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7.3 Ports, Dienste und typische Standardports

Ports gehören zu OSI-Schicht 4.

Sie dienen dazu, Daten auf einem Gerät der richtigen Anwendung oder dem richtigen Dienst zuzuordnen.

Eine IP-Adresse zeigt:

zu welchem Gerät?

Ein Port zeigt:

zu welchem Dienst auf diesem Gerät?

Beispiel:

192.168.10.50:443

Bedeutung:

Gerät:
192.168.10.50

Dienst:
Port 443

Merksatz:

IP bringt zum Gerät.
Port bringt zum Dienst.

Warum braucht man Ports?

Ein Server kann viele Dienste gleichzeitig anbieten.

Beispiel:

Dienst Port
SSH 22
DNS 53
HTTP 80
HTTPS 443
RDP 3389

Alle Dienste können auf derselben IP-Adresse laufen.

Die Portnummer entscheidet, welcher Dienst angesprochen wird.

Merksatz:

Mehrere Dienste auf einer IP-Adresse werden durch Ports unterschieden.

Portnummern

Portnummern sind 16 Bit groß.

Deshalb gibt es Portnummern von:

0

bis:

65535

Insgesamt sind das:

65536 mögliche Werte

Wichtig:

TCP und UDP haben jeweils eigene Portbereiche.

Das bedeutet:

TCP 53
und
UDP 53

sind technisch getrennte Kommunikationsmöglichkeiten.

Merksatz:

Portnummern gehen von 0 bis 65535.

TCP-Port und UDP-Port unterscheiden

Ein Port muss immer zusammen mit dem Transportprotokoll betrachtet werden.

Beispiel:

TCP 53
UDP 53

Beide können DNS betreffen, aber technisch sind sie nicht dasselbe.

Eine Firewall-Regel für TCP 53 erlaubt nicht automatisch UDP 53.

Eine Portweiterleitung für UDP 53 leitet nicht automatisch TCP 53 weiter.

Merksatz:

Portnummer immer mit TCP oder UDP nennen.

Portbereiche

Portnummern werden grob in drei Bereiche eingeteilt.

Bereich Portnummern Bedeutung
Well-Known Ports 0 – 1023 bekannte Standarddienste
Registered Ports 1024 – 49151 registrierte Anwendungsports
Dynamic / Ephemeral Ports 49152 – 65535 temporäre Client-Ports

Merksatz:

0–1023 bekannt,
1024–49151 registriert,
49152–65535 temporär.

Well-Known Ports

Well-Known Ports sind bekannte Standardports.

Sie werden für häufig genutzte Netzwerkdienste verwendet.

Beispiele:

Dienst Protokoll Port
FTP Steuerverbindung TCP 21
SSH TCP 22
Telnet TCP 23
SMTP TCP 25
DNS TCP / UDP 53
DHCP Server UDP 67
DHCP Client UDP 68
HTTP TCP 80
POP3 TCP 110
IMAP TCP 143
NTP UDP 123
HTTPS TCP 443

Merksatz:

Well-Known Ports sind prüfungsrelevant.

Registered Ports

Registered Ports liegen im Bereich:

1024 bis 49151

Sie werden häufig von Anwendungen, Herstellern oder Diensten genutzt.

Beispiele:

Dienst / Anwendung Protokoll Port
MySQL / MariaDB TCP 3306
RDP TCP 3389
PostgreSQL TCP 5432
VNC TCP 5900
HTTP-Alternative TCP 8080
HTTPS-Alternative TCP 8443

Wichtig:

Nicht jeder Port in diesem Bereich ist automatisch sicher oder unsicher.
Entscheidend ist, welcher Dienst dort tatsächlich läuft.

Merksatz:

Registered Ports werden häufig von Anwendungen genutzt.

Dynamic oder Ephemeral Ports

Dynamic Ports werden auch Ephemeral Ports genannt.

Sie liegen häufig im Bereich:

49152 bis 65535

Clients nutzen diese Ports meistens als temporäre Quell-Ports.

Beispiel:

Client:
192.168.10.20:52344

Server:
93.184.216.34:443

Der Client nutzt Port 52344 nur vorübergehend für diese Verbindung.

