4.4 Geräte und Komponenten auf Schicht 1
Auf OSI-Schicht 1 geht es um die physische Übertragung von Bits.
Deshalb gehören zu Schicht 1 vor allem Geräte und Komponenten, die Signale senden, empfangen, verstärken, umsetzen oder weiterleiten.
Typische Schicht-1-Komponenten sind:
- Netzwerkkarte
- Hub
- Repeater
- Medienkonverter
- SFP-Modul
- Kabel
- Stecker
- Antennen
- physische Schnittstellen
Wichtig:
Schicht-1-Geräte verstehen keine IP-Adressen.
Schicht-1-Geräte treffen keine Routing-Entscheidungen.
Schicht-1-Geräte werten keine TCP- oder UDP-Ports aus.
Grundidee von Schicht-1-Komponenten
Schicht-1-Komponenten arbeiten mit Signalen.
Sie beschäftigen sich mit Fragen wie:
Kommt ein Signal an?
Ist das Signal stark genug?
Wird das Signal korrekt übertragen?
Passt das Medium?
Passt die Schnittstelle?
Besteht ein Link?
Welche Geschwindigkeit ist möglich?
Merksatz:
Schicht-1-Komponenten arbeiten mit Bits und Signalen.
Netzwerkkarte
Eine Netzwerkkarte verbindet ein Endgerät mit dem Netzwerk.
Andere Bezeichnungen:
Netzwerkadapter
NIC
Network Interface Card
Beispiele:
- Ethernet-Port am PC
- WLAN-Adapter im Notebook
- USB-LAN-Adapter
- Glasfaser-Netzwerkkarte
- Onboard-LAN-Port
Auf Schicht 1 ist die Netzwerkkarte zuständig für:
- Signale senden
- Signale empfangen
- Link erkennen
- Geschwindigkeit aushandeln
- physische Verbindung bereitstellen
Merksatz:
Netzwerkkarte = physische Schnittstelle zwischen Gerät und Netzwerk.
Netzwerkkarte und Schicht 2
Eine Netzwerkkarte hat auch Aufgaben auf Schicht 2.
Dazu gehört zum Beispiel:
- MAC-Adresse
- Ethernet-Frame-Verarbeitung
- Zugriff auf das lokale Netz
Wichtig:
Die Netzwerkkarte kann Schicht 1 und Schicht 2 betreffen.
Für Schicht 1 ist besonders wichtig:
Wie werden Bits als Signale übertragen?
Für Schicht 2 ist besonders wichtig:
Wie werden Frames mit MAC-Adressen übertragen?
Merksatz:
NIC ist physisch Schicht 1,
arbeitet aber auch mit Schicht-2-Funktionen.
Begriff: Hub
Ein Hub ist ein altes Netzwerkgerät auf OSI-Schicht 1.
Ein Hub verbindet mehrere Geräte miteinander.
Er arbeitet sehr einfach:
Ein Signal kommt an einem Port an.
Der Hub gibt dieses Signal an alle anderen Ports weiter.
Ein Hub prüft nicht:
- Ziel-MAC-Adresse
- IP-Adresse
- TCP-Port
- VLAN
- Anwendung
Merksatz:
Hub = Schicht-1-Gerät, verteilt Signale an alle Ports.
Hub-Arbeitsweise
Beispiel:
PC A sendet Daten an PC B.
Bei einem Hub passiert vereinfacht:
PC A sendet ein Signal an den Hub.
Der Hub verteilt das Signal an alle Ports.
PC B bekommt das Signal.
PC C und PC D bekommen das Signal ebenfalls.
Der Hub weiß nicht, für wen die Daten bestimmt sind.
Er verteilt nur das Signal.
Merksatz:
Hub leitet nicht gezielt weiter,
sondern verteilt an alle.
Warum ist ein Hub veraltet?
Hubs sind heute praktisch veraltet.
Nachteile:
- alle Geräte teilen sich die Bandbreite
- alle Signale werden an alle Ports verteilt
- Kollisionen sind möglich
- nur Halbduplex
- schlechte Effizienz
- einfache Mithörbarkeit im Netz
- keine MAC-Adress-Tabelle
- keine VLAN-Unterstützung
Heute werden im LAN fast immer Switches eingesetzt.
Merksatz:
Hubs wurden durch Switches ersetzt.
