10.6 Datei- und Freigabeprotokolle: FTP, SFTP, FTPS und SMB
Datei- und Freigabeprotokolle gehören zur OSI-Schicht 7.
Sie werden genutzt, um Dateien über ein Netzwerk bereitzustellen, zu übertragen oder gemeinsam zu verwenden.
Wichtige Protokolle sind:
- FTP
- SFTP
- FTPS
- SMB
Diese Protokolle haben unterschiedliche Aufgaben und Sicherheitsmerkmale.
Merksatz:
Dateiübertragung und Dateifreigaben gehören zur Anwendungsschicht.
Grundidee von Dateiübertragung
Bei der Dateiübertragung werden Dateien von einem System zu einem anderen übertragen.
Beispiele:
- Datei auf Server hochladen
- Datei von Server herunterladen
- Backup übertragen
- Konfigurationsdatei kopieren
- Webseite auf Webserver hochladen
- Dokumente zwischen Systemen austauschen
Dabei muss geregelt werden:
- wer zugreifen darf
- welche Dateien übertragen werden
- ob verschlüsselt wird
- welcher Port genutzt wird
- ob nur Dateiübertragung oder echte Freigabe gewünscht ist
Merksatz:
Dateiübertragung bedeutet:
Dateien gezielt zwischen Systemen bewegen.
Grundidee von Dateifreigaben
Eine Dateifreigabe stellt Dateien im Netzwerk bereit.
Dabei sieht ein Benutzer oder Client einen Ordner auf einem entfernten System.
Beispiele:
- Netzlaufwerk im Unternehmen
- gemeinsamer Projektordner
- Druckerfreigabe
- zentrale Dateiablage
- Home-Laufwerk eines Benutzers
- NAS-Freigabe
Typisch hierfür ist:
SMB
Merksatz:
Dateifreigabe bedeutet:
Dateien werden im Netzwerk gemeinsam bereitgestellt.
Dateiübertragung und Dateifreigabe unterscheiden
| Thema | Dateiübertragung | Dateifreigabe |
|---|---|---|
| Grundidee | Datei von A nach B kopieren | Ordner im Netzwerk gemeinsam nutzen |
| typische Protokolle | FTP, SFTP, FTPS | SMB |
| Nutzung | Upload, Download, Transfer | Netzlaufwerk, Freigabe, gemeinsames Arbeiten |
| Zugriff | meist gezielte Übertragung | fortlaufender Zugriff auf entfernte Dateien |
| Beispiel | Datei auf Server hochladen | Laufwerk \\server\share öffnen |
Merksatz:
FTP/SFTP/FTPS übertragen Dateien.
SMB stellt Freigaben bereit.
Einordnung im OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| FTP | 7 |
| SFTP | 7, nutzt SSH |
| FTPS | 7, nutzt TLS |
| SMB | 7 |
| TCP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| MAC-Adresse | 2 |
| TLS | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| SSH | 7 mit Sicherheitsbezug |
Merksatz:
Protokoll = Schicht 7.
Port = Schicht 4.
FTP
FTP steht für:
File Transfer Protocol
FTP dient zur Dateiübertragung.
Typischer Port:
TCP 21
FTP wird klassisch verwendet für:
- Dateien hochladen
- Dateien herunterladen
- Verzeichnisse auflisten
- Dateien löschen oder umbenennen
- einfache Server-Dateiverwaltung
Wichtig:
Klassisches FTP ist unverschlüsselt.
Merksatz:
FTP = Dateiübertragung über TCP 21,
aber klassisch unverschlüsselt.
FTP ist unverschlüsselt
Klassisches FTP überträgt Daten unverschlüsselt.
Das betrifft besonders:
- Benutzername
- Passwort
- Befehle
- Dateiinhalte
Wenn jemand den Netzwerkverkehr mitlesen kann, können sensible Informationen sichtbar werden.
Deshalb sollte klassisches FTP heute möglichst vermieden werden.
Merksatz:
FTP ohne Schutz ist unsicher.
