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5.4 VLANs und Broadcast-Domänen

VLANs gehören zu OSI-Schicht 2.

VLAN steht für:

Virtual Local Area Network

Auf Deutsch sinngemäß:

virtuelles lokales Netzwerk

Mit VLANs kann man ein physisches Switch-Netz in mehrere logisch getrennte Netzbereiche aufteilen.

Merksatz:

VLAN = logische Netztrennung auf Schicht 2.

Grundidee eines VLANs

Ohne VLAN befinden sich viele Geräte im gleichen lokalen Netzwerkbereich.

Das bedeutet:

Sie befinden sich in derselben Broadcast-Domäne.

Mit VLANs kann ein Switch mehrere getrennte logische Netze bereitstellen.

Beispiel:

ein Switch
aber mehrere getrennte Netze

Typische VLANs:

- Mitarbeiter
- Gäste
- Server
- VoIP
- Drucker
- Management
- IoT

Merksatz:

Ein physischer Switch kann mehrere logische Netze enthalten.

Warum nutzt man VLANs?

VLANs helfen dabei, Netzwerke sauber zu strukturieren.

Vorteile:

- logische Trennung von Geräten
- bessere Übersicht
- weniger Broadcast-Verkehr pro Netz
- mehr Sicherheit
- einfachere Verwaltung
- Trennung von Abteilungen oder Gerätetypen
- bessere Netzplanung
- Grundlage für Firewall-Regeln

Beispiel:

Gäste sollen ins Internet,
aber nicht auf interne Server.

Dafür kann man ein eigenes Gast-VLAN verwenden.

Merksatz:

VLANs trennen Geräte logisch,
auch wenn sie am gleichen Switch hängen.

VLAN und physische Verkabelung

Ohne VLAN müsste man für getrennte Netze oft getrennte Switches verwenden.

Beispiel ohne VLAN:

Switch 1 für Mitarbeiter
Switch 2 für Gäste
Switch 3 für Server

Mit VLANs kann ein einzelner Switch mehrere logische Netze bereitstellen.

Beispiel mit VLAN:

VLAN 10 = Mitarbeiter
VLAN 20 = Gäste
VLAN 30 = Server

Alle VLANs können auf demselben physischen Switch existieren.

Merksatz:

VLANs sparen physische Trennung durch logische Trennung.

Begriff: Broadcast

Ein Broadcast ist eine Nachricht an alle Geräte im lokalen Netzwerkbereich.

Die Broadcast-MAC-Adresse lautet:

FF:FF:FF:FF:FF:FF

Broadcasts werden zum Beispiel verwendet bei:

- ARP-Anfragen
- DHCP-Anfragen
- bestimmten lokalen Suchdiensten

Merksatz:

Broadcast = Nachricht an alle Geräte im lokalen Netz.

Begriff: Broadcast-Domäne

Eine Broadcast-Domäne ist ein Bereich, in dem Broadcasts verteilt werden.

Alle Geräte innerhalb derselben Broadcast-Domäne erhalten Broadcasts.

Ein VLAN bildet normalerweise eine eigene Broadcast-Domäne.

Beispiel:

VLAN 10 = eigene Broadcast-Domäne
VLAN 20 = eigene Broadcast-Domäne
VLAN 30 = eigene Broadcast-Domäne

Broadcasts aus VLAN 10 werden nicht automatisch an VLAN 20 weitergegeben.

Merksatz:

Ein VLAN = eine Broadcast-Domäne.

Warum Broadcast-Domänen begrenzen?

Zu viele Broadcasts können ein Netzwerk belasten.

Broadcasts werden an alle Geräte im gleichen lokalen Netz gesendet.

Wenn sehr viele Geräte in einer Broadcast-Domäne sind, kann unnötiger Datenverkehr entstehen.

VLANs helfen dabei, Broadcast-Verkehr zu begrenzen.

Beispiel:

ARP-Broadcast aus dem Gäste-Netz
erreicht nicht automatisch das Server-Netz.

Merksatz:

VLANs begrenzen Broadcasts auf einen logischen Bereich.

VLAN-ID

Ein VLAN wird durch eine Nummer gekennzeichnet.

Diese Nummer heißt:

VLAN-ID

Beispiele:

VLAN-ID Zweck
10 Mitarbeiter
20 Gäste
30 Server
40 VoIP
99 Management

Die VLAN-ID dient zur eindeutigen Zuordnung eines Frames zu einem VLAN.

