7.3 Ports, Dienste und typische Standardports
Ports gehören zu OSI-Schicht 4.
Sie dienen dazu, Daten auf einem Gerät der richtigen Anwendung oder dem richtigen Dienst zuzuordnen.
Eine IP-Adresse zeigt:
zu welchem Gerät?
Ein Port zeigt:
zu welchem Dienst auf diesem Gerät?
Beispiel:
192.168.10.50:443
Bedeutung:
Gerät:
192.168.10.50
Dienst:
Port 443
Merksatz:
IP bringt zum Gerät.
Port bringt zum Dienst.
Warum braucht man Ports?
Ein Server kann viele Dienste gleichzeitig anbieten.
Beispiel:
| Dienst | Port |
|---|---|
| SSH | 22 |
| DNS | 53 |
| HTTP | 80 |
| HTTPS | 443 |
| RDP | 3389 |
Alle Dienste können auf derselben IP-Adresse laufen.
Die Portnummer entscheidet, welcher Dienst angesprochen wird.
Merksatz:
Mehrere Dienste auf einer IP-Adresse werden durch Ports unterschieden.
Portnummern
Portnummern sind 16 Bit groß.
Deshalb gibt es Portnummern von:
0
bis:
65535
Insgesamt sind das:
65536 mögliche Werte
Wichtig:
TCP und UDP haben jeweils eigene Portbereiche.
Das bedeutet:
TCP 53
und
UDP 53
sind technisch getrennte Kommunikationsmöglichkeiten.
Merksatz:
Portnummern gehen von 0 bis 65535.
TCP-Port und UDP-Port unterscheiden
Ein Port muss immer zusammen mit dem Transportprotokoll betrachtet werden.
Beispiel:
TCP 53
UDP 53
Beide können DNS betreffen, aber technisch sind sie nicht dasselbe.
Eine Firewall-Regel für TCP 53 erlaubt nicht automatisch UDP 53.
Eine Portweiterleitung für UDP 53 leitet nicht automatisch TCP 53 weiter.
Merksatz:
Portnummer immer mit TCP oder UDP nennen.
Portbereiche
Portnummern werden grob in drei Bereiche eingeteilt.
| Bereich | Portnummern | Bedeutung |
|---|---|---|
| Well-Known Ports | 0 – 1023 | bekannte Standarddienste |
| Registered Ports | 1024 – 49151 | registrierte Anwendungsports |
| Dynamic / Ephemeral Ports | 49152 – 65535 | temporäre Client-Ports |
Merksatz:
0–1023 bekannt,
1024–49151 registriert,
49152–65535 temporär.
Well-Known Ports
Well-Known Ports sind bekannte Standardports.
Sie werden für häufig genutzte Netzwerkdienste verwendet.
Beispiele:
| Dienst | Protokoll | Port |
|---|---|---|
| FTP Steuerverbindung | TCP | 21 |
| SSH | TCP | 22 |
| Telnet | TCP | 23 |
| SMTP | TCP | 25 |
| DNS | TCP / UDP | 53 |
| DHCP Server | UDP | 67 |
| DHCP Client | UDP | 68 |
| HTTP | TCP | 80 |
| POP3 | TCP | 110 |
| IMAP | TCP | 143 |
| NTP | UDP | 123 |
| HTTPS | TCP | 443 |
Merksatz:
Well-Known Ports sind prüfungsrelevant.
Registered Ports
Registered Ports liegen im Bereich:
1024 bis 49151
Sie werden häufig von Anwendungen, Herstellern oder Diensten genutzt.
Beispiele:
| Dienst / Anwendung | Protokoll | Port |
|---|---|---|
| MySQL / MariaDB | TCP | 3306 |
| RDP | TCP | 3389 |
| PostgreSQL | TCP | 5432 |
| VNC | TCP | 5900 |
| HTTP-Alternative | TCP | 8080 |
| HTTPS-Alternative | TCP | 8443 |
Wichtig:
Nicht jeder Port in diesem Bereich ist automatisch sicher oder unsicher.
Entscheidend ist, welcher Dienst dort tatsächlich läuft.
Merksatz:
Registered Ports werden häufig von Anwendungen genutzt.
Dynamic oder Ephemeral Ports
Dynamic Ports werden auch Ephemeral Ports genannt.
