20.14 Trainer – Gemischte Prüfungsaufgaben AP1/AP2 Netzwerktechnik
Diese Trainer-Seite ist eine gemischte Wiederholung über die wichtigsten Themen der Netzwerktechnik.
Sie verbindet:
- OSI-Modell
- TCP/IP
- IPv4 und Subnetting
- DNS und DHCP
- Switching und VLAN
- Routing und Gateway
- TCP, UDP und Ports
- Firewall, NAT und DMZ
- VPN und Cloud
- Sicherheit
- Backup und Fehlersuche
Ziel ist, prüfungsnah zu üben und Themen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang zu erkennen.
Merksatz:
In der Prüfung steht selten nur ein Fachbegriff.
Meist musst du aus einem Fehlerbild das richtige Thema ableiten.
Lernziele
Nach dieser Seite solltest du sicher können:
- gemischte Netzwerkaufgaben einordnen
- Fehlerbilder fachlich erkennen
- passende Begriffe verwenden
- kurze IHK-sichere Antworten formulieren
- typische Prüfungsfallen vermeiden
- technische Ursache und passende Maßnahme verbinden
Aufgabe 1
Ein Client hat folgende Konfiguration:
IPv4-Adresse:
192.168.10.50
Subnetzmaske:
255.255.255.0
Gateway:
192.168.20.1
Der Client erreicht lokale Geräte, aber keine externen Netze.
Was ist falsch?
Antwort anzeigen
Das Gateway ist falsch.
Begründung:
Der Client liegt im Netz:
192.168.10.0/24
Das Gateway liegt im Netz:
192.168.20.0/24
Das Standardgateway muss im lokalen Subnetz des Clients liegen.
IHK-sichere Antwort:
Das Gateway befindet sich nicht im gleichen Subnetz wie der Client.
Dadurch kann der Client das Gateway lokal nicht erreichen
und keine Pakete in andere Netze senden.
Aufgabe 2
Ein Client hat die Adresse:
169.254.44.12
Was bedeutet das?
Antwort anzeigen
Das ist eine APIPA-Adresse.
Bedeutung:
Der Client hat wahrscheinlich keine gültige IP-Adresse per DHCP erhalten.
Mögliche Ursachen:
DHCP-Server nicht erreichbar
falsches VLAN
DHCP-Scope erschöpft
DHCP-Relay fehlt
Netzwerkverbindung fehlerhaft
Merksatz:
169.254.x.x deutet auf DHCP-Problem hin.
Aufgabe 3
Ein Benutzer kann eine interne Webseite per IP-Adresse öffnen, aber nicht über den Namen.
Welches Thema ist wahrscheinlich betroffen?
Antwort anzeigen
Wahrscheinlich betroffen:
DNS
Begründung:
Die IP-Kommunikation funktioniert.
Nur die Namensauflösung funktioniert nicht.
IHK-sichere Antwort:
Da der Zugriff per IP-Adresse funktioniert,
aber der Name nicht aufgelöst wird,
sollte die DNS-Konfiguration geprüft werden.
Aufgabe 4
Ein Server ist per ping erreichbar, aber HTTPS funktioniert nicht.
Nenne drei mögliche Ursachen.
Antwort anzeigen
Mögliche Ursachen:
TCP 443 wird durch eine Firewall blockiert
Webserver-Dienst läuft nicht
Dienst lauscht nicht auf TCP 443
TLS-Zertifikat fehlerhaft
Reverse Proxy falsch konfiguriert
Anwendung fehlerhaft
Merksatz:
ping prüft ICMP,
nicht HTTPS.
Aufgabe 5
Ein Switchport ist als Access-Port im falschen VLAN konfiguriert.
Welche Folge kann das haben?
Antwort anzeigen
Mögliche Folgen:
Client landet im falschen Netz
Client erhält falsche DHCP-Adresse
lokale Dienste sind nicht erreichbar
Gateway passt nicht
Sicherheitszonen werden umgangen
IHK-sichere Antwort:
Der Client wird logisch dem falschen Layer-2-Netz zugeordnet.
Dadurch kann er eine falsche IP-Konfiguration erhalten
oder nicht mit den vorgesehenen Systemen kommunizieren.
Aufgabe 6
Was ist der Unterschied zwischen VLAN und Subnetz?