FTP-Steuerverbindung und Datenverbindung
FTP arbeitet mit zwei Verbindungsarten:
Steuerverbindung
Datenverbindung
Steuerverbindung:
Befehle und Anmeldung
Datenverbindung:
Dateiinhalt und Verzeichnislisten
Typisch:
TCP 21 für Steuerverbindung
Die Datenverbindung hängt vom Modus ab.
Merksatz:
FTP nutzt Steuerverbindung und Datenverbindung.
Aktiver FTP-Modus
Beim aktiven FTP-Modus baut der Server eine Datenverbindung zurück zum Client auf.
Problem:
Firewalls und NAT können das erschweren,
weil der Server von außen zum Client verbinden möchte.
Typische Schwierigkeit:
Client sitzt hinter NAT oder Firewall.
Merksatz:
Aktives FTP kann mit NAT und Firewalls Probleme machen.
Passiver FTP-Modus
Beim passiven FTP-Modus baut der Client beide Verbindungen zum Server auf.
Das ist heute häufig praktischer, weil Clients oft hinter NAT oder Firewalls sitzen.
Der Server teilt dem Client einen Datenport mit, zu dem der Client sich verbindet.
Wichtig:
Die passiven Portbereiche müssen auf Firewall und Server korrekt erlaubt sein.
Merksatz:
Passives FTP ist NAT-freundlicher,
braucht aber passende Firewall-Regeln.
FTP und Firewall-Probleme
FTP kann bei Firewalls schwieriger sein als einfache Protokolle.
Warum?
FTP nutzt nicht nur eine einzelne Verbindung.
Typische Fehler:
- Login funktioniert,
aber Verzeichnisliste lädt nicht
- Verbindung funktioniert,
aber Dateiübertragung schlägt fehl
- passiver Portbereich nicht freigegeben
- NAT übersetzt falsche Adresse
Merksatz:
Bei FTP müssen Steuer- und Datenverbindung funktionieren.
SFTP
SFTP steht für:
SSH File Transfer Protocol
SFTP ist Dateiübertragung über SSH.
Typischer Port:
TCP 22
SFTP ist nicht dasselbe wie FTP.
SFTP nutzt SSH als sichere Grundlage.
Dadurch werden Anmeldung und Daten verschlüsselt übertragen.
Merksatz:
SFTP = Dateiübertragung über SSH.
SFTP und SSH
SFTP läuft über SSH.
SSH bietet:
- Verschlüsselung
- Authentifizierung
- sichere Verbindung
- Zugriff über Benutzerkonto oder Schlüssel
SFTP nutzt diese sichere Verbindung, um Dateien zu übertragen.
Typische Nutzung:
- Serveradministration
- Datei-Upload auf Server
- sichere Dateiübertragung
- Automatisierung mit Schlüsseln
Merksatz:
Wer SFTP nutzt,
nutzt technisch SSH als Grundlage.
SFTP ist nicht FTP über TLS
Ein häufiger Fehler ist:
SFTP = sicheres FTP
Besser:
SFTP ist ein eigenes Protokoll über SSH.
Es ist nicht:
klassisches FTP mit Verschlüsselung
Das wäre eher:
FTPS
Merksatz:
SFTP ist nicht FTPS.
FTPS
FTPS bedeutet:
FTP mit TLS-Schutz
FTPS basiert auf FTP, nutzt aber TLS zur Verschlüsselung.
Es gibt zwei typische Varianten:
explizites FTPS
implizites FTPS
Merksatz:
FTPS = FTP mit TLS.
Explizites FTPS
Explizites FTPS startet zunächst auf dem klassischen FTP-Port.
Typischer Port:
TCP 21
Dann wird mit einem Befehl auf TLS umgestellt.
Das ist ähnlich zur Idee von STARTTLS.
Merksatz:
Explizites FTPS startet auf TCP 21
und schaltet auf TLS um.
Implizites FTPS
Implizites FTPS startet direkt mit TLS.
Typischer Port:
TCP 990
Dabei wird von Beginn an verschlüsselt kommuniziert.
Merksatz:
Implizites FTPS nutzt typischerweise TCP 990.