Sie liegen häufig im Bereich:
49152 bis 65535
Clients nutzen diese Ports meistens als temporäre Quell-Ports.
Beispiel:
Client:
192.168.10.20:52344
Server:
93.184.216.34:443
Der Client nutzt Port 52344 nur vorübergehend für diese Verbindung.
Merksatz:
Ephemeral Port = temporärer Client-Port.
Quell-Port und Ziel-Port
Ein TCP- oder UDP-Header enthält:
Quell-Port
Ziel-Port
Beispiel HTTPS:
Client:
192.168.10.20:52344
Server:
93.184.216.34:443
Dabei ist:
52344 = Quell-Port des Clients
443 = Ziel-Port des Servers
Merksatz:
Ziel-Port zeigt den gewünschten Dienst.
Quell-Port hilft bei der Rückzuordnung.
Warum ist der Quell-Port wichtig?
Ein Client kann mehrere Verbindungen gleichzeitig öffnen.
Beispiel:
Browser-Tab 1 zu HTTPS
Browser-Tab 2 zu HTTPS
Update-Dienst zu HTTPS
Cloud-Sync zu HTTPS
Alle können zu Port 443 gehen.
Der Client nutzt unterschiedliche Quell-Ports, damit Antworten korrekt zugeordnet werden.
Merksatz:
Quell-Ports unterscheiden gleichzeitige Verbindungen eines Clients.
Socket
Ein Socket besteht aus:
IP-Adresse
und
Port
Beispiel:
192.168.10.20:52344
Bei TCP-Verbindungen ist die Verbindung eindeutig über:
Quell-IP
Quell-Port
Ziel-IP
Ziel-Port
Protokoll
Beispiel:
192.168.10.20:52344
→ 93.184.216.34:443
TCP
Merksatz:
Socket = IP-Adresse plus Port.
Dienst hört auf einem Port
Ein Dienst muss auf einem Port lauschen, damit Verbindungen oder Anfragen angenommen werden können.
Beispiel:
Webserver hört auf TCP 443.
Das bedeutet:
Der Dienst wartet auf HTTPS-Verbindungen.
Wenn kein Dienst auf einem Port lauscht, ist der Port aus Sicht des Clients geschlossen.
Merksatz:
Dienst muss auf dem Port lauschen.
LISTEN und ESTABLISHED
Bei TCP sind zwei Zustände besonders wichtig.
| Zustand | Bedeutung |
|---|---|
| LISTEN | Dienst wartet auf eingehende Verbindungen |
| ESTABLISHED | Verbindung besteht |
Beispiel:
Webserver im Zustand LISTEN auf TCP 443
bedeutet:
Der Webserver wartet auf HTTPS-Verbindungen.
Merksatz:
LISTEN = Dienst wartet.
ESTABLISHED = Verbindung steht.
Offener Port
Ein Port ist offen, wenn ein Dienst dort erreichbar ist.
Beispiel:
TCP 443 offen
Bedeutung:
Ein Dienst nimmt TCP-Verbindungen auf Port 443 an.
Aber:
Ein offener Port beweist nicht automatisch,
dass die Anwendung korrekt funktioniert.
Merksatz:
Offener Port = Dienst grundsätzlich erreichbar.
Geschlossener Port
Ein Port ist geschlossen, wenn kein Dienst auf diesem Port lauscht.
Beispiel:
Server ist per Ping erreichbar.
TCP 22 ist geschlossen.
Bedeutung:
Der Host ist erreichbar,
aber SSH läuft dort nicht oder nicht auf Port 22.
Merksatz:
Geschlossener Port heißt nicht:
Gerät ist offline.
Gefilterter Port
Ein Port wirkt gefiltert, wenn eine Firewall Pakete blockiert oder verwirft.
Typisch:
keine klare Antwort
Timeout
Verbindung bleibt hängen
Mögliche Ursachen:
- Firewall blockiert
- Paketfilter verwirft still
- NAT-Regel fehlt
- Rückweg fehlt
- Security-Gruppe blockiert
Merksatz:
Gefiltert bedeutet häufig:
Firewall oder Paketfilter im Weg.
