19.10. Admin-Befehle und Fehlersuche Spickzettel
Dieser Spickzettel fasst wichtige Befehle und Werkzeuge für Netzwerkadministration, Systemprüfung und Fehlersuche kompakt zusammen.
Er ist besonders wichtig für:
- IP-Konfiguration prüfen
- DNS prüfen
- Routing prüfen
- Ports prüfen
- Dienste prüfen
- Logs prüfen
- Erreichbarkeit testen
- Fehler systematisch eingrenzen
Merksatz:
Befehle liefern Fakten,
keine Vermutungen.
Grundidee der Fehlersuche
Bei Netzwerkproblemen immer systematisch prüfen.
Sinnvolle Reihenfolge:
1. physische Verbindung
2. IP-Konfiguration
3. Gateway
4. DNS
5. Routing
6. Firewall
7. Port
8. Dienst
9. Anwendung
10. Logs
Merksatz:
Erst Verbindung,
dann Adresse,
dann Dienst,
dann Anwendung.
Windows- und Linux-Werkzeuge im Überblick
| Aufgabe | Windows | Linux/macOS |
|---|---|---|
| IP-Konfiguration anzeigen | ipconfig | ip addr |
| detaillierte IP-Konfiguration | ipconfig /all | ip addr, ip link |
| Routing anzeigen | route print | ip route |
| DNS prüfen | nslookup | dig, nslookup |
| Erreichbarkeit prüfen | ping | ping |
| Weg zum Ziel prüfen | tracert | traceroute |
| Verbindungen anzeigen | netstat | ss, netstat |
| Ports prüfen | netstat, PowerShell | ss, netstat |
| Webdienst prüfen | PowerShell, Browser | curl |
| Dienste prüfen | services.msc, sc, PowerShell | systemctl |
| Logs prüfen | Ereignisanzeige | journalctl |
| Prozesse prüfen | Task-Manager, tasklist | ps, top |
| Speicherplatz prüfen | Explorer, PowerShell | df, du |
| Benutzer prüfen | whoami | whoami, id |
Merksatz:
Gleiche Aufgabe,
anderes Werkzeug je nach Betriebssystem.
IP-Konfiguration prüfen
Windows:
ipconfig
ipconfig /all
Linux/macOS:
ip addr
ip link
Wichtige Angaben:
IP-Adresse
Subnetzmaske oder Präfix
Standardgateway
DNS-Server
MAC-Adresse
DHCP aktiviert ja oder nein
Lease-Informationen
Interface-Status
Merksatz:
IP,
Maske,
Gateway
und DNS immer zusammen prüfen.
ipconfig
ipconfig zeigt unter Windows die IP-Konfiguration.
Wichtige Ausgaben:
IPv4-Adresse
Subnetzmaske
Standardgateway
Mit:
ipconfig /all
sieht man zusätzlich:
DNS-Server
DHCP-Status
MAC-Adresse
Lease-Zeiten
Adapterdetails
Merksatz:
ipconfig /all zeigt die wichtigen Details.
ip addr
ip addr zeigt unter Linux die IP-Adressen der Netzwerkschnittstellen.
Wichtige Punkte:
Interface-Name
IPv4-Adresse
IPv6-Adresse
Präfix
Status
MAC-Adresse
Beispiele für Interface-Namen:
eth0
ens18
enp0s3
wlan0
Merksatz:
ip addr ist unter Linux der Standard für IP-Adressen.
ip link
ip link zeigt den Zustand von Netzwerkschnittstellen.
Wichtige Angaben:
Interface aktiv oder inaktiv
MAC-Adresse
MTU
Link-Status
Typische Begriffe:
UP
DOWN
Merksatz:
ip link hilft,
den Interface-Status zu prüfen.
Gateway prüfen
Windows:
ipconfig
route print
Linux/macOS:
ip route
Wichtig:
Gateway muss im lokalen Subnetz erreichbar sein.
Typisches Fehlerbild:
lokale Geräte erreichbar,
Internet nicht erreichbar
Merksatz:
Lokal ja,
extern nein:
Gateway prüfen.
Routing prüfen
Windows:
route print
Linux/macOS:
ip route
Wichtige Angaben:
Zielnetz
Gateway oder Next Hop
Interface
Metrik
Standardroute
Standardroute IPv4:
0.0.0.0/0
oder unter Linux oft:
default
Merksatz:
Routing-Tabelle zeigt,
wohin Pakete gesendet werden.
route print
route print zeigt unter Windows die Routing-Tabelle.
