15.3 Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud und Multi Cloud
Cloud kann unterschiedlich bereitgestellt werden.
Die wichtigsten Cloud-Bereitstellungsmodelle sind:
- Public Cloud
- Private Cloud
- Hybrid Cloud
- Multi Cloud
- Community Cloud
Diese Modelle beschreiben, wo die Cloud betrieben wird, wer sie nutzt und wie stark sie vom Unternehmen selbst kontrolliert wird.
Merksatz:
Service-Modelle beschreiben,
was bereitgestellt wird.
Bereitstellungsmodelle beschreiben,
wo und für wen es bereitgestellt wird.
Warum Bereitstellungsmodelle wichtig sind
Nicht jede Cloud ist gleich aufgebaut.
Ein Unternehmen muss entscheiden:
Sollen Dienste beim öffentlichen Anbieter laufen?
Sollen sensible Systeme intern bleiben?
Sollen lokale Systeme mit Cloud verbunden werden?
Sollen mehrere Anbieter genutzt werden?
Gibt es Datenschutz- oder Compliance-Anforderungen?
Wie wichtig sind Kontrolle,
Kosten,
Skalierung
und Verfügbarkeit?
Merksatz:
Das passende Cloud-Modell hängt von Technik,
Sicherheit,
Kosten
und Anforderungen ab.
Public Cloud
Public Cloud bedeutet:
Ein Cloud-Anbieter stellt Ressourcen für viele Kunden bereit.
Die Kunden nutzen dieselbe Anbieterplattform, sind aber logisch voneinander getrennt.
Typische Ressourcen:
virtuelle Maschinen
Speicher
Datenbanken
Webdienste
Containerdienste
KI-Dienste
Identitätsdienste
Monitoring
Backup
SaaS-Anwendungen
Merksatz:
Public Cloud ist Cloud beim öffentlichen Anbieter für viele Kunden.
Public Cloud einfach erklärt
Beispiel:
Ein Unternehmen mietet virtuelle Server bei einem Cloud-Anbieter.
Die Server laufen nicht im eigenen Serverraum, sondern im Rechenzentrum des Anbieters.
Das Unternehmen verwaltet seine Ressourcen über:
Webportal
API
Kommandozeile
Automatisierung
Infrastructure as Code
Merksatz:
Public Cloud wird über Anbieterplattformen bereitgestellt und verwaltet.
Typische Public-Cloud-Eigenschaften
Typische Eigenschaften:
schnelle Bereitstellung
hohe Skalierbarkeit
nutzungsabhängige Abrechnung
große Auswahl an Diensten
weltweite Regionen
standardisierte Plattform
Self-Service
API-Steuerung
viele Automatisierungsmöglichkeiten
Merksatz:
Public Cloud ist schnell,
flexibel
und dienstorientiert.
Public Cloud: Vorteile
Vorteile:
keine eigene Hardwarebeschaffung
schnelle Bereitstellung
flexible Skalierung
viele fertige Dienste
weltweite Verfügbarkeit
nutzungsabhängige Kosten
moderne Sicherheitsfunktionen
Automatisierung gut möglich
geeignet für wechselnde Last
Merksatz:
Public Cloud bietet Flexibilität und schnelle Bereitstellung.
Public Cloud: Nachteile
Nachteile:
Abhängigkeit vom Anbieter
laufende Kosten können unübersichtlich werden
Datenschutz und Datenstandort prüfen
Internetabhängigkeit
weniger Kontrolle über physische Infrastruktur
Fehlkonfigurationen möglich
Anbieteränderungen können Auswirkungen haben
Know-how für sichere Nutzung nötig
Merksatz:
Public Cloud braucht Kostenkontrolle,
Sicherheitskonzept
und klare Verantwortlichkeiten.
Public Cloud und Mandantentrennung
In der Public Cloud nutzen viele Kunden dieselbe Plattform.
Damit Kunden getrennt bleiben, gibt es Mandantentrennung.
Mandantentrennung bedeutet:
Ressourcen eines Kunden sind logisch von anderen Kunden getrennt.
Beispiele:
eigene Benutzerverwaltung
eigene virtuelle Netzwerke
eigene Speicherbereiche
eigene Zugriffsrechte
eigene Abrechnung
Merksatz:
Public Cloud ist gemeinsam genutzt,
aber logisch getrennt.