Merksatz:

Ephemeral Port = temporärer Client-Port.

Quell-Port und Ziel-Port

Ein TCP- oder UDP-Header enthält:

Quell-Port
Ziel-Port

Beispiel HTTPS:

Client:
192.168.10.20:52344

Server:
93.184.216.34:443

Dabei ist:

52344 = Quell-Port des Clients
443 = Ziel-Port des Servers

Merksatz:

Ziel-Port zeigt den gewünschten Dienst.
Quell-Port hilft bei der Rückzuordnung.

Warum ist der Quell-Port wichtig?

Ein Client kann mehrere Verbindungen gleichzeitig öffnen.

Beispiel:

Browser-Tab 1 zu HTTPS
Browser-Tab 2 zu HTTPS
Update-Dienst zu HTTPS
Cloud-Sync zu HTTPS

Alle können zu Port 443 gehen.

Der Client nutzt unterschiedliche Quell-Ports, damit Antworten korrekt zugeordnet werden.

Merksatz:

Quell-Ports unterscheiden gleichzeitige Verbindungen eines Clients.

Socket

Ein Socket besteht aus:

IP-Adresse
und
Port

Beispiel:

192.168.10.20:52344

Bei TCP-Verbindungen ist die Verbindung eindeutig über:

Quell-IP
Quell-Port
Ziel-IP
Ziel-Port
Protokoll

Beispiel:

192.168.10.20:52344
→ 93.184.216.34:443
TCP

Merksatz:

Socket = IP-Adresse plus Port.

Dienst hört auf einem Port

Ein Dienst muss auf einem Port lauschen, damit Verbindungen oder Anfragen angenommen werden können.

Beispiel:

Webserver hört auf TCP 443.

Das bedeutet:

Der Dienst wartet auf HTTPS-Verbindungen.

Wenn kein Dienst auf einem Port lauscht, ist der Port aus Sicht des Clients geschlossen.

Merksatz:

Dienst muss auf dem Port lauschen.

LISTEN und ESTABLISHED

Bei TCP sind zwei Zustände besonders wichtig.

Zustand Bedeutung
LISTEN Dienst wartet auf eingehende Verbindungen
ESTABLISHED Verbindung besteht

Beispiel:

Webserver im Zustand LISTEN auf TCP 443

bedeutet:

Der Webserver wartet auf HTTPS-Verbindungen.

Merksatz:

LISTEN = Dienst wartet.
ESTABLISHED = Verbindung steht.

Offener Port

Ein Port ist offen, wenn ein Dienst dort erreichbar ist.

Beispiel:

TCP 443 offen

Bedeutung:

Ein Dienst nimmt TCP-Verbindungen auf Port 443 an.

Aber:

Ein offener Port beweist nicht automatisch,
dass die Anwendung korrekt funktioniert.

Merksatz:

Offener Port = Dienst grundsätzlich erreichbar.

Geschlossener Port

Ein Port ist geschlossen, wenn kein Dienst auf diesem Port lauscht.

Beispiel:

Server ist per Ping erreichbar.
TCP 22 ist geschlossen.

Bedeutung:

Der Host ist erreichbar,
aber SSH läuft dort nicht oder nicht auf Port 22.

Merksatz:

Geschlossener Port heißt nicht:
Gerät ist offline.

Gefilterter Port

Ein Port wirkt gefiltert, wenn eine Firewall Pakete blockiert oder verwirft.

Typisch:

keine klare Antwort
Timeout
Verbindung bleibt hängen

Mögliche Ursachen:

- Firewall blockiert
- Paketfilter verwirft still
- NAT-Regel fehlt
- Rückweg fehlt
- Security-Gruppe blockiert

Merksatz:

Gefiltert bedeutet häufig:
Firewall oder Paketfilter im Weg.

Portstatus im Vergleich

Status Bedeutung
offen Dienst antwortet oder nimmt Verbindung an
geschlossen Host erreichbar, aber kein Dienst auf diesem Port
gefiltert keine klare Antwort, oft Firewall
offen, aber Anwendung fehlerhaft Port erreichbar, Dienstproblem auf höherer Schicht

Merksatz:

Portstatus hilft,
Schicht 4 von höheren Schichten zu trennen.

