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9.3 Merksätze und Prüfungswissen zu OSI-Schicht 6

Diese Seite fasst die wichtigsten Inhalte zur OSI-Schicht 6 zusammen.

OSI-Schicht 6 heißt:

Darstellungsschicht

Die Hauptaufgabe von Schicht 6 ist:

Daten so darstellen, codieren, komprimieren oder verschlüsseln,
dass sie vom Empfänger korrekt verstanden werden können.

Dabei sind besonders wichtig:

- Datenformate
- Zeichencodierung
- Kompression
- Verschlüsselung
- Entschlüsselung
- Zertifikate
- TLS
- Datenumwandlung
- Serialisierung
- MIME-Typen

Merksatz:

Schicht 6 = Darstellung, Codierung, Kompression und Verschlüsselung.

Grundidee von Schicht 6

Schicht 6 beschreibt, in welcher Form Daten vorliegen.

Beispiele:

Text als UTF-8
Bild als JPEG
Daten als JSON
Webseite über TLS verschlüsselt
Datei als ZIP komprimiert

Damit Kommunikation funktioniert, müssen Sender und Empfänger die Daten gleich interpretieren.

Merksatz:

Schicht 6 sorgt dafür,
dass Daten richtig verstanden werden.

Schicht 5, 6 und 7 unterscheiden

Schicht Name Grundidee
5 Sitzungsschicht Sitzungen verwalten
6 Darstellungsschicht Daten darstellen, codieren, schützen
7 Anwendungsschicht Netzwerkdienste für Anwendungen

Beispiel Webanwendung:

Schicht 5:
Benutzer bleibt angemeldet.

Schicht 6:
Daten sind UTF-8-codiert und per TLS geschützt.

Schicht 7:
HTTP liefert Webseite oder API.

Merksatz:

Schicht 5 = Sitzung.
Schicht 6 = Darstellung.
Schicht 7 = Anwendung.

Darstellung bedeutet Datenrepräsentation

Darstellungsschicht bedeutet nicht nur:

Anzeige auf dem Bildschirm

Sondern fachlich:

Wie sind Daten codiert?
In welchem Format liegen sie vor?
Sind sie komprimiert?
Sind sie verschlüsselt?
Wie werden sie interpretiert?

Merksatz:

Darstellungsschicht meint Datenrepräsentation,
nicht nur optische Anzeige.

Datenformat

Ein Datenformat legt fest, wie Daten aufgebaut sind.

Beispiele:

Datenart Beispiele
Text / Struktur JSON, XML, HTML
Bild JPEG, PNG, GIF, SVG
Audio WAV, MP3, AAC, FLAC
Video MP4, H.264, H.265
Dokument PDF, DOCX
Archiv ZIP, 7z

Wenn der Empfänger das Format nicht versteht, kann er die Daten nicht korrekt verarbeiten.

Merksatz:

Datenformat = Aufbau und Struktur von Daten.

JSON

JSON steht für:

JavaScript Object Notation

JSON ist ein häufiges Format für strukturierte Daten.

Typisch bei:

- APIs
- Webanwendungen
- Konfigurationsdateien
- Datenaustausch zwischen Systemen

Beispiel:

{
  "name": "Felix",
  "rolle": "FISI",
  "aktiv": true
}

Merksatz:

JSON ist ein kompaktes Format für strukturierte Daten.

XML

XML steht für:

Extensible Markup Language

XML ist ein strukturiertes Textformat mit Tags.

Typisch bei:

- älteren Schnittstellen
- Konfigurationsdateien
- Dokumentenformaten
- Webservices
- Datenaustausch

Beispiel:

<benutzer>
  <name>Felix</name>
  <rolle>FISI</rolle>
</benutzer>

Merksatz:

XML nutzt Tags zur Strukturierung von Daten.

JSON und XML vergleichen

Merkmal JSON XML
Schreibweise kompakter ausführlicher
Struktur Objekte und Arrays Tags und Elemente
häufig bei moderne Web-APIs ältere Schnittstellen, Dokumente
Lesbarkeit meist kürzer oft länger
Datenaustausch sehr verbreitet weiterhin wichtig

Merksatz:

JSON und XML sind Formate für strukturierten Datenaustausch.

Zeichencodierung

Zeichencodierung legt fest, wie Zeichen als digitale Werte gespeichert werden.

