6.1 OSI-Schicht 3 – Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht
Die Vermittlungsschicht ist Schicht 3 des OSI-Modells.
Sie wird auch genannt:
Netzwerkschicht
Die wichtigste Aufgabe von Schicht 3 ist:
Daten zwischen verschiedenen Netzwerken weiterleiten.
Dabei geht es vor allem um:
- IP-Adressen
- IP-Pakete
- Subnetze
- Routing
- Router
- Standard-Gateway
- Netzmaske
- IPv4
- IPv6
- ICMP
Merksatz:
Schicht 3 = IP-Adressen, Pakete und Routing.
Grundidee von Schicht 3
Schicht 2 ist für die lokale Übertragung im LAN zuständig.
Schicht 3 geht darüber hinaus.
Schicht 3 ermöglicht Kommunikation zwischen unterschiedlichen Netzwerken.
Beispiel:
PC im LAN
→ Router
→ Internet
→ Webserver
Dabei wird nicht mehr nur lokal mit MAC-Adressen gearbeitet, sondern mit IP-Adressen.
Merksatz:
Schicht 2 verbindet lokal.
Schicht 3 verbindet Netze.
Einordnung im OSI-Modell
| OSI-Schicht | Name | Aufgabe |
|---|---|---|
| 7 | Anwendungsschicht | Netzwerkdienste für Anwendungen |
| 6 | Darstellungsschicht | Darstellung, Codierung, Verschlüsselung |
| 5 | Sitzungsschicht | Sitzungen verwalten |
| 4 | Transportschicht | Transport zwischen Anwendungen |
| 3 | Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht | IP-Adressierung und Routing |
| 2 | Sicherungsschicht | Frames, MAC-Adressen, lokale Übertragung |
| 1 | Bitübertragungsschicht | Bits als Signale übertragen |
Merksatz:
Schicht 3 liegt zwischen lokaler Übertragung und Transport.
Warum braucht man Schicht 3?
Ein lokales Netzwerk allein reicht nicht aus, wenn Geräte in unterschiedlichen Netzen kommunizieren sollen.
Beispiel:
PC A:
192.168.10.20
Server B:
192.168.30.50
Diese Geräte liegen in unterschiedlichen IP-Netzen.
Damit sie kommunizieren können, braucht man Routing.
Routing gehört zu Schicht 3.
Merksatz:
Unterschiedliche IP-Netze brauchen Schicht-3-Vermittlung.
Begriff: IP-Adresse
Eine IP-Adresse ist eine logische Adresse auf Schicht 3.
Sie dient dazu, Geräte in IP-Netzen erreichbar zu machen.
Beispiele:
IPv4:
192.168.10.20
IPv6:
2001:db8::10
IP-Adressen werden für die netzübergreifende Kommunikation verwendet.
Merksatz:
IP-Adresse = logische Adresse auf Schicht 3.
MAC-Adresse und IP-Adresse unterscheiden
| Adresse | Schicht | Aufgabe |
|---|---|---|
| MAC-Adresse | 2 | lokale Zustellung im LAN |
| IP-Adresse | 3 | logische Adressierung zwischen Netzen |
Wichtig:
MAC-Adressen gelten nur lokal auf einem Netzwerkabschnitt.
IP-Adressen dienen der Zustellung über Netzgrenzen hinweg.
Merksatz:
MAC = lokal.
IP = netzübergreifend.
Begriff: IP-Paket
Ein IP-Paket ist die Datenübertragungseinheit auf Schicht 3.
Ein IP-Paket enthält unter anderem:
- Quell-IP-Adresse
- Ziel-IP-Adresse
- Nutzdaten
- Steuerinformationen
Vereinfacht:
Ein IP-Paket ist der Datenbehälter für die Zustellung zwischen IP-Netzen.
Merksatz:
IP-Paket = Datenform auf Schicht 3.
Frame, Paket und Segment unterscheiden
| Begriff | Schicht | Bedeutung |
|---|---|---|
| Frame | 2 | lokale Übertragung mit MAC-Adressen |
| Paket | 3 | IP-Übertragung zwischen Netzen |
| Segment | 4 | TCP-Datenübertragung |
| Datagramm | 4 | UDP-Datenübertragung |
Prüfungsfalle:
Ethernet arbeitet mit Frames.
IP arbeitet mit Paketen.