Hub und Kollisionsdomäne
Bei einem Hub teilen sich alle angeschlossenen Geräte dasselbe Übertragungsmedium.
Das bedeutet:
Alle Geräte befinden sich in einer gemeinsamen Kollisionsdomäne.
Wenn zwei Geräte gleichzeitig senden, kann es zu Kollisionen kommen.
Merksatz:
Hub = eine gemeinsame Kollisionsdomäne.
Hub und Broadcast-Domäne
Ein Hub trennt keine Broadcast-Domänen.
Da ein Hub nur Signale verteilt, bleiben alle angeschlossenen Geräte im selben lokalen Netzwerkbereich.
Wichtig:
Broadcast-Domänen werden typischerweise durch Router oder Layer-3-Grenzen getrennt.
VLANs können Broadcast-Domänen logisch trennen.
Ein Hub kann das nicht.
Merksatz:
Hub trennt weder Kollisionsdomänen noch Broadcast-Domänen.
Begriff: Repeater
Ein Repeater ist ein Gerät, das Signale erneut aufbereitet und weiterleitet.
Aufgabe:
Ein schwächer gewordenes Signal wird aufgenommen,
regeneriert
und weitergegeben.
Ein Repeater arbeitet auf Schicht 1.
Er versteht keine IP-Adressen.
Er versteht keine MAC-Adressen.
Merksatz:
Repeater = Signal auffrischen und weiterleiten.
Warum braucht man Repeater?
Signale werden über eine Strecke schwächer.
Das nennt man:
Dämpfung
Wenn ein Signal zu schwach wird, kann der Empfänger es nicht mehr korrekt erkennen.
Ein Repeater kann helfen, eine physische Strecke zu verlängern, indem er das Signal neu erzeugt.
Wichtig:
Ein Repeater verbessert nicht die logische Netzstruktur.
Er arbeitet nur auf Signalebene.
Merksatz:
Repeater bekämpft Signalverlust,
aber ersetzt keine saubere Netzplanung.
Repeater im Vergleich zum Hub
Ein Hub kann vereinfacht als Mehrport-Repeater betrachtet werden.
| Gerät | Aufgabe | Schicht |
|---|---|---|
| Repeater | Signal auffrischen und weitergeben | 1 |
| Hub | Signal an mehrere Ports verteilen | 1 |
Beide arbeiten auf Schicht 1.
Beide werten keine MAC-Adressen oder IP-Adressen aus.
Merksatz:
Hub = Repeater mit mehreren Ports.
Begriff: Medienkonverter
Ein Medienkonverter verbindet unterschiedliche Übertragungsmedien miteinander.
Typisches Beispiel:
Kupfer Ethernet
↔
Lichtwellenleiter Ethernet
Dabei wird zum Beispiel ein elektrisches Signal in ein optisches Signal umgesetzt.
Oder umgekehrt:
optisch
↔
elektrisch
Merksatz:
Medienkonverter = Übergang zwischen unterschiedlichen Medien.
Medienkonverter und Schicht 1
Ein Medienkonverter arbeitet hauptsächlich auf Schicht 1.
Er verändert normalerweise nicht:
- IP-Adresse
- MAC-Adresse
- TCP-Port
- UDP-Port
- Anwendung
Er sorgt dafür, dass die physische Übertragung über ein anderes Medium möglich wird.
Beispiel:
Switch mit RJ45-Port
→ Kupferkabel
→ Medienkonverter
→ Glasfaser
→ Medienkonverter
→ Kupferkabel
→ anderes Gerät
Merksatz:
Medienkonverter wandelt das Medium,
nicht die Netzwerkadresse.
Begriff: SFP-Modul
SFP steht für:
Small Form-factor Pluggable
Ein SFP-Modul ist ein steckbares Netzwerkmodul.
Es wird eingesetzt in:
- Switches
- Routern
- Firewalls
- Server-Netzwerkkarten
- Medienkonvertern
Ein SFP-Modul stellt die passende physische Schnittstelle bereit.
Beispiele:
- Glasfaser-Multimode
- Glasfaser-Singlemode
- RJ45-Kupfer
- DAC-Kabel
- AOC-Kabel
Merksatz:
SFP = steckbare physische Netzwerkschnittstelle.
SFP-Port und SFP-Modul
Ein SFP-Port ist nur der Steckplatz.