Merksatz:

VLAN-ID = Nummer eines VLANs.

VLAN und Name

Neben der VLAN-ID kann ein VLAN auch einen Namen haben.

Beispiel:

VLAN-ID VLAN-Name
10 Mitarbeiter
20 Gast
30 Server
40 VoIP
99 Management

Der Name dient der Übersicht.

Technisch entscheidend ist aber die VLAN-ID.

Merksatz:

VLAN-Name hilft Menschen.
VLAN-ID ist technisch entscheidend.

VLAN und IP-Subnetz

Ein VLAN ist nicht dasselbe wie ein IP-Subnetz.

VLAN gehört zu:

OSI-Schicht 2

IP-Subnetz gehört zu:

OSI-Schicht 3

In der Praxis wird aber häufig jedem VLAN ein eigenes IP-Subnetz zugeordnet.

Beispiel:

VLAN Zweck IP-Subnetz
VLAN 10 Mitarbeiter 192.168.10.0/24
VLAN 20 Gäste 192.168.20.0/24
VLAN 30 Server 192.168.30.0/24

Merksatz:

VLAN = Schicht 2.
IP-Subnetz = Schicht 3.

Warum VLAN und Subnetz oft zusammengehören

Wenn zwei VLANs getrennte Broadcast-Domänen sind, können Geräte darin nicht einfach direkt auf Schicht 2 miteinander kommunizieren.

Damit Kommunikation zwischen VLANs möglich ist, braucht man Routing.

Routing arbeitet auf Schicht 3.

Deshalb plant man meistens:

ein VLAN
=
ein eigenes IP-Subnetz

Beispiel:

VLAN 10 → 192.168.10.0/24
VLAN 20 → 192.168.20.0/24

Merksatz:

Pro VLAN häufig ein eigenes IP-Subnetz.

Access-Port

Ein Access-Port ist ein Switch-Port, der normalerweise zu genau einem VLAN gehört.

Typischer Einsatz:

- PC
- Drucker
- IP-Kamera
- einzelnes Endgerät
- einfacher Access Point
- VoIP-Telefon mit bestimmter Konfiguration

Beispiel:

Port 1 ist Access-Port in VLAN 10.

Ein Gerät an Port 1 gehört dann logisch zu VLAN 10.

Merksatz:

Access-Port = ein VLAN für ein Endgerät.

Access-Port-Beispiel

Beispiel-Switch:

Port Modus VLAN Gerät
1 Access 10 Mitarbeiter-PC
2 Access 10 Mitarbeiter-PC
3 Access 20 Gäste-PC
4 Access 30 Server

Wichtig:

Geräte an Access-Ports müssen normalerweise nichts von VLANs wissen.

Der Switch ordnet den Port intern dem VLAN zu.

Merksatz:

Beim Access-Port übernimmt der Switch die VLAN-Zuordnung.

Trunk-Port

Ein Trunk-Port kann mehrere VLANs über eine einzige Verbindung transportieren.

Typischer Einsatz:

- Switch zu Switch
- Switch zu Router
- Switch zu Firewall
- Switch zu Access Point mit mehreren SSIDs
- Switch zu Virtualisierungshost

Beispiel:

VLAN 10
VLAN 20
VLAN 30

laufen gemeinsam über einen Trunk-Port.

Merksatz:

Trunk-Port = mehrere VLANs über eine Verbindung.

Warum braucht man Trunk-Ports?

Trunk-Ports werden benötigt, wenn mehrere VLANs über eine gemeinsame Verbindung transportiert werden sollen.

Beispiel:

Switch A hat VLAN 10, 20 und 30.
Switch B soll diese VLANs ebenfalls nutzen.

Dann braucht die Verbindung zwischen beiden Switches einen Trunk.

Ohne Trunk müsste man für jedes VLAN eine eigene physische Verbindung verwenden.

Merksatz:

Trunk spart Kabel,
indem mehrere VLANs über eine Verbindung laufen.

VLAN-Tagging

Damit ein Trunk mehrere VLANs unterscheiden kann, müssen Frames markiert werden.

Diese Markierung nennt man:

VLAN-Tag

Der VLAN-Tag enthält die VLAN-ID.

Dadurch weiß die Gegenstelle:

Dieser Frame gehört zu VLAN 10.
Dieser Frame gehört zu VLAN 20.
Dieser Frame gehört zu VLAN 30.