Portstatus im Vergleich
| Status | Bedeutung |
|---|---|
| offen | Dienst antwortet oder nimmt Verbindung an |
| geschlossen | Host erreichbar, aber kein Dienst auf diesem Port |
| gefiltert | keine klare Antwort, oft Firewall |
| offen, aber Anwendung fehlerhaft | Port erreichbar, Dienstproblem auf höherer Schicht |
Merksatz:
Portstatus hilft,
Schicht 4 von höheren Schichten zu trennen.
Wichtige Standardports
| Dienst | Protokoll | Port | Zweck |
|---|---|---|---|
| FTP | TCP | 21 | Dateiübertragung Steuerverbindung |
| SSH | TCP | 22 | sicherer Fernzugriff |
| Telnet | TCP | 23 | unsicherer Fernzugriff |
| SMTP | TCP | 25 | E-Mail-Versand zwischen Servern |
| DNS | TCP / UDP | 53 | Namensauflösung |
| DHCP Server | UDP | 67 | IP-Konfiguration anbieten |
| DHCP Client | UDP | 68 | IP-Konfiguration empfangen |
| HTTP | TCP | 80 | unverschlüsselte Webübertragung |
| POP3 | TCP | 110 | E-Mail-Abruf |
| NTP | UDP | 123 | Zeitsynchronisation |
| IMAP | TCP | 143 | E-Mail-Abruf und Verwaltung |
| HTTPS | TCP | 443 | verschlüsselte Webübertragung |
| RDP | TCP | 3389 | Windows-Remote-Desktop |
Merksatz:
HTTP 80,
HTTPS 443,
SSH 22,
DNS 53,
DHCP 67/68.
FTP
FTP steht für:
File Transfer Protocol
Typischer Port:
TCP 21
FTP dient der Dateiübertragung.
Wichtig:
Klassisches FTP ist unverschlüsselt.
Benutzername, Passwort und Daten können ohne Schutz übertragen werden.
Sichere Alternativen sind zum Beispiel:
SFTP
FTPS
Merksatz:
FTP = TCP 21,
klassisch unverschlüsselt.
SSH
SSH steht für:
Secure Shell
Typischer Port:
TCP 22
SSH wird genutzt für:
- sicheren Fernzugriff
- Administration von Servern
- sichere Kommandozeile
- Tunnel
- Dateiübertragung über SFTP
Merksatz:
SSH = TCP 22,
verschlüsselter Fernzugriff.
Telnet
Telnet nutzt typischerweise:
TCP 23
Telnet ist ein älteres Fernzugriffsprotokoll.
Problem:
Telnet ist unverschlüsselt.
Deshalb sollte Telnet in modernen Netzwerken nicht für administrative Zugriffe verwendet werden.
Merksatz:
Telnet = TCP 23,
unsicher und unverschlüsselt.
SMTP
SMTP steht für:
Simple Mail Transfer Protocol
Typischer Port:
TCP 25
SMTP wird für den E-Mail-Transport verwendet, besonders zwischen Mailservern.
Weitere Mailports können sein:
587 für Mail Submission
465 für SMTPS
Für AP1/AP2 ist besonders wichtig:
SMTP = Mailversand
Merksatz:
SMTP = E-Mail-Versand.
POP3
POP3 steht für:
Post Office Protocol Version 3
Typischer Port:
TCP 110
POP3 dient dem Abruf von E-Mails.
Häufig werden Mails dabei vom Server heruntergeladen.
Verschlüsselte Variante:
POP3S über TCP 995
Merksatz:
POP3 = E-Mail-Abruf.
IMAP
IMAP steht für:
Internet Message Access Protocol
Typischer Port:
TCP 143
IMAP dient ebenfalls dem Abruf und der Verwaltung von E-Mails.
Im Unterschied zu POP3 bleiben Mails häufig auf dem Server und werden zwischen Geräten synchronisiert.
Verschlüsselte Variante:
IMAPS über TCP 993
Merksatz:
IMAP = E-Mail-Verwaltung auf dem Server.
SMTP, POP3 und IMAP unterscheiden
| Protokoll | Richtung / Zweck | typischer Port |
|---|---|---|
| SMTP | E-Mail senden / transportieren | TCP 25 |
| POP3 | E-Mail abrufen | TCP 110 |
| IMAP | E-Mail abrufen und verwalten | TCP 143 |
Merksatz:
SMTP sendet.
POP3 und IMAP holen ab.
DNS
DNS steht für:
Domain Name System
DNS ordnet Namen IP-Adressen zu.