Das SFP-Modul ist die eigentliche Schnittstelle.
Beispiel:
Switch hat SFP-Port.
Glasfaser-SFP wird eingesteckt.
LC-Glasfaser-Patchkabel wird angeschlossen.
Wichtig:
Ohne passendes SFP-Modul ist der SFP-Port nicht nutzbar.
Merksatz:
SFP-Port = Steckplatz.
SFP-Modul = Schnittstelle.
SFP und Datenrate
Verschiedene Modularten unterstützen unterschiedliche Datenraten.
| Modulart | typische Datenrate |
|---|---|
| SFP | 1 Gbit/s |
| SFP+ | 10 Gbit/s |
| SFP28 | 25 Gbit/s |
| QSFP+ | 40 Gbit/s |
| QSFP28 | 100 Gbit/s |
Für AP1/AP2 ist besonders wichtig:
SFP häufig 1 Gbit/s.
SFP+ häufig 10 Gbit/s.
Merksatz:
Modul und Port müssen zur Datenrate passen.
SFP und Kompatibilität
Bei SFP-Verbindungen müssen mehrere Dinge zusammenpassen.
Wichtige Punkte:
- Datenrate
- Faserart
- Wellenlänge
- Reichweite
- Steckertyp
- Gegenstelle
- Herstellerkompatibilität
- Switch-Unterstützung
Wenn etwas nicht passt, entsteht oft kein Link.
Typische Fehler:
falsches Modul
falsche Faser
falsche Wellenlänge
TX/RX vertauscht
Modul wird vom Switch nicht unterstützt
Merksatz:
Bei SFP muss die gesamte Verbindung passen.
Kabel als Schicht-1-Komponente
Kabel gehören zur physischen Übertragung.
Beispiele:
- Twisted-Pair-Kabel
- Koaxialkabel
- Lichtwellenleiter
- Patchkabel
- Verlegekabel
- DAC-Kabel
Kabel beeinflussen:
- Signalqualität
- maximale Entfernung
- mögliche Datenrate
- Störanfälligkeit
- Dämpfung
- Link-Stabilität
Merksatz:
Kabel sind Grundlage der physischen Übertragung.
Stecker und Anschlüsse
Stecker und Anschlüsse sind ebenfalls wichtig für Schicht 1.
Beispiele:
- RJ45
- LC
- SC
- ST
- SFP-Port
- Netzwerkdose
- Patchfeld-Port
Schlechte oder verschmutzte Steckverbindungen können zu Fehlern führen.
Mögliche Folgen:
- kein Link
- instabiler Link
- viele Fehler
- niedrige Geschwindigkeit
- Paketverluste
Merksatz:
Schlechte Steckverbindungen verursachen oft Schicht-1-Probleme.
Antennen als Schicht-1-Komponente
Bei WLAN sind Antennen Teil der physischen Übertragung.
Antennen senden und empfangen elektromagnetische Wellen.
Sie beeinflussen:
- Reichweite
- Abstrahlrichtung
- Signalqualität
- Funkzellen
- Verbindungsstabilität
Wichtig:
Eine Antenne erzeugt keine zusätzliche Energie.
Sie verteilt vorhandene Energie anders.
Merksatz:
Antenne = Schicht-1-Komponente für Funkübertragung.
Access Point und Schicht 1
Ein Access Point hat Schicht-1-Funktionen.
Dazu gehören:
- Funksignale senden
- Funksignale empfangen
- Frequenzband nutzen
- Kanäle verwenden
- Signalstärke beeinflussen
- Antennen nutzen
Aber ein Access Point arbeitet nicht nur auf Schicht 1.
Er hat auch Schicht-2-Funktionen.
Zum Beispiel:
- WLAN-Frames
- MAC-Adressen
- SSID
- Authentifizierung
- Verbindung zum LAN
Merksatz:
Access Point betrifft Schicht 1 und Schicht 2.
Switch und Schicht 1
Ein Switch hat physische Ports.
Diese Ports gehören aus Sicht der Signalübertragung zu Schicht 1.
Beispiele:
- RJ45-Port
- SFP-Port
- Link-Speed
- Auto-Negotiation
- Link-Status
Die eigentliche Switch-Funktion ist aber Schicht 2.
Ein Switch leitet Ethernet-Frames anhand von MAC-Adressen weiter.
