9.1 OSI-Schicht 6 – Darstellungsschicht
Die Darstellungsschicht ist Schicht 6 des OSI-Modells.
Sie liegt zwischen:
Schicht 5: Sitzungsschicht
und
Schicht 7: Anwendungsschicht
Die Hauptaufgabe von Schicht 6 ist:
Daten so darzustellen, umzuwandeln oder zu schützen,
dass Anwendungen sie korrekt verstehen können.
Dabei geht es vor allem um:
- Datenformate
- Zeichencodierung
- Kompression
- Verschlüsselung
- Entschlüsselung
- Datenumwandlung
- Darstellung von Informationen
Merksatz:
Schicht 6 = Darstellung, Codierung, Kompression und Verschlüsselung.
Grundidee von Schicht 6
Schicht 6 sorgt dafür, dass Daten in einer passenden Form vorliegen.
Ein Sender kann Daten in einem bestimmten Format erzeugen.
Der Empfänger muss diese Daten richtig interpretieren können.
Beispiele:
Text muss mit der richtigen Zeichencodierung gelesen werden.
Bilder müssen im richtigen Dateiformat verstanden werden.
Verschlüsselte Daten müssen entschlüsselt werden.
Komprimierte Daten müssen entpackt werden.
Merksatz:
Schicht 6 kümmert sich darum,
wie Daten dargestellt und interpretiert werden.
Warum braucht man die Darstellungsschicht?
Unterschiedliche Systeme können Daten unterschiedlich speichern oder darstellen.
Beispiele:
- Textcodierung
- Zahlenformat
- Dateiformat
- Bildformat
- Audioformat
- Verschlüsselung
- Kompression
Damit Sender und Empfänger dieselben Daten gleich verstehen, braucht man Regeln für die Darstellung.
Merksatz:
Gleiche Daten müssen auf beiden Seiten gleich verstanden werden.
Einordnung im OSI-Modell
| OSI-Schicht | Name | Aufgabe |
|---|---|---|
| 7 | Anwendungsschicht | Netzwerkdienste für Anwendungen |
| 6 | Darstellungsschicht | Darstellung, Codierung, Verschlüsselung |
| 5 | Sitzungsschicht | Sitzungen aufbauen, verwalten und beenden |
| 4 | Transportschicht | TCP, UDP, Ports |
| 3 | Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht | IP, Routing |
| 2 | Sicherungsschicht | Frames, MAC, VLAN |
| 1 | Bitübertragungsschicht | Bits, Signale |
Merksatz:
Schicht 6 liegt zwischen Sitzung und Anwendung.
Schicht 5, 6 und 7 unterscheiden
| Schicht | Grundidee | Beispiel |
|---|---|---|
| 5 | Sitzung verwalten | Benutzer bleibt angemeldet |
| 6 | Daten darstellen oder umwandeln | UTF-8, TLS, Kompression |
| 7 | Anwendung und Dienst | HTTP, DNS, SMTP |
Merksatz:
Schicht 5 = Sitzung.
Schicht 6 = Darstellung.
Schicht 7 = Anwendung.
Darstellung bedeutet nicht Bildschirmdarstellung
Der Begriff Darstellungsschicht wird manchmal falsch verstanden.
Es geht nicht nur darum:
was auf dem Bildschirm angezeigt wird.
Es geht fachlich darum:
wie Daten codiert,
formatiert,
komprimiert,
verschlüsselt
oder interpretiert werden.
Beispiel:
Ein Text kann gleich aussehen,
aber intern unterschiedlich codiert sein.
Merksatz:
Darstellungsschicht meint Datenrepräsentation,
nicht nur grafische Anzeige.
Datenformate
Ein Datenformat legt fest, wie Informationen aufgebaut sind.