Wichtige Standardports

Dienst Protokoll Port Zweck
FTP TCP 21 Dateiübertragung Steuerverbindung
SSH TCP 22 sicherer Fernzugriff
Telnet TCP 23 unsicherer Fernzugriff
SMTP TCP 25 E-Mail-Versand zwischen Servern
DNS TCP / UDP 53 Namensauflösung
DHCP Server UDP 67 IP-Konfiguration anbieten
DHCP Client UDP 68 IP-Konfiguration empfangen
HTTP TCP 80 unverschlüsselte Webübertragung
POP3 TCP 110 E-Mail-Abruf
NTP UDP 123 Zeitsynchronisation
IMAP TCP 143 E-Mail-Abruf und Verwaltung
HTTPS TCP 443 verschlüsselte Webübertragung
RDP TCP 3389 Windows-Remote-Desktop

Merksatz:

HTTP 80,
HTTPS 443,
SSH 22,
DNS 53,
DHCP 67/68.

FTP

FTP steht für:

File Transfer Protocol

Typischer Port:

TCP 21

FTP dient der Dateiübertragung.

Wichtig:

Klassisches FTP ist unverschlüsselt.
Benutzername, Passwort und Daten können ohne Schutz übertragen werden.

Sichere Alternativen sind zum Beispiel:

SFTP
FTPS

Merksatz:

FTP = TCP 21,
klassisch unverschlüsselt.

SSH

SSH steht für:

Secure Shell

Typischer Port:

TCP 22

SSH wird genutzt für:

- sicheren Fernzugriff
- Administration von Servern
- sichere Kommandozeile
- Tunnel
- Dateiübertragung über SFTP

Merksatz:

SSH = TCP 22,
verschlüsselter Fernzugriff.

Telnet

Telnet nutzt typischerweise:

TCP 23

Telnet ist ein älteres Fernzugriffsprotokoll.

Problem:

Telnet ist unverschlüsselt.

Deshalb sollte Telnet in modernen Netzwerken nicht für administrative Zugriffe verwendet werden.

Merksatz:

Telnet = TCP 23,
unsicher und unverschlüsselt.

SMTP

SMTP steht für:

Simple Mail Transfer Protocol

Typischer Port:

TCP 25

SMTP wird für den E-Mail-Transport verwendet, besonders zwischen Mailservern.

Weitere Mailports können sein:

587 für Mail Submission
465 für SMTPS

Für AP1/AP2 ist besonders wichtig:

SMTP = Mailversand

Merksatz:

SMTP = E-Mail-Versand.

POP3

POP3 steht für:

Post Office Protocol Version 3

Typischer Port:

TCP 110

POP3 dient dem Abruf von E-Mails.

Häufig werden Mails dabei vom Server heruntergeladen.

Verschlüsselte Variante:

POP3S über TCP 995

Merksatz:

POP3 = E-Mail-Abruf.

IMAP

IMAP steht für:

Internet Message Access Protocol

Typischer Port:

TCP 143

IMAP dient ebenfalls dem Abruf und der Verwaltung von E-Mails.

Im Unterschied zu POP3 bleiben Mails häufig auf dem Server und werden zwischen Geräten synchronisiert.

Verschlüsselte Variante:

IMAPS über TCP 993

Merksatz:

IMAP = E-Mail-Verwaltung auf dem Server.

SMTP, POP3 und IMAP unterscheiden

Protokoll Richtung / Zweck typischer Port
SMTP E-Mail senden / transportieren TCP 25
POP3 E-Mail abrufen TCP 110
IMAP E-Mail abrufen und verwalten TCP 143

Merksatz:

SMTP sendet.
POP3 und IMAP holen ab.

DNS

DNS steht für:

Domain Name System

DNS ordnet Namen IP-Adressen zu.

Typischer Port:

UDP 53

DNS kann auch nutzen:

TCP 53

Beispiele für TCP bei DNS:

- große Antworten
- Zonentransfers
- bestimmte DNSSEC-Fälle

Merksatz:

DNS = UDP 53 häufig,
TCP 53 ebenfalls möglich.