Wichtig sind:
Netzwerkziel
Netzmaske
Gateway
Schnittstelle
Metrik
Typische Prüfung:
Gibt es eine Standardroute?
Ist das Gateway korrekt?
Gibt es eine spezifische Route zum Zielnetz?
Merksatz:
route print zeigt den Weg aus Sicht des Windows-Clients.
ip route
ip route zeigt unter Linux die Routing-Tabelle.
Typische Ausgabe enthält:
default via 192.168.1.1 dev eth0
Bedeutung:
Standardroute über Gateway 192.168.1.1 über Interface eth0
Merksatz:
default ist die Standardroute.
ping
ping prüft Erreichbarkeit mit ICMP.
Typische Nutzung:
Ziel-IP testen
Gateway testen
DNS-Namen testen
Wichtig:
ping prüft ICMP,
nicht automatisch den Dienst.
Beispiel:
ping funktioniert,
aber HTTPS kann trotzdem blockiert sein.
Merksatz:
ping ist ein Erreichbarkeitstest,
kein vollständiger Diensttest.
ping richtig interpretieren
| Ergebnis | Mögliche Bedeutung |
|---|---|
| Antwort kommt | Ziel antwortet auf ICMP |
| keine Antwort | Ziel offline, ICMP blockiert, Routingproblem, Firewall |
| hohe Zeit | Latenz, Last, lange Strecke |
| Paketverlust | Funkproblem, Überlastung, Leitungsproblem |
| Name wird nicht gefunden | DNS-Problem |
| IP geht, Name nicht | DNS prüfen |
Merksatz:
Kein ping heißt nicht automatisch,
dass das Ziel offline ist.
DNS prüfen
Windows:
nslookup
Linux/macOS:
dig
nslookup
Prüfen:
Wird der Name aufgelöst?
Welche IP wird geliefert?
Welcher DNS-Server antwortet?
Ist der Record korrekt?
Gibt es interne und externe Unterschiede?
Merksatz:
DNS gezielt mit nslookup oder dig prüfen.
nslookup
nslookup prüft Namensauflösung.
Nützlich für:
A-Record prüfen
AAAA-Record prüfen
DNS-Server testen
Fehler bei Namensauflösung erkennen
Typisches Fehlerbild:
IP-Adresse funktioniert,
Name funktioniert nicht
Wahrscheinlich:
DNS-Problem
Merksatz:
nslookup prüft DNS,
nicht den eigentlichen Dienst.
dig
dig zeigt DNS-Abfragen detailliert an.
Nützlich für:
genaue DNS-Antworten
Recordtypen
TTL
Antwortserver
Debugging
Vergleich verschiedener DNS-Server
Typische Recordtypen:
A
AAAA
MX
CNAME
TXT
NS
PTR
Merksatz:
dig ist besonders hilfreich für detaillierte DNS-Prüfung.
tracert und traceroute
Windows:
tracert
Linux/macOS:
traceroute
Aufgabe:
Weg zum Ziel über Router anzeigen
Nützlich für:
Routingprobleme eingrenzen
Hops sichtbar machen
Latenzen grob erkennen
Unterbrechungen lokalisieren
Merksatz:
traceroute zeigt den Weg,
aber nicht jeder Hop muss antworten.
traceroute richtig interpretieren
| Beobachtung | Mögliche Bedeutung |
|---|---|
| erster Hop fehlt | Gateway oder lokales Netz prüfen |
| Abbruch nach bestimmtem Hop | Firewall, Routing, Provider |
| einzelne Sternchen | Hop antwortet nicht, Weg kann trotzdem funktionieren |
| hohe Latenz ab bestimmtem Hop | Engstelle oder lange Strecke |
| Ziel antwortet nicht | Ziel blockiert oder nicht erreichbar |
Merksatz:
Sternchen bedeuten nicht automatisch Totalausfall.
netstat
netstat zeigt Netzwerkverbindungen und lauschende Ports.
Nützlich für:
offene Ports anzeigen
bestehende Verbindungen prüfen
Dienst lauscht ja oder nein
Quell- und Zielports sehen
TCP-Status prüfen
Typische Zustände:
LISTEN
ESTABLISHED
TIME_WAIT
CLOSE_WAIT
Merksatz:
netstat zeigt,
welche Verbindungen und Ports aktiv sind.
ss
ss ist unter Linux ein modernes Werkzeug für Sockets und Ports.