Beispiele:
| Datenart | Beispiele |
|---|---|
| Text | TXT, HTML, XML, JSON |
| Bild | JPEG, PNG, GIF, SVG |
| Audio | WAV, MP3, AAC |
| Video | MP4, H.264, H.265 |
| Dokument | PDF, DOCX |
| Archiv | ZIP, 7z |
Wenn ein Empfänger das Format nicht versteht, kann er die Daten nicht korrekt verarbeiten.
Merksatz:
Datenformat = Regel,
wie Daten aufgebaut sind.
Beispiel: JSON
JSON steht für:
JavaScript Object Notation
JSON wird häufig verwendet, um strukturierte Daten zwischen Anwendungen auszutauschen.
Beispiel:
{
"name": "Felix",
"rolle": "FISI",
"aktiv": true
}
JSON ist besonders häufig bei:
- APIs
- Webanwendungen
- Konfigurationsdaten
- Datenaustausch zwischen Diensten
Merksatz:
JSON ist ein häufiges Datenformat für strukturierte Daten.
Beispiel: XML
XML steht für:
Extensible Markup Language
XML ist ein textbasiertes Format zur strukturierten Darstellung von Daten.
Beispiel:
<benutzer>
<name>Felix</name>
<rolle>FISI</rolle>
</benutzer>
XML wird unter anderem genutzt bei:
- Schnittstellen
- Konfigurationen
- Dokumentenformaten
- älteren Webservices
Merksatz:
XML ist ein strukturiertes Textformat.
JSON und XML vergleichen
| Merkmal | JSON | XML |
|---|---|---|
| Schreibweise | kompakter | ausführlicher |
| Struktur | Objekte und Arrays | Tags und Elemente |
| häufig bei | Web-APIs | ältere Schnittstellen, Dokumente |
| Lesbarkeit | meist einfach | oft länger |
| Datenaustausch | sehr verbreitet | weiterhin verbreitet |
Merksatz:
JSON und XML sind Formate für strukturierten Datenaustausch.
Zeichencodierung
Zeichencodierung legt fest, wie Zeichen als Zahlen oder Bits gespeichert werden.
Beispiele für Zeichen:
A
ä
ß
€
中
😊
Damit ein Computer diese Zeichen speichern kann, braucht er eine Codierung.
Merksatz:
Zeichencodierung übersetzt Zeichen in digitale Werte.
ASCII
ASCII ist eine ältere Zeichencodierung.
ASCII umfasst grundlegende Zeichen wie:
- englische Buchstaben
- Ziffern
- Satzzeichen
- Steuerzeichen
ASCII ist auf einfache englische Zeichen beschränkt.
Deutsche Umlaute wie:
ä
ö
ü
ß
sind in klassischem ASCII nicht enthalten.
Merksatz:
ASCII ist einfach,
aber für viele Sprachen zu begrenzt.
Unicode
Unicode ist ein Standard, der Zeichen vieler Schriftsysteme abbilden kann.
Dazu gehören zum Beispiel:
- lateinische Zeichen
- Umlaute
- griechische Zeichen
- kyrillische Zeichen
- asiatische Schriftzeichen
- Symbole
- Emojis
Unicode beschreibt, welche Zeichen es gibt und welche Nummer sie haben.
Merksatz:
Unicode ist ein großer Zeichensatz für viele Sprachen und Symbole.
UTF-8
UTF-8 ist eine sehr verbreitete Codierung für Unicode-Zeichen.
UTF-8 ist wichtig für:
- Webseiten
- Linux-Systeme
- Konfigurationsdateien
- APIs
- Datenbanken
- E-Mails
Vorteil:
UTF-8 kann sehr viele Zeichen darstellen
und ist mit einfachem ASCII weitgehend kompatibel.
Merksatz:
UTF-8 ist die wichtigste moderne Zeichencodierung.
Typisches Problem: falsche Zeichencodierung
Wenn Text mit falscher Codierung interpretiert wird, entstehen fehlerhafte Zeichen.
Beispiel:
ä
wird falsch angezeigt als:
ä
Mögliche Ursachen:
- falsche Zeichencodierung
- falscher HTTP-Header
- falsche Datenbankcodierung
- falsche Dateicodierung
- falsche Import- oder Exporteinstellung
Merksatz:
Falsche Codierung führt zu Zeichenfehlern.