Private Cloud
Private Cloud bedeutet:
Cloud-Prinzipien werden für eine einzelne Organisation bereitgestellt.
Sie kann betrieben werden:
im eigenen Rechenzentrum
bei einem Dienstleister
in einer dedizierten Umgebung
Wichtig:
Die Plattform wird nicht allgemein von vielen unabhängigen Kunden geteilt,
sondern ist für eine Organisation bestimmt.
Merksatz:
Private Cloud ist Cloud für eine Organisation.
Private Cloud einfach erklärt
Beispiel:
Ein Unternehmen betreibt im eigenen Rechenzentrum eine virtualisierte Plattform.
Fachbereiche können dort selbst Ressourcen anfordern:
virtuelle Maschinen
Speicher
Netzwerke
Datenbanken
Testumgebungen
Die Bereitstellung erfolgt automatisiert und zentral verwaltet.
Merksatz:
Private Cloud nutzt Cloud-Prinzipien,
aber in kontrollierter Umgebung.
Typische Private-Cloud-Eigenschaften
Typische Eigenschaften:
mehr Kontrolle
dedizierte Umgebung
interne Sicherheitsvorgaben
eigene Netzstruktur
eigene Compliance-Vorgaben
Automatisierung
Self-Service
Ressourcenpools
interne Verrechnung möglich
Merksatz:
Private Cloud verbindet Cloud-Funktionen mit stärkerer Kontrolle.
Private Cloud: Vorteile
Vorteile:
hohe Kontrolle über Umgebung
besser an interne Vorgaben anpassbar
Daten können im eigenen Betrieb bleiben
eigene Sicherheitsarchitektur möglich
geeignet für sensible Systeme
Integration in bestehende Infrastruktur
weniger Abhängigkeit von Public-Cloud-Anbieter
Merksatz:
Private Cloud ist interessant,
wenn Kontrolle und Anpassung wichtig sind.
Private Cloud: Nachteile
Nachteile:
eigene Hardware oder Dienstleister nötig
höhere Betriebsverantwortung
Skalierung begrenzter als Public Cloud
Investitionskosten möglich
eigenes Fachwissen nötig
Wartung bleibt stärker beim Unternehmen
Verfügbarkeit muss selbst geplant werden
Merksatz:
Private Cloud gibt Kontrolle,
aber auch mehr Betriebsaufwand.
Private Cloud ist nicht automatisch Cloud
Nur weil Server virtualisiert sind, ist es noch nicht automatisch eine Private Cloud.
Cloud-typische Merkmale sind zum Beispiel:
Self-Service
Automatisierung
Ressourcenpooling
schnelle Bereitstellung
messbare Nutzung
standardisierte Dienste
zentrale Verwaltung
Merksatz:
Virtualisierung allein ist noch keine vollständige Private Cloud.
Public Cloud und Private Cloud vergleichen
| Merkmal | Public Cloud | Private Cloud |
|---|---|---|
| Betreiber | öffentlicher Anbieter | Unternehmen oder Dienstleister |
| Nutzerkreis | viele Kunden | eine Organisation |
| Kontrolle | geringer über physische Basis | höher |
| Skalierung | sehr hoch | abhängig von eigener Kapazität |
| Kostenmodell | oft nutzungsabhängig | oft Investition plus Betrieb |
| Anpassbarkeit | begrenzt durch Anbieter | höher |
| Datenstandort | Anbieterregion wählen | stärker selbst bestimmbar |
Merksatz:
Public Cloud ist flexibler skalierbar.
Private Cloud ist stärker kontrollierbar.
Hybrid Cloud
Hybrid Cloud bedeutet:
Lokale IT oder Private Cloud wird mit Public Cloud kombiniert.
Beispiele:
internes Rechenzentrum
plus
Public-Cloud-Dienste
Oder:
Private Cloud
plus
Public Cloud
Merksatz:
Hybrid Cloud kombiniert lokale oder private IT mit Public Cloud.
Hybrid Cloud einfach erklärt
Beispiel:
Kundendatenbank läuft lokal.
Webfrontend läuft in der Public Cloud.
Backup wird zusätzlich in der Cloud gespeichert.
Verbindung erfolgt über VPN oder dedizierte Leitung.
So nutzt das Unternehmen lokale Kontrolle und Cloud-Flexibilität gleichzeitig.
Merksatz:
Hybrid Cloud verbindet zwei Welten.