TCP arbeitet mit Segmenten.
Merksatz:
Schicht 2 = Frame.
Schicht 3 = Paket.
Schicht 4 = Segment oder Datagramm.
Quell-IP und Ziel-IP
Ein IP-Paket enthält normalerweise:
- Quell-IP-Adresse
- Ziel-IP-Adresse
Die Quell-IP-Adresse gibt an:
Von welchem Gerät stammt das Paket?
Die Ziel-IP-Adresse gibt an:
Zu welchem Gerät soll das Paket?
Beispiel:
PC sendet an Webserver.
Quell-IP:
IP-Adresse des PCs
Ziel-IP:
IP-Adresse des Webservers
Merksatz:
Quell-IP = woher.
Ziel-IP = wohin.
IP-Adresse bleibt über Router hinweg erhalten
Wenn ein IP-Paket über mehrere Router läuft, bleibt die Ziel-IP-Adresse grundsätzlich gleich.
Beispiel:
PC → Router 1 → Router 2 → Server
Die Ethernet-Frames ändern sich auf jedem Abschnitt.
Die IP-Adressen im IP-Paket bleiben grundsätzlich erhalten.
Ausnahme:
NAT oder PAT kann IP-Adressen verändern.
Merksatz:
MAC ändert sich pro Abschnitt.
IP bleibt grundsätzlich Ende-zu-Ende erhalten.
Router
Ein Router ist ein typisches Gerät auf Schicht 3.
Aufgabe:
IP-Pakete zwischen unterschiedlichen Netzwerken weiterleiten.
Ein Router entscheidet anhand der Ziel-IP-Adresse, wohin ein Paket weitergeleitet werden soll.
Dafür nutzt er eine Routing-Tabelle.
Merksatz:
Router = Schicht-3-Gerät für IP-Weiterleitung.
Switch und Router unterscheiden
| Gerät | typische Schicht | Arbeitsweise |
|---|---|---|
| Switch | 2 | leitet Frames anhand von MAC-Adressen weiter |
| Router | 3 | leitet IP-Pakete anhand von IP-Adressen weiter |
Wichtig:
Ein Switch verbindet Geräte im lokalen Netz.
Ein Router verbindet verschiedene IP-Netze.
Merksatz:
Switch = MAC.
Router = IP.
Standard-Gateway
Das Standard-Gateway ist der Router, den ein Gerät verwendet, wenn das Ziel nicht im eigenen IP-Netz liegt.
Beispiel:
PC:
192.168.10.20/24
Gateway:
192.168.10.1
Wenn der PC ein Ziel außerhalb von 192.168.10.0/24 erreichen möchte, sendet er das Paket an das Standard-Gateway.
Merksatz:
Standard-Gateway = Ausgang in andere Netze.
Wann braucht ein Gerät das Gateway?
Ein Gerät braucht das Gateway, wenn die Ziel-IP-Adresse nicht im eigenen Subnetz liegt.
Beispiel:
PC:
192.168.10.20/24
Ziel:
192.168.10.30
Das Ziel liegt im gleichen Netz.
Kein Gateway nötig.
Beispiel:
PC:
192.168.10.20/24
Ziel:
8.8.8.8
Das Ziel liegt nicht im gleichen Netz.
Gateway nötig.
Merksatz:
Gleiches Subnetz = direkt.
Anderes Subnetz = über Gateway.
Subnetz
Ein Subnetz ist ein Teilbereich eines IP-Netzes.
Beispiel:
192.168.10.0/24
Dieses Subnetz enthält IP-Adressen von:
192.168.10.1
bis
192.168.10.254
Die Netzadresse ist:
192.168.10.0
Die Broadcast-Adresse ist:
192.168.10.255
Merksatz:
Subnetz = logischer IP-Adressbereich.
Netzadresse
Die Netzadresse bezeichnet das Netzwerk selbst.
Beispiel:
192.168.10.0/24
Die Netzadresse ist:
192.168.10.0
Diese Adresse wird normalerweise nicht einem Endgerät zugewiesen.
Merksatz:
Netzadresse = Adresse des Netzes.
Broadcast-Adresse
Die Broadcast-Adresse ist die Adresse für alle Geräte im Subnetz.
Beispiel:
192.168.10.0/24
Broadcast-Adresse:
192.168.10.255
Diese Adresse wird normalerweise nicht einem einzelnen Endgerät zugewiesen.