Beispiele für Zeichen:

A
ä
ß
€
中
😊

Ohne passende Codierung können Zeichen falsch dargestellt werden.

Merksatz:

Zeichencodierung übersetzt Zeichen in digitale Werte.

ASCII

ASCII ist eine ältere Zeichencodierung.

ASCII enthält vor allem:

- englische Buchstaben
- Ziffern
- Satzzeichen
- Steuerzeichen

Klassisches ASCII enthält keine deutschen Umlaute wie:

ä
ö
ü
ß

Merksatz:

ASCII ist einfach,
aber für viele Sprachen zu begrenzt.

Unicode

Unicode ist ein Standard für sehr viele Zeichen.

Dazu gehören:

- lateinische Zeichen
- deutsche Umlaute
- griechische Zeichen
- kyrillische Zeichen
- asiatische Schriftzeichen
- Symbole
- Emojis

Unicode beschreibt, welche Zeichen es gibt.

Merksatz:

Unicode ist ein großer Zeichensatzstandard.

UTF-8

UTF-8 ist eine sehr verbreitete Codierung für Unicode.

UTF-8 wird häufig verwendet bei:

- Webseiten
- Linux-Systemen
- APIs
- Datenbanken
- Konfigurationsdateien
- E-Mails

Vorteil:

UTF-8 kann sehr viele Zeichen darstellen
und ist mit einfachem ASCII gut kompatibel.

Merksatz:

UTF-8 ist die wichtigste moderne Zeichencodierung.

Typischer Codierungsfehler

Ein typischer Fehler ist:

Müller

wird angezeigt als:

Müller

Das deutet häufig darauf hin, dass UTF-8-Daten mit falscher Codierung interpretiert wurden.

Mögliche Ursachen:

- falsche Dateicodierung
- falsche Datenbankcodierung
- falscher HTTP-Header
- falscher Import
- falsche Anwendungseinstellung

Merksatz:

Kaputte Umlaute sind oft Codierungsprobleme.

Kompression

Kompression bedeutet:

Daten werden verkleinert.

Ziele:

- weniger Speicherplatz
- weniger Datenverkehr
- schnellere Übertragung
- geringere Bandbreitennutzung

Beispiele:

ZIP
gzip
Brotli
JPEG
MP3
H.264

Merksatz:

Kompression reduziert die Datenmenge.

Verlustfreie Kompression

Verlustfreie Kompression bedeutet:

Die Originaldaten können vollständig wiederhergestellt werden.

Beispiele:

- ZIP
- gzip
- PNG
- FLAC

Typisch für:

- Text
- Dokumente
- Programme
- Datenbanken
- Quellcode

Merksatz:

Verlustfrei = exakt wiederherstellbar.

Verlustbehaftete Kompression

Verlustbehaftete Kompression bedeutet:

Daten werden verkleinert,
aber ein Teil der ursprünglichen Information geht verloren.

Beispiele:

- JPEG
- MP3
- AAC
- H.264
- H.265

Typisch für:

- Fotos
- Musik
- Videos

Merksatz:

Verlustbehaftet = kleiner,
aber nicht exakt original.

Codierung, Kompression und Verschlüsselung unterscheiden

Begriff Ziel Sicherheitsfunktion
Codierung Daten in anderes Format bringen nein
Kompression Datenmenge reduzieren nein
Verschlüsselung Daten vor unbefugtem Lesen schützen ja

Wichtig:

Base64 ist Codierung,
aber keine Verschlüsselung.

ZIP ist Kompression,
aber ohne Passwort keine Verschlüsselung.

Merksatz:

Codierung ist nicht automatisch Sicherheit.

Verschlüsselung

Verschlüsselung bedeutet:

Daten werden so umgewandelt,
dass sie ohne passenden Schlüssel nicht lesbar sind.

Ziel:

Schutz der Vertraulichkeit

Beispiele:

- HTTPS
- TLS
- VPN
- E-Mail-Verschlüsselung
- Festplattenverschlüsselung

Merksatz:

Verschlüsselung schützt vor unbefugtem Lesen.

Entschlüsselung

Entschlüsselung bedeutet:

Verschlüsselte Daten werden mit dem passenden Schlüssel wieder lesbar gemacht.

Ohne passenden Schlüssel bleiben die Daten unverständlich.

Merksatz:

Entschlüsselung macht verschlüsselte Daten wieder lesbar.