SFTP und FTPS vergleichen
| Merkmal | SFTP | FTPS |
|---|---|---|
| Grundlage | SSH | FTP + TLS |
| typischer Port | TCP 22 | TCP 21 oder TCP 990 |
| Protokollfamilie | SSH-basiert | FTP-basiert |
| Verschlüsselung | durch SSH | durch TLS |
| Firewall-Aufwand | meist einfacher | oft aufwendiger wegen FTP-Datenkanälen |
| nicht verwechseln mit | FTPS | SFTP |
Merksatz:
SFTP = SSH.
FTPS = FTP mit TLS.
FTP, SFTP und FTPS vergleichen
| Protokoll | Verschlüsselung | typischer Port | Kurzidee |
|---|---|---|---|
| FTP | nein | TCP 21 | klassische Dateiübertragung |
| SFTP | ja, SSH | TCP 22 | Dateiübertragung über SSH |
| FTPS explizit | ja, TLS | TCP 21 | FTP startet und schaltet auf TLS |
| FTPS implizit | ja, TLS | TCP 990 | FTP direkt über TLS |
Merksatz:
FTP unverschlüsselt.
SFTP über SSH.
FTPS über TLS.
SMB
SMB steht für:
Server Message Block
SMB wird für Datei- und Druckerfreigaben verwendet.
Typischer Port:
TCP 445
Typische Nutzung:
- Windows-Dateifreigaben
- Netzlaufwerke
- Druckerfreigaben
- zentrale Dateiablagen
- Zugriff auf NAS-Freigaben
- Freigaben in Unternehmensnetzen
Merksatz:
SMB = Datei- und Druckerfreigaben im Netzwerk.
SMB-Freigabe
Eine SMB-Freigabe ist ein freigegebener Ordner im Netzwerk.
Beispiel Windows-Schreibweise:
\\server01\daten
Dabei ist:
server01 = Servername
daten = Freigabename
Benutzer können diese Freigabe als Netzlaufwerk verbinden.
Merksatz:
SMB-Freigabe = Netzwerkordner.
UNC-Pfad
UNC steht für:
Universal Naming Convention
Ein UNC-Pfad beschreibt eine Netzwerkfreigabe.
Beispiel:
\\server01\freigabe\ordner\datei.txt
Bestandteile:
Servername
Freigabename
Pfad innerhalb der Freigabe
Merksatz:
UNC-Pfad zeigt auf eine Netzwerkfreigabe.
Netzlaufwerk
Ein Netzlaufwerk ist eine eingebundene Netzwerkfreigabe.
Beispiel:
Laufwerk Z:
zeigt auf
\\server01\projekte
Vorteil:
Benutzer kann die Freigabe wie ein Laufwerk verwenden.
Merksatz:
Netzlaufwerk = eingebundene SMB-Freigabe.
SMB und Berechtigungen
Bei SMB gibt es meist zwei Berechtigungsebenen:
Freigabeberechtigungen
Dateisystemberechtigungen
In Windows-Umgebungen sind Dateisystemberechtigungen oft NTFS-Berechtigungen.
Wichtig:
Es gilt am Ende die wirksam einschränkendere Berechtigung.
Merksatz:
SMB-Zugriff hängt von Freigabe- und Dateisystemrechten ab.
Freigabeberechtigungen
Freigabeberechtigungen gelten auf Ebene der Netzwerkfreigabe.
Beispiele:
Lesen
Ändern
Vollzugriff
Sie steuern, was Benutzer über die Freigabe grundsätzlich dürfen.
Merksatz:
Freigaberechte gelten am Netzwerkzugriffspunkt.
Dateisystemberechtigungen
Dateisystemberechtigungen gelten auf dem Dateisystem selbst.
Beispiele:
Lesen
Schreiben
Ändern
Löschen
Ausführen
Vollzugriff
Sie gelten oft auch lokal auf dem Server, nicht nur über das Netzwerk.
Merksatz:
Dateisystemrechte schützen Dateien und Ordner direkt.
Effektive Berechtigung
Wenn Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammenkommen, zählt die effektiv erlaubte Berechtigung.
Beispiel:
Freigabe:
Vollzugriff
Dateisystem:
Lesen
Ergebnis:
Benutzer kann nur lesen.
Merksatz:
Die strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.