Merksatz:
Broadcast-Adresse = alle Geräte im Subnetz.
Host-Adresse
Host-Adressen sind die nutzbaren Adressen für Geräte im Subnetz.
Beispiel:
192.168.10.0/24
Nutzbare Host-Adressen:
192.168.10.1
bis
192.168.10.254
Diese Adressen können Geräten zugewiesen werden.
Beispiele:
PC
Server
Drucker
Router-Interface
Access Point
Merksatz:
Host-Adresse = nutzbare Adresse für ein Gerät.
Subnetzmaske
Die Subnetzmaske legt fest, welcher Teil einer IP-Adresse zum Netz gehört und welcher Teil zum Host gehört.
Beispiel:
IP-Adresse:
192.168.10.20
Subnetzmaske:
255.255.255.0
Das entspricht:
/24
Merksatz:
Subnetzmaske trennt Netzanteil und Hostanteil.
CIDR-Schreibweise
CIDR steht für:
Classless Inter-Domain Routing
Die CIDR-Schreibweise gibt an, wie viele Bits zur Netzadresse gehören.
Beispiel:
192.168.10.20/24
Das bedeutet:
Die ersten 24 Bit gehören zum Netzanteil.
Häufige Beispiele:
| CIDR | Subnetzmaske |
|---|---|
| /24 | 255.255.255.0 |
| /25 | 255.255.255.128 |
| /26 | 255.255.255.192 |
| /27 | 255.255.255.224 |
| /28 | 255.255.255.240 |
| /30 | 255.255.255.252 |
Merksatz:
/24 bedeutet:
24 Bit Netzanteil.
Netzanteil und Hostanteil
Eine IP-Adresse besteht aus:
Netzanteil
und
Hostanteil
Beispiel:
192.168.10.20/24
Bei /24 ist vereinfacht:
Netzanteil:
192.168.10
Hostanteil:
20
Das Netz ist:
192.168.10.0/24
Merksatz:
Netzanteil bestimmt das Netzwerk.
Hostanteil bestimmt das Gerät im Netzwerk.
Routing
Routing bedeutet:
IP-Pakete zwischen Netzwerken weiterleiten.
Ein Router prüft die Ziel-IP-Adresse und entscheidet anhand seiner Routing-Tabelle, wohin das Paket weitergeleitet wird.
Dabei interessiert ihn nicht die Ziel-MAC-Adresse des ursprünglichen Frames.
Der Router arbeitet auf Schicht 3.
Merksatz:
Routing = Wegentscheidung für IP-Pakete.
Routing-Tabelle
Eine Routing-Tabelle enthält Informationen darüber, welche Netze über welchen Weg erreichbar sind.
Vereinfacht enthält sie:
- Zielnetz
- Netzmaske oder Präfix
- nächster Hop
- Ausgangsschnittstelle
- Metrik
Beispiel:
| Zielnetz | Nächster Hop | Schnittstelle |
|---|---|---|
| 192.168.10.0/24 | direkt verbunden | LAN |
| 192.168.20.0/24 | 192.168.10.1 | LAN |
| 0.0.0.0/0 | Provider-Router | WAN |
Merksatz:
Routing-Tabelle = Wegweiser für IP-Pakete.
Nächster Hop
Der nächste Hop ist das nächste Gerät, an das ein Router ein Paket weitergibt.
Meist ist das ein anderer Router.
Beispiel:
Zielnetz:
10.20.30.0/24
nächster Hop:
192.168.1.1
Der Router sendet das Paket an den nächsten Hop, damit es dem Ziel näherkommt.
Merksatz:
Nächster Hop = nächster Router auf dem Weg zum Ziel.
Direkt verbundenes Netz
Ein Router kennt Netze, die direkt an seinen Schnittstellen angeschlossen sind.
Beispiel:
Router-Interface:
192.168.10.1/24
Dann kennt der Router direkt:
192.168.10.0/24
Für direkt verbundene Netze braucht der Router keinen weiteren Router als nächsten Hop.
Merksatz:
Direkt verbunden = Netz liegt an eigener Schnittstelle.
Default Route
Eine Default Route ist eine Standardroute für alle Ziele, für die keine genauere Route vorhanden ist.
IPv4-Schreibweise:
0.0.0.0/0
Bedeutung:
alle IPv4-Ziele
Beispiel:
Alles Unbekannte geht zum Provider-Router.