Merksatz:
Switch-Port hat Schicht-1-Anteil.
Switch-Weiterleitung ist Schicht 2.
Router und Schicht 1
Ein Router hat ebenfalls physische Schnittstellen.
Beispiele:
- Ethernet-Port
- SFP-Port
- WAN-Port
- WLAN-Funkschnittstelle
Diese physischen Anschlüsse gehören zur Übertragung auf Schicht 1.
Die eigentliche Routing-Funktion gehört aber zu Schicht 3.
Ein Router leitet IP-Pakete zwischen Netzen weiter.
Merksatz:
Router-Port hat Schicht-1-Anteil.
Routing ist Schicht 3.
Firewall und Schicht 1
Auch eine Firewall besitzt physische Schnittstellen.
Beispiele:
- LAN-Port
- WAN-Port
- DMZ-Port
- SFP-Port
Diese Ports ermöglichen die physische Verbindung.
Die eigentliche Firewall-Funktion arbeitet aber auf höheren Schichten.
Zum Beispiel:
- IP-Adressen
- Ports
- Protokolle
- Regeln
- Sitzungen
- Anwendungen
Merksatz:
Firewall-Port ist physisch.
Firewall-Regeln sind höhere Schichten.
Gerät versus Funktion
Ein Gerät kann mehrere Schichten betreffen.
Beispiel Switch:
Schicht 1:
physischer Port,
Link,
Geschwindigkeit,
Signalübertragung
Schicht 2:
MAC-Adressen,
Frames,
Switching,
VLANs
Beispiel Router:
Schicht 1:
physische Schnittstelle
Schicht 3:
IP-Adresse,
Routing,
Weiterleitung zwischen Netzen
Wichtig:
Die Schicht hängt von der betrachteten Funktion ab.
Merksatz:
Nicht nur das Gerät zählt,
sondern welche Funktion gemeint ist.
Typische Gerätezuordnung
| Gerät / Komponente | typische Schicht | Begründung |
|---|---|---|
| Kabel | 0 / 1 | physisches Medium |
| Stecker | 0 / 1 | physische Verbindung |
| Netzwerkkarte | 1 / 2 | Signalübertragung und MAC-Funktion |
| Hub | 1 | verteilt Signale |
| Repeater | 1 | regeneriert Signale |
| Medienkonverter | 1 | wandelt Übertragungsmedium |
| SFP-Modul | 1 | physische Schnittstelle |
| Access Point | 1 / 2 | Funk und WLAN-Zugriff |
| Switch | 2 | leitet Frames anhand von MAC-Adressen |
| Router | 3 | leitet IP-Pakete zwischen Netzen |
| Firewall | 3 / 4 / 7 | filtert je nach Funktion auf mehreren Schichten |
Merksatz:
Die Funktion entscheidet über die Schicht.
Schicht-1-Geräte erkennen
Ein Gerät oder eine Komponente ist Schicht 1, wenn es hauptsächlich um Folgendes geht:
- Signal
- Bitübertragung
- Medium
- Link
- Pegel
- elektrische Übertragung
- optische Übertragung
- Funkübertragung
- Geschwindigkeit
- Duplex
- physische Verbindung
Ein Gerät ist nicht nur deshalb Schicht 1, weil es einen Anschluss hat.
Beispiel:
Ein Router hat physische Anschlüsse,
aber seine Hauptfunktion ist Routing auf Schicht 3.
Merksatz:
Schicht 1 erkennt man an Signal und physischer Übertragung.
Was Schicht-1-Geräte nicht auswerten
Reine Schicht-1-Geräte werten nicht aus:
- MAC-Adressen
- IP-Adressen
- VLAN-Tags
- TCP-Ports
- UDP-Ports
- DNS-Namen
- HTTP-Inhalte
- Benutzerkonten
Beispiel Hub:
Er verteilt Signale,
ohne die Zieladresse zu beachten.
Merksatz:
Schicht 1 kennt keine logischen Adressen.
