige E-Mail |
| NDR | Nichtzustellbarkeitsmeldung |
| Bounce | automatische Fehlermeldung bei Zustellproblem |
IHK-sichere Kurzformulierung
E-Mail-Kommunikation gehört zur Anwendungsschicht des OSI-Modells und nutzt mehrere Protokolle. SMTP dient dem Senden und Weiterleiten von E-Mails, POP3 und IMAP dienen dem Abrufen von E-Mails. POP3 lädt E-Mails eher einfach ab, während IMAP E-Mails auf dem Server verwaltet und zwischen mehreren Geräten synchronisiert. DNS ist für E-Mail wichtig, insbesondere durch MX-Records für zuständige Mailserver sowie TXT-Records für SPF, DKIM und DMARC. TLS kann Mailverbindungen schützen, ist aber nicht automatisch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Mailinhalts.
Merksätze
E-Mail gehört zu Schicht 7.
SMTP sendet E-Mails.
POP3 ruft E-Mails ab.
IMAP ruft E-Mails ab und verwaltet sie.
SMTP = Simple Mail Transfer Protocol.
POP3 = Post Office Protocol Version 3.
IMAP = Internet Message Access Protocol.
SMTP Port 25 = Mailserver zu Mailserver.
Submission Port 587 = Client sendet authentifiziert.
SMTPS Port 465 = SMTP direkt über TLS.
POP3 Port 110 = Abruf unverschlüsselt.
POP3S Port 995 = POP3 über TLS.
IMAP Port 143 = Abruf und Verwaltung.
IMAPS Port 993 = IMAP über TLS.
MX = zuständiger Mailserver.
PTR = Reverse DNS.
SPF sagt,
wer senden darf.
DKIM signiert E-Mails.
DMARC legt Umgang mit Prüfungsfehlern fest.
POP3 lädt eher herunter.
IMAP synchronisiert besser.
STARTTLS schaltet auf TLS um.
TLS schützt Mailverbindung,
aber nicht automatisch Ende-zu-Ende den Inhalt.
S/MIME und OpenPGP schützen Inhalte Ende-zu-Ende.
NDR = Nichtzustellbarkeitsmeldung.
Mailprobleme mit DNS,
Ports,
TLS,
Authentifizierung,
Spamfilter
und Logs prüfen.