Beispiel: Umlaute falsch dargestellt
Fehlerbild:
Müller
wird angezeigt als:
Müller
Das deutet häufig auf ein Codierungsproblem hin.
Mögliche Ursache:
UTF-8-Daten werden als eine andere Codierung interpretiert.
Prüfung:
Dateicodierung prüfen.
Datenbankcodierung prüfen.
HTTP-Header prüfen.
Anwendungseinstellung prüfen.
Merksatz:
Kaputte Umlaute sind oft ein Schicht-6-Thema.
Kompression
Kompression bedeutet:
Daten werden verkleinert.
Ziel:
weniger Speicherplatz
weniger Übertragungsvolumen
schnellere Übertragung
Beispiele:
- ZIP
- gzip
- Brotli
- JPEG
- MP3
- H.264
Merksatz:
Kompression reduziert Datenmenge.
Verlustfreie Kompression
Verlustfreie Kompression bedeutet:
Die Originaldaten können vollständig wiederhergestellt werden.
Beispiele:
- ZIP
- gzip
- PNG
- FLAC
Typisch für:
- Textdateien
- Programme
- Dokumente
- Datenbanken
- Quellcode
Merksatz:
Verlustfrei = nach dem Entpacken exakt wiederherstellbar.
Verlustbehaftete Kompression
Verlustbehaftete Kompression bedeutet:
Daten werden verkleinert,
aber ein Teil der ursprünglichen Informationen geht verloren.
Beispiele:
- JPEG
- MP3
- AAC
- H.264
- H.265
Typisch für:
- Fotos
- Musik
- Videos
Merksatz:
Verlustbehaftet = kleiner,
aber nicht mehr exakt original.
Kompression im Web
Webserver können Inhalte komprimiert senden.
Beispiele:
gzip
Brotli
Das reduziert die Datenmenge bei:
- HTML
- CSS
- JavaScript
- JSON
- XML
Der Browser entpackt die Daten wieder.
Merksatz:
Web-Kompression spart Bandbreite.
Verschlüsselung
Verschlüsselung bedeutet:
Daten werden so umgewandelt,
dass sie ohne passenden Schlüssel nicht lesbar sind.
Ziele:
- Vertraulichkeit
- Schutz vor Mitlesen
- Schutz sensibler Informationen
Beispiele:
- HTTPS
- VPN
- E-Mail-Verschlüsselung
- Festplattenverschlüsselung
Merksatz:
Verschlüsselung schützt die Vertraulichkeit von Daten.
Entschlüsselung
Entschlüsselung bedeutet:
Verschlüsselte Daten werden mit dem passenden Schlüssel wieder lesbar gemacht.
Ohne passenden Schlüssel bleiben die Daten unverständlich.
Merksatz:
Entschlüsselung macht verschlüsselte Daten wieder lesbar.
TLS
TLS steht für:
Transport Layer Security
TLS wird unter anderem bei HTTPS verwendet.
HTTPS bedeutet:
HTTP über TLS
TLS schützt unter anderem:
- Vertraulichkeit
- Integrität
- Authentizität des Servers
Typisches Beispiel:
https://example.com
Merksatz:
HTTPS = HTTP mit TLS-Schutz.
TLS und OSI-Schicht 6
TLS wird im OSI-Modell oft der Darstellungsschicht zugeordnet, weil es Daten verschlüsselt und entschlüsselt.
In der Praxis liegt TLS zwischen Anwendung und Transport.
Beispiel:
HTTP
→ TLS
→ TCP
→ IP
Wichtig für die Prüfung:
TLS hat starken Bezug zu Schicht 6,
weil Verschlüsselung und Darstellung betroffen sind.
Merksatz:
TLS schützt Daten zwischen Anwendung und Transport.