Merksatz:

VLAN-Tag = Markierung eines Frames mit der VLAN-ID.

IEEE 802.1Q

IEEE 802.1Q ist der Standard für VLAN-Tagging bei Ethernet.

802.1Q fügt einem Ethernet-Frame eine VLAN-Information hinzu.

Diese Information enthält unter anderem:

- VLAN-ID
- Prioritätsinformationen

Für AP1/AP2 ist besonders wichtig:

802.1Q = VLAN-Tagging bei Ethernet

Merksatz:

IEEE 802.1Q = VLAN-Tagging-Standard.

Tagged und Untagged

Bei VLANs unterscheidet man häufig:

tagged
untagged

Tagged bedeutet:

Der Ethernet-Frame enthält einen VLAN-Tag.

Untagged bedeutet:

Der Ethernet-Frame enthält keinen VLAN-Tag.

Typisch:

Access-Port:
meist untagged zum Endgerät

Trunk-Port:
mehrere VLANs tagged

Merksatz:

tagged = mit VLAN-Markierung.
untagged = ohne VLAN-Markierung.

Access-Port und untagged Frames

Ein normales Endgerät an einem Access-Port sendet meist untagged Frames.

Das bedeutet:

Der PC sendet normale Ethernet-Frames ohne VLAN-Tag.

Der Switch weiß aber:

Dieser Port gehört zu VLAN 10.

Also ordnet der Switch die Frames intern VLAN 10 zu.

Merksatz:

Access-Port: Endgerät sendet meist untagged,
Switch ordnet VLAN zu.

Trunk-Port und tagged Frames

Auf einem Trunk-Port laufen mehrere VLANs.

Damit die Gegenstelle die VLANs unterscheiden kann, werden Frames meistens tagged übertragen.

Beispiel:

Frame mit Tag VLAN 10
Frame mit Tag VLAN 20
Frame mit Tag VLAN 30

Die Gegenstelle liest den VLAN-Tag und ordnet den Frame dem richtigen VLAN zu.

Merksatz:

Trunk-Port: mehrere VLANs werden durch Tags unterschieden.

Native VLAN

Bei manchen Switch-Konzepten gibt es auf Trunk-Ports ein sogenanntes Native VLAN.

Das Native VLAN ist das VLAN, dessen Frames auf einem Trunk untagged übertragen werden können.

Wichtig:

Falsch konfigurierte Native VLANs können Sicherheits- oder Verbindungsprobleme verursachen.

Für die Prüfung reicht meistens:

Native VLAN = untagged VLAN auf einem Trunk

Merksatz:

Native VLAN auf beiden Seiten eines Trunks korrekt konfigurieren.

Allowed VLANs

Auf einem Trunk kann festgelegt werden, welche VLANs erlaubt sind.

Beispiel:

erlaubt:
VLAN 10
VLAN 20
VLAN 30

nicht erlaubt:
VLAN 40

Wenn ein VLAN auf dem Trunk nicht erlaubt ist, wird es darüber nicht transportiert.

Merksatz:

Allowed VLANs bestimmen,
welche VLANs über einen Trunk laufen dürfen.

VLANs und WLAN

Access Points können mehrere WLAN-Namen bereitstellen.

Diese WLAN-Namen heißen:

SSIDs

Jede SSID kann einem eigenen VLAN zugeordnet werden.

Beispiel:

SSID VLAN Zweck
Firma-Mitarbeiter VLAN 10 internes Netzwerk
Firma-Gast VLAN 20 Gastzugang
Firma-IoT VLAN 30 Geräte-Netz

Der Switch-Port zum Access Point ist dann oft ein Trunk-Port.

Merksatz:

Mehrere SSIDs nutzen häufig VLANs über einen Trunk.

VLANs und VoIP

VoIP steht für:

Voice over IP

In Unternehmen gibt es häufig ein eigenes VLAN für Telefone.

Beispiel:

VLAN 10 = PCs
VLAN 40 = VoIP-Telefone

Warum?

- Sprachverkehr kann getrennt behandelt werden
- Priorisierung ist einfacher
- Sicherheit und Übersicht werden besser
- eigene DHCP-Optionen können genutzt werden

Merksatz:

VoIP wird oft in einem eigenen VLAN betrieben.

Management-VLAN

Ein Management-VLAN wird zur Verwaltung von Netzwerkgeräten verwendet.