Nützlich für:
lauschende Ports
TCP-Verbindungen
UDP-Sockets
Prozesszuordnung je nach Berechtigung
schnelle Portprüfung lokal
Merksatz:
ss ersetzt auf vielen Linux-Systemen netstat.
TCP-Status kurz erklärt
| Status | Bedeutung |
|---|---|
| LISTEN | Dienst wartet auf Verbindungen |
| ESTABLISHED | Verbindung besteht |
| SYN_SENT | Verbindungsaufbau gestartet |
| SYN_RECEIVED | SYN empfangen und beantwortet |
| TIME_WAIT | Verbindung beendet, Wartephase |
| CLOSE_WAIT | Gegenseite hat beendet, lokale Anwendung noch nicht |
Merksatz:
LISTEN bedeutet:
Dienst lauscht.
Portprüfung
Bei Dienstproblemen prüfen:
Läuft der Dienst?
Lauscht der Dienst auf dem richtigen Port?
Lauscht er auf der richtigen Schnittstelle?
Blockiert die lokale Firewall?
Blockiert eine Netzwerkfirewall?
Stimmt TCP oder UDP?
Ist NAT oder Portweiterleitung korrekt?
Merksatz:
Host erreichbar heißt nicht,
dass der Port erreichbar ist.
localhost, 127.0.0.1 und 0.0.0.0
127.0.0.1:
Loopback-Adresse
nur lokal auf demselben System erreichbar
localhost:
Name für lokalen Rechner
0.0.0.0:
Dienst lauscht auf allen IPv4-Schnittstellen des Hosts
Merksatz:
127.0.0.1 ist lokal.
0.0.0.0 bedeutet alle Interfaces.
curl
curl prüft Webdienste, APIs und HTTP-Antworten.
Nützlich für:
HTTP-Statuscode
Weiterleitungen
Header
TLS-Verbindung
API-Antwort
Erreichbarkeit ohne Browser
Proxy-Fehler
Backend-Fehler
Merksatz:
curl prüft Webdienste direkter als ein Browser.
HTTP-Statuscodes
| Statuscode | Bedeutung |
|---|---|
| 200 | erfolgreich |
| 301 / 302 | Weiterleitung |
| 400 | fehlerhafte Anfrage |
| 401 | nicht authentifiziert |
| 403 | verboten |
| 404 | nicht gefunden |
| 500 | interner Serverfehler |
| 502 | Gateway oder Backend-Fehler |
| 503 | Dienst nicht verfügbar |
| 504 | Gateway Timeout |
Merksatz:
4xx deutet eher auf Client,
Anfrage
oder Rechte.
5xx deutet eher auf Server,
Anwendung
oder Backend.
Dienste prüfen unter Linux
Wichtige Werkzeuge:
systemctl
journalctl
systemctl prüft und verwaltet Dienste.
journalctl zeigt Logs von systemd-Diensten.
Merksatz:
systemctl zeigt den Dienststatus.
journalctl zeigt die Logs.
systemctl
systemctl wird genutzt für:
Dienststatus prüfen
Dienst starten
Dienst stoppen
Dienst neu starten
Dienst aktivieren
Dienst deaktivieren
Typische Prüfung:
Läuft der Dienst?
Ist der Dienst beim Booten aktiviert?
Gibt es Fehler beim Start?
Merksatz:
systemctl beantwortet:
Läuft der Dienst?
journalctl
journalctl zeigt Logs unter systemd.
Nützlich für:
Dienstfehler
Startprobleme
Abstürze
Berechtigungsfehler
Konfigurationsfehler
Zeitliche Eingrenzung
Merksatz:
journalctl beantwortet:
Warum hat der Dienst Probleme?
Dienste prüfen unter Windows
Wichtige Werkzeuge:
services.msc
Task-Manager
Ereignisanzeige
PowerShell
sc
Typische Fragen:
Läuft der Dienst?
Ist der Starttyp korrekt?
Gibt es Fehlermeldungen?
Gibt es Abhängigkeiten?
Merksatz:
Unter Windows helfen Diensteverwaltung und Ereignisanzeige.
Windows-Ereignisanzeige
Die Ereignisanzeige zeigt Windows-Logs.
Wichtige Bereiche:
Anwendung
Sicherheit
System
Setup
Nützlich für:
Anmeldefehler
Dienstfehler
Systemfehler
Treiberprobleme
Sicherheitsereignisse
Merksatz:
Windows-Logs stehen in der Ereignisanzeige.