Merksatz:
Default Route = Route für alles, was nicht genauer bekannt ist.
Longest Prefix Match
Ein Router wählt bei mehreren passenden Routen die genaueste Route.
Das nennt man:
Longest Prefix Match
Beispiel:
Route A:
192.168.0.0/16
Route B:
192.168.10.0/24
Ziel:
192.168.10.50
Beide Routen passen.
Die /24-Route ist genauer und wird gewählt.
Merksatz:
Genaueste passende Route gewinnt.
Statisches Routing
Beim statischen Routing werden Routen manuell eingetragen.
Vorteile:
- einfach bei kleinen Netzen
- gut kontrollierbar
- wenig Protokoll-Overhead
Nachteile:
- hoher Aufwand bei großen Netzen
- Änderungen müssen manuell gepflegt werden
- Ausfälle werden nicht automatisch umgangen
Merksatz:
Statische Route = manuell eingetragener Weg.
Dynamisches Routing
Beim dynamischen Routing tauschen Router automatisch Routing-Informationen aus.
Dafür werden Routing-Protokolle verwendet.
Beispiele:
- OSPF
- RIP
- BGP
Vorteile:
- automatische Anpassung
- besser für größere Netze
- alternative Wege möglich
Nachteile:
- komplexer
- muss geplant und abgesichert werden
Merksatz:
Dynamisches Routing = Router lernen Wege automatisch.
Routing-Protokolle kurz eingeordnet
| Protokoll | typischer Einsatz |
|---|---|
| RIP | einfach, älter, kleine Netze |
| OSPF | interne Unternehmensnetze |
| BGP | Internet und Provider-Routing |
Für AP1/AP2 ist besonders wichtig:
OSPF wird häufig in internen Netzen verwendet.
BGP ist zentral für das Routing im Internet.
Merksatz:
OSPF intern.
BGP zwischen großen Netzen im Internet.
ICMP
ICMP steht für:
Internet Control Message Protocol
ICMP gehört zum IP-Umfeld und wird für Kontroll- und Fehlermeldungen verwendet.
Typische Nutzung:
- Ping
- Traceroute
- Fehlermeldungen im IP-Netz
Wichtig:
ICMP nutzt keine TCP- oder UDP-Ports.
Merksatz:
ICMP = Kontrollmeldungen für IP.
Ping
Ping prüft, ob ein Ziel grundsätzlich per IP erreichbar ist.
Dazu wird häufig ICMP Echo Request und Echo Reply verwendet.
Vereinfacht:
Echo Request:
Bist du erreichbar?
Echo Reply:
Ja, ich antworte.
Wichtig:
Wenn Ping nicht funktioniert,
heißt das nicht automatisch,
dass das Ziel komplett unerreichbar ist.
ICMP kann durch Firewalls blockiert werden.
Merksatz:
Ping prüft IP-Erreichbarkeit,
aber ist kein vollständiger Diensttest.
Traceroute
Traceroute zeigt den Weg zu einem Ziel über mehrere Router.
Je nach Betriebssystem heißt der Befehl zum Beispiel:
tracert
traceroute
tracepath
Traceroute hilft zu erkennen:
über welche Router ein Paket läuft
und
wo die Verbindung möglicherweise stoppt.
Merksatz:
Traceroute zeigt den Weg durch das IP-Netz.
TTL
TTL steht für:
Time To Live
TTL begrenzt die Lebensdauer eines IP-Pakets.
Jeder Router verringert den TTL-Wert.
Wenn TTL 0 erreicht, wird das Paket verworfen.
Zweck:
Pakete sollen nicht endlos im Netz kreisen.
Merksatz:
TTL verhindert endloses Kreisen von IP-Paketen.
IPv4 und IPv6
Schicht 3 kann mit IPv4 oder IPv6 arbeiten.
| Version | Beispiel |
|---|---|
| IPv4 | 192.168.10.20 |
| IPv6 | 2001:db8::10 |
IPv4 verwendet 32-Bit-Adressen.
IPv6 verwendet 128-Bit-Adressen.
Merksatz:
IPv4 = 32 Bit.
IPv6 = 128 Bit.
Private IPv4-Adressen
Private IPv4-Adressen werden in lokalen Netzwerken verwendet.