Gruppen statt Einzelbenutzer
In Unternehmensnetzen vergibt man Rechte möglichst über Gruppen.
Beispiel:
Gruppe:
Projekt_A_Lesen
Gruppe:
Projekt_A_Aendern
Benutzer werden in Gruppen aufgenommen, statt direkt auf einzelne Ordner berechtigt zu werden.
Vorteile:
- bessere Übersicht
- einfachere Verwaltung
- weniger Fehler
- leichteres Entfernen von Rechten
Merksatz:
Berechtigungen über Gruppen vergeben.
Least Privilege
Least Privilege bedeutet:
Benutzer erhalten nur die Rechte,
die sie wirklich benötigen.
Beispiel:
Praktikant braucht Leserechte,
aber keine Löschrechte.
Dieses Prinzip reduziert Sicherheitsrisiken.
Merksatz:
Nur so viele Rechte wie nötig,
so wenige wie möglich.
SMB und Active Directory
In Windows-Umgebungen wird SMB häufig mit Active Directory kombiniert.
Active Directory liefert:
Benutzerkonten
Gruppen
Authentifizierung
Richtlinien
SMB nutzt diese Informationen, um Freigabezugriffe zu erlauben oder abzulehnen.
Merksatz:
SMB-Freigaben nutzen oft AD-Benutzer und Gruppen.
SMB und DNS
SMB-Zugriff nutzt häufig Servernamen.
Beispiel:
\\fileserver01\projekte
Dafür muss Namensauflösung funktionieren.
Mögliche Namensauflösung:
- DNS
- lokale Namensauflösung
- ältere NetBIOS-Mechanismen
In modernen Netzwerken ist DNS besonders wichtig.
Merksatz:
SMB-Probleme können DNS-Probleme sein.
SMB-Versionen
Es gibt verschiedene SMB-Versionen.
Wichtig:
SMBv1 ist veraltet und unsicher.
Moderne Systeme sollten SMBv2 oder SMBv3 verwenden.
SMBv3 unterstützt unter anderem bessere Sicherheitsfunktionen und kann Verschlüsselung unterstützen.
Merksatz:
SMBv1 vermeiden.
SMBv2 oder SMBv3 verwenden.
SMB und Sicherheit
SMB sollte sorgfältig abgesichert werden.
Wichtige Punkte:
- SMBv1 deaktivieren
- Zugriff nur intern oder über VPN
- keine SMB-Freigaben direkt ins Internet öffnen
- Berechtigungen sauber setzen
- Gruppen verwenden
- Protokollierung aktivieren
- Updates einspielen
- Gastzugriff vermeiden
- starke Authentifizierung nutzen
Merksatz:
SMB gehört nicht ungeschützt ins Internet.
SMB und Druckerfreigaben
SMB kann auch für Druckerfreigaben verwendet werden.
Beispiel:
\\printserver01\drucker01
Clients verbinden sich mit der Freigabe und senden Druckaufträge an den Druckserver.
Merksatz:
SMB kann Dateien und Drucker freigeben.
FTP oder SMB?
| Anwendungsfall | eher passend |
|---|---|
| einzelne Datei auf Server hochladen | SFTP oder FTPS |
| Webseite per Dateiübertragung aktualisieren | SFTP |
| gemeinsames Netzlaufwerk im Unternehmen | SMB |
| NAS-Freigabe im LAN | SMB |
| automatisierter sicherer Dateitransfer | SFTP |
| klassische unverschlüsselte Übertragung | FTP vermeiden |
Merksatz:
SMB für Freigaben.
SFTP/FTPS für Dateiübertragung.
Sicherheit: FTP vermeiden
Klassisches FTP sollte möglichst vermieden werden, weil es unverschlüsselt ist.
Bessere Alternativen:
- SFTP
- FTPS
- HTTPS-Upload
- VPN plus interne Freigabe
- sichere Cloud- oder Filesharing-Lösung
Merksatz:
FTP ohne Verschlüsselung ist nicht mehr zeitgemäß.
Sicherheit: SFTP bevorzugen
SFTP ist oft eine gute Wahl für sichere Dateiübertragung.
