10.7 Verzeichnisdienste, Netzwerkmanagement und Zeitdienste: LDAP, SNMP und NTP
LDAP, SNMP und NTP gehören zur OSI-Schicht 7.
Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben in Netzwerken:
LDAP:
Verzeichnisdienste abfragen und verwalten
SNMP:
Netzwerkgeräte überwachen und verwalten
NTP:
Uhrzeit synchronisieren
Diese Dienste sind besonders in Unternehmensnetzwerken wichtig.
Merksatz:
LDAP verwaltet Verzeichnisinformationen.
SNMP überwacht Geräte.
NTP synchronisiert Zeit.
Grundidee
In Netzwerken müssen nicht nur Daten übertragen werden.
Es müssen auch Dienste bereitstehen für:
- Benutzerinformationen
- Gruppen
- Geräteinformationen
- zentrale Anmeldung
- Monitoring
- Zustandsabfragen
- Zeitabgleich
- Protokollierung
- Authentifizierung
LDAP, SNMP und NTP unterstützen genau solche Verwaltungsaufgaben.
Merksatz:
Schicht 7 enthält viele Verwaltungs- und Infrastrukturprotokolle.
Einordnung im OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| LDAP | 7 |
| SNMP | 7 |
| NTP | 7 |
| TCP-/UDP-Port | 4 |
| IP-Adresse | 3 |
| TLS bei LDAPS | 6 mit Schicht-7-Bezug |
| Benutzer- und Gruppendaten | 7 / Verzeichnisdienst |
| Monitoringdaten | 7 / Managementdienst |
Merksatz:
Dienstprotokoll = Schicht 7.
Port = Schicht 4.
LDAP
LDAP steht für:
Lightweight Directory Access Protocol
LDAP dient dazu, Informationen aus einem Verzeichnisdienst abzufragen oder zu verwalten.
Typische Informationen:
- Benutzer
- Gruppen
- Computer
- Organisationseinheiten
- E-Mail-Adressen
- Telefonnummern
- Rollen
- Berechtigungsbezüge
Merksatz:
LDAP = Zugriff auf Verzeichnisdienste.
Was ist ein Verzeichnisdienst?
Ein Verzeichnisdienst speichert strukturierte Informationen über Objekte in einer Organisation.
Beispiele für Objekte:
- Benutzerkonto
- Gruppe
- Computer
- Drucker
- Dienstkonto
- Kontakt
- Organisationseinheit
Der Verzeichnisdienst ermöglicht zentrale Verwaltung.
Merksatz:
Verzeichnisdienst = zentrale Datenbank für Identitäten und Objekte.
Typische Verzeichnisdienste
Typische Verzeichnisdienste sind:
- Microsoft Active Directory
- OpenLDAP
- FreeIPA
- Samba AD
- cloudbasierte Identitätsdienste mit LDAP-Anbindung
Besonders wichtig im FISI-Umfeld ist:
Active Directory
Merksatz:
Active Directory ist ein sehr verbreiteter Verzeichnisdienst.
LDAP und Active Directory
Active Directory nutzt LDAP für viele Abfragen.
Beispiele:
Benutzer anmelden
Gruppenmitgliedschaften prüfen
Benutzerobjekte suchen
Computerobjekte verwalten
Verzeichnisinformationen abfragen
Wichtig:
Active Directory besteht nicht nur aus LDAP.
Es nutzt auch DNS, Kerberos, Gruppenrichtlinien und weitere Dienste.
Merksatz:
LDAP ist ein wichtiger Teil von Active Directory,
aber nicht das ganze Active Directory.
LDAP-Ports
Wichtige LDAP-Ports:
| Dienst | Protokoll | Port |
|---|---|---|
| LDAP | TCP / UDP | 389 |
| LDAPS | TCP | 636 |
LDAP über Port 389 kann zusätzlich mit STARTTLS abgesichert werden.
LDAPS nutzt direkt TLS.
Merksatz:
LDAP = 389.
LDAPS = 636.