DHCP

DHCP steht für:

Dynamic Host Configuration Protocol

DHCP vergibt automatisch IP-Konfigurationen.

Wichtige Ports:

Rolle Protokoll Port
DHCP-Server UDP 67
DHCP-Client UDP 68

DHCP vergibt zum Beispiel:

- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Gateway
- DNS-Server

Merksatz:

DHCP = UDP 67 und 68.

HTTP

HTTP steht für:

Hypertext Transfer Protocol

Typischer Port:

TCP 80

HTTP wird für Webseiten und Webdienste verwendet.

Wichtig:

HTTP ist unverschlüsselt.

Heute wird für Webseiten meist HTTPS bevorzugt.

Merksatz:

HTTP = TCP 80,
unverschlüsselt.

HTTPS

HTTPS steht für:

Hypertext Transfer Protocol Secure

Typischer Port:

TCP 443

HTTPS nutzt Verschlüsselung über TLS.

HTTPS schützt unter anderem:

- Vertraulichkeit
- Integrität
- Serverauthentizität über Zertifikate

Merksatz:

HTTPS = TCP 443,
HTTP mit TLS-Verschlüsselung.

NTP

NTP steht für:

Network Time Protocol

Typischer Port:

UDP 123

NTP dient zur Zeitsynchronisation.

Warum wichtig?

Viele IT-Funktionen benötigen korrekte Zeit.

Beispiele:

- Zertifikate
- Kerberos
- Logs
- Monitoring
- Dateisynchronisation

Merksatz:

NTP = UDP 123,
Zeitsynchronisation.

RDP

RDP steht für:

Remote Desktop Protocol

Typischer Port:

TCP 3389

RDP wird häufig für grafischen Fernzugriff auf Windows-Systeme genutzt.

Wichtig:

RDP sollte nicht ungeschützt direkt ins Internet geöffnet werden.

Besser:

VPN
Zugriffsbeschränkung
Multi-Faktor-Authentifizierung
sichere Gateway-Lösungen

Merksatz:

RDP = TCP 3389,
Fernzugriff sorgfältig absichern.

Sichere und unsichere Protokolle

Einige ältere Protokolle übertragen Daten unverschlüsselt.

eher unsicher / unverschlüsselt sicherere Alternative
Telnet SSH
FTP SFTP oder FTPS
HTTP HTTPS
POP3 POP3S
IMAP IMAPS
SMTP ohne TLS SMTP mit STARTTLS oder SMTPS

Merksatz:

Für Administration und sensible Daten verschlüsselte Protokolle nutzen.

Ports und Firewall-Regeln

Firewalls arbeiten häufig mit IP-Adressen und Ports.

Beispiel-Regel:

Erlaube TCP 443
von Client-Netz
zum Internet

Bedeutung:

HTTPS-Verbindungen nach außen sind erlaubt.

Andere Ports können weiterhin blockiert sein.

Merksatz:

Firewall-Regel = Quelle, Ziel, Protokoll, Port, Aktion.

Firewall-Regel vollständig denken

Eine sinnvolle Firewall-Regel enthält:

- Quelle
- Ziel
- Protokoll
- Port
- Richtung
- Aktion
- Kommentar oder Zweck

Beispiel:

Quelle:
Mitarbeiter-VLAN

Ziel:
Internet

Protokoll:
TCP

Port:
443

Aktion:
erlauben

Merksatz:

Nicht nur Port nennen,
sondern Quelle, Ziel und Protokoll.

TCP und UDP bei Firewall-Regeln

Ports müssen bei Firewalls mit TCP oder UDP angegeben werden.

Beispiel DNS:

UDP 53 erlauben
TCP 53 erlauben, wenn benötigt

Beispiel HTTPS:

TCP 443 erlauben

Beispiel HTTP/3:

UDP 443 kann zusätzlich relevant sein

Prüfungsfalle:

TCP 53 erlaubt nicht automatisch UDP 53.

Merksatz:

Firewall-Regeln brauchen Protokoll und Port.

Ports und Portweiterleitung

Bei Portweiterleitungen muss ebenfalls das richtige Protokoll gewählt werden.