Wichtige Bereiche:
| Bereich | CIDR |
|---|---|
| 10.0.0.0 – 10.255.255.255 | 10.0.0.0/8 |
| 172.16.0.0 – 172.31.255.255 | 172.16.0.0/12 |
| 192.168.0.0 – 192.168.255.255 | 192.168.0.0/16 |
Private Adressen sind im öffentlichen Internet nicht direkt geroutet.
Merksatz:
Private IPv4-Adressen werden im LAN genutzt.
NAT kurz eingeordnet
NAT steht für:
Network Address Translation
NAT verändert IP-Adressen beim Übergang zwischen Netzen.
Typisches Beispiel:
viele private Geräte im LAN
teilen sich eine öffentliche IPv4-Adresse
NAT wird besonders häufig am Internet-Router eingesetzt.
Merksatz:
NAT übersetzt IP-Adressen.
PAT kurz eingeordnet
PAT steht für:
Port Address Translation
PAT ist eine Form von NAT.
Dabei teilen sich mehrere interne Geräte eine öffentliche IP-Adresse und werden über Port-Zuordnungen unterschieden.
Typisch im Heimnetz:
viele Geräte
eine öffentliche IPv4-Adresse
Merksatz:
PAT = viele interne Geräte über eine öffentliche IP mit Ports unterscheiden.
Schicht 3 und VLANs
VLANs gehören zu Schicht 2.
Wenn Geräte in unterschiedlichen VLANs kommunizieren sollen, braucht man Routing auf Schicht 3.
Das nennt man:
Inter-VLAN-Routing
Dafür nutzt man:
- Router
- Layer-3-Switch
- Firewall
Merksatz:
VLAN trennt auf Schicht 2.
Routing verbindet auf Schicht 3.
Was Schicht 3 nicht macht
Schicht 3 macht nicht:
- Ethernet-Frames lokal anhand von MAC-Adressen switchen
- TCP-Verbindungen aufbauen
- UDP-Ports auswerten
- DNS-Namen auflösen
- Webseiten bereitstellen
- Benutzer anmelden
- Dateifreigaben bereitstellen
Diese Aufgaben liegen auf anderen Schichten.
Merksatz:
Schicht 3 routet IP-Pakete,
aber stellt keine Anwendung bereit.
Typische Schicht-3-Fehler
Typische Fehler auf Schicht 3 sind:
- falsche IP-Adresse
- falsche Subnetzmaske
- falsches Standard-Gateway
- fehlende Route
- falsche Route
- doppelte IP-Adresse
- NAT-Problem
- Routing-Schleife
- Firewall-Regel auf IP-Ebene
- falsches VLAN-Subnetz-Zusammenspiel
Merksatz:
Schicht-3-Fehler betreffen IP, Subnetze, Gateway und Routing.
Einordnung bei der Fehlersuche
Eine sinnvolle Reihenfolge:
1. Schicht 1:
Link, Kabel, Signal
2. Schicht 2:
MAC, VLAN, ARP
3. Schicht 3:
IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway, Route
4. Schicht 4:
TCP-/UDP-Port
5. Schicht 7:
Anwendung, DNS, Dienst
Merksatz:
Erst Link,
dann MAC/VLAN,
dann IP/Routing.
Typische IHK-Fragen
In AP1 und AP2 kann zum Beispiel gefragt werden:
- Welche Aufgabe hat die Vermittlungsschicht?
- Was ist eine IP-Adresse?
- Was ist ein IP-Paket?
- Was macht ein Router?
- Was ist ein Standard-Gateway?
- Wann wird ein Gateway benötigt?
- Was ist ein Subnetz?
- Was bedeutet CIDR?
- Was ist eine Routing-Tabelle?
- Was bedeutet Default Route?
- Was bedeutet Longest Prefix Match?
- Was ist der Unterschied zwischen statischem und dynamischem Routing?
- Was ist ICMP?
- Wofür wird Ping verwendet?
- Was zeigt Traceroute?
- Was ist TTL?
- Was ist der Unterschied zwischen MAC-Adresse und IP-Adresse?
Typische Prüfungsfallen
Schicht 3 arbeitet mit IP-Paketen.
Schicht 2 arbeitet mit Frames.
MAC-Adressen gehören zu Schicht 2.
IP-Adressen gehören zu Schicht 3.
Switch = Schicht 2.