LDAP und LDAPS unterscheiden
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| LDAP | Verzeichniszugriff, klassisch Port 389 |
| LDAPS | LDAP über TLS, klassisch Port 636 |
| LDAP mit STARTTLS | startet auf 389 und schaltet auf TLS um |
Wichtig:
Für Anmeldedaten und sensible Informationen sollte verschlüsselte Kommunikation genutzt werden.
Merksatz:
LDAPS schützt LDAP-Kommunikation mit TLS.
LDAP-Baumstruktur
LDAP-Daten sind hierarchisch organisiert.
Man kann sich das wie einen Baum vorstellen.
Beispiel:
Firma
├── Benutzer
├── Gruppen
├── Computer
└── Drucker
Jedes Objekt hat eine Position im Verzeichnisbaum.
Merksatz:
LDAP ist hierarchisch aufgebaut.
Distinguished Name
Ein Distinguished Name beschreibt die eindeutige Position eines Objekts im LDAP-Verzeichnis.
Kurz:
DN
Beispiel:
CN=Felix Ulrich,OU=Benutzer,DC=firma,DC=local
Bedeutung:
CN = Common Name
OU = Organizational Unit
DC = Domain Component
Merksatz:
DN = eindeutiger LDAP-Pfad eines Objekts.
Common Name
CN steht für:
Common Name
CN bezeichnet häufig den Namen eines Objekts.
Beispiel:
CN=Felix Ulrich
Merksatz:
CN = Name eines LDAP-Objekts.
Organizational Unit
OU steht für:
Organizational Unit
Eine OU ist eine Organisationseinheit.
Beispiel:
OU=Benutzer
OU=Computer
OU=Berlin
OU=Ausbildung
OUs helfen, Objekte zu strukturieren und zu verwalten.
Merksatz:
OU = Organisationseinheit im Verzeichnis.
Domain Component
DC steht für:
Domain Component
DC bildet Teile des Domänennamens ab.
Beispiel:
firma.local
wird zu:
DC=firma,DC=local
Merksatz:
DC bildet den Domänennamen im LDAP-Pfad ab.
LDAP-Attribute
LDAP-Objekte haben Attribute.
Beispiele für Benutzerattribute:
- cn
- givenName
- sn
- mail
- telephoneNumber
- memberOf
- userPrincipalName
- sAMAccountName
Diese Attribute beschreiben das Objekt genauer.
Merksatz:
LDAP-Attribute speichern Eigenschaften eines Objekts.
LDAP-Suche
Eine LDAP-Suche fragt Objekte aus dem Verzeichnis ab.
Typische Suchfragen:
Gibt es diesen Benutzer?
Welche Gruppen hat der Benutzer?
Welche E-Mail-Adresse hat der Benutzer?
Welche Computer gehören zu einer OU?
Welche Benutzer sind deaktiviert?
Merksatz:
LDAP-Suche findet Objekte und Attribute im Verzeichnis.
LDAP-Filter
LDAP-Filter grenzen Suchergebnisse ein.
Beispiel sinngemäß:
Suche Benutzer mit bestimmtem Namen.
Oder:
Suche alle Benutzer in einer bestimmten Gruppe.
Filter sind wichtig, damit Abfragen gezielt und effizient sind.
Merksatz:
LDAP-Filter bestimmen,
welche Objekte gesucht werden.
Bind
Bind bedeutet bei LDAP:
Anmeldung oder Authentifizierung am Verzeichnisdienst.
Ein Client verbindet sich mit dem LDAP-Server und authentifiziert sich.
Mögliche Varianten:
- anonym
- Benutzername und Passwort
- Dienstkonto
- Kerberos in AD-Umgebungen
Merksatz:
LDAP Bind = Anmeldung am Verzeichnisdienst.
LDAP und Authentifizierung
Viele Anwendungen nutzen LDAP, um Benutzer gegen ein zentrales Verzeichnis zu prüfen.
Beispiel:
Benutzer meldet sich an Anwendung an.
Anwendung prüft Benutzer über LDAP.