TLS

TLS steht für:

Transport Layer Security

TLS schützt Daten bei der Übertragung.

Wichtige Schutzziele:

- Vertraulichkeit
- Integrität
- Authentizität

Das bekannteste Beispiel ist:

HTTPS

Merksatz:

TLS schützt Daten zwischen Client und Server.

HTTPS

HTTPS bedeutet:

HTTP über TLS

Vergleich:

Protokoll Verschlüsselung typischer Port
HTTP nein TCP 80
HTTPS ja, TLS TCP 443

Merksatz:

HTTPS = HTTP mit TLS-Schutz.

TLS im OSI-Modell

TLS wird häufig der Darstellungsschicht zugeordnet, weil es Daten verschlüsselt, entschlüsselt und schützt.

In der Praxis liegt TLS zwischen Anwendung und Transport.

Vereinfacht:

HTTP
TLS
TCP
IP
Ethernet

Merksatz:

TLS wird oft Schicht 6 zugeordnet,
hat aber praktischen Bezug zu Schicht 4 und 7.

TLS ist nicht TCP

TCP ist ein Transportprotokoll.

TLS ist eine Schutzschicht für die übertragenen Daten.

Unterschied:

Thema Einordnung
TCP Transport auf Schicht 4
TLS Verschlüsselung und Schutz
HTTP Anwendung auf Schicht 7
HTTPS HTTP über TLS

Merksatz:

TCP transportiert.
TLS schützt.
HTTP verwendet.

Zertifikat

Ein Zertifikat ist ein digitaler Vertrauensnachweis.

Es hilft dem Client zu prüfen:

Spreche ich mit dem richtigen Server?

Ein Zertifikat enthält unter anderem:

- Domainname
- öffentlicher Schlüssel
- Aussteller
- Gültigkeitszeitraum
- Signatur
- alternative Namen

Merksatz:

Zertifikat = digitaler Vertrauensnachweis.

Zertifizierungsstelle

Eine Zertifizierungsstelle wird genannt:

Certificate Authority

Kurz:

CA

Die CA stellt Zertifikate aus und signiert sie.

Der Client vertraut einem Zertifikat, wenn er der ausstellenden CA oder der Zertifikatskette vertraut.

Merksatz:

CA = vertrauenswürdige Stelle für Zertifikate.

Zertifikatskette

Eine Zertifikatskette verbindet das Serverzertifikat mit einer vertrauenswürdigen Root-CA.

Typische Bestandteile:

- Serverzertifikat
- Zwischenzertifikat
- Root-Zertifikat

Wenn ein Zwischenzertifikat fehlt, kann es zu Zertifikatswarnungen kommen.

Merksatz:

Zertifikatskette muss vollständig und vertrauenswürdig sein.

Domainname im Zertifikat

Das Zertifikat muss zum aufgerufenen Namen passen.

Beispiel:

Aufgerufen:
wiki.firma.de

Das Zertifikat muss für diesen Namen gültig sein.

Wenn das Zertifikat für einen anderen Namen gilt, zeigt der Browser eine Warnung.

Merksatz:

Aufgerufener Name muss im Zertifikat enthalten sein.

Gültigkeitszeitraum

Zertifikate sind nur für einen bestimmten Zeitraum gültig.

Wenn ein Zertifikat abgelaufen ist, zeigen Clients Warnungen oder blockieren die Verbindung.

Auch falsche Systemzeit kann Zertifikatsfehler erzeugen.

Merksatz:

Zertifikat und Systemzeit müssen gültig sein.

Selbstsigniertes Zertifikat

Ein selbstsigniertes Zertifikat wurde nicht von einer allgemein vertrauenswürdigen CA signiert.

Es kann technisch verschlüsseln, ist aber für Clients nicht automatisch vertrauenswürdig.

Typische Nutzung:

- Testumgebung
- Labor
- Homelab
- interne Systeme

Merksatz:

Selbstsigniert kann verschlüsseln,
ist aber nicht automatisch vertrauenswürdig.

Öffentlicher und privater Schlüssel

Bei asymmetrischer Kryptografie gibt es:

öffentlichen Schlüssel
privaten Schlüssel

Der öffentliche Schlüssel darf bekannt sein.

Der private Schlüssel muss geheim bleiben.

Bei TLS steckt der öffentliche Schlüssel im Zertifikat.