TLS-Zertifikat
Ein TLS-Zertifikat hilft dem Client zu prüfen, ob er mit dem richtigen Server spricht.
Ein Zertifikat enthält unter anderem:
- Domainname
- öffentlicher Schlüssel
- Aussteller
- Gültigkeitszeitraum
- Signatur der Zertifizierungsstelle
Merksatz:
Zertifikat hilft bei der Vertrauensprüfung des Servers.
Typische Zertifikatsfehler
Typische Fehler sind:
- Zertifikat abgelaufen
- Zertifikat gilt für falschen Namen
- Zertifikat nicht vertrauenswürdig
- Zwischenzertifikat fehlt
- Uhrzeit am Client falsch
- selbstsigniertes Zertifikat ohne Vertrauen
- falsches Zertifikat auf dem Server
Merksatz:
Zertifikatsfehler sind oft Darstellungs- oder Anwendungsschicht-Themen.
Beispiel: Name passt nicht zum Zertifikat
Fehlerbild:
Browser warnt vor Zertifikat.
Mögliche Ursache:
Zertifikat wurde ausgestellt für:
server.local
Aufgerufen wurde aber:
wiki.firma.de
Dann passt der Name nicht.
Merksatz:
Der aufgerufene Name muss zum Zertifikat passen.
Beispiel: Zertifikat abgelaufen
Ein Zertifikat hat einen Gültigkeitszeitraum.
Wenn dieser überschritten ist, warnen Clients.
Mögliche Ursache:
Zertifikat wurde nicht rechtzeitig erneuert.
Folge:
Browser zeigt Warnung.
API-Verbindungen können scheitern.
Anwendungen verweigern Verbindung.
Merksatz:
Zertifikate müssen gültig und aktuell sein.
Datenintegrität
Integrität bedeutet:
Daten wurden nicht unbemerkt verändert.
TLS schützt nicht nur vor Mitlesen, sondern auch vor unbemerkter Manipulation während der Übertragung.
Merksatz:
Integrität = Daten bleiben unverändert.
Authentizität
Authentizität bedeutet:
Die Gegenstelle ist die,
für die sie sich ausgibt.
Bei HTTPS prüft der Browser:
Passt das Zertifikat zur Domain?
Ist das Zertifikat vertrauenswürdig?
Ist es gültig?
Merksatz:
Authentizität = Echtheit der Gegenstelle.
Codierung und Verschlüsselung unterscheiden
Codierung und Verschlüsselung werden oft verwechselt.
| Begriff | Ziel | Schutz? |
|---|---|---|
| Codierung | Daten in anderes Format bringen | nein |
| Kompression | Datenmenge reduzieren | nein |
| Verschlüsselung | Daten vor unbefugtem Lesen schützen | ja |
Beispiel:
Base64 ist Codierung,
aber keine Verschlüsselung.
Merksatz:
Codierung ist nicht automatisch Sicherheit.
Base64
Base64 ist eine Codierung.
Sie wandelt Binärdaten in Textzeichen um.
Typische Nutzung:
- E-Mail-Anhänge
- Tokens
- Zertifikatsdaten
- API-Daten
- Binärdaten in Textformaten
Wichtig:
Base64 ist leicht rückgängig zu machen.
Es ist keine Verschlüsselung.
Merksatz:
Base64 ist Codierung,
keine Verschlüsselung.
Hashing kurz eingeordnet
Hashing ist keine Verschlüsselung.
Ein Hash bildet Daten auf einen festen Prüfwert ab.
Beispiele:
- SHA-256
- SHA-512
Eigenschaften:
- Einwegfunktion
- gleiche Eingabe ergibt gleichen Hash
- kleine Änderung ergibt anderen Hash
- Originaldaten sollen nicht aus dem Hash zurückgerechnet werden
Merksatz:
Hashing prüft Integrität,
verschlüsselt aber nicht.
Hash und Passwortspeicherung
Passwörter sollten nicht im Klartext gespeichert werden.
Stattdessen werden Passwort-Hashes gespeichert.