LDAP bestätigt oder lehnt ab.
Anwendung prüft zusätzlich Gruppen oder Rollen.
Merksatz:
LDAP kann zentrale Anmeldung und Gruppenprüfung unterstützen.
LDAP und Autorisierung
LDAP kann Gruppeninformationen liefern.
Beispiel:
Benutzer ist Mitglied der Gruppe:
IT-Admins
Eine Anwendung kann daraus ableiten:
Benutzer darf Adminbereich öffnen.
Wichtig:
LDAP liefert Informationen.
Die Anwendung entscheidet oft,
welche Rechte daraus entstehen.
Merksatz:
LDAP liefert Identitäts- und Gruppeninformationen.
Typische LDAP-Fehler
Typische Fehler sind:
- falscher LDAP-Server
- falscher Port
- DNS-Name nicht auflösbar
- falscher Bind-Benutzer
- falsches Passwort
- Benutzer nicht gefunden
- falscher Base-DN
- falscher Suchfilter
- TLS-Zertifikatsfehler bei LDAPS
- Firewall blockiert Port 389 oder 636
Merksatz:
LDAP-Fehler betreffen oft Server,
Port,
Bind,
Base-DN
oder Zertifikat.
Fehlerbild: Anmeldung über LDAP funktioniert nicht
Mögliche Ursachen:
- Benutzername falsch
- Passwort falsch
- Benutzerkonto gesperrt
- LDAP-Server nicht erreichbar
- falscher LDAP-Port
- falscher Base-DN
- falscher Suchfilter
- Gruppe fehlt
- LDAPS-Zertifikat ungültig
- Anwendung nutzt falsches Dienstkonto
Merksatz:
LDAP-Anmeldefehler mit Konto,
Server,
Suche
und Gruppen prüfen.
SNMP
SNMP steht für:
Simple Network Management Protocol
SNMP wird zur Überwachung und Verwaltung von Netzwerkgeräten genutzt.
Typische Geräte:
- Switches
- Router
- Firewalls
- Drucker
- Server
- USV-Anlagen
- Access Points
- NAS-Systeme
Merksatz:
SNMP = Netzwerkgeräte überwachen und verwalten.
Was kann man mit SNMP abfragen?
Mit SNMP kann man viele Geräteinformationen abfragen.
Beispiele:
- Gerätename
- Uptime
- CPU-Auslastung
- RAM-Auslastung
- Interface-Status
- Traffic pro Port
- Fehlerzähler
- Temperatur
- Tonerstand
- Lüfterstatus
- Seriennummer
Merksatz:
SNMP liefert Messwerte und Zustandsinformationen.
SNMP-Manager und SNMP-Agent
Bei SNMP gibt es meist:
SNMP-Manager
SNMP-Agent
SNMP-Manager:
Monitoring-System,
das Werte abfragt.
SNMP-Agent:
Dienst auf dem überwachten Gerät,
der Informationen bereitstellt.
Beispiel:
Monitoring-Server fragt Switch ab.
Switch-Agent liefert Interface-Daten.
Merksatz:
Manager fragt.
Agent antwortet.
SNMP-Ports
Wichtige SNMP-Ports:
| Funktion | Protokoll | Port |
|---|---|---|
| SNMP-Abfragen | UDP | 161 |
| SNMP-Traps | UDP | 162 |
Merksatz:
SNMP-Abfrage = UDP 161.
SNMP-Trap = UDP 162.
SNMP-Abfrage
Bei einer SNMP-Abfrage fragt der Manager gezielt einen Wert ab.
Beispiel:
Wie hoch ist die CPU-Auslastung?
Ist Port 5 am Switch aktiv?
Wie viele Fehler gab es auf Interface 1?
Der Agent antwortet mit dem passenden Wert.
Merksatz:
SNMP-Abfrage = Manager fragt Gerät nach Wert.
SNMP-Trap
Ein SNMP-Trap ist eine Meldung, die ein Gerät von sich aus an den Manager sendet.