Vorteile:
- nur ein typischer Port
- SSH-Verschlüsselung
- Schlüsselbasierte Anmeldung möglich
- gut automatisierbar
- häufig auf Servern verfügbar
Merksatz:
SFTP ist für sichere Dateiübertragung oft einfacher als FTPS.
Dateiübertragung und Datenschutz
Bei Dateiübertragung können sensible Daten betroffen sein.
Beispiele:
- Kundendaten
- Rechnungen
- Bewerbungen
- personenbezogene Daten
- Zugangsdaten
- interne Dokumente
- Backups
Deshalb wichtig:
- verschlüsselte Übertragung
- Zugriffsschutz
- Protokollierung
- Berechtigungskonzept
- Aufbewahrungsregeln
- sichere Löschung bei Bedarf
Merksatz:
Dateiübertragung muss Datenschutz und Zugriffsschutz beachten.
Fehlerbild: FTP-Login geht, Dateiübertragung nicht
Mögliche Ursachen:
- passiver Portbereich nicht freigegeben
- aktiver Modus scheitert an NAT
- Firewall blockiert Datenverbindung
- Server gibt falsche externe IP aus
- TLS-Modus passt nicht
- Berechtigungen fehlen
Merksatz:
Bei FTP kann Login funktionieren,
obwohl Datenübertragung scheitert.
Fehlerbild: SFTP-Verbindung scheitert
Mögliche Ursachen:
- SSH-Dienst läuft nicht
- TCP 22 blockiert
- falscher Benutzer
- falscher Schlüssel
- Passwortlogin deaktiviert
- Benutzer hat keine SFTP-Berechtigung
- falscher Hostname
- Firewall blockiert
- Host-Key-Warnung
Merksatz:
SFTP-Probleme wie SSH-Probleme prüfen.
Fehlerbild: FTPS-Zertifikatsfehler
Mögliche Ursachen:
- Zertifikat abgelaufen
- Name passt nicht zum Zertifikat
- CA nicht vertrauenswürdig
- Zwischenzertifikat fehlt
- Client unterstützt TLS-Version nicht
- falscher FTPS-Modus
Merksatz:
FTPS-Zertifikatsfehler wie TLS-Probleme prüfen.
Fehlerbild: SMB-Freigabe nicht erreichbar
Mögliche Ursachen:
- Servername wird nicht aufgelöst
- TCP 445 blockiert
- Serverdienst läuft nicht
- Firewall blockiert SMB
- falscher Freigabename
- Benutzer hat keine Rechte
- falsche Domänenanmeldung
- SMB-Version nicht kompatibel
- Netzwerkprofil blockiert Freigaben
Merksatz:
SMB-Probleme mit DNS,
TCP 445,
Dienst
und Berechtigungen prüfen.
Fehlerbild: Zugriff verweigert bei SMB
Mögliche Ursachen:
- Benutzer nicht berechtigt
- Gruppe fehlt
- Freigabeberechtigung zu streng
- NTFS-Berechtigung zu streng
- Vererbung falsch
- falsches Konto verwendet
- gespeicherte alte Anmeldedaten
- Datei durch anderen Prozess gesperrt
Merksatz:
Zugriff verweigert heißt oft:
Berechtigungen oder Anmeldung prüfen.
Fehlerbild: Netzlaufwerk verbindet nicht
Mögliche Ursachen:
- Server nicht erreichbar
- DNS-Name falsch
- Freigabe existiert nicht
- Benutzer nicht berechtigt
- falsche gespeicherte Zugangsdaten
- VPN nicht verbunden
- SMB-Port blockiert
- Offline-Dateien oder Cache-Problem
- Gruppenrichtlinie greift nicht
Merksatz:
Netzlaufwerkprobleme mit Pfad,
DNS,
Port,
Anmeldung
und Rechten prüfen.
Fehlerbild: Datei lässt sich nicht speichern
Mögliche Ursachen:
- keine Schreibrechte
- Speicherplatz voll
- Quota erreicht
- Datei gesperrt
- Pfad zu lang
- Dateiname ungültig
- Netzwerkunterbrechung
- Synchronisationsproblem
- Antivirus blockiert
Merksatz:
Speichern auf Freigaben braucht Rechte,
Platz
und stabile Verbindung.