Wichtig:
Für Passwörter nutzt man spezielle Verfahren,
zum Beispiel mit Salt und langsamen Hashfunktionen.
Beispiele:
bcrypt
Argon2
PBKDF2
Merksatz:
Passwörter nicht verschlüsseln,
sondern sicher hashen.
Datenumwandlung
Schicht 6 kann Daten zwischen Formaten umwandeln.
Beispiele:
- Textcodierung ändern
- Bildformat konvertieren
- Dateiformat umwandeln
- Daten serialisieren
- Daten deserialisieren
- Zahlenformat anpassen
Merksatz:
Datenumwandlung sorgt dafür,
dass Empfänger Daten verstehen.
Serialisierung
Serialisierung bedeutet:
Datenstrukturen werden in ein übertragbares oder speicherbares Format umgewandelt.
Beispiel:
Objekt in Anwendung
→ JSON
→ Übertragung über Netzwerk
Empfänger:
JSON
→ Objekt in Anwendung
Merksatz:
Serialisierung macht Daten übertragbar.
Deserialisierung
Deserialisierung ist die Rückumwandlung.
Beispiel:
JSON-Text wird in ein Objekt der Anwendung umgewandelt.
Wichtig:
Unsichere Deserialisierung kann Sicherheitsrisiken erzeugen.
Merksatz:
Deserialisierung macht übertragene Daten wieder nutzbar.
Endianness kurz erklärt
Endianness beschreibt die Reihenfolge von Bytes bei mehrbyteigen Zahlen.
Begriffe:
Big Endian
Little Endian
In Netzwerken ist oft die sogenannte Netzwerk-Byte-Reihenfolge wichtig.
Für AP1/AP2 reicht meistens:
Unterschiedliche Systeme können Zahlen intern unterschiedlich darstellen.
Merksatz:
Darstellung betrifft auch die interne Reihenfolge von Daten.
Schicht 6 und Webanwendungen
Bei Webanwendungen sieht man Schicht-6-Themen häufig bei:
- TLS
- Zertifikaten
- Zeichencodierung
- JSON
- XML
- gzip-Kompression
- Datenformaten
- Dateiformaten
- MIME-Typen
Merksatz:
Webprobleme können Darstellungsprobleme sein.
MIME-Type
Ein MIME-Type beschreibt den Medientyp von Daten.
Beispiele:
| MIME-Type | Bedeutung |
|---|---|
| text/html | HTML-Dokument |
| application/json | JSON-Daten |
| image/png | PNG-Bild |
| image/jpeg | JPEG-Bild |
| text/css | CSS-Datei |
| application/pdf | PDF-Dokument |
Der MIME-Type hilft dem Client, Daten richtig zu interpretieren.
Merksatz:
MIME-Type sagt,
was für Daten übertragen werden.
Fehlerbild: Datei wird falsch angezeigt
Mögliche Ursachen:
- falscher MIME-Type
- falsche Dateiendung
- falsches Dateiformat
- beschädigte Datei
- fehlende Anwendung zum Öffnen
- falsche Codierung
Beispiel:
JSON wird als Text angezeigt,
statt als application/json verarbeitet zu werden.
Merksatz:
Falsche Darstellung kann am Format oder MIME-Type liegen.
Fehlerbild: Webseite zeigt komische Zeichen
Mögliche Ursachen:
- falsche Zeichencodierung
- fehlende UTF-8-Angabe
- Datenbank speichert andere Codierung
- Import falsch durchgeführt
- Datei in falscher Codierung gespeichert
Merksatz:
Komische Zeichen sind oft Codierungsprobleme.
Fehlerbild: HTTPS-Warnung
Mögliche Ursachen:
- Zertifikat abgelaufen
- Domainname passt nicht
- Zertifizierungsstelle nicht vertraut
- Zertifikatskette unvollständig
- Uhrzeit am Client falsch
- selbstsigniertes Zertifikat
Merksatz:
HTTPS-Warnungen oft durch Zertifikatsprobleme.