Prozesse prüfen
Windows:
Task-Manager
tasklist
Linux/macOS:
ps
top
htop
Nützlich für:
hohe CPU-Last
hoher RAM-Verbrauch
hängende Prozesse
Prozess läuft ja oder nein
Prozess-ID finden
Merksatz:
Prozess läuft nicht automatisch gleich Dienst erreichbar.
Speicherplatz prüfen
Linux/macOS:
df
du
Windows:
Explorer
Datenträgerverwaltung
PowerShell
Wichtige Fragen:
Ist das Dateisystem voll?
Ist die Logpartition voll?
Ist genug Speicher für Backup oder Update vorhanden?
Wächst eine Datei ungewöhnlich stark?
Merksatz:
Volle Datenträger verursachen viele Dienstprobleme.
df und du
df zeigt freien Speicher auf Dateisystemen.
du zeigt Speicherverbrauch von Dateien und Ordnern.
Unterschied:
df:
Wie voll ist das Dateisystem?
du:
Welcher Ordner verbraucht Speicher?
Merksatz:
df zeigt Gesamtfüllstand.
du zeigt Verursacher.
Benutzer und Rechte prüfen
Windows:
whoami
whoami /groups
Linux/macOS:
whoami
id
groups
Prüfen:
Welcher Benutzer bin ich?
In welchen Gruppen bin ich?
Habe ich die nötigen Rechte?
Wird ein anderes Konto verwendet?
Merksatz:
Anmeldung erfolgreich heißt nicht automatisch Zugriff erlaubt.
Dateirechte prüfen unter Linux
Wichtige Begriffe:
Besitzer
Gruppe
Rechte
Lesen
Schreiben
Ausführen
Typische Werkzeuge:
ls -l
chmod
chown
Merksatz:
Linux-Rechte bestehen aus Besitzer,
Gruppe
und anderen.
Freigaberechte prüfen
Bei Dateifreigaben prüfen:
Freigaberechte
Dateisystemrechte
Gruppenmitgliedschaft
Deny-Regeln
Vererbung
Benutzerkontext
Merksatz:
Bei Freigaben zählen oft Freigaberechte und Dateisystemrechte zusammen.
Logs allgemein prüfen
Wichtige Fragen:
Wann trat der Fehler auf?
Welches System meldet den Fehler?
Welcher Benutzer ist betroffen?
Welche Quelle und welches Ziel?
Welche Fehlermeldung?
Wiederholt sich das Muster?
Gab es kurz vorher Änderungen?
Merksatz:
Logs beantworten:
wer,
wann,
was,
von wo,
mit welchem Ergebnis.
Zeit und NTP prüfen
Korrekte Zeit ist wichtig für:
Logs
Zertifikate
Kerberos
MFA
Tokens
geplante Aufgaben
Forensik
Typische Fehler:
Zertifikatswarnung
Kerberos-Fehler
ungültige Tokens
falsche Log-Reihenfolge
Merksatz:
Bei Zertifikaten,
Kerberos
und Logs immer auch Zeit prüfen.
Firewall prüfen
Bei Firewall-Verdacht prüfen:
Quelle
Ziel
Port
Protokoll
Richtung
Zone
Regelreihenfolge
NAT
Logs
lokale Firewall
Netzwerkfirewall
Merksatz:
Firewallprüfung braucht Quelle,
Ziel,
Port
und Protokoll.
NAT und Portweiterleitung prüfen
Prüfen:
öffentliche IP korrekt?
DNS zeigt auf richtige öffentliche IP?
externer Port korrekt?
interne Ziel-IP korrekt?
interner Port korrekt?
Dienst läuft intern?
lokale Firewall erlaubt?
Router-Firewall erlaubt?
doppeltes NAT?
CGNAT?
Merksatz:
Portweiterleitung braucht DNS,
NAT,
Firewall
und laufenden Dienst.
Typische Fehlerbilder und erste Prüfung
| Fehlerbild | Erste Prüfung |
|---|---|
| keine IP-Adresse | DHCP, Kabel, WLAN, VLAN |
| 169.254.x.x | DHCP nicht erreicht |
| lokales Netz geht, Internet nicht | Gateway, Routing, NAT |
| IP geht, Name nicht | DNS |
| ping geht, Webseite nicht | Port, Dienst, Firewall |
| Login geht, Zugriff nicht | Rechte, Gruppe, ACL |
| Anmeldung scheitert | Konto, Passwort, MFA, Verzeichnisdienst |
| Zertifikatswarnung | Zertifikat, Hostname, Uhrzeit |
| Dienst startet nicht | Logs, Konfiguration, Abhängigkeiten |
| alles langsam | Last, DNS, Netzwerk, Speicher |
Merksatz:
Fehlerbild bestimmt den ersten sinnvollen Test.