Darin befinden sich zum Beispiel:

- Switch-Management
- Access-Point-Management
- Controller
- Monitoring-Systeme
- Administrationszugänge

Ziel:

Management-Zugriffe sollen vom normalen Benutzerverkehr getrennt werden.

Merksatz:

Management-VLAN = separates Netz für Verwaltung.

Gast-VLAN

Ein Gast-VLAN ist ein separates Netz für Besucher oder private Geräte.

Ziel:

Gäste sollen Internetzugang haben,
aber keinen Zugriff auf interne Systeme.

Typische Regeln:

Gast-VLAN → Internet erlaubt
Gast-VLAN → interne Server blockiert
Gast-VLAN → andere Gäste eventuell blockiert

Merksatz:

Gast-VLAN vom internen Netzwerk trennen.

IoT-VLAN

IoT steht für:

Internet of Things

In einem IoT-VLAN können Geräte gesammelt werden wie:

- Kameras
- Sensoren
- Smart-TVs
- Drucker
- Steuergeräte
- andere eingebettete Geräte

Warum?

IoT-Geräte sind oft schlechter wartbar oder unsicherer als normale Clients.

Ein eigenes VLAN erleichtert Kontrolle und Firewall-Regeln.

Merksatz:

IoT-Geräte sinnvoll vom normalen Client-Netz trennen.

Inter-VLAN-Routing

Geräte in unterschiedlichen VLANs können nicht direkt nur über Schicht 2 miteinander kommunizieren.

Wenn VLAN 10 mit VLAN 20 kommunizieren soll, braucht man Routing.

Das nennt man:

Inter-VLAN-Routing

Dafür nutzt man zum Beispiel:

- Router
- Layer-3-Switch
- Firewall

Merksatz:

Kommunikation zwischen VLANs braucht Schicht-3-Routing.

Router-on-a-Stick

Router-on-a-Stick ist eine Methode für Inter-VLAN-Routing.

Dabei verbindet ein einzelner physischer Router-Port mehrere VLANs über einen Trunk.

Der Router besitzt dafür logische Unterinterfaces.

Beispiel:

Router-Port
mit VLAN 10
VLAN 20
VLAN 30

über eine Trunk-Verbindung zum Switch.

Merksatz:

Router-on-a-Stick = Inter-VLAN-Routing über einen Trunk zum Router.

Layer-3-Switch

Ein Layer-3-Switch kann Switching und Routing kombinieren.

Er kann:

- auf Schicht 2 Frames switchen
- auf Schicht 3 zwischen VLANs routen

In größeren Netzwerken ist Inter-VLAN-Routing häufig auf einem Layer-3-Switch umgesetzt.

Merksatz:

Layer-3-Switch = Switch mit Routing-Funktion.

Firewall zwischen VLANs

In vielen Netzwerken wird die Kommunikation zwischen VLANs über eine Firewall geregelt.

Beispiel:

Mitarbeiter-VLAN darf auf Server-VLAN zugreifen.
Gast-VLAN darf nur ins Internet.
IoT-VLAN darf nur bestimmte Dienste erreichen.

Vorteil:

Zugriffe können kontrolliert und protokolliert werden.

Merksatz:

VLAN-Trennung wird durch Firewall-Regeln wirksam abgesichert.

VLANs und Sicherheit

VLANs erhöhen die Sicherheit, weil sie Netzbereiche logisch trennen.

Aber:

VLANs allein sind keine vollständige Sicherheitslösung.

Zusätzlich braucht man je nach Umgebung:

- Firewall-Regeln
- Zugriffskontrolle
- sichere Switch-Konfiguration
- 802.1X
- Port Security
- Monitoring
- saubere Dokumentation

Merksatz:

VLAN trennt logisch,
Firewall regelt den Zugriff.

VLANs und DHCP

DHCP stellt IP-Adressen automatisch bereit.

Da VLANs meist eigene IP-Subnetze haben, benötigt jedes VLAN eine passende DHCP-Konfiguration.

Beispiel:

VLAN Subnetz DHCP-Bereich
10 192.168.10.0/24 192.168.10.100–192.168.10.200
20 192.168.20.0/24 192.168.20.100–192.168.20.200
30 192.168.30.0/24 192.168.30.100–192.168.30.200

Wenn ein Client im falschen VLAN ist, bekommt er eventuell eine falsche oder keine IP-Adresse.

Merksatz:

VLAN und DHCP-Bereich müssen zusammenpassen.