Typische Hybrid-Cloud-Szenarien
Typische Szenarien:
lokales Active Directory mit Cloud-Diensten verbinden
lokale Server mit Cloud-Backup sichern
Cloud-Webanwendung greift auf lokale Datenbank zu
lokale Anwendung nutzt Cloud-Speicher
Cloud als Ausweichstandort
schrittweise Migration in die Cloud
Lastspitzen in Cloud auslagern
sensible Daten lokal,
skalierbare Dienste in Cloud
Merksatz:
Hybrid Cloud wird oft für schrittweise Migration und flexible Erweiterung genutzt.
Hybrid Cloud: Vorteile
Vorteile:
Kombination aus Kontrolle und Skalierung
schrittweise Migration möglich
sensible Systeme können lokal bleiben
Cloud-Dienste ergänzen lokale IT
Backup und Notfallkonzepte möglich
flexible Lastverteilung
bestehende Investitionen weiter nutzbar
Merksatz:
Hybrid Cloud ermöglicht Übergang und Kombination.
Hybrid Cloud: Nachteile
Nachteile:
höhere Komplexität
Netzwerkanbindung muss stabil sein
VPN oder Direktverbindung nötig
Identitätsmanagement muss zusammenpassen
Monitoring über mehrere Umgebungen nötig
Sicherheitsregeln müssen abgestimmt werden
Datenflüsse müssen dokumentiert werden
Fehlersuche wird komplexer
Merksatz:
Hybrid Cloud ist flexibel,
aber technisch anspruchsvoller.
Hybrid Cloud und Netzwerk
Hybrid Cloud braucht eine sichere Verbindung zwischen Umgebungen.
Möglichkeiten:
Site-to-Site-VPN
dedizierte Leitung
Cloud-VPN
SD-WAN
private Verbindung zum Anbieter
Wichtig:
Routing
DNS
Firewall-Regeln
Latenz
Bandbreite
Verschlüsselung
Redundanz
Merksatz:
Hybrid Cloud steht und fällt mit sauberer Netzwerkanbindung.
Hybrid Cloud und Identitäten
Benutzer sollen oft sowohl lokale als auch Cloud-Dienste nutzen.
Dafür braucht man ein Identitätskonzept.
Beispiele:
lokale Benutzerverwaltung
Cloud-Verzeichnisdienst
Synchronisierung
Single Sign-On
MFA
Rollen
Conditional Access
Merksatz:
Hybrid Cloud braucht einheitliche Identitäten und Zugriffskonzepte.
Hybrid Cloud und Datenflüsse
Bei Hybrid Cloud muss klar sein:
Welche Daten liegen lokal?
Welche Daten liegen in der Cloud?
Welche Daten werden übertragen?
Wer darf zugreifen?
Wo werden Backups gespeichert?
Welche Systeme kommunizieren miteinander?
Welche Schnittstellen gibt es?
Merksatz:
Hybrid Cloud braucht dokumentierte Datenflüsse.
Multi Cloud
Multi Cloud bedeutet:
Ein Unternehmen nutzt mehrere Cloud-Anbieter gleichzeitig.
Beispiel:
Anbieter A für virtuelle Server
Anbieter B für E-Mail und Office
Anbieter C für Backup
Anbieter D für KI- oder Datenanalyse
Merksatz:
Multi Cloud bedeutet mehrere Cloud-Anbieter parallel.
Multi Cloud ist nicht dasselbe wie Hybrid Cloud
Hybrid Cloud:
Kombination aus lokaler IT und Cloud
Multi Cloud:
Nutzung mehrerer Cloud-Anbieter
Beispiel:
Nur Anbieter A und Anbieter B,
ohne lokale Systeme:
Multi Cloud,
aber nicht zwingend Hybrid Cloud.
Merksatz:
Hybrid beschreibt lokal plus Cloud.
Multi Cloud beschreibt mehrere Anbieter.
Multi Cloud: Vorteile
Vorteile:
weniger Abhängigkeit von einem Anbieter
passende Dienste je Anbieter nutzbar
bessere Verhandlungsposition möglich
Ausweichmöglichkeiten
regulatorische oder regionale Anforderungen leichter erfüllbar
Spezialdienste verschiedener Anbieter nutzbar
Merksatz:
Multi Cloud kann Anbieterabhängigkeit verringern.