Merksatz:

Öffentlicher Schlüssel darf öffentlich sein.
Privater Schlüssel muss geheim bleiben.

TLS-Handshake

Beim TLS-Handshake wird die sichere Verbindung vorbereitet.

Vereinfacht:

1. Client verbindet sich mit Server.
2. Server sendet Zertifikat.
3. Client prüft Zertifikat.
4. Verfahren werden ausgehandelt.
5. Sitzungsschlüssel werden gebildet.
6. Nutzdaten werden verschlüsselt übertragen.

Merksatz:

TLS-Handshake bereitet verschlüsselte Kommunikation vor.

TCP-Handshake und TLS-Handshake unterscheiden

Bei HTTPS passiert vereinfacht:

1. TCP-Handshake
2. TLS-Handshake
3. HTTP-Kommunikation

Unterschied:

Vorgang Zweck
TCP-Handshake Transportverbindung aufbauen
TLS-Handshake sichere Verbindung aushandeln
HTTP-Kommunikation Anwendungskommunikation

Merksatz:

Erst TCP,
dann TLS,
dann HTTP.

Schutzziele von TLS

Schutzziel Bedeutung
Vertraulichkeit Schutz vor Mitlesen
Integrität Schutz vor unbemerkter Veränderung
Authentizität Prüfung der Gegenstelle

Merksatz:

TLS schützt Vertraulichkeit,
Integrität
und Authentizität.

Base64

Base64 ist eine Codierung.

Sie wandelt Binärdaten in Textzeichen um.

Typische Nutzung:

- E-Mail-Anhänge
- Tokens
- Zertifikatsdaten
- API-Daten

Wichtig:

Base64 ist leicht rückgängig zu machen.
Base64 ist keine Verschlüsselung.

Merksatz:

Base64 = Codierung,
nicht Verschlüsselung.

Hashing

Hashing ist keine Verschlüsselung.

Ein Hash ist ein Prüfwert.

Beispiele:

- SHA-256
- SHA-512

Eigenschaften:

- gleiche Eingabe ergibt gleichen Hash
- kleine Änderung ergibt anderen Hash
- Einwegfunktion
- Original soll nicht aus Hash zurückgerechnet werden

Merksatz:

Hashing prüft Integrität,
verschlüsselt aber nicht.

Passwort-Hashing

Passwörter sollten nicht im Klartext gespeichert werden.

Auch normale schnelle Hashfunktionen sind für Passwörter oft nicht ideal.

Für Passwörter nutzt man spezielle Verfahren mit Salt und Arbeitsfaktor.

Beispiele:

- bcrypt
- Argon2
- PBKDF2

Merksatz:

Passwörter sicher hashen,
nicht im Klartext speichern.

Serialisierung

Serialisierung bedeutet:

Datenstrukturen werden in ein übertragbares oder speicherbares Format umgewandelt.

Beispiel:

Objekt in Anwendung
→ JSON
→ Übertragung
→ JSON wird beim Empfänger wieder verarbeitet

Merksatz:

Serialisierung macht Daten übertragbar.

Deserialisierung

Deserialisierung ist die Rückumwandlung aus einem übertragenen Format.

Beispiel:

JSON
→ Objekt in Anwendung

Wichtig:

Unsichere Deserialisierung kann gefährlich sein,
wenn fremde Daten ungeprüft verarbeitet werden.

Merksatz:

Deserialisierung macht Daten wieder nutzbar.

MIME-Type

Ein MIME-Type beschreibt, welche Art von Daten übertragen wird.

Beispiele:

MIME-Type Bedeutung
text/html HTML-Dokument
application/json JSON-Daten
image/png PNG-Bild
image/jpeg JPEG-Bild
text/css CSS-Datei
application/pdf PDF-Dokument

Merksatz:

MIME-Type sagt dem Client,
wie Daten zu interpretieren sind.

Typische Schicht-6-Fehler

Typische Fehler auf Schicht 6 sind:

- falsche Zeichencodierung
- falscher MIME-Type
- ungültiges JSON
- ungültiges XML
- falsches Dateiformat
- defekte Kompression
- nicht unterstütztes Kompressionsverfahren
- Zertifikat abgelaufen
- Zertifikat passt nicht zum Namen
- Zertifikatskette unvollständig
- TLS-Version zu alt
- Cipher Suite nicht kompatibel
- Base64 mit Verschlüsselung verwechselt

Merksatz:

Schicht-6-Fehler betreffen Darstellung,
Format,
Codierung
oder Schutz der Daten.