DHCP-Relay

Ein DHCP-Server steht nicht immer direkt in jedem VLAN.

Wenn Clients in mehreren VLANs IP-Adressen erhalten sollen, kann ein DHCP-Relay eingesetzt werden.

Aufgabe:

DHCP-Anfragen aus einem VLAN an einen zentralen DHCP-Server weiterleiten.

DHCP-Relay arbeitet im Zusammenspiel mit Schicht 3.

Merksatz:

DHCP-Relay hilft,
DHCP über VLAN-Grenzen hinweg zu nutzen.

VLANs und Fehlersuche

Typische VLAN-Fehler:

- Port im falschen VLAN
- Access-Port statt Trunk
- Trunk statt Access-Port
- VLAN auf Trunk nicht erlaubt
- falsches Native VLAN
- VLAN auf Switch nicht angelegt
- falsche SSID-VLAN-Zuordnung
- falscher DHCP-Bereich
- fehlendes Inter-VLAN-Routing
- Firewall blockiert Kommunikation

Merksatz:

VLAN-Fehler wirken oft wie IP- oder DHCP-Probleme.

Fehlerbild: Client bekommt falsche IP-Adresse

Mögliche Ursache:

Der Switch-Port ist im falschen VLAN.

Beispiel:

Client soll in VLAN 10 sein.
Port ist aber in VLAN 20.

Folge:

Client erhält eine IP-Adresse aus dem falschen Subnetz
oder erreicht nicht die erwarteten Dienste.

Merksatz:

Falsches VLAN kann falsche IP-Adresse verursachen.

Fehlerbild: Access Point mit mehreren SSIDs funktioniert nicht richtig

Mögliche Ursachen:

- Switch-Port ist kein Trunk
- VLANs sind auf dem Trunk nicht erlaubt
- SSID ist falschem VLAN zugeordnet
- Native VLAN falsch
- DHCP fehlt für ein VLAN
- Firewall blockiert Gastnetz
- Access Point unterstützt Konfiguration nicht

Merksatz:

Mehrere SSIDs brauchen meist korrektes VLAN-Tagging.

Fehlerbild: Zwei VLANs erreichen sich nicht

Mögliche Ursachen:

- kein Inter-VLAN-Routing
- falsches Gateway
- Firewall blockiert
- falsche Subnetzmaske
- VLAN nicht korrekt angelegt
- Trunk transportiert VLAN nicht
- Routing-Schnittstelle fehlt

Wichtig:

Wenn zwei VLANs kommunizieren sollen,
braucht man eine Schicht-3-Komponente.

Merksatz:

VLAN zu VLAN braucht Routing.

Einordnung in das OSI-Modell

Thema Schicht
VLAN Schicht 2
VLAN-Tag Schicht 2
Access-Port Schicht 2
Trunk-Port Schicht 2
MAC-Adresse Schicht 2
Broadcast-Domäne Schicht 2
IP-Subnetz Schicht 3
Inter-VLAN-Routing Schicht 3
DHCP Anwendungsschicht mit Netzwerkbezug
Firewall-Regeln nach IP/Port Schicht 3 / 4

Merksatz:

VLAN ist Schicht 2.
Routing zwischen VLANs ist Schicht 3.

VLAN und Subnetz nicht verwechseln

Begriff Schicht Aufgabe
VLAN 2 logische Trennung im LAN
Subnetz 3 logischer IP-Adressbereich
Router / Layer-3-Switch 3 Verbindung zwischen Netzen
Firewall 3 / 4 / 7 Zugriff kontrollieren

Wichtig:

In der Praxis werden VLAN und Subnetz oft gemeinsam geplant,
bleiben aber unterschiedliche Konzepte.

Merksatz:

VLAN trennt Frames.
Subnetz trennt IP-Bereiche.

Typische IHK-Fragen

In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:

- Was ist ein VLAN?
- Auf welcher OSI-Schicht arbeitet ein VLAN?
- Was ist eine Broadcast-Domäne?
- Warum nutzt man VLANs?
- Was ist eine VLAN-ID?
- Was ist der Unterschied zwischen Access-Port und Trunk-Port?
- Was bedeutet VLAN-Tagging?
- Was ist IEEE 802.1Q?
- Was bedeutet tagged und untagged?
- Warum braucht man Inter-VLAN-Routing?
- Was ist Router-on-a-Stick?
- Warum ist ein VLAN nicht dasselbe wie ein IP-Subnetz?
- Warum kann ein falsches VLAN zu DHCP-Problemen führen?
- Warum reichen VLANs allein nicht als vollständige Sicherheitslösung?