Multi Cloud: Nachteile
Nachteile:
höhere Komplexität
unterschiedliche Bedienkonzepte
unterschiedliche Sicherheitsmodelle
mehrere IAM-Systeme
schwierigeres Monitoring
höhere Anforderungen an Know-how
Kostenkontrolle komplizierter
Datenübertragung zwischen Anbietern kann teuer sein
Merksatz:
Multi Cloud reduziert Abhängigkeit,
erhöht aber Komplexität.
Multi Cloud und Vendor Lock-in
Vendor Lock-in bedeutet:
Ein Unternehmen wird stark abhängig von einem Anbieter.
Ursachen:
proprietäre Dienste
spezielle APIs
spezielle Datenformate
komplexe Migration
hohe Ausstiegskosten
Mitarbeitende kennen nur eine Plattform
Multi Cloud kann Vendor Lock-in verringern, aber nicht automatisch verhindern.
Merksatz:
Vendor Lock-in bedeutet starke Anbieterabhängigkeit.
Multi Cloud und Portabilität
Portabilität bedeutet:
Anwendungen oder Daten können leichter zwischen Umgebungen verschoben werden.
Möglichkeiten:
Container
offene Standards
standardisierte APIs
Infrastructure as Code
portable Datenformate
automatisierte Deployments
Aber:
vollständig einfache Portabilität ist selten.
Merksatz:
Portabilität muss geplant werden.
Community Cloud
Community Cloud bedeutet:
Eine Cloud wird von mehreren Organisationen mit ähnlichen Anforderungen genutzt.
Beispiele:
Behörden
Forschung
Bildung
Gesundheitswesen
bestimmte Branchen
Verbände
Gemeinsam sind oft:
Sicherheitsanforderungen
Datenschutzvorgaben
Compliance-Regeln
fachliche Anforderungen
Merksatz:
Community Cloud ist Cloud für eine bestimmte Gemeinschaft.
Community Cloud: Vorteile
Vorteile:
gemeinsame Anforderungen können besser berücksichtigt werden
branchenspezifische Vorgaben möglich
Kosten können geteilt werden
gemeinsame Standards
spezielle Sicherheits- und Compliance-Anforderungen
Merksatz:
Community Cloud bündelt ähnliche Anforderungen mehrerer Organisationen.
Community Cloud: Nachteile
Nachteile:
weniger flexibel als Public Cloud
begrenzter Nutzerkreis
Abstimmung zwischen Organisationen nötig
Governance komplexer
Angebot möglicherweise kleiner
Verantwortlichkeiten müssen klar geregelt sein
Merksatz:
Community Cloud braucht klare gemeinsame Regeln.
Cloud-Modelle im Vergleich
| Modell | Kerngedanke |
|---|---|
| Public Cloud | Anbieterplattform für viele Kunden |
| Private Cloud | Cloud für eine Organisation |
| Hybrid Cloud | lokale/private IT plus Public Cloud |
| Multi Cloud | mehrere Cloud-Anbieter |
| Community Cloud | Cloud für Organisationen mit gemeinsamen Anforderungen |
Merksatz:
Jedes Modell löst andere Anforderungen.
Typische Entscheidungskriterien
Wichtige Kriterien:
Datenschutz
Datenstandort
Kosten
Skalierbarkeit
Kontrolle
Verfügbarkeit
Compliance
Latenz
vorhandene Systeme
Know-how
Sicherheitsanforderungen
Anbieterabhängigkeit
Integrationsaufwand
Merksatz:
Cloud-Modell nach Anforderungen auswählen,
nicht nach Modewort.
Datenstandort
Datenstandort bedeutet:
Wo werden Daten gespeichert und verarbeitet?
Wichtig für:
Datenschutz
rechtliche Anforderungen
Kundenanforderungen
Latenz
Compliance
Vertragsbedingungen
Beispiel:
Daten müssen innerhalb der EU gespeichert werden.
Merksatz:
Datenstandort ist bei Cloud-Auswahl entscheidend.
Compliance
Compliance bedeutet:
Einhaltung von Regeln,
Gesetzen,
Standards
und internen Vorgaben.
Bei Cloud relevant:
Datenschutz
Informationssicherheit
Branchenvorgaben
Auditierbarkeit
Aufbewahrungsfristen
Löschkonzepte
Zugriffsnachweise
Vertragsanforderungen
Merksatz:
Cloud muss zu rechtlichen und organisatorischen Vorgaben passen.
Cloud und Latenz
Latenz ist die Verzögerung bei der Datenübertragung.