Beispiel Webserver:

TCP 80
TCP 443

Beispiel DNS-Server:

UDP 53
TCP 53

Beispiel Spielserver:

je nach Anwendung TCP oder UDP

Merksatz:

Portweiterleitung muss TCP oder UDP korrekt treffen.

Portweiterleitung und Dienst

Eine Portweiterleitung funktioniert nur, wenn mehrere Dinge passen.

Prüfpunkte:

- öffentliche Erreichbarkeit vorhanden?
- kein CGNAT?
- externer Port korrekt?
- internes Ziel korrekt?
- internes Ziel hört auf dem Port?
- Firewall erlaubt?
- Dienst läuft?
- DNS zeigt auf richtige IP?

Merksatz:

Portweiterleitung reicht nicht,
wenn der Dienst nicht läuft oder blockiert wird.

Ports und NAT/PAT

PAT nutzt Port-Zuordnungen.

Beispiel:

Intern Extern
192.168.10.20:52344 93.184.100.10:40001
192.168.10.30:52344 93.184.100.10:40002

Dadurch können mehrere interne Geräte dieselbe öffentliche IP-Adresse nutzen.

Merksatz:

PAT unterscheidet Verbindungen über Ports.

Ports und Dienste prüfen

Typische Fragen bei der Prüfung eines Dienstes:

Ist der Host per IP erreichbar?
Ist der richtige Port offen?
Nutzt der Dienst TCP oder UDP?
Läuft der Dienst wirklich?
Hört der Dienst auf der richtigen Schnittstelle?
Blockiert eine Firewall?
Gibt es NAT oder Portweiterleitung?
Ist die Anwendung korrekt konfiguriert?

Merksatz:

Dienstproblem = IP, Port, Protokoll, Firewall und Anwendung prüfen.

Ping und Porttest unterscheiden

Ping nutzt ICMP.

Ping prüft keine TCP- oder UDP-Ports.

Beispiel:

ping server funktioniert

Das bedeutet nicht automatisch:

TCP 443 ist offen.

Um Ports zu prüfen, braucht man andere Tests.

Beispiele sinngemäß:

Verbindung zu TCP-Port testen
Dienstabfrage durchführen
Portscan kontrolliert einsetzen
Logs prüfen

Merksatz:

Ping prüft IP.
Porttest prüft Schicht 4.

Portscan

Ein Portscan prüft, welche Ports auf einem Ziel erreichbar sind.

Er kann nützlich sein für:

- Administration
- Fehlersuche
- Sicherheitsprüfung
- Inventarisierung

Aber:

Portscans dürfen nur in erlaubten Netzen durchgeführt werden.

Unberechtigte Scans können als Angriff gewertet werden.

Merksatz:

Portscan nur mit Berechtigung durchführen.

Port offen heißt nicht automatisch sicher

Ein offener Port bedeutet:

Dort ist ein Dienst erreichbar.

Das sagt noch nicht:

ob der Dienst sicher konfiguriert ist
ob er aktuell ist
ob die Authentifizierung stark ist
ob Schwachstellen vorhanden sind

Beispiel:

SSH offen kann normal sein.
SSH mit schwachem Passwort ist gefährlich.

Merksatz:

Sicherheit hängt nicht nur vom Port,
sondern vom Dienst ab.

Port geschlossen heißt nicht automatisch geschützt

Ein geschlossener Port bedeutet:

Auf diesem Port lauscht aktuell kein Dienst.

Aber:

andere Ports können offen sein.
Dienste können später gestartet werden.
Firewall-Regeln können sich ändern.
interne Angriffe können andere Wege nutzen.

Merksatz:

Geschlossene Ports sind gut,
ersetzen aber kein Sicherheitskonzept.

Prinzip: Nur notwendige Ports öffnen

Ein wichtiges Sicherheitsprinzip lautet:

Nur notwendige Dienste und Ports freigeben.

Das reduziert die Angriffsfläche.

Beispiele:

SSH nur für Admin-Netz erlauben.
Datenbank nicht direkt ins Internet öffnen.
RDP nur über VPN bereitstellen.
Webserver nur mit benötigten Ports freigeben.
Gastnetz von internen Diensten trennen.