Typischer Port:
UDP 53
DNS kann auch nutzen:
TCP 53
Beispiele für TCP bei DNS:
- große Antworten
- Zonentransfers
- bestimmte DNSSEC-Fälle
Merksatz:
DNS = UDP 53 häufig,
TCP 53 ebenfalls möglich.
DHCP
DHCP steht für:
Dynamic Host Configuration Protocol
DHCP vergibt automatisch IP-Konfigurationen.
Wichtige Ports:
| Rolle | Protokoll | Port |
|---|---|---|
| DHCP-Server | UDP | 67 |
| DHCP-Client | UDP | 68 |
DHCP vergibt zum Beispiel:
- IP-Adresse
- Subnetzmaske
- Gateway
- DNS-Server
Merksatz:
DHCP = UDP 67 und 68.
HTTP
HTTP steht für:
Hypertext Transfer Protocol
Typischer Port:
TCP 80
HTTP wird für Webseiten und Webdienste verwendet.
Wichtig:
HTTP ist unverschlüsselt.
Heute wird für Webseiten meist HTTPS bevorzugt.
Merksatz:
HTTP = TCP 80,
unverschlüsselt.
HTTPS
HTTPS steht für:
Hypertext Transfer Protocol Secure
Typischer Port:
TCP 443
HTTPS nutzt Verschlüsselung über TLS.
HTTPS schützt unter anderem:
- Vertraulichkeit
- Integrität
- Serverauthentizität über Zertifikate
Merksatz:
HTTPS = TCP 443,
HTTP mit TLS-Verschlüsselung.
NTP
NTP steht für:
Network Time Protocol
Typischer Port:
UDP 123
NTP dient zur Zeitsynchronisation.
Warum wichtig?
Viele IT-Funktionen benötigen korrekte Zeit.
Beispiele:
- Zertifikate
- Kerberos
- Logs
- Monitoring
- Dateisynchronisation
Merksatz:
NTP = UDP 123,
Zeitsynchronisation.
RDP
RDP steht für:
Remote Desktop Protocol
Typischer Port:
TCP 3389
RDP wird häufig für grafischen Fernzugriff auf Windows-Systeme genutzt.
Wichtig:
RDP sollte nicht ungeschützt direkt ins Internet geöffnet werden.
Besser:
VPN
Zugriffsbeschränkung
Multi-Faktor-Authentifizierung
sichere Gateway-Lösungen
Merksatz:
RDP = TCP 3389,
Fernzugriff sorgfältig absichern.
Sichere und unsichere Protokolle
Einige ältere Protokolle übertragen Daten unverschlüsselt.
| eher unsicher / unverschlüsselt | sicherere Alternative |
|---|---|
| Telnet | SSH |
| FTP | SFTP oder FTPS |
| HTTP | HTTPS |
| POP3 | POP3S |
| IMAP | IMAPS |
| SMTP ohne TLS | SMTP mit STARTTLS oder SMTPS |
Merksatz:
Für Administration und sensible Daten verschlüsselte Protokolle nutzen.
Ports und Firewall-Regeln
Firewalls arbeiten häufig mit IP-Adressen und Ports.
Beispiel-Regel:
Erlaube TCP 443
von Client-Netz
zum Internet
Bedeutung:
HTTPS-Verbindungen nach außen sind erlaubt.
Andere Ports können weiterhin blockiert sein.
Merksatz:
Firewall-Regel = Quelle, Ziel, Protokoll, Port, Aktion.
Firewall-Regel vollständig denken
Eine sinnvolle Firewall-Regel enthält:
- Quelle
- Ziel
- Protokoll
- Port
- Richtung
- Aktion
- Kommentar oder Zweck
Beispiel:
Quelle:
Mitarbeiter-VLAN
Ziel:
Internet
Protokoll:
TCP
Port:
443
Aktion:
erlauben
Merksatz:
Nicht nur Port nennen,
sondern Quelle, Ziel und Protokoll.
TCP und UDP bei Firewall-Regeln
Ports müssen bei Firewalls mit TCP oder UDP angegeben werden.
Beispiel DNS:
UDP 53 erlauben
TCP 53 erlauben, wenn benötigt
Beispiel HTTPS:
TCP 443 erlauben
Beispiel HTTP/3:
UDP 443 kann zusätzlich relevant sein
Prüfungsfalle:
TCP 53 erlaubt nicht automatisch UDP 53.