Sie ist wichtig bei:
Echtzeitanwendungen
Datenbankzugriffen
Remote Desktop
VoIP
Produktionssystemen
verteilten Anwendungen
Ein weit entfernter Cloud-Standort kann höhere Latenz verursachen.
Merksatz:
Cloud-Region beeinflusst Latenz.
Cloud und Bandbreite
Cloud-Dienste brauchen passende Bandbreite.
Relevant bei:
Backups
Dateiübertragung
Videodaten
Datenbankreplikation
Migration
Synchronisation
Hybrid-Cloud-Anbindung
Merksatz:
Cloud-Nutzung kann viel Netzwerkverkehr erzeugen.
Cloud und Datenübertragungskosten
Bei Cloud können Datenübertragungen Kosten verursachen.
Besonders wichtig:
ausgehender Datenverkehr aus der Cloud
Daten zwischen Regionen
Daten zwischen Anbietern
große Backups
Replikation
Downloads durch Benutzer
Merksatz:
Cloud-Traffic kann Kosten verursachen.
Cloud und Verfügbarkeit
Cloud-Anbieter stellen viele Möglichkeiten für Verfügbarkeit bereit.
Aber:
Der Kunde muss sie nutzen und konfigurieren.
Beispiele:
mehrere Zonen
mehrere Regionen
Load Balancer
Replikation
Backup
Auto Scaling
Monitoring
Merksatz:
Cloud bietet Möglichkeiten für Hochverfügbarkeit,
aber nicht automatisch fertige Hochverfügbarkeit.
Cloud und Ausfallsicherheit
Ausfallsicherheit bedeutet:
Ein Dienst bleibt trotz Störung nutzbar
oder kann schnell wiederhergestellt werden.
Wichtige Konzepte:
Redundanz
Backup
Wiederherstellung
Notfallplan
mehrere Zonen
mehrere Regionen
regelmäßige Tests
Merksatz:
Ausfallsicherheit muss geplant,
umgesetzt
und getestet werden.
Cloud und Verantwortung
Auch beim Bereitstellungsmodell gilt:
Verantwortung verschwindet nicht.
Der Kunde muss prüfen:
Wer betreibt was?
Wer sichert was?
Wer patcht was?
Wer darf zugreifen?
Wer überwacht?
Wer reagiert bei Störung?
Wer ist Ansprechpartner?
Was steht im Vertrag?
Merksatz:
Cloud-Verantwortung muss klar geregelt sein.
Cloud und Verträge
Cloud-Nutzung braucht klare vertragliche Regelungen.
Wichtige Punkte:
Leistungsumfang
Verfügbarkeit
Supportzeiten
Datenschutz
Datenstandort
Auftragsverarbeitung
Kündigung
Datenexport
Wiederherstellung
Sicherheitsmaßnahmen
Haftung
Merksatz:
Cloud ist auch ein organisatorisches und vertragliches Thema.
Service Level Agreement
Service Level Agreement wird abgekürzt:
SLA
Ein SLA beschreibt zugesicherte Serviceleistungen.
Beispiele:
Verfügbarkeit
Reaktionszeit
Wiederherstellungszeit
Supportzeit
Leistungswerte
Wichtig:
SLA genau lesen.
Hohe Prozentwerte bedeuten trotzdem mögliche Ausfallzeit.
Merksatz:
SLA beschreibt zugesicherte Servicequalität.
SLA und Verfügbarkeit
Verfügbarkeit wird oft in Prozent angegeben.
Beispiele:
| Verfügbarkeit | grobe Bedeutung |
|---|---|
| 99 % | deutlich mehr mögliche Ausfallzeit als 99,9 % |
| 99,9 % | höher verfügbar |
| 99,99 % | sehr hohe Verfügbarkeit |
| 99,999 % | extrem hohe Verfügbarkeit |
Wichtig:
Je höher die Verfügbarkeit,
desto aufwendiger und teurer ist sie meist.
Merksatz:
Mehr Neunen bedeuten weniger erlaubte Ausfallzeit,
aber meist mehr Aufwand.
Cloud und Exit-Strategie
Eine Exit-Strategie beschreibt, wie man einen Cloud-Dienst wieder verlassen kann.
Fragen:
Wie exportiere ich Daten?
In welchem Format bekomme ich Daten zurück?
Wie lange dauert Migration?
Welche Kosten entstehen?