Antwort anzeigen
VLAN:
logische Trennung auf OSI-Schicht 2
Subnetz:
logische IP-Aufteilung auf OSI-Schicht 3
Wichtig:
In der Praxis bekommt ein VLAN oft ein eigenes Subnetz.
Fachlich sind VLAN und Subnetz aber nicht dasselbe.
Merksatz:
VLAN = Layer 2.
Subnetz = Layer 3.
Aufgabe 7
Warum braucht Kommunikation zwischen VLANs Routing?
Antwort anzeigen
VLANs sind getrennte Layer-2-Bereiche.
Damit Geräte aus unterschiedlichen VLANs miteinander kommunizieren können, muss Verkehr zwischen den jeweiligen IP-Netzen geroutet werden.
Möglich über:
Router
Layer-3-Switch
Firewall
Merksatz:
VLANs trennen.
Routing verbindet gezielt.
Aufgabe 8
Ein Client möchte ein Ziel außerhalb seines Subnetzes erreichen.
Welche MAC-Adresse wird im Ethernet-Frame verwendet?
Antwort anzeigen
Verwendet wird:
die MAC-Adresse des Standardgateways
Begründung:
Das IP-Ziel bleibt der entfernte Zielhost.
Lokal wird das Frame aber an den nächsten Hop gesendet,
also an das Gateway.
Merksatz:
IP zeigt zum Endziel.
MAC zeigt zum nächsten lokalen Hop.
Aufgabe 9
Was macht ARP?
Antwort anzeigen
ARP löst im lokalen IPv4-Netz eine IP-Adresse in eine MAC-Adresse auf.
Beispiel:
Der Client kennt die IP-Adresse des Gateways,
braucht aber die MAC-Adresse,
um ein Ethernet-Frame senden zu können.
Merksatz:
ARP findet MAC-Adressen im lokalen IPv4-Netz.
Aufgabe 10
Bestimme für:
192.168.5.130/25
| Wert | Ergebnis |
|---|---|
| Netzadresse | ? |
| erste nutzbare Adresse | ? |
| letzte nutzbare Adresse | ? |
| Broadcastadresse | ? |
| nutzbare Hosts | ? |
Antwort anzeigen
Bei /25 gilt:
Blockgröße 128
Bereiche:
192.168.5.0 bis 192.168.5.127
192.168.5.128 bis 192.168.5.255
192.168.5.130 liegt im zweiten Bereich.
| Wert | Ergebnis |
|---|---|
| Netzadresse | 192.168.5.128 |
| erste nutzbare Adresse | 192.168.5.129 |
| letzte nutzbare Adresse | 192.168.5.254 |
| Broadcastadresse | 192.168.5.255 |
| nutzbare Hosts | 126 |
Aufgabe 11
Bestimme für:
10.10.10.77/26
| Wert | Ergebnis |
|---|---|
| Netzadresse | ? |
| erste nutzbare Adresse | ? |
| letzte nutzbare Adresse | ? |
| Broadcastadresse | ? |
Antwort anzeigen
Bei /26 gilt:
Blockgröße 64
Bereiche:
0 bis 63
64 bis 127
128 bis 191
192 bis 255
77 liegt im Bereich 64 bis 127.
| Wert | Ergebnis |
|---|---|
| Netzadresse | 10.10.10.64 |
| erste nutzbare Adresse | 10.10.10.65 |
| letzte nutzbare Adresse | 10.10.10.126 |
| Broadcastadresse | 10.10.10.127 |
Aufgabe 12
Welche kleinste Netzgröße reicht für mindestens 60 Hosts?
Antwort anzeigen
Benötigt:
mindestens 60 nutzbare Hosts
Prüfung:
/27 = 30 nutzbare Hosts
/26 = 62 nutzbare Hosts
Antwort:
/26
Begründung:
/26 ist das kleinste der genannten passenden Netze,
weil es 62 nutzbare Hostadressen bietet.
Aufgabe 13
Welche kleinste Netzgröße reicht für mindestens 120 Hosts?
Antwort anzeigen
Prüfung:
/26 = 62 nutzbare Hosts
/25 = 126 nutzbare Hosts
Antwort:
/25
Merksatz:
Bedarf prüfen,
dann kleinstes passendes Netz wählen.
Aufgabe 14
Warum ist die Broadcastadresse nicht als Hostadresse nutzbar?