Mini-Workflow: Client kommt nicht ins Internet
Prüfen:
1. IP-Adresse vorhanden?
2. APIPA-Adresse 169.254.x.x?
3. Subnetzmaske korrekt?
4. Gateway eingetragen?
5. Gateway erreichbar?
6. externe IP erreichbar?
7. DNS-Auflösung funktioniert?
8. Firewall oder Proxy?
9. NAT oder Provider?
Merksatz:
Erst IP,
dann Gateway,
dann DNS,
dann Firewall und NAT.
Mini-Workflow: Webseite nicht erreichbar
Prüfen:
1. Name wird aufgelöst?
2. Ziel-IP erreichbar?
3. TCP 80 oder 443 erreichbar?
4. Webserver läuft?
5. TLS-Zertifikat gültig?
6. Reverse Proxy korrekt?
7. Anwendung liefert Fehler?
8. Logs prüfen.
Merksatz:
Webfehler können DNS,
Port,
TLS,
Proxy
oder Anwendung betreffen.
Mini-Workflow: Datei-Freigabe nicht erreichbar
Prüfen:
1. Netzwerkverbindung?
2. Namensauflösung?
3. Server erreichbar?
4. SMB-Port TCP 445 erreichbar?
5. Benutzer angemeldet?
6. Freigaberechte?
7. Dateisystemrechte?
8. Gruppenmitgliedschaft?
9. Firewall?
10. Logs?
Merksatz:
Freigabeprobleme können Netzwerk oder Rechte sein.
Mini-Workflow: SSH nicht erreichbar
Prüfen:
1. Ziel-IP erreichbar?
2. TCP 22 erreichbar?
3. SSH-Dienst läuft?
4. Firewall erlaubt Zugriff?
5. richtige Quell-IP erlaubt?
6. Benutzer erlaubt?
7. Schlüssel korrekt?
8. Host-Key-Warnung prüfen.
9. Logs prüfen.
Merksatz:
SSH-Probleme können Port,
Dienst,
Schlüssel,
Benutzer
oder Firewall sein.
Mini-Workflow: DNS-Problem
Prüfen:
1. DNS-Server eingetragen?
2. DNS-Server erreichbar?
3. richtiger Record vorhanden?
4. interner oder externer DNS?
5. DNS-Suffix korrekt?
6. Split-DNS relevant?
7. DNS-Cache veraltet?
8. Firewall blockiert UDP/TCP 53?
Merksatz:
IP ja,
Name nein:
DNS prüfen.
Mini-Workflow: DHCP-Problem
Prüfen:
1. Client im richtigen VLAN?
2. Switchport korrekt?
3. DHCP-Server aktiv?
4. DHCP-Scope frei?
5. DHCP-Relay korrekt?
6. Firewall erlaubt DHCP?
7. Reservierung oder Ausschluss?
8. Lease erneuern.
Merksatz:
169.254.x.x:
DHCP,
VLAN
oder Relay prüfen.
Mini-Workflow: Dienst startet nicht
Prüfen:
1. Dienststatus
2. Logs
3. Konfigurationsdatei
4. Berechtigungen
5. Abhängigkeiten
6. belegter Port
7. Speicherplatz
8. Zertifikate oder Schlüssel
9. letzte Änderung
Merksatz:
Dienstfehler stehen oft in Logs.
Mini-Workflow: langsames Netzwerk
Prüfen:
Latenz
Paketverlust
DNS-Auflösung
WLAN-Signal
Bandbreite
Duplex oder Link-Geschwindigkeit
CPU oder RAM
Speicher-I/O
Firewall oder Proxy
Serverlast
Merksatz:
Langsamkeit ist kein einzelner Fehler,
sondern muss eingegrenzt werden.
Prüfungsfalle: Befehl ohne Interpretation
Ein Befehl allein löst noch keine Aufgabe.
Schlecht:
ping ausführen.
Besser:
Mit ping wird geprüft,
ob das Ziel per ICMP erreichbar ist.
Wenn die IP erreichbar ist,
der Name aber nicht,
sollte DNS geprüft werden.
Merksatz:
In der Prüfung nicht nur Befehl nennen,
sondern Zweck erklären.