Fehlerbild: Datei ist gesperrt
Eine Datei kann durch einen Benutzer oder Prozess gesperrt sein.
Mögliche Ursachen:
- Datei ist geöffnet
- Anwendung hält Sperre
- vorherige Sitzung nicht sauber beendet
- Synchronisationsdienst greift zu
- Backup oder Antivirus scannt Datei
Merksatz:
Dateisperren verhindern gleichzeitige unsichere Änderungen.
Fehlersuche bei Datei- und Freigabeproblemen
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Name oder IP erreichbar?
2. Richtiger Port erreichbar?
3. Richtiger Dienst läuft?
4. Richtiges Protokoll verwendet?
5. Authentifizierung korrekt?
6. Berechtigungen korrekt?
7. Verschlüsselung oder Zertifikat korrekt?
8. Firewall oder NAT im Weg?
9. Serverlogs prüfen.
10. Clientlogs oder Fehlermeldung prüfen.
Merksatz:
Erst Verbindung,
dann Protokoll,
dann Anmeldung,
dann Rechte.
Nützliche Prüfpunkte
| Prüffrage | Bedeutung |
|---|---|
| Ist der Server erreichbar? | Schicht 3 prüfen |
| Ist der Port erreichbar? | Schicht 4 prüfen |
| Läuft der Dienst? | Schicht 7 prüfen |
| Stimmt der Benutzer? | Authentifizierung prüfen |
| Hat der Benutzer Rechte? | Autorisierung prüfen |
| Ist die Verbindung verschlüsselt? | Sicherheit prüfen |
| Gibt es Logs? | Ursache genauer finden |
Merksatz:
Datei-Probleme sauber nach Schichten eingrenzen.
Was Datei- und Freigabeprotokolle nicht machen
Sie machen nicht automatisch:
- Benutzer korrekt berechtigen
- Daten verschlüsselt speichern
- Backups erstellen
- Malware verhindern
- Datenschutz automatisch erfüllen
- Versionierung bereitstellen
- Konflikte automatisch sinnvoll lösen
- defekte Dateien reparieren
Merksatz:
Dateiübertragung ersetzt kein Berechtigungs-,
Backup-
oder Sicherheitskonzept.
Typische Ports
| Protokoll | Port | Hinweis |
|---|---|---|
| FTP | TCP 21 | Steuerverbindung |
| SFTP | TCP 22 | über SSH |
| FTPS explizit | TCP 21 | FTP mit TLS-Umschaltung |
| FTPS implizit | TCP 990 | direkt TLS |
| SMB | TCP 445 | Datei- und Druckerfreigaben |
Merksatz:
FTP 21,
SFTP 22,
FTPS 990,
SMB 445.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| FTP | 7 |
| SFTP | 7 |
| FTPS | 7 mit TLS-Bezug |
| SMB | 7 |
| TLS bei FTPS | 6 |
| SSH bei SFTP | 7 mit Sicherheitsbezug |
| TCP-Port 21 / 22 / 445 / 990 | 4 |
| IP-Adresse des Servers | 3 |
| DNS-Name des Servers | 7 |
| SMB-Berechtigungen | 7 / Betriebssystembezug |
Merksatz:
Datei- und Freigabeprotokolle sind Schicht 7,
nutzen aber Schicht 4-Ports.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Wofür wird FTP genutzt?
- Warum ist klassisches FTP unsicher?
- Was ist der Unterschied zwischen FTP, SFTP und FTPS?
- Welcher Port wird typischerweise für SFTP genutzt?
- Was ist SMB?
- Wofür wird SMB verwendet?
- Welcher Port wird für SMB verwendet?
- Was ist eine SMB-Freigabe?
- Was ist ein UNC-Pfad?
- Was ist der Unterschied zwischen Dateiübertragung und Dateifreigabe?
- Warum sollte SMB nicht direkt ins Internet geöffnet werden?
- Warum kann FTP trotz erfolgreichem Login bei der Dateiübertragung scheitern?