Welche Abhängigkeiten gibt es?
Wie werden Daten beim Anbieter gelöscht?
Gibt es Alternativen?
Merksatz:
Cloud-Einstieg braucht auch Cloud-Ausstiegsplan.
Cloud und Datenportabilität
Datenportabilität bedeutet:
Daten können in ein anderes System oder zu einem anderen Anbieter übertragen werden.
Wichtig:
offene Formate
Exportfunktionen
dokumentierte Schnittstellen
keine unnötigen proprietären Abhängigkeiten
regelmäßige Exporttests
Merksatz:
Daten sollten nicht in einem Dienst gefangen sein.
Cloud und Schatten-IT
Schatten-IT bedeutet:
Fachbereiche nutzen IT-Dienste ohne Wissen oder Freigabe der IT-Abteilung.
Beispiele:
private Cloud-Speicher
nicht freigegebene SaaS-Tools
eigene KI-Dienste
externe Projektplattformen
private Messenger
Risiken:
Datenschutzprobleme
Datenabfluss
fehlende Backups
keine Rechtekontrolle
keine Löschung bei Austritt
keine Vertragsprüfung
Merksatz:
Schatten-IT entsteht oft,
wenn offizielle Lösungen fehlen oder zu unpraktisch sind.
Cloud Governance
Cloud Governance beschreibt Regeln und Steuerung für Cloud-Nutzung.
Dazu gehören:
wer darf Cloud-Ressourcen erstellen?
welche Dienste sind erlaubt?
welche Regionen sind erlaubt?
welche Sicherheitsstandards gelten?
wie werden Kosten überwacht?
wie werden Daten klassifiziert?
wie werden Zugriffe geprüft?
wie werden Änderungen dokumentiert?
Merksatz:
Cloud Governance sorgt für kontrollierte Cloud-Nutzung.
Tagging
Tagging bedeutet:
Cloud-Ressourcen werden mit Schlagworten oder Metadaten markiert.
Beispiele:
Projekt
Kostenstelle
Verantwortlicher
Umgebung
Kritikalität
Ablaufdatum
Datenschutzklasse
Vorteile:
Kosten zuordnen
Ressourcen finden
Verantwortliche erkennen
Aufräumen erleichtern
Automatisierung ermöglichen
Merksatz:
Tags machen Cloud-Ressourcen verwaltbar.
Cloud-Kostenkontrolle
Kostenkontrolle ist wichtig, weil Cloud-Ressourcen schnell erstellt werden können.
Maßnahmen:
Budgets
Alarme
Tags
Kostenstellen
Rechtebegrenzung
Abschalten ungenutzter Ressourcen
passende Größen wählen
Reservierungen prüfen
Datenverkehr beobachten
Merksatz:
Cloud-Flexibilität braucht Kostenkontrolle.
Typische Cloud-Fehlentscheidungen
Häufige Fehler:
Cloud-Modell ohne Anforderungen auswählen
Datenschutz nicht prüfen
Kosten nicht überwachen
keine Exit-Strategie planen
kein Backup-Konzept erstellen
keine Rollen definieren
Ressourcen öffentlich freigeben
Multi Cloud ohne Know-how einführen
Hybrid Cloud ohne Netzplanung starten
SLA falsch verstehen
Merksatz:
Cloud muss geplant werden,
nicht nur gebucht.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Was ist Public Cloud?
- Was ist Private Cloud?
- Was ist Hybrid Cloud?
- Was ist Multi Cloud?
- Was ist Community Cloud?
- Was ist der Unterschied zwischen Hybrid Cloud und Multi Cloud?
- Welche Vorteile hat Public Cloud?
- Welche Vorteile hat Private Cloud?
- Warum ist Hybrid Cloud komplexer?
- Was bedeutet Vendor Lock-in?
- Was bedeutet Datenstandort?
- Was ist ein SLA?
- Warum braucht Cloud eine Exit-Strategie?
- Was ist Cloud Governance?
- Warum ist Tagging sinnvoll?
- Warum ist Cloud-Kostenkontrolle wichtig?
Typische Prüfungsfallen
Public Cloud ist nicht automatisch unsicher.
Private Cloud ist nicht automatisch günstiger.
Hybrid Cloud ist nicht einfach nur irgendeine Cloud.
Multi Cloud ist nicht dasselbe wie Hybrid Cloud.
Community Cloud ist für bestimmte Organisationengruppen.