Beispiele:
Link down
Lüfter ausgefallen
Temperatur zu hoch
USV läuft auf Batterie
Gerät startet neu
Merksatz:
Trap = Gerät meldet Ereignis selbstständig.
MIB
MIB steht für:
Management Information Base
Die MIB beschreibt, welche Informationen ein Gerät per SNMP bereitstellt.
Sie enthält eine strukturierte Sammlung von verwaltbaren Objekten.
Merksatz:
MIB beschreibt verfügbare SNMP-Informationen.
OID
OID steht für:
Object Identifier
Eine OID ist eine eindeutige Nummer für einen bestimmten SNMP-Wert.
Beispiel sinngemäß:
OID für Gerätenamen
OID für Interface-Traffic
OID für CPU-Auslastung
Merksatz:
OID = eindeutige Kennung eines SNMP-Werts.
SNMP-Versionen
Wichtige SNMP-Versionen:
| Version | Kurzinfo |
|---|---|
| SNMPv1 | alt, einfach |
| SNMPv2c | verbreitet, Community-String |
| SNMPv3 | sicherer mit Authentifizierung und Verschlüsselung |
Für moderne Umgebungen ist SNMPv3 vorzuziehen.
Merksatz:
SNMPv3 ist sicherer als SNMPv1/v2c.
Community-String
Bei SNMPv1 und SNMPv2c wird ein Community-String verwendet.
Er wirkt wie ein einfaches Passwort.
Beispiele:
public
private
Problem:
Community-Strings werden bei alten SNMP-Versionen nicht sicher geschützt.
Merksatz:
Community-String ist kein starker Schutz.
SNMPv3
SNMPv3 bietet bessere Sicherheitsfunktionen.
Dazu gehören:
- Authentifizierung
- Verschlüsselung
- Benutzerkonzept
- Integritätsschutz
Damit ist SNMPv3 deutlich sicherer als ältere Varianten.
Merksatz:
SNMPv3 für sichere Überwachung bevorzugen.
SNMP und Monitoring
Monitoring-Systeme nutzen SNMP, um Geräte regelmäßig abzufragen.
Beispiele für Monitoring:
- Ist Gerät erreichbar?
- Ist ein Port down?
- Wie hoch ist die Auslastung?
- Gibt es Fehler auf Interfaces?
- Wird Speicher knapp?
- Gibt es Temperaturprobleme?
Merksatz:
SNMP ist wichtig für Netzwerkmonitoring.
Typische SNMP-Fehler
Typische Fehler sind:
- SNMP-Agent deaktiviert
- falsche SNMP-Version
- falscher Community-String
- falsche SNMPv3-Zugangsdaten
- Firewall blockiert UDP 161 oder 162
- Monitoring-Server nicht erlaubt
- Gerät unterstützt OID nicht
- MIB fehlt im Monitoring-System
- ACL auf Gerät blockiert Zugriff
Merksatz:
SNMP-Fehler betreffen oft Version,
Zugangsdaten,
Firewall
oder OID.
Fehlerbild: Monitoring zeigt Gerät als down
Mögliche Ursachen:
- Gerät wirklich offline
- IP-Adresse falsch
- DNS falsch
- ICMP blockiert
- SNMP-Agent aus
- Firewall blockiert
- falsche SNMP-Zugangsdaten
- falsche SNMP-Version
- Monitoring fragt falsche Schnittstelle
Merksatz:
Monitoring-Fehler erst mit Erreichbarkeit und SNMP prüfen.
NTP
NTP steht für:
Network Time Protocol
NTP dient zur Zeitsynchronisation von Systemen.
Typischer Port:
UDP 123
Korrekte Zeit ist in IT-Systemen sehr wichtig.
Merksatz:
NTP = Zeitsynchronisation über Netzwerk.
Warum ist korrekte Zeit wichtig?
Korrekte Zeit wird benötigt für:
- Zertifikate
- Kerberos
- Active Directory
- Logs
- Fehlersuche
- Backup-Zeitpunkte
- Monitoring
- Dateisynchronisation
- Datenbanktransaktionen
- Sicherheitsereignisse
Schon wenige Minuten Abweichung können Probleme verursachen.