Prüfungsfalle: ping als Diensttest
ping prüft ICMP.
ping prüft nicht:
HTTPS
SSH
SMB
Datenbank
Anmeldung
Rechte
Anwendung
Merksatz:
ping erfolgreich heißt nicht,
dass der Dienst funktioniert.
Prüfungsfalle: DNS und Dienst verwechseln
Wenn ein Name nicht aufgelöst wird, ist zuerst DNS zu prüfen.
Wenn der Name aufgelöst wird, aber die Anwendung nicht funktioniert, sind eher Port, Dienst, Firewall, TLS oder Anwendung zu prüfen.
Merksatz:
DNS findet die Adresse.
Der Dienst muss danach trotzdem funktionieren.
Prüfungsfalle: Rechteproblem als Netzwerkproblem deuten
Fehlerbild:
Benutzer kann sich anmelden,
aber Datei nicht öffnen.
Wahrscheinlich:
Autorisierung,
Gruppenmitgliedschaft,
ACL
oder Freigaberecht
Nicht zuerst:
DNS
Gateway
NAT
Merksatz:
Login ja,
Zugriff nein:
Rechte prüfen.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Welcher Befehl zeigt die IP-Konfiguration unter Windows?
- Welcher Befehl zeigt IP-Adressen unter Linux?
- Wie prüft man DNS?
- Was prüft ping?
- Warum ersetzt ping keinen Diensttest?
- Was zeigt tracert oder traceroute?
- Wie prüft man Routing?
- Wie erkennt man,
ob ein Dienst auf einem Port lauscht?
- Was bedeutet LISTEN?
- Wie prüft man Linux-Dienste?
- Wie prüft man Windows-Logs?
- Warum ist NTP wichtig für Logs?
- Welche Schritte sind sinnvoll,
wenn ein Client nicht ins Internet kommt?
- Wie grenzt man ein Firewallproblem ein?
IHK-sichere Kurzformulierung
Bei der Netzwerk- und Systemfehlersuche sollten zuerst Fakten gesammelt werden. Unter Windows zeigt ipconfig die IP-Konfiguration, unter Linux ip addr. Routing wird mit route print oder ip route geprüft. DNS wird gezielt mit nslookup oder dig geprüft. ping testet ICMP-Erreichbarkeit, ersetzt aber keinen Port- oder Diensttest. tracert oder traceroute zeigen den Weg über Router. netstat oder ss zeigen Verbindungen und lauschende Ports. systemctl prüft Linux-Dienste, journalctl zeigt deren Logs. Unter Windows helfen Diensteverwaltung und Ereignisanzeige. Gute Fehlersuche erfolgt systematisch: Verbindung, IP, Gateway, DNS, Routing, Firewall, Port, Dienst, Anwendung und Logs.
Merksätze
Befehle liefern Fakten.
Erst prüfen,
dann vermuten.
IP,
Maske,
Gateway
und DNS zusammen prüfen.
ipconfig zeigt Windows-IP-Konfiguration.
ip addr zeigt Linux-IP-Konfiguration.
route print zeigt Windows-Routing.
ip route zeigt Linux-Routing.
ping prüft ICMP.
ping ist kein Diensttest.
nslookup prüft DNS.
dig prüft DNS detailliert.
tracert und traceroute zeigen den Weg.
netstat zeigt Verbindungen und Ports.
ss zeigt Sockets und Ports unter Linux.
LISTEN heißt:
Dienst wartet auf Verbindungen.
ESTABLISHED heißt:
Verbindung besteht.
127.0.0.1 ist lokal.
0.0.0.0 bedeutet alle Interfaces.
curl prüft Webdienste.
systemctl prüft Dienststatus.
journalctl zeigt Logs.
Windows-Logs stehen in der Ereignisanzeige.
df zeigt Dateisystemfüllstand.
du zeigt Ordnerverbrauch.
whoami zeigt den Benutzerkontext.
Logs beantworten:
wer,
wann,
was,
von wo,
mit welchem Ergebnis.
NTP macht Logzeiten vergleichbar.
Firewallprüfung braucht Quelle,
Ziel,
Port
und Protokoll.
Portweiterleitung braucht DNS,
NAT,
Firewall
und Dienst.
IP ja,
Name nein:
DNS.
Lokal ja,
extern nein:
Gateway.
Host ja,
Dienst nein:
Port,
Dienst,
Firewall.
Login ja,
Zugriff nein:
Rechte.
Dienst startet nicht:
Logs prüfen.