Merksatz:

Weniger offene Ports = kleinere Angriffsfläche.

Typische Port-Fehler

Typische Fehler sind:

- falscher Port
- falsches Protokoll TCP statt UDP
- falsches Protokoll UDP statt TCP
- Dienst läuft nicht
- Dienst hört nur auf localhost
- Firewall blockiert
- NAT-Regel fehlt
- Portweiterleitung falsch
- DNS zeigt auf falschen Server
- Reverse Proxy nutzt falschen Zielport
- Client nutzt alten Port

Merksatz:

Portprobleme sind oft Konfigurationsfehler zwischen Dienst, Firewall und NAT.

Beispiel: HTTPS funktioniert nicht

Fehlerbild:

Server ist per Ping erreichbar.
Webseite öffnet nicht über HTTPS.

Mögliche Ursachen:

- TCP 443 geschlossen
- Firewall blockiert TCP 443
- Webserver läuft nicht
- Webserver hört auf anderem Port
- TLS-Zertifikat fehlerhaft
- Reverse Proxy falsch
- DNS zeigt auf falsche IP
- NAT-Portweiterleitung falsch

Merksatz:

Ping geht,
HTTPS nicht:
TCP 443 und Anwendung prüfen.

Beispiel: DNS funktioniert nicht

Fehlerbild:

Internet-IP ist erreichbar.
Namen werden nicht aufgelöst.

Mögliche Ursachen:

- DNS-Server falsch
- UDP 53 blockiert
- TCP 53 blockiert bei großen Antworten
- DNS-Dienst läuft nicht
- Firewall blockiert
- falsche DNS-Zone
- DNS-Cache fehlerhaft

Merksatz:

DNS braucht Namensdienst und passende Ports.

Beispiel: DHCP funktioniert nicht

Fehlerbild:

Client bekommt keine IP-Adresse.

Mögliche Ursachen:

- DHCP-Server nicht erreichbar
- UDP 67/68 blockiert
- falsches VLAN
- DHCP-Relay fehlt
- DHCP-Bereich erschöpft
- DHCP-Dienst läuft nicht
- Trunk transportiert VLAN nicht

Merksatz:

DHCP-Probleme können Schicht 2, 3, 4 und 7 berühren.

Beispiel: SSH funktioniert nicht

Fehlerbild:

Server ist erreichbar,
aber SSH-Verbindung klappt nicht.

Mögliche Ursachen:

- TCP 22 geschlossen
- SSH-Dienst läuft nicht
- Firewall blockiert
- SSH hört auf anderem Port
- Zugriff nur aus bestimmten Netzen erlaubt
- Benutzer oder Schlüssel falsch
- Fail2ban oder Schutzsystem blockiert

Merksatz:

SSH braucht TCP-Port,
laufenden Dienst
und gültige Anmeldung.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
IP-Adresse 3
Routing 3
TCP 4
UDP 4
Port 4
Socket 4 mit IP-Bezug
DNS-Dienst 7, nutzt TCP/UDP 53
DHCP-Dienst 7, nutzt UDP 67/68
HTTP 7, nutzt TCP 80
HTTPS 7, nutzt TCP 443
SSH 7, nutzt TCP 22
Firewall nach Port 3 / 4
NAT/PAT 3 / 4

Merksatz:

Port = Schicht 4.
Dienst = höhere Schicht.

Was Ports nicht leisten

Ports lösen nicht automatisch:

- Namensauflösung
- Authentifizierung
- Verschlüsselung
- Benutzerrechte
- Dienstkonfiguration
- Zertifikatsprüfung
- Anwendungslogik
- Routing
- VLAN-Zuordnung

Ports sagen nur:

welcher Dienst angesprochen werden soll.