Antwort anzeigen
Die Broadcastadresse ist die letzte Adresse eines IPv4-Subnetzes.
Sie adressiert alle Hosts in diesem Subnetz und wird daher nicht einem einzelnen Host zugewiesen.
Merksatz:
Erste Adresse = Netz.
Letzte Adresse = Broadcast.
Aufgabe 15
Was ist der Unterschied zwischen TCP und UDP?
Antwort anzeigen
TCP:
verbindungsorientiert
zuverlässig
bestätigt Daten
stellt Reihenfolge sicher
UDP:
verbindungslos
schlank
schnell
keine eingebaute Zustellgarantie
Merksatz:
TCP = zuverlässig.
UDP = schnell und schlank.
Aufgabe 16
Ordne Ports zu.
| Dienst | Protokoll und Port |
|---|---|
| SSH | ? |
| HTTP | ? |
| HTTPS | ? |
| DNS | ? |
| DHCP | ? |
| SMB | ? |
| RDP | ? |
Antwort anzeigen
| Dienst | Protokoll und Port |
|---|---|
| SSH | TCP 22 |
| HTTP | TCP 80 |
| HTTPS | TCP 443 |
| DNS | UDP/TCP 53 |
| DHCP | UDP 67/68 |
| SMB | TCP 445 |
| RDP | TCP 3389 |
Merksatz:
Portnummer immer mit TCP oder UDP lernen.
Aufgabe 17
Warum ist die Aussage „Port 53 freigeben“ ungenau?
Antwort anzeigen
Die Aussage ist ungenau, weil nicht klar ist, ob TCP 53, UDP 53 oder beides gemeint ist.
DNS nutzt meistens UDP 53, kann aber auch TCP 53 verwenden.
IHK-sichere Antwort:
Bei Firewall-Regeln müssen Port und Transportprotokoll angegeben werden,
da TCP und UDP getrennte Protokolle sind.
Aufgabe 18
Was bedeutet LISTEN bei TCP?
Antwort anzeigen
LISTEN bedeutet:
Ein Dienst wartet auf eingehende Verbindungen.
Beispiel:
Ein Webserver lauscht auf TCP 443.
Merksatz:
LISTEN = Dienst wartet.
Aufgabe 19
Was bedeutet ESTABLISHED bei TCP?
Antwort anzeigen
ESTABLISHED bedeutet:
Eine TCP-Verbindung besteht.
Merksatz:
ESTABLISHED = Verbindung aktiv.
Aufgabe 20
Was ist der Unterschied zwischen NAT und Firewall?
Antwort anzeigen
NAT:
übersetzt IP-Adressen
Firewall:
erlaubt oder blockiert Verkehr anhand von Regeln
Wichtig:
Viele Geräte kombinieren beide Funktionen.
Fachlich bleiben sie aber unterschiedlich.
Merksatz:
NAT übersetzt.
Firewall filtert.
Aufgabe 21
Was ist PAT?
Antwort anzeigen
PAT steht für:
Port Address Translation
PAT ist eine Form von NAT, bei der zusätzlich Ports genutzt werden, um mehrere interne Verbindungen über eine öffentliche IP-Adresse zu unterscheiden.
Merksatz:
PAT nutzt Ports zur Zuordnung mehrerer Verbindungen.
Aufgabe 22
Was ist Portweiterleitung?
Antwort anzeigen
Portweiterleitung bedeutet:
Eingehender Verkehr auf einem externen Port
wird an einen internen Dienst weitergeleitet.
Beispiel:
öffentliche IP TCP 443
zu
interner Webserver 192.168.10.20 TCP 443
Merksatz:
Portweiterleitung veröffentlicht einen internen Dienst.
Aufgabe 23
Warum ist eine Any-to-Any-Firewall-Regel kritisch?
Antwort anzeigen
Any-to-Any erlaubt Verkehr von jeder Quelle zu jedem Ziel.
Risiken:
große Angriffsfläche
schlechte Nachvollziehbarkeit
Sicherheitszonen werden umgangen
unnötige Freigaben
Besser:
genaue Regeln mit Quelle,
Ziel,
Port,
Protokoll
und Zweck.
Merksatz:
Je genauer die Regel,
desto sicherer und nachvollziehbarer.
Aufgabe 24
Was ist eine DMZ?