- Welche Rolle spielen Berechtigungen bei SMB?
- Warum sollte man Berechtigungen über Gruppen vergeben?
Typische Prüfungsfallen
FTP ist klassisch unverschlüsselt.
FTP nutzt typischerweise TCP 21.
FTP kann Steuer- und Datenverbindung nutzen.
FTP kann mit NAT und Firewall schwierig sein.
SFTP ist Dateiübertragung über SSH.
SFTP nutzt typischerweise TCP 22.
SFTP ist nicht FTPS.
FTPS ist FTP mit TLS.
Implizites FTPS nutzt häufig TCP 990.
SMB nutzt typischerweise TCP 445.
SMB ist für Datei- und Druckerfreigaben.
SMBv1 ist veraltet und unsicher.
UNC-Pfad sieht aus wie `\\server\freigabe`.
Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen beachten.
Strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.
Berechtigungen möglichst über Gruppen vergeben.
SMB gehört nicht ungeschützt ins Internet.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| FTP | klassisches Dateiübertragungsprotokoll |
| SFTP | Dateiübertragung über SSH |
| FTPS | FTP mit TLS |
| SMB | Datei- und Druckerfreigabeprotokoll |
| Steuerverbindung | FTP-Verbindung für Befehle |
| Datenverbindung | FTP-Verbindung für Dateiinhalt |
| aktiver FTP-Modus | Server baut Datenverbindung zum Client auf |
| passiver FTP-Modus | Client baut Datenverbindung zum Server auf |
| SMB-Freigabe | freigegebener Netzwerkordner |
| UNC-Pfad | Pfad zu einer Netzwerkfreigabe |
| Netzlaufwerk | eingebundene Netzwerkfreigabe |
| Freigabeberechtigung | Recht auf Netzwerkfreigabeebene |
| Dateisystemberechtigung | Recht auf Datei- oder Ordnerebene |
| effektive Berechtigung | tatsächlich wirkendes Recht |
| Least Privilege | nur notwendige Rechte vergeben |
| SMBv1 | veraltete unsichere SMB-Version |
IHK-sichere Kurzformulierung
FTP, SFTP, FTPS und SMB sind Protokolle der Anwendungsschicht. FTP dient der klassischen Dateiübertragung, ist ohne Zusatzschutz jedoch unverschlüsselt und nutzt typischerweise TCP-Port 21. SFTP ist Dateiübertragung über SSH und nutzt typischerweise TCP-Port 22. FTPS ist FTP mit TLS-Schutz und nutzt je nach Variante TCP-Port 21 oder 990. SMB wird für Datei- und Druckerfreigaben verwendet und nutzt typischerweise TCP-Port 445. Bei SMB sind Freigabeberechtigungen und Dateisystemberechtigungen zu unterscheiden. Moderne Systeme sollten SMBv1 vermeiden und SMB-Freigaben nicht ungeschützt aus dem Internet erreichbar machen.
Merksätze
Dateiübertragung und Freigaben gehören zu Schicht 7.
FTP = File Transfer Protocol.
FTP nutzt typischerweise TCP 21.
FTP ist klassisch unverschlüsselt.
FTP nutzt Steuer- und Datenverbindung.
Passives FTP ist NAT-freundlicher.
SFTP = SSH File Transfer Protocol.
SFTP nutzt typischerweise TCP 22.
SFTP ist Dateiübertragung über SSH.
FTPS = FTP mit TLS.
FTPS ist nicht SFTP.
Implizites FTPS nutzt häufig TCP 990.
SMB = Server Message Block.
SMB nutzt typischerweise TCP 445.
SMB = Datei- und Druckerfreigaben.
SMB-Freigabe = Netzwerkordner.
UNC-Pfad = `\\server\freigabe`.
Netzlaufwerk = eingebundene Freigabe.
Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen prüfen.
Die strengere Berechtigung begrenzt den Zugriff.
Rechte möglichst über Gruppen vergeben.
Least Privilege beachten.
SMBv1 vermeiden.
SMB nicht ungeschützt ins Internet öffnen.
Datei-Probleme mit DNS,
Port,
Dienst,
Anmeldung
und Berechtigungen prüfen.