Fehlerbild: API versteht Daten nicht
Eine API kann Daten ablehnen, wenn Format oder Codierung nicht stimmen.
Mögliche Ursachen:
- ungültiges JSON
- falscher Content-Type
- falsche Zeichencodierung
- fehlende Pflichtfelder
- falsche Datentypen
- falsches Datumsformat
Merksatz:
API-Fehler können Darstellungs- oder Formatprobleme sein.
Fehlerbild: Komprimierte Daten können nicht gelesen werden
Mögliche Ursachen:
- falsches Kompressionsverfahren
- beschädigte Datei
- falsche Dateiendung
- Empfänger unterstützt Verfahren nicht
- Header gibt falsche Kompression an
Merksatz:
Kompression muss vom Empfänger unterstützt werden.
Darstellungsschicht und Sicherheit
Viele Sicherheitsfunktionen haben Bezug zur Darstellungsschicht.
Beispiele:
- TLS-Verschlüsselung
- Zertifikate
- sichere Codierung
- sichere Deserialisierung
- Integritätsprüfung
- Schutz vor Datenmanipulation
Wichtig:
Falsche Darstellung oder unsichere Verarbeitung kann Sicherheitslücken erzeugen.
Merksatz:
Schicht 6 ist auch für Sicherheit wichtig.
Typische Angriffsbezüge
Darstellung und Datenverarbeitung können Angriffsflächen sein.
Beispiele:
- unsichere Deserialisierung
- fehlerhafte Parser
- manipulierte Dateiformate
- falsche Zertifikatsprüfung
- schwache Verschlüsselung
- XSS durch falsche Ausgabe-Codierung
Merksatz:
Daten müssen sicher interpretiert und verarbeitet werden.
Was Schicht 6 nicht macht
Schicht 6 macht nicht:
- Bits über Kabel übertragen
- MAC-Adressen verwenden
- IP-Pakete routen
- TCP-Verbindungen aufbauen
- Ports bereitstellen
- Sitzungen verwalten
- konkrete Netzwerkdienste vollständig bereitstellen
Diese Aufgaben liegen auf anderen Schichten.
Merksatz:
Schicht 6 stellt Daten dar,
transportiert sie aber nicht selbst.
Einordnung in das OSI-Modell
| Thema | Schicht |
|---|---|
| Kabel, Signal | 1 |
| MAC-Adresse, Frame | 2 |
| IP-Adresse, Routing | 3 |
| TCP, UDP, Port | 4 |
| Sitzung, Session-ID | 5 |
| UTF-8, JSON, TLS, Kompression | 6 |
| HTTP, DNS, SMTP, Anwendung | 7 |
Merksatz:
Codierung, Kompression und Verschlüsselung = Schicht 6.
Schicht 6 und Schicht 7 unterscheiden
| Thema | eher Schicht |
|---|---|
| HTTP-Anfrage | 7 |
| DNS-Abfrage | 7 |
| JSON-Datenformat | 6 / 7-Bezug |
| UTF-8-Codierung | 6 |
| TLS-Verschlüsselung | 6 |
| Zertifikat | 6 / 7-Bezug |
| gzip-Kompression | 6 |
| Anwendung verarbeitet Formular | 7 |
Merksatz:
Schicht 6 beschreibt die Form der Daten.
Schicht 7 beschreibt den Dienst.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Welche Aufgabe hat die Darstellungsschicht?
- Was bedeutet Zeichencodierung?
- Was ist UTF-8?
- Was ist der Unterschied zwischen Codierung und Verschlüsselung?
- Was ist Kompression?
- Was ist der Unterschied zwischen verlustfrei und verlustbehaftet?
- Was macht TLS?
- Warum gibt es Zertifikatswarnungen?
- Was ist ein MIME-Type?
- Warum kann eine Webseite falsche Zeichen anzeigen?
- Warum ist Base64 keine Verschlüsselung?
- Was ist Serialisierung?