Typische Schicht-1-Fehler durch Komponenten
| Fehlerbild | mögliche Schicht-1-Ursache |
|---|---|
| kein Link | Kabel, Port, Netzwerkkarte, SFP, Strom |
| Link flapping | defektes Kabel, Wackelkontakt, SFP-Problem |
| nur 100 Mbit/s | Aderproblem, alte Komponente, schlechte Strecke |
| viele CRC-Fehler | Signalqualität, Kabel, Störung |
| LWL-Link down | TX/RX vertauscht, falsches Modul, verschmutzter Stecker |
| WLAN schwach | Antenne, Entfernung, Hindernisse, Störung |
| Medienkonverter ohne Verbindung | Strom, falsches Medium, falsche Geschwindigkeit |
Merksatz:
Physische Komponenten sind häufig Ursache für instabile Verbindungen.
Fehlersuche bei Schicht-1-Komponenten
Sinnvolle Prüffragen:
1. Ist das Gerät eingeschaltet?
2. Ist das Kabel korrekt gesteckt?
3. Leuchtet die Link-LED?
4. Ist der richtige Port verwendet?
5. Ist das Kabel beschädigt?
6. Passt das SFP-Modul?
7. Passt die Geschwindigkeit?
8. Ist TX/RX bei LWL korrekt?
9. Ist die WLAN-Signalstärke ausreichend?
10. Gibt es Fehlerzähler am Switch-Port?
Merksatz:
Bei Schicht 1 zuerst physisch prüfen,
dann logisch weitergehen.
Beispiel: Kein Link am PC
Fehlerbild:
PC hat keine Netzwerkverbindung.
Mögliche Schicht-1-Ursachen:
- Netzwerkkabel nicht gesteckt
- Patchkabel defekt
- Netzwerkdose nicht gepatcht
- Switch-Port deaktiviert
- Netzwerkkarte deaktiviert
- falscher Port
- Kabelbruch
- keine Stromversorgung beim Switch
Erst danach prüft man höhere Schichten wie:
IP-Adresse
Gateway
DNS
Firewall
Merksatz:
Ohne Link zuerst Schicht 1 prüfen.
Beispiel: Glasfaser-Link kommt nicht hoch
Fehlerbild:
Zwei Switches sind über LWL verbunden,
aber es entsteht kein Link.
Mögliche Schicht-1-Ursachen:
- falsches SFP-Modul
- SFP nicht unterstützt
- Multimode und Singlemode verwechselt
- falsche Wellenlänge
- TX und RX vertauscht
- Glasfaser defekt
- Stecker verschmutzt
- Strecke zu lang
- Dämpfung zu hoch
Merksatz:
Bei LWL zuerst Modul, Faser, TX/RX und Stecker prüfen.
Beispiel: WLAN-Verbindung instabil
Fehlerbild:
WLAN verbindet sich,
bricht aber immer wieder ab.
Mögliche Schicht-1-Ursachen:
- schwaches Signal
- große Entfernung
- ungünstige Access-Point-Position
- Störungen
- falsches Frequenzband
- überlasteter Kanal
- schlechte Antennenposition
- Hindernisse
Mögliche höhere Ursachen:
- falsches Passwort
- DHCP-Problem
- VLAN-Fehler
- Firewall-Regeln
- DNS-Problem
Merksatz:
WLAN-Fehler können Schicht 1,
Schicht 2
oder höhere Schichten betreffen.
Praktische Reihenfolge bei Netzwerkfehlern
Eine einfache Reihenfolge:
1. Stromversorgung prüfen
2. Kabel und Stecker prüfen
3. Link-LED prüfen
4. Portstatus prüfen
5. Geschwindigkeit und Duplex prüfen
6. Fehlerzähler prüfen
7. IP-Adresse prüfen
8. Gateway prüfen
9. DNS prüfen
10. Anwendung prüfen
Warum?
Wenn die physische Verbindung nicht funktioniert,
können die höheren Schichten nicht zuverlässig arbeiten.
Merksatz:
Von unten nach oben prüfen.
Einordnung nach OSI-Schichten
| Prüfung | typische Schicht |
|---|---|
| Kabel gesteckt? | 1 |
| Link-LED an? | 1 |
| Geschwindigkeit ausgehandelt? | 1 |
| MAC-Adresse sichtbar? | 2 |
| VLAN korrekt? | 2 |
| IP-Adresse vorhanden? | 3 |
| Gateway erreichbar? | 3 |
| TCP-Port offen? | 4 |
| DNS-Auflösung funktioniert? | 7 |
| Webseite lädt? | 7 |
Merksatz:
Erst Link,
dann MAC,
dann IP,
dann Dienst.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Welche Geräte arbeiten auf Schicht 1?