Antwort anzeigen
Eine DMZ ist ein getrenntes Netzwerk für Dienste, die von außen erreichbar sein müssen.
Beispiele:
Webserver
Reverse Proxy
Mail-Gateway
VPN-Gateway
Ziel:
öffentliche Dienste vom internen Netz trennen.
Merksatz:
DMZ begrenzt Schaden bei öffentlichen Diensten.
Aufgabe 25
Warum sollte eine Datenbank nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein?
Antwort anzeigen
Eine Datenbank enthält oft sensible Daten und ist ein attraktives Angriffsziel.
Risiken:
Brute Force
Exploits
Datenabfluss
Manipulation
Besser:
Zugriff nur vom Anwendungsserver
Firewall-Beschränkung
privates Netz oder DMZ-Konzept
starke Authentifizierung
Monitoring
Merksatz:
Datenbankports gehören nicht offen ins Internet.
Aufgabe 26
Was ist der Unterschied zwischen Remote-Access-VPN und Site-to-Site-VPN?
Antwort anzeigen
Remote-Access-VPN:
einzelner Benutzer verbindet sich ins Firmennetz
Site-to-Site-VPN:
zwei Netze oder Standorte werden verbunden
Merksatz:
Remote Access = Benutzer.
Site-to-Site = Standort oder Netz.
Aufgabe 27
VPN ist verbunden, aber interne Namen funktionieren nicht.
Was ist wahrscheinlich?
Antwort anzeigen
Wahrscheinlich:
VPN-DNS-Problem
Prüfen:
interner DNS-Server
DNS-Suffix
Split-DNS
Erreichbarkeit des DNS-Servers
DNS-Cache
Merksatz:
VPN-IP ja,
VPN-Name nein:
VPN-DNS prüfen.
Aufgabe 28
VPN ist verbunden, aber interne IP-Ziele sind nicht erreichbar.
Was ist wahrscheinlich?
Antwort anzeigen
Mögliche Ursachen:
VPN-Route fehlt
Zielnetz nicht erlaubt
Firewall blockiert
Rückroute fehlt
IP-Adresskonflikt
Benutzergruppe hat keine Berechtigung
Merksatz:
VPN verbunden heißt nicht automatisch:
Routing und Regeln stimmen.
Aufgabe 29
Antwort anzeigen
Shared Responsibility bedeutet:
Cloud-Anbieter und Kunde teilen sich die Verantwortung.
Anbieter:
schützt Infrastruktur,
Rechenzentrum
und Plattform je nach Modell.
Kunde:
bleibt verantwortlich für Daten,
Benutzer,
Rechte,
Konfigurationen
und Anwendungen je nach Modell.
Merksatz:
Anbieter schützt die Cloud.
Kunde schützt seine Nutzung der Cloud.
Aufgabe 30
Ordne Cloud-Modelle zu.
| Modell | Bedeutung |
|---|---|
| IaaS | ? |
| PaaS | ? |
| SaaS | ? |
Antwort anzeigen
| Modell | Bedeutung |
|---|---|
| IaaS | virtuelle Infrastruktur |
| PaaS | verwaltete Plattform |
| SaaS | fertige Anwendung |
Merksatz:
IaaS = Infrastruktur.
PaaS = Plattform.
SaaS = Software.
Aufgabe 31
Was ist der Unterschied zwischen Hybrid Cloud und Multi Cloud?
Antwort anzeigen
Hybrid Cloud:
Kombination aus lokaler oder privater IT und Public Cloud
Multi Cloud:
Nutzung mehrerer Cloud-Anbieter
Merksatz:
Hybrid beschreibt Kombination von Umgebungen.
Multi beschreibt mehrere Anbieter.
Aufgabe 32
Warum ist IAM in der Cloud besonders wichtig?
Antwort anzeigen
Cloud-Ressourcen sind oft schnell erreichbar, skalierbar und über Netzwerke zugänglich.
Fehlerhafte Rechte können führen zu:
Datenabfluss
unberechtigtem Zugriff
Manipulation
Kostenexplosion
Löschung von Ressourcen
Merksatz:
In der Cloud sind Identitäten oft der wichtigste Sicherheitsperimeter.