Router = Schicht 3.
Gateway wird benötigt,
wenn das Ziel nicht im eigenen Subnetz liegt.
Gleiches Subnetz = direkte lokale Zustellung.
Anderes Subnetz = über Gateway.
Default Route = 0.0.0.0/0.
Genaueste passende Route gewinnt.
Ping nutzt ICMP,
nicht TCP oder UDP.
ICMP hat keine TCP- oder UDP-Ports.
IPv4 hat 32 Bit.
IPv6 hat 128 Bit.
VLAN ist Schicht 2.
Inter-VLAN-Routing ist Schicht 3.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Kurze Erklärung |
|---|---|
| Vermittlungsschicht | OSI-Schicht 3 |
| Netzwerkschicht | anderer Begriff für Schicht 3 |
| IP-Adresse | logische Adresse auf Schicht 3 |
| IP-Paket | Datenform auf Schicht 3 |
| Quell-IP | Absender-IP-Adresse |
| Ziel-IP | Empfänger-IP-Adresse |
| Router | Gerät zur Weiterleitung zwischen Netzen |
| Standard-Gateway | Router für Ziele außerhalb des eigenen Netzes |
| Subnetz | logischer IP-Adressbereich |
| Netzadresse | Adresse des Netzes |
| Broadcast-Adresse | Adresse für alle Hosts im Subnetz |
| Host-Adresse | nutzbare Adresse für ein Gerät |
| Subnetzmaske | trennt Netzanteil und Hostanteil |
| CIDR | Schreibweise für Präfixlänge |
| Routing | Weiterleitung zwischen IP-Netzen |
| Routing-Tabelle | Tabelle mit Wegen zu Zielnetzen |
| Nächster Hop | nächster Router auf dem Weg |
| Default Route | Standardroute für unbekannte Ziele |
| Longest Prefix Match | genaueste passende Route gewinnt |
| ICMP | Kontroll- und Fehlermeldungen für IP |
| Ping | ICMP-Erreichbarkeitstest |
| Traceroute | zeigt Weg über Router |
| TTL | begrenzt Lebensdauer eines IP-Pakets |
| NAT | Übersetzung von IP-Adressen |
| PAT | Übersetzung mit Port-Zuordnung |
IHK-sichere Kurzformulierung
Die Vermittlungsschicht beziehungsweise Netzwerkschicht ist Schicht 3 des OSI-Modells. Sie ist für die logische Adressierung und Weiterleitung von IP-Paketen zwischen verschiedenen Netzwerken zuständig. Dafür werden IP-Adressen, Subnetzmasken, Gateways und Routing-Tabellen verwendet. Ein Router arbeitet typischerweise auf Schicht 3 und entscheidet anhand der Ziel-IP-Adresse, wohin ein Paket weitergeleitet wird. Befindet sich ein Ziel nicht im eigenen Subnetz, wird das Paket an das Standard-Gateway gesendet. ICMP gehört zum IP-Umfeld und wird unter anderem für Ping und Traceroute verwendet.
Merksätze
Schicht 3 = Vermittlungsschicht / Netzwerkschicht.
Schicht 3 = IP-Adressen, Pakete und Routing.
IP-Adresse = logische Adresse.
IP-Paket = Datenform auf Schicht 3.
MAC = Schicht 2.
IP = Schicht 3.
MAC gilt lokal.
IP gilt netzübergreifend.
Switch = MAC.
Router = IP.
Gateway = Ausgang in andere Netze.
Gleiches Subnetz = direkt.
Anderes Subnetz = über Gateway.
Subnetzmaske trennt Netzanteil und Hostanteil.
CIDR gibt die Präfixlänge an.
Routing = Weiterleitung zwischen IP-Netzen.
Routing-Tabelle = Wegweiser für Pakete.
Default Route = 0.0.0.0/0.
Genaueste passende Route gewinnt.
ICMP = Kontrollmeldungen für IP.
Ping nutzt ICMP.
ICMP nutzt keine TCP- oder UDP-Ports.
Traceroute zeigt den Weg durch das IP-Netz.
TTL verhindert endloses Kreisen von IP-Paketen.
IPv4 = 32 Bit.
IPv6 = 128 Bit.
VLAN = Schicht 2.
Inter-VLAN-Routing = Schicht 3.
Erst Link,
dann MAC/VLAN,
dann IP/Routing.