Typische Prüfungsfallen

VLANs gehören zu Schicht 2.

IP-Subnetze gehören zu Schicht 3.

VLAN und Subnetz sind nicht dasselbe.

Ein VLAN bildet normalerweise eine Broadcast-Domäne.

Access-Port = normalerweise ein VLAN.

Trunk-Port = mehrere VLANs.

Tagged = mit VLAN-Tag.

Untagged = ohne VLAN-Tag.

IEEE 802.1Q = VLAN-Tagging.

Kommunikation zwischen VLANs braucht Routing.

VLANs allein ersetzen keine Firewall-Regeln.

Falsches VLAN kann wie ein IP- oder DHCP-Problem aussehen.

Mehrere SSIDs auf einem Access Point nutzen häufig VLANs.

Native VLAN muss auf Trunk-Verbindungen korrekt passen.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Begriff Kurze Erklärung
VLAN Virtual Local Area Network, logisches LAN
VLAN-ID Nummer eines VLANs
VLAN-Name lesbarer Name eines VLANs
Broadcast Nachricht an alle im lokalen Netz
Broadcast-Domäne Bereich, in dem Broadcasts verteilt werden
Access-Port Switch-Port für ein einzelnes VLAN
Trunk-Port Switch-Port für mehrere VLANs
VLAN-Tag Markierung eines Frames mit VLAN-ID
IEEE 802.1Q Standard für VLAN-Tagging
tagged Frame mit VLAN-Tag
untagged Frame ohne VLAN-Tag
Native VLAN untagged VLAN auf einem Trunk
Allowed VLANs VLANs, die über einen Trunk erlaubt sind
Inter-VLAN-Routing Routing zwischen VLANs
Router-on-a-Stick Inter-VLAN-Routing über Router-Trunk
Layer-3-Switch Switch mit Routing-Funktion
Management-VLAN VLAN zur Verwaltung von Netzwerkgeräten
Gast-VLAN separates VLAN für Gäste
IoT-VLAN separates VLAN für IoT-Geräte
DHCP-Relay Weiterleitung von DHCP-Anfragen zu zentralem DHCP-Server

IHK-sichere Kurzformulierung

Ein VLAN ist ein virtuelles lokales Netzwerk auf OSI-Schicht 2. Mit VLANs können Geräte logisch getrennt werden, auch wenn sie an derselben physischen Switch-Infrastruktur angeschlossen sind. Ein VLAN bildet normalerweise eine eigene Broadcast-Domäne. Access-Ports gehören meist zu genau einem VLAN und werden für Endgeräte verwendet. Trunk-Ports können mehrere VLANs transportieren und nutzen dafür VLAN-Tagging nach IEEE 802.1Q. VLANs sind nicht dasselbe wie IP-Subnetze, werden in der Praxis aber häufig gemeinsam geplant. Kommunikation zwischen VLANs benötigt Routing, zum Beispiel über einen Router, eine Firewall oder einen Layer-3-Switch.


Merksätze

VLAN = Virtual Local Area Network.

VLAN = logische Netztrennung auf Schicht 2.

Ein VLAN bildet eine Broadcast-Domäne.

VLAN-ID = Nummer des VLANs.

VLAN-Name = lesbare Bezeichnung.

VLAN ist nicht IP-Subnetz.

VLAN = Schicht 2.

IP-Subnetz = Schicht 3.

Pro VLAN häufig ein eigenes Subnetz.

Access-Port = ein VLAN.

Trunk-Port = mehrere VLANs.

Tagged = mit VLAN-Tag.

Untagged = ohne VLAN-Tag.

IEEE 802.1Q = VLAN-Tagging.

Native VLAN = untagged VLAN auf einem Trunk.

Allowed VLANs bestimmen,
welche VLANs über einen Trunk laufen.

Mehrere SSIDs nutzen häufig VLANs.

Gast-VLAN vom internen Netz trennen.

IoT-VLAN für unsichere Geräte sinnvoll.

VLAN zu VLAN braucht Routing.

Router-on-a-Stick = Inter-VLAN-Routing über Trunk.

Layer-3-Switch kann zwischen VLANs routen.

VLAN trennt logisch,
Firewall regelt den Zugriff.

Falsches VLAN kann DHCP- und IP-Probleme verursachen.