Fehlerbild: Komische Zeichen

Beispiel:

Müller

wird angezeigt als:

Müller

Mögliche Ursachen:

- falsche Zeichencodierung
- falsche Datenbankcodierung
- falscher HTTP-Header
- falscher Import
- Datei falsch gespeichert

Merksatz:

Komische Zeichen = oft Codierungsproblem.

Fehlerbild: HTTPS-Warnung

Mögliche Ursachen:

- Zertifikat abgelaufen
- Domainname passt nicht
- CA nicht vertrauenswürdig
- Zwischenzertifikat fehlt
- selbstsigniertes Zertifikat
- Systemzeit falsch
- Zertifikat wurde widerrufen

Merksatz:

HTTPS-Warnung = Zertifikat und TLS prüfen.

Fehlerbild: API versteht Daten nicht

Mögliche Ursachen:

- ungültiges JSON
- falscher Content-Type
- falsche Zeichencodierung
- falsche Datentypen
- fehlende Pflichtfelder
- falsches Datumsformat
- ungültige Serialisierung

Merksatz:

API-Fehler können Format- oder Darstellungsprobleme sein.

Fehlerbild: Datei lässt sich nicht öffnen

Mögliche Ursachen:

- falsches Dateiformat
- falsche Dateiendung
- beschädigte Datei
- falscher MIME-Type
- fehlender Codec
- nicht unterstützte Kompression
- Datei unvollständig übertragen

Merksatz:

Datei-Probleme können Format- oder Codierungsprobleme sein.

Schicht 6 und Sicherheit

Schicht 6 hat starken Sicherheitsbezug.

Wichtige Themen:

- TLS
- Zertifikate
- Verschlüsselung
- Integrität
- sichere Codierung
- sichere Deserialisierung
- Hashing
- Schutz vor unsicherer Datenverarbeitung

Merksatz:

Falsche Datenverarbeitung kann Sicherheitslücken erzeugen.

Was Schicht 6 nicht macht

Schicht 6 macht nicht:

- Bits über Kabel übertragen
- MAC-Adressen verwenden
- IP-Pakete routen
- TCP-Verbindungen aufbauen
- Ports öffnen
- Sitzungen verwalten
- DNS-Namen auflösen
- konkrete Anwendung bereitstellen

Diese Aufgaben liegen auf anderen Schichten.

Merksatz:

Schicht 6 stellt Daten dar,
transportiert sie aber nicht selbst.

Prüfungswissen: wichtigste Zuordnungen

Begriff richtige Einordnung
UTF-8 Schicht 6
ASCII Schicht 6
Unicode Schicht 6
JSON Schicht 6 / 7-Bezug
XML Schicht 6 / 7-Bezug
Kompression Schicht 6
Verschlüsselung Schicht 6
TLS häufig Schicht 6, praktisch zwischen 4 und 7
Zertifikat Schicht 6 / 7-Bezug
MIME-Type Schicht 6 / 7-Bezug
Base64 Codierung, Schicht 6
Hashing Sicherheits-/Integritätsbezug
TCP Schicht 4
HTTP Schicht 7
DNS Schicht 7

Merksatz:

Codierung,
Kompression
und Verschlüsselung
sind typische Schicht-6-Themen.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Welche Aufgabe hat die Darstellungsschicht?
- Was bedeutet Datenformat?
- Was ist Zeichencodierung?
- Was ist UTF-8?
- Warum werden Umlaute manchmal falsch angezeigt?
- Was ist Kompression?
- Was ist der Unterschied zwischen verlustfrei und verlustbehaftet?
- Was ist Verschlüsselung?
- Was ist TLS?
- Was ist HTTPS?
- Warum ist Base64 keine Verschlüsselung?
- Was ist ein Zertifikat?
- Warum muss der Name zum Zertifikat passen?
- Was ist eine Zertifizierungsstelle?
- Was ist eine Zertifikatskette?
- Warum kann eine HTTPS-Warnung erscheinen?
- Was ist ein MIME-Type?
- Was ist Serialisierung?

Typische Prüfungsfallen

Schicht 6 heißt Darstellungsschicht.

Darstellung bedeutet Datenrepräsentation.

Schicht 6 ist nicht nur Bildschirmdarstellung.