Merksatz:
Falsche Uhrzeit kann viele IT-Probleme verursachen.
NTP-Client und NTP-Server
Bei NTP gibt es:
NTP-Client
NTP-Server
NTP-Client:
fragt Zeit ab.
NTP-Server:
liefert Zeitinformationen.
In Unternehmen synchronisieren Clients oft gegen interne Zeitserver.
Merksatz:
NTP-Client fragt Zeit vom NTP-Server ab.
NTP-Stratum
NTP nutzt sogenannte Stratum-Werte.
Sie beschreiben die Entfernung zur ursprünglichen Zeitquelle.
Beispiel:
Stratum 0:
direkte Zeitquelle, zum Beispiel Atomuhr oder GPS
Stratum 1:
Server direkt an Stratum-0-Quelle
Stratum 2:
Server synchronisiert von Stratum 1
Je kleiner der Stratum-Wert, desto näher an der ursprünglichen Zeitquelle.
Merksatz:
Stratum beschreibt die Nähe zur Zeitquelle.
NTP und Active Directory
In Active-Directory-Umgebungen ist Zeit besonders wichtig.
Grund:
Kerberos ist empfindlich gegenüber Zeitabweichungen.
Wenn Client und Domänencontroller zu stark unterschiedliche Zeiten haben, kann Anmeldung fehlschlagen.
Merksatz:
AD und Kerberos brauchen korrekte Zeit.
NTP und Zertifikate
Zertifikate haben Gültigkeitszeiträume.
Wenn die Systemzeit falsch ist, kann ein eigentlich gültiges Zertifikat als ungültig erscheinen.
Beispiel:
Client-Uhr geht ein Jahr falsch.
Browser meldet Zertifikatsfehler.
Merksatz:
Falsche Uhrzeit kann Zertifikatswarnungen verursachen.
NTP und Logs
Logs sind nur sinnvoll, wenn Zeitstempel stimmen.
Bei Fehlersuche muss man Ereignisse zeitlich zusammenbringen können.
Beispiele:
Firewall-Log
Server-Log
Anwendungslog
Authentifizierungslog
Wenn Systeme unterschiedliche Uhrzeiten haben, wird die Analyse erschwert.
Merksatz:
Ohne korrekte Zeit sind Logs schwer auswertbar.
NTP und Sicherheit
NTP sollte sicher und sinnvoll konfiguriert werden.
Wichtige Punkte:
- vertrauenswürdige Zeitquellen nutzen
- interne Zeitserver verwenden
- keine unnötig offenen NTP-Server betreiben
- Firewall-Regeln kontrollieren
- Zeitabweichungen überwachen
- Manipulation vermeiden
Merksatz:
Zeit ist sicherheitsrelevant.
Typische NTP-Fehler
Typische Fehler sind:
- NTP-Server nicht erreichbar
- UDP 123 blockiert
- falscher Zeitserver eingetragen
- große Zeitabweichung
- falsche Zeitzone
- Systemzeit driftet
- virtuelle Maschinen synchronisieren falsch
- mehrere Zeitquellen widersprechen sich
- DNS-Name des Zeitservers nicht auflösbar
Merksatz:
NTP-Fehler betreffen Zeitserver,
UDP 123,
DNS
oder Systemkonfiguration.
Fehlerbild: Zertifikate wirken ungültig
Mögliche Ursache:
Systemzeit ist falsch.
Prüfung:
Datum prüfen.
Uhrzeit prüfen.
Zeitzone prüfen.
NTP-Status prüfen.
Zeitquelle prüfen.
Merksatz:
Bei vielen Zertifikatsfehlern auch Uhrzeit prüfen.
Fehlerbild: Anmeldung an Domäne schlägt fehl
Mögliche Ursache:
Zeitabweichung zwischen Client und Domänencontroller.
Besonders relevant:
Kerberos
Prüfung:
Clientzeit prüfen.