Virtualisierung allein ist noch keine Private Cloud.
Cloud ist nicht automatisch hochverfügbar.
Cloud ist nicht automatisch günstiger.
Datenstandort prüfen.
SLA genau lesen.
Hohe Verfügbarkeit muss konfiguriert werden.
Multi Cloud erhöht Komplexität.
Hybrid Cloud braucht gute Netzplanung.
Vendor Lock-in früh beachten.
Exit-Strategie vor dem Wechsel planen.
Schatten-IT ist ein Sicherheitsrisiko.
Governance verhindert unkontrollierte Cloud-Nutzung.
Tagging hilft bei Kosten und Verwaltung.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Public Cloud | Cloud-Plattform für viele Kunden |
| Private Cloud | Cloud für eine Organisation |
| Hybrid Cloud | lokale/private IT plus Public Cloud |
| Multi Cloud | mehrere Cloud-Anbieter |
| Community Cloud | Cloud für Organisationen mit gemeinsamen Anforderungen |
| Mandantentrennung | logische Trennung verschiedener Kunden |
| Vendor Lock-in | starke Anbieterabhängigkeit |
| Portabilität | Übertragbarkeit von Daten oder Anwendungen |
| Datenstandort | Ort der Speicherung und Verarbeitung |
| Compliance | Einhaltung von Regeln und Vorgaben |
| SLA | Service Level Agreement |
| Exit-Strategie | Plan zum Verlassen eines Dienstes |
| Datenportabilität | Daten in anderes System übertragen können |
| Schatten-IT | nicht offiziell freigegebene IT-Nutzung |
| Cloud Governance | Regeln für Cloud-Nutzung |
| Tagging | Metadaten für Ressourcen |
| Kostenkontrolle | Überwachung und Steuerung von Cloud-Kosten |
| Verfügbarkeit | Dienst ist nutzbar |
| Ausfallsicherheit | Dienst bleibt trotz Störung verfügbar oder wird wiederhergestellt |
IHK-sichere Kurzformulierung
Public Cloud bezeichnet Cloud-Dienste eines öffentlichen Anbieters, die von vielen Kunden genutzt werden, wobei die Kunden logisch voneinander getrennt sind. Private Cloud stellt Cloud-Funktionen für eine einzelne Organisation bereit und bietet mehr Kontrolle, aber auch mehr Betriebsverantwortung. Hybrid Cloud kombiniert lokale oder private IT mit Public Cloud, während Multi Cloud die Nutzung mehrerer Cloud-Anbieter beschreibt. Community Cloud wird von Organisationen mit gemeinsamen Anforderungen genutzt. Bei der Auswahl eines Cloud-Modells müssen Datenschutz, Datenstandort, Compliance, Kosten, Skalierbarkeit, Kontrolle, Verfügbarkeit, Latenz, Anbieterabhängigkeit und Exit-Strategie berücksichtigt werden.
Merksätze
Bereitstellungsmodell beschreibt,
wo und für wen Cloud läuft.
Public Cloud = Anbieterplattform für viele Kunden.
Private Cloud = Cloud für eine Organisation.
Hybrid Cloud = lokal oder privat plus Public Cloud.
Multi Cloud = mehrere Anbieter.
Community Cloud = gemeinsame Anforderungen.
Public Cloud ist flexibel.
Private Cloud gibt mehr Kontrolle.
Hybrid Cloud kombiniert Welten.
Multi Cloud reduziert Anbieterabhängigkeit,
erhöht aber Komplexität.
Hybrid ist nicht automatisch Multi Cloud.
Multi Cloud ist nicht automatisch Hybrid.
Virtualisierung allein ist keine Private Cloud.
Mandantentrennung trennt Kunden logisch.
Vendor Lock-in früh beachten.
Portabilität planen.
Datenstandort prüfen.
Compliance beachten.
Cloud-Region beeinflusst Latenz.
Cloud-Traffic kann Kosten verursachen.
Cloud ist nicht automatisch hochverfügbar.
Hochverfügbarkeit muss geplant werden.
SLA genau lesen.
Exit-Strategie vor Nutzung bedenken.
Datenportabilität ist wichtig.
Schatten-IT vermeiden.
Cloud Governance schafft Regeln.
Tagging hilft bei Verwaltung und Kosten.
Cloud-Kosten aktiv überwachen.
Cloud muss geplant werden,
nicht nur gebucht.