Aufgabe 33
Ordne Schutzziele zu.
| Ereignis | Schutzziel |
|---|---|
| Daten werden gelesen | ? |
| Datei wird manipuliert | ? |
| Dienst fällt aus | ? |
| Absender wird gefälscht | ? |
Antwort anzeigen
| Ereignis | Schutzziel |
|---|---|
| Daten werden gelesen | Vertraulichkeit |
| Datei wird manipuliert | Integrität |
| Dienst fällt aus | Verfügbarkeit |
| Absender wird gefälscht | Authentizität |
Merksatz:
Lesen = Vertraulichkeit.
Verändern = Integrität.
Ausfall = Verfügbarkeit.
Echtheit = Authentizität.
Aufgabe 34
Was ist der Unterschied zwischen Brute Force, Password Spraying und Credential Stuffing?
Antwort anzeigen
Brute Force:
viele Passwortversuche
Password Spraying:
ein häufiges Passwort gegen viele Konten
Credential Stuffing:
geleakte Zugangsdaten werden bei anderen Diensten getestet
Merksatz:
Brute Force = viele Versuche.
Spraying = ein Passwort gegen viele Konten.
Stuffing = geleakte Zugangsdaten.
Aufgabe 35
Ordne Webangriffe zu.
| Angriff | Beschreibung |
|---|---|
| SQL Injection | ? |
| XSS | ? |
| CSRF | ? |
Antwort anzeigen
| Angriff | Beschreibung |
|---|---|
| SQL Injection | SQL-Code in Eingaben einschleusen |
| XSS | Skriptcode im Browser anderer Benutzer ausführen |
| CSRF | gültige Sitzung für ungewollte Aktion missbrauchen |
Merksatz:
SQLi betrifft Datenbankabfragen.
XSS betrifft Browser.
CSRF betrifft Sitzungen.
Aufgabe 36
Welche Maßnahme passt zu welchem Risiko?
| Risiko | Maßnahme |
|---|---|
| gestohlenes Passwort | ? |
| ungepatchter Server | ? |
| zu viele Rechte | ? |
| unnötige Dienste | ? |
| Ransomware | ? |
Antwort anzeigen
| Risiko | Maßnahme |
|---|---|
| gestohlenes Passwort | MFA |
| ungepatchter Server | Patchmanagement |
| zu viele Rechte | Least Privilege |
| unnötige Dienste | Hardening |
| Ransomware | Offline- oder Immutable-Backups und Restore-Test |
Merksatz:
Maßnahme muss zum Risiko passen.
Aufgabe 37
Was ist der Unterschied zwischen IDS und IPS?
Antwort anzeigen
IDS:
erkennt und meldet Angriffe
IPS:
erkennt und blockiert Angriffe zusätzlich
Merksatz:
IDS meldet.
IPS blockiert.
Aufgabe 38
Was ist der Unterschied zwischen Backup, Replikation und Synchronisation?
Antwort anzeigen
Backup:
sichert Daten zur Wiederherstellung alter Zustände
Replikation:
erzeugt eine möglichst aktuelle Kopie auf anderem System
Synchronisation:
gleicht Daten zwischen Speicherorten ab
Wichtig:
Replikation und Synchronisation ersetzen kein Backup,
weil Fehler,
Löschungen
oder Ransomware mit übertragen werden können.
Merksatz:
Backup stellt wieder her.
Replikation hält aktuell.
Synchronisation gleicht ab.
Aufgabe 39
Was bedeuten RPO und RTO?
Antwort anzeigen
RPO:
Recovery Point Objective
maximal akzeptabler Datenverlust
RTO:
Recovery Time Objective
maximal akzeptable Wiederherstellungszeit
Merksatz:
RPO = Datenverlust.
RTO = Zeit bis Wiederherstellung.
Aufgabe 40
Warum ist ein Restore-Test wichtig?
Antwort anzeigen
Ein Restore-Test prüft, ob Backups wirklich wiederherstellbar sind.
Ohne Restore-Test ist unklar:
ob Daten vollständig sind
ob Daten lesbar sind
ob Schlüssel vorhanden sind
ob Rechte stimmen
ob die Wiederherstellungszeit passt
Merksatz:
Backup ohne Restore-Test ist unsicher.
Aufgabe 41
Welche Antwort ist besser?
Aufgabe:
Ein Benutzer kann sich anmelden,
aber nicht auf eine Datei zugreifen.
Was ist wahrscheinlich?