Merksatz:
Firewall-Regeln brauchen Protokoll und Port.
Ports und Portweiterleitung
Bei Portweiterleitungen muss ebenfalls das richtige Protokoll gewählt werden.
Beispiel Webserver:
TCP 80
TCP 443
Beispiel DNS-Server:
UDP 53
TCP 53
Beispiel Spielserver:
je nach Anwendung TCP oder UDP
Merksatz:
Portweiterleitung muss TCP oder UDP korrekt treffen.
Portweiterleitung und Dienst
Eine Portweiterleitung funktioniert nur, wenn mehrere Dinge passen.
Prüfpunkte:
- öffentliche Erreichbarkeit vorhanden?
- kein CGNAT?
- externer Port korrekt?
- internes Ziel korrekt?
- internes Ziel hört auf dem Port?
- Firewall erlaubt?
- Dienst läuft?
- DNS zeigt auf richtige IP?
Merksatz:
Portweiterleitung reicht nicht,
wenn der Dienst nicht läuft oder blockiert wird.
Ports und NAT/PAT
PAT nutzt Port-Zuordnungen.
Beispiel:
| Intern | Extern |
|---|---|
| 192.168.10.20:52344 | 93.184.100.10:40001 |
| 192.168.10.30:52344 | 93.184.100.10:40002 |
Dadurch können mehrere interne Geräte dieselbe öffentliche IP-Adresse nutzen.
Merksatz:
PAT unterscheidet Verbindungen über Ports.
Ports und Dienste prüfen
Typische Fragen bei der Prüfung eines Dienstes:
Ist der Host per IP erreichbar?
Ist der richtige Port offen?
Nutzt der Dienst TCP oder UDP?
Läuft der Dienst wirklich?
Hört der Dienst auf der richtigen Schnittstelle?
Blockiert eine Firewall?
Gibt es NAT oder Portweiterleitung?
Ist die Anwendung korrekt konfiguriert?
Merksatz:
Dienstproblem = IP, Port, Protokoll, Firewall und Anwendung prüfen.
Ping und Porttest unterscheiden
Ping nutzt ICMP.
Ping prüft keine TCP- oder UDP-Ports.
Beispiel:
ping server funktioniert
Das bedeutet nicht automatisch:
TCP 443 ist offen.
Um Ports zu prüfen, braucht man andere Tests.
Beispiele sinngemäß:
Verbindung zu TCP-Port testen
Dienstabfrage durchführen
Portscan kontrolliert einsetzen
Logs prüfen
Merksatz:
Ping prüft IP.
Porttest prüft Schicht 4.
Portscan
Ein Portscan prüft, welche Ports auf einem Ziel erreichbar sind.
Er kann nützlich sein für:
- Administration
- Fehlersuche
- Sicherheitsprüfung
- Inventarisierung
Aber:
Portscans dürfen nur in erlaubten Netzen durchgeführt werden.
Unberechtigte Scans können als Angriff gewertet werden.
Merksatz:
Portscan nur mit Berechtigung durchführen.
Port offen heißt nicht automatisch sicher
Ein offener Port bedeutet:
Dort ist ein Dienst erreichbar.
Das sagt noch nicht:
ob der Dienst sicher konfiguriert ist
ob er aktuell ist
ob die Authentifizierung stark ist
ob Schwachstellen vorhanden sind
Beispiel:
SSH offen kann normal sein.
SSH mit schwachem Passwort ist gefährlich.
Merksatz:
Sicherheit hängt nicht nur vom Port,
sondern vom Dienst ab.
Port geschlossen heißt nicht automatisch geschützt
Ein geschlossener Port bedeutet:
Auf diesem Port lauscht aktuell kein Dienst.
Aber:
andere Ports können offen sein.
Dienste können später gestartet werden.
Firewall-Regeln können sich ändern.
interne Angriffe können andere Wege nutzen.
Merksatz:
Geschlossene Ports sind gut,
ersetzen aber kein Sicherheitskonzept.
Prinzip: Nur notwendige Ports öffnen
Ein wichtiges Sicherheitsprinzip lautet:
Nur notwendige Dienste und Ports freigeben.
Das reduziert die Angriffsfläche.
Beispiele:
SSH nur für Admin-Netz erlauben.