Domänencontrollerzeit prüfen.
NTP-Konfiguration prüfen.
Zeitzone prüfen.
Merksatz:
Domänenanmeldung braucht passende Zeit.
Fehlerbild: Logs passen zeitlich nicht zusammen
Mögliche Ursachen:
- falsche Systemzeit
- falsche Zeitzone
- NTP gestört
- Zeitquelle falsch
- Sommerzeitproblem
- Container oder VM nutzt falsche Zeitbasis
Merksatz:
Log-Auswertung braucht synchronisierte Zeit.
LDAP, SNMP und NTP vergleichen
| Protokoll | Hauptaufgabe | typischer Port |
|---|---|---|
| LDAP | Verzeichnisdienstzugriff | TCP/UDP 389 |
| LDAPS | LDAP über TLS | TCP 636 |
| SNMP | Netzwerkmanagement | UDP 161 |
| SNMP-Trap | Ereignismeldung | UDP 162 |
| NTP | Zeitsynchronisation | UDP 123 |
Merksatz:
LDAP 389/636,
SNMP 161/162,
NTP 123.
Sicherheitsvergleich
| Protokoll | Sicherheitsaspekt |
|---|---|
| LDAP | Anmeldedaten schützen, LDAPS oder STARTTLS nutzen |
| SNMP | SNMPv3 bevorzugen, Community-Strings schützen |
| NTP | vertrauenswürdige Zeitquellen und Zugriffsbeschränkung |
| LDAPS | Zertifikate korrekt prüfen |
| SNMPv1/v2c | möglichst vermeiden oder stark einschränken |
Merksatz:
Infrastrukturprotokolle müssen ebenfalls abgesichert werden.
Fehlersuche allgemein
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Namensauflösung prüfen.
2. IP-Erreichbarkeit prüfen.
3. Port prüfen.
4. Dienst läuft?
5. Zugangsdaten korrekt?
6. Verschlüsselung oder Zertifikat korrekt?
7. Berechtigungen korrekt?
8. Logs prüfen.
Merksatz:
Auch Verwaltungsdienste nach Schichten prüfen.
Was LDAP, SNMP und NTP nicht machen
LDAP macht nicht automatisch:
Berechtigungen in jeder Anwendung korrekt.
SNMP macht nicht automatisch:
Fehlerbehebung,
sondern liefert Informationen.
NTP macht nicht automatisch:
Zeitzonenlogik oder Zertifikatsverwaltung korrekt.
Alle drei Dienste brauchen korrekte Konfiguration und passende Sicherheit.
Merksatz:
Infrastrukturprotokolle unterstützen Administration,
ersetzen aber keine saubere Konfiguration.
Einordnung in typische Unternehmensnetze
In Unternehmen sieht man häufig:
LDAP / AD:
zentrale Benutzer und Gruppen
SNMP:
Monitoring von Switches, Routern und Servern
NTP:
einheitliche Zeit für Clients, Server und Logs
Diese Dienste sind nicht immer sichtbar für Benutzer, aber wichtig für stabilen Betrieb.
Merksatz:
LDAP, SNMP und NTP sind Grundlagen für Betrieb und Verwaltung.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Wofür steht LDAP?
- Wofür wird LDAP verwendet?
- Was ist ein Verzeichnisdienst?
- Was ist LDAPS?
- Welche Ports nutzen LDAP und LDAPS?
- Was ist ein Distinguished Name?
- Was ist ein LDAP Bind?
- Wofür steht SNMP?
- Wofür wird SNMP verwendet?
- Was sind SNMP-Manager und SNMP-Agent?
- Was ist ein SNMP-Trap?
- Welche Ports nutzt SNMP?
- Warum ist SNMPv3 sicherer?
- Wofür steht NTP?
- Warum ist korrekte Zeit wichtig?
- Welche Probleme können durch falsche Uhrzeit entstehen?
Typische Prüfungsfallen
LDAP gehört zu Schicht 7.
LDAP ist nicht das gesamte Active Directory.