Antwort A:
Das Netzwerk ist kaputt.
Antwort B:
Wahrscheinlich liegt ein Berechtigungsproblem vor,
da die Authentifizierung funktioniert,
der Zugriff auf die Ressource aber verweigert wird.
Antwort anzeigen
B ist besser.
Begründung:
Die Antwort trennt Authentifizierung und Autorisierung.
Merksatz:
Login ja,
Zugriff nein:
Rechte prüfen.
Aufgabe 42
Welche Antwort ist besser?
Aufgabe:
Warum ist MFA sinnvoll?
Antwort A:
Weil es sicherer ist.
Antwort B:
MFA verlangt zusätzlich zum Passwort einen weiteren Faktor.
Dadurch reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht aus,
um Zugriff zu erhalten.
Antwort anzeigen
B ist besser.
Begründung:
Die Antwort erklärt die konkrete Schutzwirkung.
Merksatz:
Maßnahme mit Wirkung erklären.
Aufgabe 43
Welche Antwort ist besser?
Aufgabe:
Warum ersetzt ein Snapshot kein Backup?
Antwort A:
Weil Snapshot und Backup verschiedene Wörter sind.
Antwort B:
Snapshots liegen oft auf demselben System oder Speicher.
Bei Speicherdefekt,
Löschung
oder Ransomware können sie ebenfalls betroffen sein.
Ein Backup muss getrennt,
geschützt
und wiederherstellbar sein.
Antwort anzeigen
B ist besser.
Begründung:
Die Antwort nennt die fachliche Ursache
und Anforderungen an ein Backup.
Merksatz:
Fachbegriff plus Begründung.
Aufgabe 44
Welche Antwort ist besser?
Aufgabe:
Warum ist eine öffentlich erreichbare Datenbank kritisch?
Antwort A:
Weil Datenbanken wichtig sind.
Antwort B:
Eine öffentlich erreichbare Datenbank erhöht die Angriffsfläche.
Es drohen Brute-Force-Angriffe,
Ausnutzung von Schwachstellen,
Datenabfluss
und Manipulation.
Besser ist Zugriff nur aus benötigten Netzen oder vom Anwendungsserver.
Antwort anzeigen
B ist besser.
Begründung:
Die Antwort nennt Risiko,
Folgen
und bessere Maßnahme.
Merksatz:
Sicherheitsantwort:
Risiko,
Maßnahme,
Wirkung.
Aufgabe 45
Welche Antwort ist besser?
Aufgabe:
Warum ist systematische Fehlersuche wichtig?
Antwort A:
Weil man dann professionell wirkt.
Antwort B:
Systematische Fehlersuche grenzt den Fehler anhand von Symptomen,
Schichten
und Messwerten ein.
Dadurch werden Ursachen schneller gefunden
und unnötige Änderungen vermieden.
Antwort anzeigen
B ist besser.
Begründung:
Die Antwort erklärt den Nutzen der systematischen Vorgehensweise.
Merksatz:
Nicht raten,
sondern eingrenzen.