- Warum können Formatfehler bei APIs auftreten?
Typische Prüfungsfallen
Schicht 6 heißt Darstellungsschicht.
Darstellung bedeutet Datenrepräsentation,
nicht nur Bildschirmdarstellung.
UTF-8 ist eine Zeichencodierung.
ASCII ist begrenzt.
Unicode ist ein Zeichensatzstandard.
JSON und XML sind Datenformate.
Kompression ist keine Verschlüsselung.
Codierung ist keine Verschlüsselung.
Base64 ist keine Verschlüsselung.
Hashing ist keine Verschlüsselung.
TLS verschlüsselt und schützt Daten.
HTTPS nutzt TLS.
Zertifikat muss gültig und passend sein.
MIME-Type hilft beim richtigen Interpretieren von Daten.
Falsche Codierung führt zu Zeichenfehlern.
Schicht 6 ist in der Praxis oft mit Schicht 7 verbunden.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Darstellungsschicht | OSI-Schicht 6 |
| Datenformat | Struktur und Aufbau von Daten |
| Zeichencodierung | Zuordnung von Zeichen zu digitalen Werten |
| ASCII | ältere einfache Zeichencodierung |
| Unicode | Standard für viele Zeichen weltweit |
| UTF-8 | verbreitete Unicode-Codierung |
| Kompression | Verkleinerung von Daten |
| verlustfrei | Original vollständig wiederherstellbar |
| verlustbehaftet | Datenverlust zugunsten kleinerer Größe |
| Verschlüsselung | Daten für Unbefugte unlesbar machen |
| Entschlüsselung | verschlüsselte Daten wieder lesbar machen |
| TLS | Verschlüsselung und Schutz zwischen Anwendung und Transport |
| Zertifikat | Vertrauensnachweis für Serveridentität |
| MIME-Type | Angabe des Medientyps von Daten |
| Base64 | Codierung von Binärdaten als Text |
| Hashing | Einweg-Prüfwertbildung |
| Serialisierung | Umwandlung in übertragbares Format |
| Deserialisierung | Rückumwandlung aus übertragbarem Format |
IHK-sichere Kurzformulierung
Die Darstellungsschicht ist Schicht 6 des OSI-Modells. Sie sorgt dafür, dass Daten in einer Form vorliegen, die vom Empfänger korrekt interpretiert werden kann. Dazu gehören Datenformate, Zeichencodierung, Kompression, Verschlüsselung und Datenumwandlung. Beispiele sind UTF-8 für Zeichencodierung, JSON oder XML als Datenformate, gzip als Kompression und TLS für verschlüsselte Kommunikation. Codierung und Kompression sind nicht dasselbe wie Verschlüsselung. In modernen Netzwerken sind Aufgaben der Darstellungsschicht oft eng mit der Anwendungsschicht verbunden.
Merksätze
Schicht 6 = Darstellungsschicht.
Schicht 6 = Daten darstellen und umwandeln.
Darstellung bedeutet Datenrepräsentation.
Datenformat legt Aufbau von Daten fest.
Zeichencodierung übersetzt Zeichen in digitale Werte.
ASCII ist begrenzt.
Unicode umfasst viele Zeichen.
UTF-8 ist sehr verbreitet.
Falsche Codierung erzeugt Zeichenfehler.
Kompression reduziert Datenmenge.
Verlustfrei = exakt wiederherstellbar.
Verlustbehaftet = kleiner,
aber nicht exakt original.
Verschlüsselung schützt Vertraulichkeit.
Entschlüsselung macht Daten wieder lesbar.
TLS schützt Daten bei HTTPS.
Zertifikat prüft Serververtrauen.
Codierung ist keine Verschlüsselung.
Base64 ist keine Verschlüsselung.
Hashing ist keine Verschlüsselung.
MIME-Type beschreibt den Datentyp.
JSON und XML sind Datenformate.
Serialisierung macht Daten übertragbar.
Schicht 6 ist oft eng mit Schicht 7 verbunden.