Datenbank nicht direkt ins Internet öffnen.
RDP nur über VPN bereitstellen.
Webserver nur mit benötigten Ports freigeben.
Gastnetz von internen Diensten trennen.
Merksatz:
Weniger offene Ports = kleinere Angriffsfläche.
Typische Port-Fehler
Typische Fehler sind:
- falscher Port
- falsches Protokoll TCP statt UDP
- falsches Protokoll UDP statt TCP
- Dienst läuft nicht
- Dienst hört nur auf localhost
- Firewall blockiert
- NAT-Regel fehlt
- Portweiterleitung falsch
- DNS zeigt auf falschen Server
- Reverse Proxy nutzt falschen Zielport
- Client nutzt alten Port
Merksatz:
Portprobleme sind oft Konfigurationsfehler zwischen Dienst, Firewall und NAT.
Beispiel: HTTPS funktioniert nicht
Fehlerbild:
Server ist per Ping erreichbar.
Webseite öffnet nicht über HTTPS.
Mögliche Ursachen:
- TCP 443 geschlossen
- Firewall blockiert TCP 443
- Webserver läuft nicht
- Webserver hört auf anderem Port
- TLS-Zertifikat fehlerhaft
- Reverse Proxy falsch
- DNS zeigt auf falsche IP
- NAT-Portweiterleitung falsch
Merksatz:
Ping geht,
HTTPS nicht:
TCP 443 und Anwendung prüfen.
Beispiel: DNS funktioniert nicht
Fehlerbild:
Internet-IP ist erreichbar.
Namen werden nicht aufgelöst.
Mögliche Ursachen:
- DNS-Server falsch
- UDP 53 blockiert
- TCP 53 blockiert bei großen Antworten
- DNS-Dienst läuft nicht
- Firewall blockiert
- falsche DNS-Zone
- DNS-Cache fehlerhaft
Merksatz:
DNS braucht Namensdienst und passende Ports.
Beispiel: DHCP funktioniert nicht
Fehlerbild:
Client bekommt keine IP-Adresse.
Mögliche Ursachen:
- DHCP-Server nicht erreichbar
- UDP 67/68 blockiert
- falsches VLAN
- DHCP-Relay fehlt
- DHCP-Bereich erschöpft
- DHCP-Dienst läuft nicht
- Trunk transportiert VLAN nicht
Merksatz:
DHCP-Probleme können Schicht 2, 3, 4 und 7 berühren.
Beispiel: SSH funktioniert nicht
Fehlerbild:
Server ist erreichbar,
aber SSH-Verbindung klappt nicht.
Mögliche Ursachen:
- TCP 22 geschlossen
- SSH-Dienst läuft nicht
- Firewall blockiert
- SSH hört auf anderem Port
- Zugriff nur aus bestimmten Netzen erlaubt
- Benutzer oder Schlüssel falsch
- Fail2ban oder Schutzsystem blockiert
Merksatz:
SSH braucht TCP-Port,
laufenden Dienst
und gültige Anmeldung.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| IP-Adresse | 3 |
| Routing | 3 |
| TCP | 4 |
| UDP | 4 |
| Port | 4 |
| Socket | 4 mit IP-Bezug |
| DNS-Dienst | 7, nutzt TCP/UDP 53 |
| DHCP-Dienst | 7, nutzt UDP 67/68 |
| HTTP | 7, nutzt TCP 80 |
| HTTPS | 7, nutzt TCP 443 |
| SSH | 7, nutzt TCP 22 |
| Firewall nach Port | 3 / 4 |
| NAT/PAT | 3 / 4 |
Merksatz:
Port = Schicht 4.
Dienst = höhere Schicht.
Was Ports nicht leisten
Ports lösen nicht automatisch:
- Namensauflösung
- Authentifizierung
- Verschlüsselung
- Benutzerrechte
- Dienstkonfiguration
- Zertifikatsprüfung
- Anwendungslogik
- Routing
- VLAN-Zuordnung
Ports sagen nur:
welcher Dienst angesprochen werden soll.
Merksatz:
Port erreichbar heißt nicht:
Anwendung korrekt.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Was ist ein Port?
- Warum braucht man Ports?
- Was ist der Unterschied zwischen IP-Adresse und Port?
- Was ist der Unterschied zwischen Switch-Port und TCP-Port?
- In welchem Bereich liegen Portnummern?