Merksatz:

Port erreichbar heißt nicht:
Anwendung korrekt.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Was ist ein Port?
- Warum braucht man Ports?
- Was ist der Unterschied zwischen IP-Adresse und Port?
- Was ist der Unterschied zwischen Switch-Port und TCP-Port?
- In welchem Bereich liegen Portnummern?
- Was sind Well-Known Ports?
- Was sind Ephemeral Ports?
- Welche Ports nutzen HTTP, HTTPS, SSH, DNS und DHCP?
- Warum muss man bei Portfreigaben TCP und UDP unterscheiden?
- Was bedeutet offener, geschlossener oder gefilterter Port?
- Warum kann Ping funktionieren, aber ein Dienst nicht?
- Warum sollte man nur notwendige Ports öffnen?

Typische Prüfungsfallen

Port gehört zu Schicht 4.

Dienst gehört zu höheren Schichten.

IP-Adresse zeigt zum Gerät.

Port zeigt zum Dienst.

Switch-Port ist nicht TCP-Port.

TCP-Port und UDP-Port sind getrennt.

Portnummern gehen von 0 bis 65535.

Well-Known Ports = 0 bis 1023.

Ephemeral Ports = temporäre Client-Ports.

HTTP = TCP 80.

HTTPS = TCP 443.

SSH = TCP 22.

DNS = UDP 53 und TCP 53.

DHCP = UDP 67 und 68.

NTP = UDP 123.

RDP = TCP 3389.

Ping nutzt ICMP und prüft keine Ports.

Firewall-Regeln brauchen Protokoll und Port.

Portweiterleitung braucht richtiges Protokoll.

Offener Port bedeutet nicht automatisch sichere Anwendung.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
Port logische Dienstnummer auf Schicht 4
TCP-Port Port für TCP-Kommunikation
UDP-Port Port für UDP-Kommunikation
Switch-Port physischer Anschluss am Switch
Quell-Port Port des Absenders
Ziel-Port Port des gewünschten Dienstes
Socket IP-Adresse plus Port
Well-Known Port Port 0 bis 1023
Registered Port Port 1024 bis 49151
Ephemeral Port temporärer Client-Port
LISTEN Dienst wartet auf Verbindung
ESTABLISHED Verbindung besteht
offener Port Dienst erreichbar
geschlossener Port kein Dienst lauscht
gefilterter Port Firewall oder Filter blockiert
Portweiterleitung externer Port wird intern weitergeleitet
Portscan Prüfung erreichbarer Ports

IHK-sichere Kurzformulierung

Ports sind logische Dienstnummern auf OSI-Schicht 4. Sie werden zusammen mit TCP oder UDP verwendet, um Daten auf einem Gerät dem richtigen Dienst zuzuordnen. Eine IP-Adresse identifiziert das Gerät, der Port identifiziert den Dienst auf diesem Gerät. Portnummern reichen von 0 bis 65535 und werden in Well-Known Ports, Registered Ports und Dynamic beziehungsweise Ephemeral Ports eingeteilt. TCP- und UDP-Ports sind getrennt zu betrachten. Firewall-Regeln und Portweiterleitungen müssen deshalb immer das richtige Protokoll und den richtigen Port berücksichtigen.


Merksätze

Port = logische Dienstnummer.

Port gehört zu Schicht 4.

IP bringt zum Gerät.

Port bringt zum Dienst.

Switch-Port ist physisch.

TCP-/UDP-Port ist logisch.

TCP-Port und UDP-Port sind nicht dasselbe.

Portnummern gehen von 0 bis 65535.

Well-Known Ports = 0 bis 1023.

Registered Ports = 1024 bis 49151.

Ephemeral Ports = 49152 bis 65535.

Ziel-Port zeigt den Dienst.

Quell-Port hilft bei der Rückzuordnung.

Socket = IP-Adresse plus Port.

LISTEN = Dienst wartet.

ESTABLISHED = Verbindung steht.

HTTP = TCP 80.

HTTPS = TCP 443.

SSH = TCP 22.

DNS = UDP 53 und TCP 53.

DHCP = UDP 67 und 68.

NTP = UDP 123.

RDP = TCP 3389.

Ping prüft keine Ports.

Firewall-Regel braucht Quelle, Ziel, Protokoll und Port.

Portweiterleitung braucht richtiges Protokoll.

Nur notwendige Ports öffnen.

Offener Port heißt nicht automatisch sicher.

Port erreichbar heißt nicht automatisch:
Anwendung funktioniert.