Mini-Prüfung: Gesamtzuordnung
| Fehlerbild oder Begriff | Thema |
|---|---|
| keine Link-LED | Schicht 1 |
| MAC-Adresse | Schicht 2 |
| IP-Adresse | Schicht 3 |
| TCP-Port | Schicht 4 |
| TLS-Zertifikat | Schicht 6 |
| HTTP | Schicht 7 |
| 169.254.x.x | DHCP |
| IP ja, Name nein | DNS |
| ping ja, HTTPS nein | Port, Dienst, Firewall, TLS |
| falsches Netz nach DHCP | VLAN oder DHCP |
| RDP aus Internet offen | Sicherheitsrisiko |
| Datenbank öffentlich erreichbar | Sicherheitsrisiko |
| Backup nicht wiederherstellbar | Restore-Test fehlt |
| Dienst nach Update defekt | Change, Logs, Rollback |
| VPN verbunden, Name geht nicht | VPN-DNS |
Mini-Prüfung: Begriffe kurz erklären
| Begriff | Kurzantwort |
|---|---|
| VLAN | logische Trennung auf Schicht 2 |
| Subnetz | logische IP-Aufteilung auf Schicht 3 |
| Gateway | Router in andere Netze |
| DNS | Namensauflösung |
| DHCP | automatische IP-Konfiguration |
| NAT | Adressübersetzung |
| PAT | Adress- und Portübersetzung |
| DMZ | getrennte Zone für öffentliche Dienste |
| VPN | verschlüsselter Tunnel |
| IAM | Identitäts- und Rechteverwaltung |
| MFA | Anmeldung mit mehreren Faktoren |
| Least Privilege | nur nötige Rechte vergeben |
| Hardening | Angriffsfläche reduzieren |
| RPO | maximaler Datenverlust |
| RTO | maximale Wiederherstellungszeit |
Mini-Prüfung: typische Prüfungsfallen
| Falle | Richtig denken |
|---|---|
| ping geht, also Dienst geht | falsch, ping prüft nur ICMP |
| VLAN ist dasselbe wie Subnetz | falsch, VLAN Layer 2, Subnetz Layer 3 |
| NAT ist Firewall | falsch, NAT übersetzt, Firewall filtert |
| Cloud-Anbieter ist für alles verantwortlich | falsch, Shared Responsibility |
| Snapshot ist Backup | falsch, Snapshot ersetzt kein Backup |
| Sync ist Backup | falsch, Sync gleicht nur ab |
| Portnummer ohne TCP/UDP reicht | ungenau |
| Loginproblem und Rechteproblem sind gleich | falsch, Authentifizierung und Autorisierung unterscheiden |
| Any-to-Any ist praktisch | kritisch, zu breite Freigabe |
| Mehr Rechte lösen Probleme | unsicher, Least Privilege beachten |
IHK-sichere Kurzformulierung
Bei gemischten Netzwerkaufgaben ist entscheidend, das Fehlerbild systematisch einzuordnen. Keine Link-Anzeige deutet auf Schicht 1 hin, MAC-Adressen und VLANs auf Schicht 2, IP-Adressen und Routing auf Schicht 3, TCP, UDP und Ports auf Schicht 4. DNS-Probleme zeigen sich häufig dadurch, dass eine IP-Adresse erreichbar ist, ein Name aber nicht. DHCP-Probleme erkennt man oft an APIPA-Adressen aus 169.254.0.0/16. Firewall-Regeln müssen Quelle, Ziel, Port, Protokoll und Zweck enthalten. NAT übersetzt Adressen, während Firewalls Verkehr filtern. VPN-Verbindungen benötigen neben dem Tunnel auch passende Routen, DNS und Berechtigungen. Sicherheitsantworten sollten Risiko, Maßnahme und Wirkung enthalten. Backup-Fragen müssen Restore, RPO, RTO und Restore-Tests berücksichtigen.
Merksätze
Erst Fehlerbild lesen,
dann Thema zuordnen.
Kein Link:
Schicht 1.
MAC:
Schicht 2.
IP:
Schicht 3.
TCP und UDP:
Schicht 4.
TLS:
Schicht 6.
HTTP und DNS:
Schicht 7.
VLAN ist Layer 2.
Subnetz ist Layer 3.
Switch arbeitet mit MAC-Adressen.
Router arbeitet mit IP-Adressen.
Gateway führt in andere Netze.
DNS löst Namen auf.
DHCP verteilt IP-Konfiguration.
169.254.x.x:
DHCP nicht erreicht.
ping ist kein Diensttest.
IP ja,
Name nein:
DNS.
Lokal ja,
extern nein:
Gateway,
Routing,
NAT
oder Firewall.
ping ja,
Port nein:
Dienst,
Port
oder Firewall.
NAT übersetzt.
Firewall filtert.
PAT nutzt Ports.
DMZ trennt öffentliche Dienste.
VPN braucht Tunnel,
Route,
DNS
und Rechte.
Cloud bedeutet geteilte Verantwortung.
IAM entscheidet,
wer was darf.
MFA schützt gegen Passwortmissbrauch.
Least Privilege begrenzt Schaden.
Patchmanagement schließt bekannte Lücken.
Hardening reduziert Angriffsfläche.
Backup ist Wiederherstellungsvorsorge.
Restore-Test beweist,
dass Backup nutzbar ist.
RPO = Datenverlust.
RTO = Wiederherstellungszeit.
Gute Prüfungsantwort:
Ursache,
Begründung,
passende Prüfung
oder Maßnahme.
Nicht raten,
sondern fachlich eingrenzen.