- Was sind Well-Known Ports?
- Was sind Ephemeral Ports?
- Welche Ports nutzen HTTP, HTTPS, SSH, DNS und DHCP?
- Warum muss man bei Portfreigaben TCP und UDP unterscheiden?
- Was bedeutet offener, geschlossener oder gefilterter Port?
- Warum kann Ping funktionieren, aber ein Dienst nicht?
- Warum sollte man nur notwendige Ports öffnen?
Typische Prüfungsfallen
Port gehört zu Schicht 4.
Dienst gehört zu höheren Schichten.
IP-Adresse zeigt zum Gerät.
Port zeigt zum Dienst.
Switch-Port ist nicht TCP-Port.
TCP-Port und UDP-Port sind getrennt.
Portnummern gehen von 0 bis 65535.
Well-Known Ports = 0 bis 1023.
Ephemeral Ports = temporäre Client-Ports.
HTTP = TCP 80.
HTTPS = TCP 443.
SSH = TCP 22.
DNS = UDP 53 und TCP 53.
DHCP = UDP 67 und 68.
NTP = UDP 123.
RDP = TCP 3389.
Ping nutzt ICMP und prüft keine Ports.
Firewall-Regeln brauchen Protokoll und Port.
Portweiterleitung braucht richtiges Protokoll.
Offener Port bedeutet nicht automatisch sichere Anwendung.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Port | logische Dienstnummer auf Schicht 4 |
| TCP-Port | Port für TCP-Kommunikation |
| UDP-Port | Port für UDP-Kommunikation |
| Switch-Port | physischer Anschluss am Switch |
| Quell-Port | Port des Absenders |
| Ziel-Port | Port des gewünschten Dienstes |
| Socket | IP-Adresse plus Port |
| Well-Known Port | Port 0 bis 1023 |
| Registered Port | Port 1024 bis 49151 |
| Ephemeral Port | temporärer Client-Port |
| LISTEN | Dienst wartet auf Verbindung |
| ESTABLISHED | Verbindung besteht |
| offener Port | Dienst erreichbar |
| geschlossener Port | kein Dienst lauscht |
| gefilterter Port | Firewall oder Filter blockiert |
| Portweiterleitung | externer Port wird intern weitergeleitet |
| Portscan | Prüfung erreichbarer Ports |
IHK-sichere Kurzformulierung
Ports sind logische Dienstnummern auf OSI-Schicht 4. Sie werden zusammen mit TCP oder UDP verwendet, um Daten auf einem Gerät dem richtigen Dienst zuzuordnen. Eine IP-Adresse identifiziert das Gerät, der Port identifiziert den Dienst auf diesem Gerät. Portnummern reichen von 0 bis 65535 und werden in Well-Known Ports, Registered Ports und Dynamic beziehungsweise Ephemeral Ports eingeteilt. TCP- und UDP-Ports sind getrennt zu betrachten. Firewall-Regeln und Portweiterleitungen müssen deshalb immer das richtige Protokoll und den richtigen Port berücksichtigen.
Merksätze
Port = logische Dienstnummer.
Port gehört zu Schicht 4.
IP bringt zum Gerät.
Port bringt zum Dienst.
Switch-Port ist physisch.
TCP-/UDP-Port ist logisch.
TCP-Port und UDP-Port sind nicht dasselbe.
Portnummern gehen von 0 bis 65535.
Well-Known Ports = 0 bis 1023.
Registered Ports = 1024 bis 49151.
Ephemeral Ports = 49152 bis 65535.
Ziel-Port zeigt den Dienst.
Quell-Port hilft bei der Rückzuordnung.
Socket = IP-Adresse plus Port.
LISTEN = Dienst wartet.
ESTABLISHED = Verbindung steht.
HTTP = TCP 80.
HTTPS = TCP 443.
SSH = TCP 22.
DNS = UDP 53 und TCP 53.
DHCP = UDP 67 und 68.
NTP = UDP 123.
RDP = TCP 3389.
Ping prüft keine Ports.
Firewall-Regel braucht Quelle, Ziel, Protokoll und Port.
Portweiterleitung braucht richtiges Protokoll.
Nur notwendige Ports öffnen.
Offener Port heißt nicht automatisch sicher.
Port erreichbar heißt nicht automatisch:
Anwendung funktioniert.