LDAP nutzt typischerweise Port 389.
LDAPS nutzt typischerweise Port 636.
DN ist der eindeutige LDAP-Pfad.
Bind bedeutet LDAP-Anmeldung.
SNMP gehört zu Schicht 7.
SNMP nutzt UDP.
SNMP-Abfragen nutzen UDP 161.
SNMP-Traps nutzen UDP 162.
SNMPv1/v2c mit Community-String sind unsicherer.
SNMPv3 ist sicherer.
NTP gehört zu Schicht 7.
NTP nutzt UDP 123.
Falsche Zeit kann Zertifikatsfehler verursachen.
Falsche Zeit kann Kerberos-Probleme verursachen.
Logs brauchen synchronisierte Zeit.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| LDAP | Protokoll für Verzeichnisdienste |
| LDAPS | LDAP über TLS |
| Verzeichnisdienst | zentrale Verwaltung von Identitäten und Objekten |
| Active Directory | verbreiteter Microsoft-Verzeichnisdienst |
| DN | eindeutiger LDAP-Pfad |
| CN | Common Name eines Objekts |
| OU | Organisationseinheit |
| DC | Domain Component |
| Attribut | Eigenschaft eines LDAP-Objekts |
| Bind | Anmeldung am LDAP-Server |
| SNMP | Protokoll für Netzwerkmanagement |
| SNMP-Manager | fragt Gerätewerte ab |
| SNMP-Agent | liefert Gerätewerte |
| Trap | Gerät sendet Ereignis selbstständig |
| MIB | Beschreibung verfügbarer SNMP-Werte |
| OID | eindeutige Kennung eines SNMP-Werts |
| Community-String | einfacher Zugriffstext bei SNMPv1/v2c |
| SNMPv3 | sicherere SNMP-Version |
| NTP | Protokoll zur Zeitsynchronisation |
| Stratum | Nähe zur Zeitquelle |
| Zeitserver | Server, der Uhrzeit bereitstellt |
IHK-sichere Kurzformulierung
LDAP, SNMP und NTP sind Protokolle der Anwendungsschicht. LDAP steht für Lightweight Directory Access Protocol und dient dem Zugriff auf Verzeichnisdienste wie Active Directory. Es wird zum Suchen und Verwalten von Benutzern, Gruppen und anderen Objekten verwendet. SNMP steht für Simple Network Management Protocol und wird zur Überwachung von Netzwerkgeräten genutzt. Dabei fragt ein SNMP-Manager Werte von einem SNMP-Agenten ab oder empfängt Traps. NTP steht für Network Time Protocol und synchronisiert die Uhrzeit von Systemen. Korrekte Zeit ist wichtig für Zertifikate, Kerberos, Logs und Fehlersuche.
Merksätze
LDAP = Lightweight Directory Access Protocol.
LDAP gehört zu Schicht 7.
LDAP greift auf Verzeichnisdienste zu.
Active Directory nutzt LDAP,
ist aber mehr als LDAP.
LDAP = Port 389.
LDAPS = Port 636.
DN = eindeutiger LDAP-Pfad.
Bind = Anmeldung am LDAP-Server.
SNMP = Simple Network Management Protocol.
SNMP gehört zu Schicht 7.
SNMP überwacht Netzwerkgeräte.
SNMP-Manager fragt.
SNMP-Agent antwortet.
SNMP-Abfrage = UDP 161.
SNMP-Trap = UDP 162.
MIB beschreibt verfügbare Werte.
OID kennzeichnet einen SNMP-Wert.
SNMPv3 ist sicherer als SNMPv1/v2c.
NTP = Network Time Protocol.
NTP gehört zu Schicht 7.
NTP nutzt UDP 123.
NTP synchronisiert Uhrzeit.
Korrekte Zeit ist wichtig für Zertifikate.
Korrekte Zeit ist wichtig für Kerberos.
Korrekte Zeit ist wichtig für Logs.
Infrastrukturprotokolle müssen ebenfalls abgesichert werden.