- Warum arbeitet ein Hub auf Schicht 1?
- Was macht ein Repeater?
- Was macht ein Medienkonverter?
- Was ist ein SFP-Modul?
- Warum ist ein Switch nicht einfach ein Schicht-1-Gerät?
- Warum kann ein Gerät mehrere Schichten betreffen?
- Welche Schicht hat ein Router?
- Welche Schicht hat ein Hub?
- Warum entscheidet die Funktion über die Schicht?
- Welche Schicht prüft man bei fehlendem Link zuerst?
Typische Prüfungsfallen
Ein Hub ist kein Switch.
Ein Hub arbeitet auf Schicht 1.
Ein Switch arbeitet typischerweise auf Schicht 2.
Ein Router arbeitet typischerweise auf Schicht 3.
Ein Medienkonverter arbeitet hauptsächlich auf Schicht 1.
Ein SFP-Port ist nicht dasselbe wie ein SFP-Modul.
Ein Gerät kann mehrere Schichten betreffen.
Die betrachtete Funktion entscheidet über die Schicht.
Reine Schicht-1-Geräte kennen keine MAC-Adressen.
Reine Schicht-1-Geräte kennen keine IP-Adressen.
Kein Link ist zuerst ein Schicht-1-Problem.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Schicht-1-Komponente | Komponente für physische Bit- und Signalübertragung |
| Netzwerkkarte | Schnittstelle zwischen Endgerät und Netzwerk |
| NIC | Network Interface Card |
| Hub | verteilt Signale an alle Ports |
| Repeater | regeneriert und verstärkt Signale |
| Medienkonverter | wandelt zwischen Übertragungsmedien |
| SFP | steckbares Netzwerkmodul |
| SFP-Port | Steckplatz für ein SFP-Modul |
| SFP-Modul | physische Schnittstelle für Kupfer oder Glasfaser |
| Kabel | physisches Übertragungsmedium |
| Stecker | physische Verbindung zwischen Komponenten |
| Antenne | sendet und empfängt Funkwellen |
| Access Point | WLAN-Zugangspunkt, betrifft Schicht 1 und 2 |
| Switch | leitet Frames anhand von MAC-Adressen weiter |
| Router | leitet IP-Pakete zwischen Netzen weiter |
| Firewall | filtert Datenverkehr je nach Funktion auf mehreren Schichten |
| Link | aktive physische Verbindung |
| Link flapping | instabile physische Verbindung |
| Kollisionsdomäne | Bereich, in dem Kollisionen auftreten können |
IHK-sichere Kurzformulierung
Zu OSI-Schicht 1 gehören Geräte und Komponenten, die für die physische Übertragung von Bits als Signale zuständig sind. Dazu zählen zum Beispiel Netzwerkkarten, Hubs, Repeater, Medienkonverter, SFP-Module, Kabel, Stecker und Antennen. Ein Hub arbeitet auf Schicht 1, weil er eingehende Signale an alle Ports weitergibt, ohne MAC- oder IP-Adressen auszuwerten. Ein Switch besitzt zwar physische Ports, seine eigentliche Weiterleitungsfunktion arbeitet aber auf Schicht 2 anhand von MAC-Adressen. Bei der Schichtzuordnung ist deshalb immer die betrachtete Funktion entscheidend.
Merksätze
Schicht 1 = Bits und Signale.
Schicht-1-Geräte arbeiten mit physischer Übertragung.
Hub = Schicht 1.
Repeater = Schicht 1.
Medienkonverter = hauptsächlich Schicht 1.
SFP-Modul = physische Schnittstelle.
Kabel und Stecker sind physische Komponenten.
Antennen gehören zur Funkübertragung.
Access Point betrifft Schicht 1 und 2.
Switch-Port hat Schicht-1-Anteil.
Switch-Weiterleitung ist Schicht 2.
Router-Port hat Schicht-1-Anteil.
Routing ist Schicht 3.
Die Funktion entscheidet über die Schicht.
Reine Schicht-1-Geräte kennen keine MAC-Adressen.
Reine Schicht-1-Geräte kennen keine IP-Adressen.
Kein Link bedeutet zuerst Schicht 1 prüfen.
Erst physisch prüfen,
dann logisch weitergehen.