UTF-8 ist eine Zeichencodierung.

ASCII ist begrenzt.

Unicode ist der Zeichensatzstandard.

JSON und XML sind Datenformate.

Kompression ist keine Verschlüsselung.

Codierung ist keine Verschlüsselung.

Base64 ist keine Verschlüsselung.

Hashing ist keine Verschlüsselung.

TLS schützt Daten bei der Übertragung.

HTTPS nutzt TLS.

TLS ist nicht TCP.

TLS ist nicht HTTPS.

Zertifikat muss zum Domainnamen passen.

Zertifikat muss gültig sein.

Client muss der CA vertrauen.

Fehlende Zwischenzertifikate können Warnungen verursachen.

Falsche Systemzeit kann Zertifikatsfehler verursachen.

MIME-Type hilft bei der Interpretation von Daten.

Schicht 6 ist in der Praxis oft eng mit Schicht 7 verbunden.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
Darstellungsschicht OSI-Schicht 6
Datenformat Aufbau und Struktur von Daten
Zeichencodierung Zuordnung von Zeichen zu digitalen Werten
ASCII ältere einfache Zeichencodierung
Unicode Standard für viele Zeichen weltweit
UTF-8 verbreitete Unicode-Codierung
Kompression Verkleinerung von Daten
verlustfrei Original exakt wiederherstellbar
verlustbehaftet Datenverlust zugunsten kleinerer Größe
Verschlüsselung Daten unlesbar für Unbefugte machen
Entschlüsselung verschlüsselte Daten wieder lesbar machen
TLS Schutzschicht für Übertragung
HTTPS HTTP über TLS
Zertifikat digitaler Vertrauensnachweis
CA Zertifizierungsstelle
Zertifikatskette Vertrauenskette von Serverzertifikat zu Root-CA
MIME-Type Angabe des Medientyps
Base64 Codierung von Binärdaten als Text
Hashing Bildung eines Einweg-Prüfwerts
Serialisierung Umwandlung in übertragbares Format
Deserialisierung Rückumwandlung aus übertragbarem Format

IHK-sichere Gesamtformulierung

Die Darstellungsschicht ist Schicht 6 des OSI-Modells. Sie sorgt dafür, dass Daten in einer geeigneten Form dargestellt, codiert, komprimiert, verschlüsselt oder umgewandelt werden, damit der Empfänger sie korrekt interpretieren kann. Typische Themen sind Zeichencodierung wie UTF-8, Datenformate wie JSON oder XML, Kompression wie gzip oder ZIP, Verschlüsselung mit TLS sowie Zertifikate bei HTTPS. TLS wird häufig der Darstellungsschicht zugeordnet, liegt in der Praxis aber zwischen Anwendung und Transport. Codierung, Kompression und Verschlüsselung sind voneinander zu unterscheiden.


Wichtigste Merksätze

Schicht 6 = Darstellungsschicht.

Schicht 6 = Daten darstellen,
codieren,
komprimieren
und verschlüsseln.

Darstellung bedeutet Datenrepräsentation.

Datenformat legt den Aufbau von Daten fest.

JSON und XML sind Datenformate.

Zeichencodierung übersetzt Zeichen in digitale Werte.

ASCII ist begrenzt.

Unicode umfasst viele Zeichen.

UTF-8 ist sehr verbreitet.

Falsche Codierung erzeugt Zeichenfehler.

Kompression reduziert Datenmenge.

Verlustfrei = exakt wiederherstellbar.

Verlustbehaftet = kleiner,
aber nicht exakt original.

Verschlüsselung schützt Vertraulichkeit.

Entschlüsselung macht Daten wieder lesbar.

TLS schützt Daten bei der Übertragung.

HTTPS = HTTP über TLS.

TLS ist nicht TCP.

TLS ist nicht HTTPS.

TCP transportiert.

TLS schützt.

HTTP verwendet.

Zertifikat = Vertrauensnachweis.

CA = Zertifizierungsstelle.

Zertifikatskette muss vollständig sein.

Domainname muss zum Zertifikat passen.

Zertifikat muss gültig sein.

Base64 ist Codierung,
keine Verschlüsselung.

Hashing ist keine Verschlüsselung.

MIME-Type beschreibt den Datentyp.

Serialisierung macht Daten übertragbar.

Schicht 6 ist oft eng mit Schicht 7 verbunden.